Quincy Jones: Interviews

    • Quincy Jones: Interviews

      Quincy Jones: Es ging nicht um Geld und Ruhm

      Quincy Jones ist in Jazz- wie Pop-Gefilden gleichermaßen zuhause. Im Interview spricht der 27fache Grammy-Gewinner über seine ­Arbeit mit Michael Jackson, Ehrbezeugungen des musikalischen Nachwuchses und den ersten Rock’n’Roller der Welt.

      Interview: Florian Zapf

      Quincy Jones hatte stets ein Gespür für lohnende Kooperationen: Der US-Amerikaner arrangierte für Jazz-Legenden wie Duke Ellington, ebnete als TV-Unternehmer Will Smith den Weg in seine Schauspielkarriere und produzierte Michael Jacksons wichtigste Alben. Jetzt zollt der musikalische Nachwuchs ihm seinen Tribut. Künstler wie Amy Winehouse, Akon oder Talib Kweli huldigen auf »Q: Soul Bossa Nos­tra« dem Paten des King of Pop.

      Der Regisseur Sidney Lumet, für den Sie oft komponiert haben, sagte einmal: »Quincy sprach mit mir nie darüber, ob es in seiner Kindheit Gewalt gab … Aber Junge, wie hat man sie in seiner Filmmusik gehört!«

      Nun, ich bin in der South Side von Chicago aufgewachsen, im größten schwarzen Ghetto Amerikas. Sehen Sie diese Narbe an meinem Knöchel? Als ich sieben Jahre alt war, erwischte mich eine Gang in der falschen Straße. Seitdem trage ich diese Erinnerung an ein Springmesser mit mir herum. Etwas später hat man mir auch mal einen Eispickel in den Kopf gerammt. In Chicago gibt es eine Menge Leute, mit denen nicht zu scherzen ist. Sie wissen ja sicher, was man Jennifer Hudsons Familie, die auch in der South Side lebte, angetan hat. Ihre Mutter, ihr Bruder und ihr Neffe sind ermordet worden. Chicago ist ein hartes Pflaster. Als ich dort aufwuchs, haben die Leute sich Musik gekauft, bevor sie sich um Essen oder Kleidung kümmerten. Musik war, wie man in den USA sagt, ihr »Soul Food«. Das hat aufgehört.

      Sie haben einmal behauptet, Lionel Hampton sei der erste Rock’n’Roller gewesen. Den meisten gilt Hampton als Jazzmusiker …

      Das lief damals unter dem Titel »Jazz«. Aber Lionel hat der zweiten und vierten Zählzeit wie kein anderer gehuldigt. Das brachte die Leute zum Ausflippen. Ich weiß, wovon ich spreche. Schließlich habe ich drei Jahre in seiner Band Trompete gespielt. Lionel war einer der besten Jazzmusiker aller Zeiten – aber sein oberstes Ziel bestand darin, das Publikum durchdrehen zu lassen. Und was sonst ist Rock’n’Roll?

      Viele würden sagen: eine Mischung aus Blues und dem, was man grob als Country &Western bezeichnet.

      Um Himmels willen! Umgekehrt wird ein Schuh draus. Ich habe vor Ewigkeiten einmal die Bluegrass-Jungs von Flatt & Scruggs gefragt, was sie sich so anhören. Ihre Antwort war: »Wes Montgomery«. Das überrascht mich auch nicht, weil Jazz die klassische Musik Amerikas ist. Dieses Genre lieferte die Schablone für alles, was danach kam. Ich weiß, dass sogar Jimi Hendrix gern Jazzmusiker gewesen wäre. Als ich 1970 »Gula Matari« aufnahm, wollte er unbedingt mit Miles Davis und mir spielen. Und natürlich haben R&B-Künstler sich vom Jazz inspirieren lassen: Marvin Gaye, Stevie Wonder und selbstverständlich auch Michael Jackson.

      Michael Jacksons »Thriller«, das von Ihnen produziert wurde, ist das meistverkaufte ­Album aller Zeiten. Können Sie sich diesen enormen Erfolg erklären?

      Die Grundlage sind hervorragende Songs. Ein phantastisches Stück kann einen grauenvollen Sänger in den größten Star verwandeln, aber einen schlechten Song wird auch der beste aller Sänger nicht zum Hit machen. Das habe ich, Gott sei Dank, schon vor 45 Jahren gelernt. Aber natürlich muss auch der Sound stimmen. Ich ziehe da gern den Vergleich zum Film: Wenn der Produzent im Studio gewissermaßen die Rolle des Regisseurs übernimmt, dann fungiert der Toningenieur als Kameramann. Er muss dafür sorgen, dass der musikalische Moment akkurat eingefangen wird. Zum Glück war ich in der Lage, mit einem der besten Tontechniker arbeiten zu können, der je gelebt hat: Bruce Swedien. Ob ich nun in Kairo, Shanghai oder Monte Carlo in einem Club sitze: Noch bevor es zwölf Uhr ist, höre ich mindestens sechs Songs, die ich vor 30 Jahren zusammen mit Bruce aufgenommen habe. Jede gottverdammte Nacht. Das liegt auch am außergewöhnlichen Sound dieser Produktionen.

