Angepinnt Jacksons vs. AEG Live - Zusammenfassungen von www.jackson.ch auf DEUTSCH (keine Diskussion)

  • 26. Juli 2013 (1)
    Seit Dienstag ist nun wie abgekündigt AEG Live an der Reihe, ihre Seite des Falles zu präsentieren und ihre Zeugen zu befragen.
    Nachdem am Dienstag erst noch der Jackson Experte Arthur Erk von AEG ins Kreuzverhör genommen wurde, ist am Mittwoch John Meglin, ein Manager von AEG Live und der CEO von Concerts West, dem Bereich von AEG Live, der für Michaels Comeback Tour verantwortlich war, von AEG befragt worden.

    Zur Erinnerung: genau genommen ist John Meglin nicht der erste Zeuge, der für AEG Live aussagt. Bereits am 13. Mai wurden die beiden Tänzer/Choreographen Stacy Walker und Travis Payne befragt .
    John Meglins Aussagen hatten insbesondere zum Zweck, die frühere Expertenaussage von Buchhalter Arthur Erk für die Jackson Seite anzugreifen bzw. zu schwächen.
    Meglin meinte u.a., dass Michael nie soviele Tickets verkauft hätte, wenn er noch leben würde, wie dies Erk prognostiert hatte. Erk hatte geschätzt, dass wenn Michael nicht gestorben wäre, er bis zu seinem 66. Geburtstag USD 1.5 Mia. hätte verdienen können. Meglin meinte, dass Erks Hochrechnungen ca. 30 Prozent zu hoch angesetzt seien und gewisse Annahmen, die Erks Hochrechnung zu Grunde lagen, nicht der Realität entsprechen würden. So ist Erk zum Beispiel von 90’000 verkauften Tickets pro Stadium Show ausgegangen. Meglin meinte jedoch, das nach seiner Erfahrung keine Stadien so viele Plätze für eine Show nach Michael Jacksons Stil fassen würden. Das Rose Bowl Stadium zum Beispiel (wo Michael den Super Bowl Auftritt 1993 hatte) fasst 60’000 Sitze. Und obwohl Billboard Magazine berichtet hatte, dass U2 im 2009 vor 97’000 Leuten performt hatte im Rose Bowl, sagte Meglin, dass er seinen Instinkten vertraue, dass diese Zahl aufgebläht worden war. “Ich weiss, dass solche Zahlen manipuliert werden können,” so Meglin.
    Jackson Anwalt Brian Panish bemerkte, dass bei Michaels Super Bowl Show im Rose Bowl 1993 sogar 98’000 Plätze besetzt waren. Meglin bestritt zudem Erks Annahme, dass Michael seine Tour für mindestens drei Shows nach Indien gebracht hätte. “Niemand geht nach Indien”, meinte Meglin.
    Später räumte er jedoch ein, dass Michael Jackson während seiner HIStory Tour in Indien aufgetreten war. Obwohl die Bevölkerung bei 1.25 Mia. Menschen liegt, sei Indien kein sehr grosser Markt, so Meglin. Meglin war auch nicht mit einer Aussage von AEG Lives CEO Randy Phillips einverstanden, der in einer E-Mail geschrieben hatte, dass in England genug Nachfrage für 200 Shows von Michael bestand. “Er hat das geglaubt. Ich glaube das nicht”, so Meglin. Phillips hatte auch bemerkt, dass sämtliche 750’000 Tickets für 31 “This Is It Show”, im März 2009 in gerade mal 2 Stunden nachdem die Tickets zum Verkauf standen, weg waren. Und es hatten sich bereits genug Käufer registriert, um 100 weitere Shows auszuverkaufen, so Phillips in seiner E-Mail.
    Meglin war auch anderer Meinung als Randy Phillips, als dieser Michael Jackson als den grössten Entertainer aller Zeiten gepriesen hatte. “Ich persönlich glaube nicht, dass dies stimmt. Meiner Meinung nach ist Celine Dion genauso eine grosse Entertainerin wie Michael Jackson.
    Für mich ist sie sogar grösser als Michael Jackson”, sagte Meglin.
    Quellen: jackson.ch, cnn.com, nydailynews.com