      War es eigentlich schwierig, mit einem Künstler wie Michael Jackson zu arbeiten?

      Nein. Auch wenn ich mir manchmal wie sein Erziehungsberechtigter vorkam. Michael war ein Produkt des Systems »Motown«, wo den Künstlern alle wichtigen Entscheidungen abgenommen wurden. Da gab es Hausproduzenten, und die Künstler hatten nichts zu melden. Als Michael später bei Epic unter Vertrag war, fragte er mich, ob ich ihm einen Produzenten vermitteln würde. Ich sagte: »Michael, du hast nicht einmal einen Song.« Ich meine, »Ben«, das einzige romantische Stück, das er bis dahin gesungen hatte, handelte von einer Ratte! Als erstes besorgte ich ihm also »You Can’t Win«.

       … einen Song, den Jackson dann 1978 in Sidney Lumets Film »The Wiz« gesungen hat.

      Ja. Und schon vor dem Dreh bemerkte ich, wie hingebungsvoll Michael arbeitete. Er kannte die Dialoge aller Darsteller auswendig und auch sämtliche Songs, die Tanzschritte und so weiter. Irgendwann fiel mir auf, dass Michael während der Proben immer wieder den Namen »Sokrates« falsch betonte – ohne dass ihn selbst nach drei Tagen jemand korrigiert hätte. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, fragte er mich mit dem Blick eines Rehs, das in einen Autoscheinwerfer starrt: »Wirklich?« In dem Moment war mir klar, dass wir ein Album aufnehmen mussten. Als er dann 1979 später während der Sessions zu »Off The Wall« die Ballade »She’s Out Of My Life« sang, war das etwas völlig Neues für ihn. Tom Bahler, ein Freund von mir, hatte den Song geschrieben und darin die Trennung von seiner Frau verarbeitet. Michael heulte nach jedem Take. Ich glaube nicht, dass er wirklich wusste, warum er weinte. Aber die Lyrics vermittelten, dass Bahler eine schmerzhafte Zeit durchzustehen hatte. Das ging Michael nahe.

      Inwiefern war Jackson damals in die Produktion seiner Alben involviert?

      Überhaupt nicht. Michael war vollkommen mit dem Songwriting für die vier von ihm beigesteuerten Stücke beschäftigt. Alles andere lag in meiner Verantwortung. Er hätte zum Beispiel gar nicht gewusst, wie man Künstler auswählt. Es war auch meine Idee, Eddie Van Halen auf »Beat It« spielen zu lassen. Vincent Price steuerte für »Thriller« einen Edgar-Allan-Poe-Rap bei. So etwas hatte vorher noch keiner gemacht. Michael dachte, dass wir einen Dachschaden haben.

      Im November erscheint »Q: Soul Bossa Nos­tra«. Was halten Sie davon, wenn junge Musiker Ihre Produktionen neu interpretieren?

      Das ist großartig. Ich fühle mich geehrt. Und selbstverständlich weiß ich Künstler wie Amy Winehouse zu schätzen.

      Sie haben – auch für Megaseller wie »Thriller« oder »Bad« – immer mit ausgezeichneten Instrumentalisten gearbeitet. Stört es Sie, dass Hits heute oft gänzlich am Computer entstehen?

      Ich weiß, wie man einen Hit produziert. Und dafür braucht es nicht unbedingt fabelhafte Musiker. Aber ich werde doch nicht mein gesamtes Handwerk verleugnen, nur weil ich einen Song in die Top-Ten hieven will. Ich habe immer meine Lieblingsmusiker engagiert. Wenn du nur noch des Geldes wegen arbeitest, verlässt Gott den Raum. Ich komme aus einer Tradition, in der es nicht um Geld oder Ruhm ging. Charlie Parker, Duke Ellington, Dizzy Gillespie – diese Musiker haben alle nichts verdient. Zumindest nicht, wenn man sie mit heutigen Stars wie Jay-Z oder Beyoncé vergleicht, die bis zu 150 Millionen Dollar machen. Wir waren im Musikgeschäft, weil wir es liebten. Mittlerweile denken die Künstler ans Geld, bevor sie sich mit der Musik auseinandersetzen. Was dazu führt, dass sie Wodka und Parfum verkaufen – ohne sich dabei seltsam vorzukommen.

      jungle-world.com/artikel/2010/43/41980.html
    • für's Einstellen dieses IVs, Marion! Nein, in diesem IV wurde nicht negativ über Michael gesprochen, aber einige Passagen stoßen mir doch etwas bitter auf.
      1. Zur Frage: "Können Sie sich den Erfolg von Thriller erklären?" In der Antwort werden erwähnt: a) Quincy selbst und b) der Tontechniker. Nö, der Sänger der Lieder an sich wird ja auch generell völlig überbewertet. Tztztz.....
      2.
      Da gab es Hausproduzenten, und die Künstler hatten nichts zu melden. Als Michael später bei Epic unter Vertrag war, fragte er mich, ob ich ihm einen Produzenten vermitteln würde. Ich sagte: »Michael, du hast nicht einmal einen Song.« Ich meine, »Ben«, das einzige romantische Stück, das er bis dahin gesungen hatte, handelte von einer Ratte! Als erstes besorgte ich ihm also »You Can’t Win«.
      Gott sei Dank hatte Mike Quincy!!! Der arme Junge wäre ja sonst völlig untergegangen mit dem bisschen Talent, das er hatte.
      3.
      Irgendwann fiel mir auf, dass Michael während der Proben immer wieder den Namen »Sokrates« falsch betonte – ohne dass ihn selbst nach drei Tagen jemand korrigiert hätte. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, fragte er mich mit dem Blick eines Rehs, das in einen Autoscheinwerfer starrt: »Wirklich?« In dem Moment war mir klar, dass wir ein Album aufnehmen mussten.
      Äh, Zusammenhang?

      4.
      Inwiefern war Jackson damals in die Produktion seiner Alben involviert? Überhaupt nicht. Michael war vollkommen mit dem Songwriting für die vier von ihm beigesteuerten Stücke beschäftigt. Alles andere lag in meiner Verantwortung. Er hätte zum Beispiel gar nicht gewusst, wie man Künstler auswählt. Es war auch meine Idee, Eddie Van Halen auf »Beat It« spielen zu lassen.
      Ok, ich revidiere meine Anmerkung oben, dass über Mike nichts Schlechtes gesagt wird, wird es indirekt nämlich doch: Er war zu nichts anderem fähig, als 4 Songs zu schreiben. Da stellt sich mir doch die Frage, wie Michael dieses Wissen innerhalb kürzester Zeit aufgearbeitet hat Wie konnte es nach Quincy überhaupt noch einen Michael Jackson geben???
      Sorry für all die Ironie in meinem Post, aber ich bin doch etwas verwirrt. Ich möchte Quincy keinesfalls seinen Verdienst absprechen, den auch er an Michaels Arbeit geleistet hat, aber Michael im Nachhinein so unterzubewerten - gerade, wenn man sich als einen einstigen Freund des Künstlers schimpft - hätte nicht sein müssen. "Quincy, du hast tolle Arbeit geleistet und bist sicher ein Meister deines Faches, aber komm ein wenig runter von diesem Egotrip! Der steht dir nicht!"


      You are so beautiful 2 me...
    • Nein, nicht schon wieder der. Man wundert sich, dass der das auch wie so kleine Möchtegern-Künstler es nötig hat, den Namen Michaels für seine Promotion für eine kommende CD zu benutzen. Wie LiberianGirl83 schon sagte, Michael wäre ja ohne Quincy "nothing", so sagte auch sein Herr Papa. Beide erwecken ja den Anschein, ohne sie hätte es keinen Michael Jackson gegeben.

      Da habe ich den Herrn lange Zeit einfach ignoriert, was anderes hat
      er auch nicht verdient, die eingeschnappte "Diva", die es sogar NACH MJ‘s Tod wagte zu behaupten, er wäre lieber Weiß anstatt Schwarz gewesen
      und habe seiner Meinung nach da nachgeholfen und noch viel mehr
      Ungeheuerlichkeiten mehr. Ich will lieber nicht wiederholen, was, aber das dürften ja alle Fans ohnehin wissen. Für mich aus diesem Grunde seit langem eine "persona non grata". Und der behauptet bis HEUTE, sein Feund
      gewesen zu sein. Pah.

      Alle liegen ihm ja zu Füßen, speziell die
      Presse. Und so hört es sich in diesem Interview auch WIEDER so
      an, als wäre Michael und sein erfolgreichstes Album "Thriller" ohne ihn kein solcher Erfolg geworden.