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    "When people's minds are clouded by anger or hatred, no angel can reach them". ~Michael Jackson~
  • 26. Juli 2013 (2)
    Am Donnerstag hat David Fournier, ein Krankenpfleger im Bereich Anästhesiologie, der Michael Jackson mehr als ein Dutzend Mal Propofol verabreicht hatte, ausgesagt. Fournier ist der erste von “vielen, vielen” im medizinische Bereich tätigen Zeugen, die Michael Jackson behandelt hatten, so hatte AEG Anwalt Putnam vorgängig angekündigt. AEG rief Fournier als Zeugen auf, um die Geschworenen davon zu überzeugen, dass Michael Jackson betreffend seinen Medikamentengebrauch so täuschend und geheimnisvoll war, dass die AEG Manager gar nicht wissen konnten, dass seine Gesundheit während den Vorbereitungen zu “This Is It” gefährdet war.
    Fournier erzählte u.a. von einem Vorfall am 3. Juni 2003, als Michael Jackson während einer Narkose für eine Behandlung bei Dr. Arnold Klein plötzlich zu atmen aufgehört hatte. Nach einer “leicht merkwürdigne Reaktion” während der Sedierung hatte Dr. Klein Fournier gesagt, dass dies wegen eines “Opiatantagonists”, den er implantiert hatte, sein könnte. Dieses sollte ihm bei der Behandlung seiner Abhängigkeit von Demerol helfen. “Man erwartet von seinen Patienten und Ärzten, dass sie mit einem ehrlich sind und ich fühlte mich hintergangen und war verärgert (über Klein und Michael Jackson)”, so Fournier.
    Die AEG Anwälte erhoffen sich von diesem Bericht, dass die Geschworenen sehen, dass Michael Jackson betreffend seinen Medikamentengebrauch nicht ehrlich war und dass das AEG Management somit keine Chance hatte zu wissen, welche gefährliche Behandlungen Murray Michael Jackson verabreicht hatte.
    Fournier berichtete auch, dass Michael Jackson in zwei Fällen die Anweisungen im Anschluss an eine Sedierung nicht befolgt hatte. So ging er einmal in einen KFC, um fried chicken zu essen, statt wie angewiesen nach Hause zu gehen und erst einmal nur Cracker zu essen. Ein anderes Mal ging er direkt an eine Probe für eine Grammy Show Aufführung und verstauchte sich dabei den Fuss. Fournier sagte aber auch aus, dass jedes Mal, als Propofol verabreicht wurde, dies aus medizinischer Sicht gerechtfertigt war und dass er nicht den Eindruck hatte, dass Michael Jackson ein Medikamentenproblem hatte.
    Die 14 Male, in denen Fournier Michael Jackson zwischen 2000 und 2003 Propofol verabreicht hatte, waren für plastische Operationen, dermatologische Behandlungen und Operationen im Mundbereich. Das erste Mal, als Fournier Michael Jackson unter Narkose gesetzt hatte, war 1993, als er im Zusammenhang mit seinen schweren Verbrennungen an der Kopfhaut beim Pepsi Werbefilm einige Jahre zuvor behandelt wurde.
    In 25 Fällen, als er beauftragt wurde, bei Behandlungen von Michael Jackson zu assistieren, wurden keinerlei Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht, so Fournier. Fournier hatte lediglich Michaels Hand gehalten und ihm versichert, dass alles gut kommen würde. Michael hatte auch nie um spezifische Medikamente gefragt und hatte nie mit ihm gestritten, so Fournier. Alle Ärzte, die ihn behandelt hatten, waren angesehene Ärzte. Fourniers freundschaftliche Beziehung mit Michael Jackson kam im November 2003 zu einem Ende, als er eine Behandlung absagte, weil Michael Jackson “ein bisschen albern erschien, ein bisschen langsam reagierte”.
    Fournier sagte, dass er sich weigerte, Michael eine Narkose zu verabreichen, weil er vermutete, dass Michael ihm nicht die Wahrheit gesagt hatte, was für Medikamente er an jenem Tag eingenommen hatte. Trotz der langen Zeit von zehn Jahren, in denen er sich gut um ihn gekümmert hatte, hatte Michael ihn nach diesem Vorfall nie mehr angerufen, so Fournier.
    Quellen: jackson.ch, cnn.com


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  • 1. August 2013

    Am Montag hat Eric Briggs, ein Berater in der Entertainmentbranche, der unter anderem für den Nachlass von Elvis Presley und Frank Sinatra tätig war, als Expertenzeuge für AEG Live ausgesagt. Wie bereits letzte Woche bei John Meglins Aussage sollte auch Eric Briggs Aussage bezwecken, die Aussage von Jackson Experte Arthur Erk zu entkräften.

    Briggs meinte, es wäre gefährlich spekulativ anzunehmen, dass Michael Jackson alle 50 Konzerte performt hätte und schon gar nicht eine Welttournee mit 260 Shows. Zudem war Michael Jackson bekannt dafür, dass er bereits sehr fortgeschrittene Projekte absagte. Auch betreffend die Konzerteinnahmen seien die Annahmen der Jackson Seite nicht realistisch. So hatte zB. die bis heute bestverkaufte Tournee aller Zeiten — die “360″ Tour von U2 — insgesamt USD 736 Mio. eingebracht. Die U2 Bandmitglieder hatten jedoch nach Abzug der Kosten für die Austragungsorte und der hohen Produktionskosten nur einen Bruchteil davon für sich behalten können.

    Briggs hatte u.a. den sogenannten “Q Score” von Michael Jackson sowie den Trend seiner Albumverkäufe angeschaut und dazu berichtet.
    Mit Hilfe des “Q Score” entscheiden Unternehmen, welche Prominenten aufgrund deren Beliebtheit am besten für ihre Produkte geeignet sind.
    1993, so Briggs, entsprach Michael Jacksons “Q Score” demjenigen eines durchschnittlichen männlichen Musical Performers. Dh. einer von zwei Befragten sagte, dass er Michael Jackson möge. Michael Jacksons “Q Score” verschlechterte sich dann jedoch im Verlaufe der nächsten paar Jahre. Im 2006, ein Jahr nach dem Freispruch im Kindesmisshandlungsprozess, sagten pro einer Person, die Michael Jackson mochte, mehr als 7 Personen, dass sie MJ nicht mochten.
    Unternehmen wären sehr zurückhaltend und besorgt, jemanden mit einem solch negativen Beliebtheitswert mit ihren Produkten in Verbindung bringen zu lassen.

    Diese Aussage und der Umstand, dass sie AEG Lives Fall unterstützen soll, ist von daher interessant, wenn man bedenkt, dass die AEG Live Top Leute, wie bekannt, im 2009 sehr enthusiastisch waren, als die Tickets für Michaels “This Is It” Konzerte in Rekordzeit ausverkauft waren und bereits genügend Interessenten vorhanden waren, um weitere Shows auszuverkaufen.
    Sie waren also damals sehr stolz und zufrieden damit, ihren Namen erfolgreich und zu ihren Gunsten mit Michael Jackson in Verbindung zu bringen.

    CNN berichtete übrigens, dass AEG Live ihrem Expertenzeugen Eric Briggs über USD 700’000 bezahlt hatte für seine Aussage bzw. die Vorbereitung dazu.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com, nydailynews.com
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    Am Dienstag hatte Brian Panish, Anwalt der Jacksons, die Gelegenheit, AEG Lives Expertenzeugen Eric Briggs, der am Montag ausgesagt hatte, ins Kreuzverhör zu nehmen.

    Briggs hatte unter anderem ausgesagt, dass ein Aspekt, weshalb Michael Jackson Schwierigkeiten mit eventuellen Sponsoren gehabt hätte, sein geschätzter Schuldenberg von USD 400 Mio. zum Zeitpunkt seines Todes war.
    Panish fragte den Zeugen daraufhin, ob er in Betracht zog, dass das Vermögen, sprich die Aktiva, von Michael Jackson, insbesondere der Sony-ATV Katalog, grösser als seine Schulden gewesen waren. Briggs kam dabei ins Stottern und sagte, dass er wegen einer Geheimhaltungsvereinbarung ungern über Michael Jacksons Vermögenswerte sprechen möchte.
    Beim Nachhaken gestand Briggs ein, dass er zu einem früheren Zeitpunkt für den Jackson Estate als Berater tätig war, um den Wert des Musikkatalogs zu analysieren. Er hatte damals mit der Nachlassverwaltung eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet, die ihm untersagte, den Musikkatalog mit Dritten zu besprechen. Sein Firma hatte jedoch vor dem Prozess von Jeryll Cohen, einer Anwältin des Jackson Estates, die Erlaubnis ersucht und erhalten, dass er in Rahmen dieses Prozesses als Experte für AEG Live agieren und aussagen dürfe.
    Briggs sagte auch, dass AEG Live sich des potentiellen Interessenskonfliktes bewusst war, bevor sie ihn angestellt hatten und dass sie kein Problem damit hatten.

    Ein Pressesprecher für den Michael Jackson Estate sagte im Anschluss daran, dass ihm nicht bekannt war, was die Umstände oder Gründe waren, weshalb der Estate eine solche Erlaubnis im Sinne einer Verzichtserklärung in Bezug auf jeglichen potentiellen Interessenskonflikt genehmigen würde, der gegen die Interessen der Nachlassbegünstigten (Michaels Mutter und seine drei Kinder) sein könnte.

    Schon wieder ein Interessenskonflikt. Immer wieder kommen Interessenskonflikte (explizit oder implizit) sowohl während des Prozesses als auch bereits während der letzten Monate vor Michaels Tod auf. Das vermittelt einem wahrlich kein gutes Gefühl. Werden wir jemals Klarheit haben bzw. die Wahrheit erfahren? Und wenn wir schon dabei sind: was ist eigentlich los mit Frank DiLeos Computer/E-Mails und Mobile Phone? Wo sind diese Daten und weshalb wurden sie trotz Gerichtsbefehl (noch) nicht ausgehändigt? Hier teammichaeljackson.com/archives/8910 der letzte, uns bekannte Stand in dieser Sache. Und auch hier gilt wieder: mehr neue Fragen als klärende Antworten.


    Quellen: jackson.ch, cnn.com, teammichaeljackson.ch
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  • 2. August 2013

    Wie gestern berichtet, gab es am Dienstag im Gericht einen merkwürdigen Moment, als der AEG Experte Eric Briggs beim Kreuzverhör durch Jackson Anwalt Brian Panish eingestand, dass er im 2010 für den Jackson Estate tätig war und damals eine Geheimhaltungsvereinbarung betreffend den Sony-ATV Katalog, für dessen (steuerliche) Bewertung er angestellt wurde, unterzeichnet hatte. Gestern ging das Verwirrungsspiel in dieser Sache weiter.

    Briggs hatte ja am Dienstag gesagt, dass er bzw. seine Firma, FTI Consultants, einen sog. Waiver von Jeryll Cohen, einer Anwältin des Jackson Estate erhalten hatte, dh. ihm vom Jackson Estate die Erlaubnis erteilt worden war, für diesen Prozess als Expertenzeuge für AEG und somit gegen die Jackson Erben auszusagen. Ein Pressesprecher der Jacksons hatte daraufhin gesagt, dass ihm nicht bekannt sei, was die Gründe oder Umstände für eine solche Erlaubnis waren, die gegen die Interessen der Jackson Erben sein könnte.

    Howard Weitzman, einer der Anwälte für den Michael Jackson Estate, hatte daraufhin folgende E-Mail geschrieben, die gestern vor Gericht vorgelesen wurde: “Niemand vom Estate oder irgendwelche Anwälte haben den potentiellen Konflikt für FTI oder Herrn Briggs autorisiert oder abbedingt.” Dh. der Jackson Estate hatte Briggs scheinbar niemals die Erlaubnis gegeben, AEG Live im Prozess gegen die Jackson Familie zu helfen.