      Die Bemerkung über Sokrates finde ich nicht so schlimm, Michael selber hat berichtet [im "Moonwalk" oder bei Ebmeier, Zitat aus dem Moonwalk über diese Szene *) unterhalb], dass er bis zu dem Film keine allzu große Allgemeinbildung hatte. Er erzählte, dass er als Vogelscheuche sein eigentlich großes Wissen in Form von Bücherseiten aus Stopfmaterial in seinem Kopf hatte, und jedes Mal zu einem Vorfall zitiert er Worte großer bedeutender Menschen, indem er eine Seite herauszieht und vorliest, ohne zu wissen, was es eigentlich bedeutet und von wem das Zitat ist. Er rezitiert nur. Und dabei bemerkt er, Michael Jackson, genau wie der Strohman, dass er unwissend ist. Die Vogelscheuche ist in dem Film ja unterwegs, um Verstand zu finden. Und da hatte auch Michael die große Erleuchtung, dass ohne Wissen nichts geht. Von da an, so beschreibt er es, hat er alles an Wissenswertes, was ihm fehlte, in Form von Büchern, Filmen etc. in sich hineingesogen und ist der kluge belesene Mensch geworden, als den wir ihn dann kennen.

      We were doing the crows' scene that day. The other guys wouldn't even have their heads visible in this scene because they'd be in crow costumes. They seemed to know their parts backward and forward. I'd studied mine too, but I hadn't said them aloud more than once or twice.

      The directions called for me to pull a piece of paper from my straw and read it. It was a quote. The author's name, Socrates, was printed at the end. I had read Socrates, but had never pronounced his name, so I said, "Soh-crates," because that's the way I had always assumed it was pronounced. There was a moment's silence before I heard someone whisper, "Soc-ruh-teeze." I looked over at this man I vagely recognized. He was not one of the actors, but he seemed to belong there. I remember thinking he looked very self-confident and had a friendly face.

      I smiled, a little embarrased at having mispronounced the name, and thanked him for his help. His face was naggingly familiar, and I was suddenly sure that I had met him before. He confirmed my suspicions by extending his hand.

      "Quincy Jones. I'm doing the score."'

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MollyGrue ()

    • Ich kann mir nicht helfen, aber Quincey Jones wird mir mit jedem Wort unsympathischer, das der Mann über Michael verliert. Und ich will auch erklären wieso. Das hat ja schon damals angefangen, als "Thriller" produziert wurde. Soweit ich weiß stimmt es, dass Michael da selbst noch nicht so viel produziert hat, aber das weiß ich nicht. Darum gehts aber auch nicht. Fakt ist aber (und das schrieben verschiedene Biographen, unter anderem sagte es aber auch Michael selbst), dass Quincey Jones damals nicht glaubte, dass "Thriller" ein Erfolg werden würde. Später aber, als "Thriller" dann doch einer war, meinte Jones, er habe es immer gewusst (ist schon ein paar Jährchen her). Eine glatte Lüge.

      Weiter ging es nach Michaels Tod mit einem Interview das man auch sehen konnte, in dem Quincey Jones Michael glatt als Lügner hinstellte, in dem er sagte, dass er nicht glaubt, dass Michael Vitiligo hatte und dass er sicher ist, dass Michael einfach nicht schwarz sein wollte. Der größte Bullshit, den man von sich geben kann und er hat ihn von sich gegeben. Soweit ich weiß musste auch Katherine oder irgendwer Quincey bitten, Michaels Stimme bei der Neuauflage von "We are the World" rein zu nehmen. Obwohl dieser Song auch Michaels Song war. Er hat ihn einst gemeinsam mit Lionel Richie geschrieben. Da ist es für mich eigentlich selbstverständlich, dass er rein genommen wird. Aber nein, Quincey Jones musste erst darum gebeten werden (hammerhart, meiner Meinung nach).

      Und jetzt der Knaller. Es gibt mehr als genug (!!) Leute die sagen, dass Michael im Studio verdammt genau wusste, was er wollte und dass er vom Produzieren auch durchaus eine Ahnung hatte! Kann man ja hier im Forum lesen und auch im Buch von Bruce Swedien. Und jetzt kommt Quincey Jones und haut sowas raus?

      Meine Meinung? Der hat immer noch nicht verkraftet, dass Michael ihn ab "Dangerous" nicht mehr mit im Team haben wollte und darum haut der unterschwellig laufend solche Dinger raus. Sorry, aber ich krieg bei sowas Stresspickel. Ganz ehrlich.