    Wie aussagekräftig und glaubwürdig werden die Geschworenen nun Briggs Meinungen und Einschätzungen beurteilen? Und was ist nun hinter der Aussage von Briggs, dass er bzw. seine Firma die Erlaubnis von Jeryll Cohen, die angeblich eine Anwältin für den Estate sein soll, erhalten haben soll? Was meint denn diese Jeryll Cohen zu dieser ganzen Angelegenheit?

    Wie dem auch sei. Die Richterin ordnetet Briggs auf jeden Fall an, Panishs Fragen betreffend des Sony-ATV Katalogs zu beantworten. Obwohl Briggs Jacksons Interesse am Katalog zum Zeitpunkt seines Todes gleich hoch einschätzte wie seine Schulden, nämlich bei USD 400 Mio., räumte der Zeuge nun ein, dass die IRS (die U.S. amerikanische Steuerbehörde) diese Einschätzung als zu tief bewertete und ein von der IRS beauftragter unabhängiger Analyst zum Schluss kam, dass der Katalog zum Zeitpunkt von Michael Jacksons Tod bis zu USD 300 Mio. mehr Wert hatte. Dies beweise, so Panish, dass Michael Jackson zum Zeitpunkt seines Todes entgegen der Aussage von Eric Briggs nicht bankrott war.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com
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  • 5. August 2013

    Seit Donnerstag wurde Michaels frühere Chef-Bodyguard Michael LePerruque von AEG im Zeugenstand befragt. Michael habe nicht schlafen können, da er ständig Melodien in seinem Kopf gehört habe. Und er habe an Rückenproblemen gelitten. Obwohl AEG erhoffte, von LaPerruque vernichtende Aussagen zu hören, sprach dieser meistens in den höchsten Tönen von seinem früheren Chef. Abgesehen von einigen Zwischenfällen wie etwa, als er Michael reanimieren musste. LaPerruque ging am Donnerstag Abend auf Katherine Jackson zu, um sie zu umarmen.

    Nach 22 Jahren im Dienst vom Los Angeles County Sheriff’s Departement, wurde Michael LaPerruque im Jahr 2001 als Chef von Michael Jacksons Bodyguard Reise-Team angestellt. Der ehemalige Polizist arbeitete bis ins Jahr 2004 für den King of Pop. Und einige Monate Ende 2007.

    Er sei 20 bis 30 Mal von Michael Mitten in der Nacht angerufen worden, berichtete LaPerruque bezüglich eigenartigen Vorfällen während seiner Anstellung Anfang Jahrtausend. „Seine Aussprache war jeweils sehr undeutlich. Da war viel Gemurmel und ich konnte nicht verstehen, was er sagte“, so Michael LaPerruque. In den meisten dieser Nächte habe er Michaels Zimmer aufgesucht um nachzusehen, ob es ihm gut geht. Michael habe betäubt gewirkt. „Ich denke er war einfach einsam und wollte jemanden haben, mit dem er sprechen konnte.“ Im Kreuzverhör mit der Anwältin der Jacksons, Deborah Chang, sagte LaPerruque, dass Michaels Zustand mit einer Person überein stimmte, die Alkohol getrunken und Beruhigungsmittel zum Schlafen genommen hatte.

    Michael LaPerruque glaubt nicht, dass Michael süchtig war. „Ich kann nicht sagen, dass er davon abhängig war.“ Manchmal habe er leere Weinflaschen von den Hotel Minibars bemerkt, aber er sah nie irgendwelche Drogen oder sah Michael Medikamente nehmen. Zu seiner Polizeiausbildung habe gehört, herauszufinden, wann Jemand unter dem Einfluss von Drogen stand.

    Zeuge eines erschreckenden Zwischenfalls wurde LaPerruque am Anfang seiner Anstellung. Es müsse im Jahr 2001 oder 2002 in einer Suite des Disney World Hotels in Orlando gewesen sein, als die damals erst etwa 3 bis 4 Jahre alten Kinder Prince und Paris den Notruf gewählt hatten und ihm, Perruque, weinend berichteten, dass sie ihren Vater nicht aufwecken könnten. Der kollabierte Michael kam erst wieder zu sich, als Michael LaPerruque Mund zu Mund Beatmung an ihm ausübte und Michael schüttelte. Als die Rettungssanitäter eintrafen, hätten sie jedoch keine Anzeichen von einer Drogenüberdosis festgestellt. „Es war meine Befürchtung, ja, dass er vielleicht eine Überdosis nahm“, so LaPerruque. Doch die Sanitäter sahen an jenem Tag keine weitere medizinische Behandlung als notwendig an und gingen wieder.

    Er habe Michael nie bezüglich seinem Medikamentengebrauch konfrontiert, da dies ihre persönliche Beziehung gefährdet hätte. Es sei ihm wichtiger gewesen, nah an Michael zu sein um ihn beobachten und beschützen zu können. Er sei manchmal in Michaels Zimmer gegangen um sicher zu stellen, ob Michael atme. Oft habe er während Reisen Doktoren vorgefunden, die Michael behandelten. Mit Zweien von diesen sprach über über Michaels Medikamentengebrauch.