      "Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind."
    • LiberianGirl83 schrieb:

      Sorry für all die Ironie in meinem Post, aber ich bin doch etwas verwirrt. Ich möchte Quincy keinesfalls seinen Verdienst absprechen, den auch er an Michaels Arbeit geleistet hat, aber Michael im Nachhinein so unterzubewerten - gerade, wenn man sich als einen einstigen Freund des Künstlers schimpft - hätte nicht sein müssen.

      sucht quincy nen neuen job??? anders kann ich mir kaum erklären, dass sich jemand derart hochloben muss :meckern: . tina :love: , ich danke dir für dein post und auch für deine ironie, denn sie spricht mir aus dem herzen! absoluter treffer ins schwarze :clapping: . bei aller liebe und unter anerkennung der leistungen, die jones sicherlich gebracht hat: er macht sich doch lächerlich, wenn er die geschichte so dreht, dass michael die marionette war! :punch: das sollte jeder, der sich nur ein quäntchen im musikbusiness auskennt, wissen!

      LadyMichael90 schrieb:

      Weiter ging es nach Michaels Tod mit einem Interview das man auch sehen konnte, in dem Quincey Jones Michael glatt als Lügner hinstellte, in dem er sagte, dass er nicht glaubt, dass Michael Vitiligo hatte und dass er sicher ist, dass Michael einfach nicht schwarz sein wollte.

      :agr: bei sowas krieg ich die krise! er sollte das besser wissen, denn er hat lange genug mit michael zusammengearbeitet! vielleicht schaut einer mal hin: michael hat mit so vielen svhwarzen künstlern zusammengearbeitet, da kann ihm das thema "schwarz" nicht so zuwider gewesen sein. mr. jones - was sie sich hier leisten ist ein armutszeugnis! :schimpf2: sie sollten sich schämen!
    • eigentlch habe ich eine ganz gute Meinung von Quincy, aber manche Äusserungen kann ich auch nicht einordnen und finde sie, wenns so gesagt wurde zumindest seltsam ...
      Ich kann mir gut vorstellen, dass Quincy Anfangs schon ein Vorbild für Michael war, weil er (Q) war ja der Erffahrene und Michael der Anfänger, was Produktion betrifft (off the wall), als er so frisch von Motown kam. Man hört doch auch, wie sehr Michael Quincy bewunderte, weil er sich anfangs nicht mal traute, ihn zu fragen, ob er sein Album produzieren wolle. Ich stell mir das so'n bisschen wie ein Vater/Sohn Verhältnis vor. Aber irgendwann hat Michael all das von Quincy (und anderen)gelernt und selbst umgesetzt vlt.sogar gesteigert(bestimmt sogar...)...und er war dann nicht mehr der Anfänger. Aber auch als Quincy nicht mehr mit dabei war, hat Michael ihm doch anscheinend noch seine Alben vor Veröffentlichung vorgespelt, um seine Meinung zu hören, er hat also immernoch was auf dessen Meinung gegeben.
      Vielleicht hat Quincy einfach verpasst, dass Michael irgendwann "grösser" geworden ist als er und beschreibt ihn desshalb immer noch als den Anfänger von einst, der vlt. noch in manchen Dingen im Studio unerfahren war...
      Ausserdem kommt mir Quincy in den letzten Interviews schon etwas...wie soll ich das nennen..."leicht senil" vor..versteht ihr, was ich meine?...er ist ja auch nicht mehr der Jüngste...
    • maja5809faithkeeper schrieb:

      Ausserdem kommt mir Quincy in den letzten Interviews schon etwas...wie soll ich das nennen..."leicht senil" vor..versteht ihr, was ich meine?...er ist ja auch nicht mehr der Jüngste...
      Den Eindruck hatte ich auch schon des Öfteren insbesondere wenn man ihn bei den Interviews auch noch sieht. Er wiederholt sich so oft in seinen statements. Da kommt auch nichts mehr Neues. Bezüglich statements zu Michael da vollzieht er gerade eine Berg- und Talfahrt. Einerseits gibt er Interviews wo er sagt, dass er sich gesegnet füht mit MJ gearbeitet zu haben oder das Michael alles konnte und niemand in seine Fußstapfen treten wird und dann gibt er IV`s wie diese, wo er Michael quasi als beliebig austauschbaren Sänger darstellt. Bei Q. Jones habe ich gerade den Eindruck, dass er sich seiner Endlichkeit bewusst wird und er sich verbittert fragt was von ihm nach seinem Ableben bleibt und scheinbar versucht er sich da vorab selbst ein Denkmal zu basteln nach dem Motto Michael Jackson kennt man weil es Quincy Jones gab und damit macht es sich eigentlich selbst lächerlich.
      Es ist eigentlich sehr schade das Q. Jones nach Michaels Tod zumindest phasenweise solche Negativaussagen über MJ wiedergibt (zu Michaels Lebzeiten gab es die von ihm doch nicht).
    • Ja kein Wunder. Zu Michaels Lebzeiten hätte es ja auch noch jemanden gegeben, der Jones den Vogel hätte zeigen können. Wie ich schon sagte, ich persönlich denke, dass Jones es nie verkraftet hat, dass er bei "Dangerous" nicht mehr dabei war. Er wurde durch einen anderen Produzenten ersetzt und dennoch ist "Dangerous" zu einem Erfolg geworden. Das hat Jones schmerzlich bewusst gemacht, dass es auch ohne ihn geht. So denke ich zumindest. Das sitzt dem, meiner Ansicht nach, heute noch in den Knochen.