    Die zusammenhangslosen, nächtlichen Anrufe hätten nicht während den ganzen drei Jahren im Dienst Michael Jacksons stattgefunden. „Er kämpfte sehr hart, nüchtern zu sein.“ Er habe nicht abhängig von verschriebenen Medikamenten sein wollen. LaPerruque berichtete der Jury von einer Unterhaltung mit seinem Boss, in der ihm dieser sagte, dass er keine Medikamente mehr verwenden möchte. Michael habe sicherstellen wollen, dass er ihn richtig verstanden habe. Er werde den Weg beibehalten und nicht rückfällig werden.

    Als er im Jahr 2007 wieder einige Monate an dessen Seite arbeitete, habe er keine Anzeichen gesehen, dass Michael beeinträchtigt war. Auch als er ihn zwei Wochen vor seinem Tod sah, sei er in guter Verfassung gewesen, nur sehr mager.

    La Perruque merkte schon Anfang Jahrtausend, dass Michael an starken Schlafproblemen litt und Rückenschmerzen hatte. „Er sagte, dass er als Künstler immer eine Harmonie im Kopf hatte, verschiedene Melodien, und er konnte es nicht abschalten“, berichtet LaPerruque von den Gesprächen spät nachts.

    Die Momente, in denen Michael Jackson unter dem Einfluss von Alkohol und Medikamenten schien, seien häufiger geworden, nachdem Martin Bashirs Dokumentation „Living with Michael Jackson“ ausgestrahlt worden sei. Michael sei „sehr niedergeschmettert“ gewesen, da er Bashirs Dokumentation als groben Vertrauensbruch empfand. Die Dokumentation hatte zur Folge, dass Michael in Santa Barbara wegen Kindsmissbrauch angeklagt wurde.

    Michael LaPerruque sagte aus, dass er den Anschuldigungen niemals Glauben schenkte. Falls er Zweifel daran gehabt hätte, so wäre er der erste gewesen, der ihn mit Handschellen gefesselt hätte, so der ex-Polizist. Er habe ihn vollständig unterstützt.

    LaPerruque beschreibt Michael als „sehr Bodenständig“ und sagte, er sei stolz darauf, für ihn gearbeitet zu haben. Obwohl es einige schwierige Zeiten gegeben habe, sei es die meiste Zeit ein Vergnügen gewesen, für MJ zu arbeiten. Ein Problem, das Michael gehabt habe? „Seine Handys zu behalten.“ Michael habe 27 Handys verloren.

    Quelle: jackson.ch, cnn.com, cbsnews.com

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  • 8. August 2013

    Diese Woche wurde die Befragung von Bodyguard LaPerruque fortgesetzt. Anschliessend waren die Vertragsvorbereitungen für die Vereinbarung mit Dr. Murray zentrales Thema. Ebenso der undurchsichtige Manager Thome Thome, von dem sich Michael Jackson mehrmals distanziert hatte, der aber trotzdem weiterhin als dessen Manager agierte. Auch AEG hatte Michaels Anweisungen diesbezüglich ignoriert.

    Am Montag war Michael Jacksons frühere Sicherheitschef und ehemalige Polizist Michael La Perruque zurück im Zeugenstand. Der Jury wurden ein Musikvideo, das 2001 in den Universal Studios gedreht wurde, ein Auftritt im Apollo Theater anlässlich eines demokratischen Spendenevents, und Michaels American Bandstand Auftritt im Jahr 2002 gezeigt. Ebenso Michaels Gastauftritt in „Men In Black 2“. Die Anwälte der Jacksons wollten damit zeigen, dass Michael entgegen der Argumentation von AEG, nach der History Tournee sehr wohl noch einige namhafte Projekte umsetzte und nicht unter Medikamenten stand, oder nicht fähig gewesen wäre, aufzutreten. MJ habe keine ernsthaften Abhängigkeitsprobleme in den Jahren vor 2009 gehabt.

    LaPerruque war bei den erwähnten Auftritten an der Seite des King of Pops. Letzte Woche hatte der Bodyguard ausgesagt, dass er 10 bis 15 Mal, als er an der Seite seines Chefs war, den Eindruck hatte, Michael Jackson stehe unter dem Einfluss von „stimulants“, da seine Aussprache undeutlich war. Weitere 10 bis 15 Mal habe er diesen Eindruck gehabt, als er am Telefon mit Michael sprach.

    AEG zeigte am Montag eine Videoaufzeichnung von einem AEG Finanzberater, der sagte, er habe AEG beim Vorbereiten des Vertrages mit Dr. Conrad Murray geholfen. Der Vertrag sei nie vollständig ausgearbeitet worden.

    Vor Gericht sagte die von AEG für den Vertrag mit Murray angestellte Juristin Kathy Jorrie aus, dass ihr der Doktor im Juni 2009 mitgeteilt habe, er schliesse zu Gunsten des This is it Engagements vier Arztniederlassungen, mit denen er pro Monat eine Million Dollar einnehme. Dies, um sein monatliches Gehalt von 150 000 $ zu rechtfertigen. Allerdings deckten Aussagen im Strafprozess gegen Murray auf, dass der Doktor damals nur zwei Kliniken hatte: Eine in Las Vegas, Nevada und eine in Houston, Texas. Ausserdem hatten Polizeiermittler zu Beginn des aktuellen Zivilprozesses ausgesagt, dass Dr. Murray zum Zeitpunkt seiner Anstellung über eine Million Schulden hatte.