      "Be who you are and say what you feel because those who mind don't matter and those who matter don't mind."
    • Marion schrieb:

      Als er dann 1979 später während der Sessions zu »Off The Wall« die Ballade »She’s Out Of My Life« sang, war das etwas völlig Neues für ihn. Tom Bahler, ein Freund von mir, hatte den Song geschrieben und darin die Trennung von seiner Frau verarbeitet. Michael heulte nach jedem Take. Ich glaube nicht, dass er wirklich wusste, warum er weinte. Aber die Lyrics vermittelten, dass Bahler eine schmerzhafte Zeit durchzustehen hatte. Das ging Michael nahe.

      :nenene: Ich kanns nicht fassen - so eine Aussage von Quincy :nenene:
      Gerade er sollte wissen, dass Michael den Schmerz eines anderen Menschen (nach)empfinden konnte. Wie sonst hätte er als Kind Lieder mit großem Herzschmerz so gefühlvoll singen können, wie er es tat. Quincy wusste das. Ich glaube der Senile Aspekt ist hier unverkennbar - oder Quincy hat im letzten Jahr seine Meinung um 180 Grad gedreht. :xgrim:

      KLICK: --> ISF
    • Tja, Neid kann Menschen arg zusetzen. Ich denke auch, Jones hat die Abnabelung seines musikalischen „Ziehsohnes“ nur schwer verkraftet. Als dieser ihn auch noch um Längen überflügelte, und der ganzen Welt bewies, dass es auch ohne Jones geht, muss ihm das schwer zu schaffen gemacht haben. So meine Vermutung.
    • Meine Güte, in diesem Interview (natürlich wieder WELT, die wollen wohl in posthum-Jackson-bashing den Vogel abschießen) gibt's noch eine Steigerung. Wahrscheinlich ist es das Original-Interview in voller Länge des vorher schon gepostete. Der Mann überschätzt sich selber MASSLOS! Was fällt dem ein. Und dann heißt es noch, seine Welterfolge hat er IHM zu verdanken. Ich könnte ausflippen.

      Welt am Sonntag: Mr. Jones, von Ihnen stammt der berühmte Ausspruch: "Ich bin jedem Freak in diesem Geschäft begegnet."

      Quincy Jones: Das habe ich nie gesagt.

      Welt am Sonntag: Doch, erst kürzlich, in einem Interview unmittelbar nach Michael Jacksons Tod.

      Jones: Dann habe ich es wohl auf ihn bezogen. Aber nicht auf Frank Sinatra. Frank war wie ein Felsen.

      Welt am Sonntag: Muss der Mensch aus Fels sein, um erfolgreich zu sein?

      Jones: Ja, sonst werden Sie zerrieben. Ich musste ohne meine Mutter aufwachsen. Da lernt man, wie man überlebt. Man lernt durch das Überleben selbst. Man lernt durch die Fehler, die man macht. Einige der besten Melodien sind aus Versehen entstanden, weil jemand eine Note falsch notiert hat oder weil man Zeilen in der Orchestrierung verwechselt oder ein Textblatt einer falschen Melodie zuordnet.

      Welt am Sonntag: Fehler zuzulassen erfordert eine andere Denkweise als jene, die einen in der Schule und an der Universität gelehrt wird.
      [...]
      Jones: Das ist kein Widerspruch. Gehen wir einmal davon aus, dass der Mensch nach Glück strebt. Schon die Weisen aller Weltreligionen wussten, dass man das Glück im Einklang mit Gott findet - und die Talente, die uns gegeben wurden, Gottesgaben sind. Dass Menschen mit Talent alsdann andere Menschen zu verzaubern imstande sind - das verwundert mich nicht. Nicht wenige Jazzer warfen mir vor, dass ich mich ausverkaufen würde, als ich Michael Jackson zu produzieren begann.

      Welt am Sonntag: Und, war es Ausverkauf?

      Jones: So ein Quatsch! Wynton Marsalis war der lauteste unter den Kritikern. Dann hat er ein Album mit Willie Nelson aufgenommen. Da lache ich laut! Bei Michael habe ich die DNA des Rhythm 'n' Blues den neuen Zeiten angepasst. Daran ist nichts auszusetzen. Alle waren sich einig, dass er den Zenit seiner Karriere mit dem Ende der Jackson Five erreicht habe. Mein Job war es, all diesen Kritikern das Gegenteil zu beweisen.

      Welt am Sonntag: Wie viel brachte Michael Jackson in seine eigenen Songs ein?

      Jones: Michael war ein sehr guter Zuhörer. Er hat zwar nur zwei Songs auf seinem ersten Album "Off the Wall" selbst geschrieben. Aber er war während der gesamten Sessions anwesend und hat alles in sich aufgesogen. Er war ein sehr disziplinierter Sänger. Er machte, was ich ihm sagte.

      Welt am Sonntag: Wie sahen Anweisungen von Ihnen gegenüber Michael Jackson aus?

      Jones: Beispielsweise bat ich ihn, mit der alten Motown-Tradition zu brechen, stets nur hoch zu singen - so singt Stevie Wonder bis heute. Man kann es gut hören auf "Don't Stop Till You Get Enough". Da bat ich Michael, dem hohen Gesang improvisierte, tiefere Gesangslinien entgegenzusetzen. Er wehrte sich erst ein wenig, aber dann probierte er es. Und da sah er dann ein, dass es ein guter Rat war.

      Welt am Sonntag: Wie wichtig ist es, bewusst mit Traditionen zu brechen?

      Jones: Mit Traditionen zu brechen ist nicht nur spannend. Es hat oft auch etwas sehr Natürliches, Naheliegendes. Dass Michael auf mein Drängen hin zum ersten Mal in einer tieferen Lage sang, bedeutete für ihn vor allem, in der ihm am besten liegenden Stimmlage zu singen.

      Welt am Sonntag: Sie waren für Michael Jacksons Welterfolge verantwortlich. Ist man da gut beraten, eine Arbeitsbeziehung auf Distanz zu wahren?

      Jones: Sie haben eine vollkommen falsche Vorstellung vom Berufsbild des Produzenten. Es gibt im Musikbusiness kein engeres, kein intimeres Verhältnis als das zwischen einem Sänger und seinem Produzenten. Als Sänger muss man sich in Vertrauen fallen lassen können. Ich nenne es Liebe. Und ich habe nicht ein einziges Mal in meinem Leben mit Sängern gearbeitet, die ich nicht geliebt habe. Es kann auch sonst gar nicht funktionieren. Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn Michael nach seiner Karriere mit den Jackson Five an einen Produzenten geraten wäre, der ihn nicht geliebt hätte! Nur Michaels Vertrauen in mich ist es zu verdanken, dass er zu Beginn seiner Solokarriere volles Risiko gegangen ist.

      Welt am Sonntag: Die Verantwortung für seine Karriere lag bei Ihnen?

      Jones: Natürlich! Aber anders als Angst ist Liebe ein guter Ratgeber: Jeder Vorschlag, der von mir kam, wie radikal auch immer, diente stets nur dem einen Ziel, sein Album noch besser zu machen, als es uns unter normalen Umständen möglich gewesen wäre. Nicht umsonst bezeichne ich die Musikstudios übrigens als Kathedralen - als heilige, geweihte Orte. Und aus genau diesem Grunde habe ich auch kein Tonstudio zu Hause. Ich will keine Gitarristen in Unterwäsche um drei Uhr morgens im Studio sehen. Nicht an einem heiligen Ort.

      Welt am Sonntag: Haben auch Sie etwas von Michael Jackson gelernt?

      Jones: Nein. Darum ging es auch gar nicht. Mein Job war unmissverständlich einseitig ausgerichtet.