    Kathy Jorrie sagte am Dienstag, Conrad Murray habe eine CPR Maschine und einen Mediziner als Assistent gefordert. Sie habe, als sie im Juni von AEG mit der Vertragserstellung beauftragt wurde, zweimal mit dem Doktor telefoniert und es resultierten drei Entwürfe des Vertrages, den Murray letztendlich unterschrieben hatte. AEG sagt, es sei Michael Jackson gewesen, der Murray angestellt habe, und, dass die beabsichtigten Lohnzahlungen an Murray nur Vorauszahlungen an MJ gewesen wären.

    Jorrie habe am 18. Juni erstmals mit Murray telefoniert, nachdem er den Namen seiner Firma auf dem Vertrag ergänzt haben wollte und die Möglichkeit, einen „Krankenpfleger“ beizuziehen, in einen „qualifizierten medizinischen Assistent“, ändern wollte. Murray habe auf die Flexibilität bestanden, sollte es ihm selbst einmal nicht gut gehen oder er für die Betreuung Michael Jacksons nicht verfügbar sein sollte. Die Herz-Lungen-Reanimationsmaschine habe er für alle Fälle haben wollen, da er angesichts der kräftezehrenden This is it Konzerte kein Risiko eingehen wollte. Murray verneinte aber, dass, falls in der 02 Arena eine CPR Maschine bereit stünde, ihm das reichen würde.

    Bezüglich Background-Check habe sie herausgefunden, dass Murrays Firma in Nevada ansässig sei und er in vier Bundesstaaten eine medizinische Zulassung hatte, so Kathy Jorrie. Sie habe auch 10 Minuten nach dem Doktor gegoogelt. Im Kreuzverhör mit dem Jacksons Anwalt Brian Panish, gestand sie, dass sie Murray besser überprüfen hätte können, etwa ob Murrays Anwesen mit einer verfallenen Hypothek belastet war, oder er Kinder-Unterhaltszahlungen leisten musste. Sie habe nicht herausgefunden, dass Murray schwer verschuldet war.

    Nachdem Murray am 23. Juni die Zeitspanne des Vertrages statt bis im September 2009 bis März 2010 geändert haben wollte (und gesagt habe, MJ hätte zugestimmt, seinen Lohn in dieser zusätzlichen Zeitspanne zu bezahlen), habe sie ihm den angepassten Vertrag via Mail zukommen lassen. Einen Tag später, am 24. Juni, habe Murray den Vertrag unterschrieben zurück gefaxt.

    Kathy Jorrie sagte aus, dass sie nie direkt mit Michael Jackson oder seinen Repräsentanten sprach und ihnen keine der Vertragsversionen zukommen liess. Diese wurden nur an AEG gesendet, so Jorries Aussage am Mittwoch. Jede Version beinhaltete den Satz, dass Murray „die zumutbaren Wünsche des Produzenten“, AEG, auszuführen habe.

    Auch der mysteriöse Dr. Thome Thome war am Mittwoch erneut Thema im Gerichtssaal. Scheinbar wusste niemand, was es mit dessen angeblichen Doktor-Titel auf sich hat. Den Geschworenen wurden Briefe und Mails von Michael Jackson gezeigt, in denen er schrieb, Thome Thome sei nicht sein Repräsentant, obwohl AEG Live agierte, als wäre er Michaels Manager.

    Kathy Jorrie äusserte gegenüber AEG Live schon im Janaur 2009 in einem E-Mail Bedenken bzgl. Thome Thome.

    “whether or not he is the real McCoy… Nonetheless, I recommend that a background check be performed through a private investigator and/or at a minimum, that someone at AEG Live meet with Michael Jackson to make sure he understands that we are entering into a tour agreement with him that will require him to perform a worldwide tour.”

    Eine Kopie der Mail ging an Peter Lopez, einer von Jacksons Anwälten, der über die Jahre oft für ihn arbeitete. Ein Privatermittler wurde von AEG nie engagiert.

    Am 22. April 2009 hatte Michael Jackson Randy Phillips von AEG geschrieben: “This letter shall serve to confirm that I am not using Dr. Tohme for tour production management services and that I do not intend to use Dr. Tohme in the future for tour production management services or with respect to other event related matters.“

    “Therefore, you are not authorized to pay Dr. Tohme or any of his affiliated companies for any such services in connection with my upcoming tour or any future tours or other events…”

    Kathy Jorrie sagte vor Gericht, sie habe das Schreiben nie zu Gesicht bekommen.

    Seltsamerweise sendete AEG drei Tage nach Michaels Tod, am 28. Juni 2009, ein Dokument an Thome Thome, das geltend machte, der Konzertpromoter habe MJ bis dahin bereits 34 Millionen vorgeschossen. Das Dokument war von Kathy Jorrie und dem Leiter der AEG Rechtsabteilung, Shwan Trell, verfasst worden. Das von Thome Thome unterschriebene Dokument weist ihn als Direktor von „Michael Jackson Co. LLP“ aus, der im Namen der Firma handeln könne.