      welt.de/print/wams/kultur/arti…te-was-ich-ihm-sagte.html

      EDIT von Shi: Bitte Artikel nicht durch Fettmarkierungen "verfälschen" :zwinker:
    • Wie kann man in einem Interview von Respekt sprechen und demselbigen anderen absprechen?
      Warum hat er das nie gesagt als Mj noch lebte? st da jemand beleidigt weil Mj ihn nicht wieder ins Boot gehlt hat?
      Es ist doch einfach nur noch Armselig
      “In a world filled with hate, we must still dare to hope. In a world filled with anger, we must still dare to comfort. In a world filled with despair, we must still dare to dream. And in a world filled with distrust, we must still dare to believe.”
      Michael Jackson
      Rassismus führt zum Verlust deines Mitgefühls.
    • Na sicher :blablub: Quincy hat gepfiffen und Michael ist gesprungen.
      Und überhaupt, es war gar nicht Joseph, der von sich behauptet, er habe Michel Jackson erschaffen, es waren nicht wie von Jermaine mal gesagt die Jackson 5 die Michael Jackson erschaffen haben - Nein - es war Quincy... Ohne ihn gäbe es keinen Michael Jackson.
      Schließlich ist er ja "jedem Freak begegnet" - wobei hier nicht zu übersehen sein darf - damit ist nicht Frank Sinatra gemeint, nein, diesen Spruch habe er wohl auf MJ bezogen :arghh:
      Wenn ich sowas lesen muss, dann fällt mir nur eins ein :pctot:

      KLICK: --> ISF
    • Danke für das Interview.
      LEider muss ich sagen, dass ich Jones irgendwie nicht mag. Auch in diesem IV kommt er für mich arrogant rüber. Der Anfang mit dem F*** ist ja schon die Härte und dann die Aussage, dass er nichts von Michael gelernt hätte...

      Kommt da vllt ein wenig Frust rüber, weil Michael ja später nicht mehr mit ihm zusammenarbeitete und trotzdem erfolgreich war????
    • Ich wil nicht generell Q in Schutz nehmen, er hat die letzte Zeit ja schon mehrmals seltsame Äusserungen zu Michael gemacht. Aber das I-view finde ich jetzt nicht völlig daneben...man kann es natürlich verschieden interpretieren....

      WIKI: Ein Freak [fɹi:k] (aus dem Englischen freak: „Krüppel, Verrückter, Unnormaler“) ist umgangssprachlich eine Person, die eine bestimme Sache, zum Beispiel ihr Hobby, über ein „normales“ Maß hinaus betreibt, diese Sache zum Lebensinhalt macht oder sich zumindest mehr als andere darin auskennt, z. B. ein Computerfreak. Ein Freak kann auch eine bestimmte, zumeist unangepasste oder „flippige“ Lebensweise verkörpern. Das dazugehörige Adjektiv ist freakig, weit verbreitet ist auch freaky.

      ..ich finde Freak nicht wirklich negativ, ich finde einen freak schon immer cooler als die "angepasten Normalos"... :grins: Vlt. meinte Quincy es ja auch in dem Sinn...

      Aber nicht auf Frank Sinatra. Frank war wie ein Felsen.
      ....da könnte ja auch heissen, das Sinatra stur war, nicht flexibel und nicht immer auf der Suche nach was Neuem, Besseren, Innovativem...wie Michael. :grübel:


      Michael war ein sehr guter Zuhörer. Er hat zwar nur zwei Songs auf seinem ersten Album "Off the Wall" selbst geschrieben. Aber er war während der gesamten Sessions anwesend und hat alles in sich aufgesogen. Er war ein sehr disziplinierter Sänger. Er machte, was ich ihm sagte.


      Für mich heisst das jetzt nicht, dass Michael der Hanswurst von Q war, aber Michael sagte selbst immer, er beobachte, lerne von anderen(vorallem von den Besten...), sauge alles auf wie ein Schwamm..warum sollte er nicht auch von Q was gelernt haben wollen...Als Michael von Motown kam, hatte er sicher einiges an "Neuland " zu entdecken, denn bei Motown wurden die Jungs doch ziemlich gegängelt und eingegrenzt...wenn Q jetzt dabei half, das Talent besser rauszubringen, mit solchen Vorschlägen wie
      Beispielsweise bat ich ihn, mit der alten Motown-Tradition zu brechen, stets nur hoch zu singen - so singt Stevie Wonder bis heute. Man kann es gut hören auf "Don't Stop Till You Get Enough". Da bat ich Michael, dem hohen Gesang improvisierte, tiefere Gesangslinien entgegenzusetzen. Er wehrte sich erst ein wenig, aber dann probierte er es. Und da sah er dann ein, dass es ein guter Rat war.

      Welt am Sonntag: Wie wichtig ist es, bewusst mit Traditionen zu brechen?

      Jones: Mit Traditionen zu brechen ist nicht nur spannend. Es hat oft auch etwas sehr Natürliches, Naheliegendes. Dass Michael auf mein Drängen hin zum ersten Mal in einer tieferen Lage sang, bedeutete für ihn vor allem, in der ihm am besten liegenden Stimmlage zu singen.

      ist das ja nicht unbedingt negativ. :)

      Michael hatte dieses wahnsinnsTalent, und Q hat halt seinen Teil dazu beigetragen, dass es bestmöglich zur Geltung kam...nicht mehr und auch nicht weniger....