    Dies widerspricht einer Mail von einem Anwalt Michael Jacksons, Dennis Hawk, an Kathy Jorrie, in dem dieser am 14. Januar 2009 mitteilte, dass Michael Jackson der alleinige Direktor und Unterschriftenberechtigte von „Michael Jackson Co. LLP“ sei.

    Die Juristin Kathy Jorrie erklärte den allfälligen Fehler damit, dass der AEG Geschäftsführer Paul Gongaware ihr eventuell mitgeteilt habe, Thome Thome sei ein bevollmächtigter Direktor der Firma Michael Jacksons.

    Quelle: jackson.ch, latimes.com, losangeles.cbslocal.com, abclocal.go.com, cnn.com

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  • 11. August 2013

    This is it Direktor Kenny Ortega wurde zurück in den Zeugenstand gerufen. Und erhielt von der Jury Applaus, als er am Donnerstag den Zeugenstand verliess.

    Die Probe am 13. Juni 2009 war nicht gut – am Tag darauf tauchte Michael Jackson gar nicht auf. Kenny Ortega informierte den stellvertretenden AEG Vorsitzenden, Paul Gongaware, und riet ihm, mehr über Michaels Gesundheitszustand heraus zu finden und mit dessen Doktor Conrad Murray zu sprechen.

    Als Michael dann am 19. Juni wieder zu den Proben auftauchte, schien er „verloren, kalt und ängstlich“, so Ortega. Er werde den Tag nie vergessen. „Ich sah einen Michael der mich beängstigte, einen Michael, der schlotterte und fror.“ Kenny Ortega: „Ich dachte, da ging etwas emotionales vor sich, zutiefst emotional, und etwas physisches ging vor sich. Er schien zerbrechlich.“ Als der Anwalt von AEG Live wissen wollte, ob man hätte sagen können, Michael hatte eine „wirklich starke Grippe“, erwiderte Ortega, das sei „nicht die beste Art, es zu beschreiben.“ Er habe aus Angst, Michael könne sich verletzen, ihm geraten, nicht auf die Bühne zu gehen. Michael willigte ein, den Proben beizuwohnen, während Travis Payne seine Parts tanzte. Michael habe ängstlich und paranoid gewirkt und ihn immer wieder darum gebeten, nicht aufzugeben und ihn nicht zu verlassen. Tatsächlich habe er an dem Tag gefühlt, dass sie die Produktion stoppen sollten. Doch er sei hin und her gerissen gewesen, da er Michaels Herz nicht brechen wollte. In einer Reihe von E-Mails an AEG Führungsleute warnte sie Ortega und riet, dass sie professionelle Hilfe für MJ bräuchten.

    In der Folge wurde er am 20. Juni zu einem Meeting mit Randy Phillips, Dr. Conrad Murray und Michael Jackson in dessen Villa aufgeboten. Murray habe ihn wütend konfrontiert, er habe kein Recht, Michael nicht proben zu lassen und dass Michael physisch und emotional fähig sei, all seine Verantwortungen als Künstler wahrzunehmen, Er soll sich auf seine Job als Direktor konzentrieren und kein Amateur-Arzt oder Psychologe sein, sondern das ihm, Murray, überlassen. Randy Phillips habe den Worten Murrays schweigend zugehört, so Ortegas Aussage.

    Als Michael am 23. und 24. Juni wieder zu den Proben erschien, sei „ein anderer Michael“ aufgetaucht, der gesund, bereit und glücklich schien. „Ich fühlte, dass wir zurück auf Kurs waren und war dankbar und überzeugt, dass wir nun in einem neuen Kapitel waren“, sagte Kenny Ortega. Jacksons Anwalt Brian Panish wollte wissen, wie er sich die Verwandlung erkläre. „Möglicherweise eine Menge Ruhe. Er schien ausgeruht, kräftiger.“ Ortega nimmt an, dass Schlaf eine Rolle spielte. „Er schaute einfach ausgeruht aus. Tiefer Schlaf, echter Schlaf.“

    Murray hatte Ermittlern mitgeteilt, dass er in den beiden Nächten vor Michaels Tod am 25. Juni kein Propofol verabreicht hatte. Dies, nachdem er ihm 60 Tage lang das Narkosemittel injizierte. Vor einigen Wochen sagte ein Schlafexperte für die Jacksons-Seite aus und sagte, dass, wenn jemand Propofol verabreicht bekommt, dieser in keinen echten Tiefschlaf fällt, der zu einem normalen, gesunden Schlaf gehört und lebenswichtig sei.

    AEG Anwalt Marvin Putnam wollte von Kenny Ortega wissen, ob Michael Jackson damals verantwortlich für seine Gesundheit war. „Ich denke nicht, dass er allzu verantwortlich war, aber es war seine Verantwortung meiner Meinung nach“, so Ortega. „Ich wollte mich um ihn kümmern, man möchte sich immer um jemanden kümmern, wenn es diesem nicht gut geht, aber du kannst nicht für sie verantwortlich sein.“

    Als später Brian Panish Ortega befragte, wollte er von ihm wissen: „Würden Sie erwarten, ein verantwortungsvoller Konzertpromoter und Produzent überprüft jeden, den sie anstellen, ob er geeignet und kompetent ist?“ „Ja“, antwortete Ortega. Panish: „Überprüfen um sicherzustellen, dass sie keinen Konflikt haben?“ – „Ja“ – Panish: „Es wäre verantwortungslos, das nicht zu tun?“ Kenny Ortega antwortete erneut mit “Ja.”



    Quelle: jackson.ch, cnn.com

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  • 13. August 2013

    Am Freitag vergangener Woche wurde der Jury Randy Jacksons eidesstattliche Zeugeneinvernahme gezeigt, die vor dem Prozess auf Video aufgenommen wurde. Die Familie habe seit den 90er Jahren aus Sorge über Michaels Medikamentengebrauch zehn Interventionen versucht. Im Jahr 2005 wurde Randy in Beverly Hills Zeuge einer Beinahe-Überdosis.

    Randy sagte, dass im Jahr 2005, während dem Prozess in Santa Barbara, das Kindermädchen Grace Rwaramba ein verschreibungspflichtiges Medikamentenpflaster an Michaels Körper anbrachte. Deswegen habe Michael dann „unter dem Einfluss“ in ein Spital gebracht werden müssen, zum Zeitpunkt, als er eigentlich vor Gericht hätte sein müssen.

    Randy arbeitete damals als General-Manager für seinen älteren Bruder.

    Der Vorfall dann, der eventuell gefährlich nah an einer Überdosis war, fand nach Michaels Freispruch statt. Randy erhielt ein Telefonat von Grace Rwaramba, die ihm in Panik mitteilte, dass Michael zu viel eines mit ihrem Namen besorgten Medikamentes genommen hatte. Sein Bruder sei verpeilt gewesen und habe undeutlich gesprochen. Michaels Kinder und Gäste waren während dessen im Innern der Residenz. Michael lebte nach dem Freispruch in einem Haus in Beverly Hills mit dem Namen „Shadow Wood“.

    „Er stand zweifellos unter dem Einfluss von etwas, was seine normale Funktionsfährigkeit veränderte“, sagte Randy Jackson. Er habe dann alle Medikamente, die er finden konnte, eingesammelt und war unten im Haus, um etwas zu essen, als er vernahm, dass Michael kollabiert sei. Randy sagte, er habe ihn vom Boden aufgelesen, in ein Bett gelegt und sei um den Ecken gerannt, um einen Doktor zu organisieren. Dieser habe dann Michael etwas verabreicht, um die Wirkung der Medikamente abzuschwächen und habe angewiesen, nicht von Michaels Seite zu weichen und bei ihm zu schlafen, um eingreifen zu können, falls er erbreche. Randy sagt, er sei über Grace Rwaramba verärgert gewesen, da sie Medikamente für Michael besorgte und er das ausbaden musste.

    Randy erwähnte nicht weniger als zehn Interventionsversuche der Familie, begonnen in Taiwan während einer Tournee (wohl Dangerous Tour 1993), in einem New Yorker Hotel im Jahr 2000, etwa fünf oder vier Überraschungsbesuche in Neverland zwischen 2000 und 2004, und ein Versuch in Las Vegas, nach dem zermürbenden Missbrauchsprozess.

    Randy sagt, dass fast immer ein Anruf von Grace Rwaramba vorangegangen sei, wenn er eingreifen wollte. „Wann immer sie in der Nähe war, war er benommen.“ Später habe er Rwaramba gefeuert, dies, nachdem er sie in einer Apotheke antraf, in der sie für Michael rezeptpflichtige Medikamente besorgte.

    Michael habe jeweils abgelehnt in eine Rehabilitationsklinik zu gehen und seiner Familie gesagt, es gehe ihm gut. Er habe das Eingreifen der Familie nicht gemocht. Doch Randy war sich sicher, dass sein Bruder ein Problem hatte. Er teilte seine Befürchtungen, Michael könnte abhängig sein, in einem Schreiben an seine Geschwister und Eltern und forderte sie auf, etwas zu tun. „Ich stellte sicher, dass jeder es wusste. Ich würde sagen er hat – er war ein Abhängiger, und an diesem Punkt sind Abhängige sind nicht allzu verantwortlich dafür, was sie tun.“

    Bei den Interventionen seien meistens Rebbie und Janet dabei gewesen, ebenso Tito, Marlon und sein Vater Joe Jackson. Ihre Mutter Katherine sei nur ein- oder zweimal dabei gewesen.

    Michael habe sich isoliert und die Familie auf Abstand gehalten. “Michael wollte nicht zu oft um die Familie sein, weil er nicht wollte, dass sie ihn so sehen“, sagt Randy. „Er hat sich vor mir versteckt.“ Einmal hätten er und Janet professionelle Suchtspezialisten hinzugezogen.

    „Ich fürchtete mich nicht, nein zu ihm zu sagen“, so Randy. Michael sei sogar tätlich geworden. Mit einem Lächeln fügte er hinzu, dass ihm sein Bruder nichts anhaben konnte, da Michael nur so um die 90 Pfund wog.

    Früher pflegten die Randy und Michael ein enges Verhältnis – bis in die Jacksons Jahre. Michael und Randy schrieben einige von dessen stärksten Songs wie Shake Your Body, Lovely One oder That`s What You Get (for being polite).

    Auf die Frage, ob seine Mutter Katherine auch glaubte, Michael habe ein Problem, sagte Randy, sie habe das verdrängt. „Sie wollte es nicht glauben“, so Randy in der vor Prozessstart aufgenommenen eidesstattlichen Befragung. Michael habe ausserdem gewusst, wie er sie besänftigen konnte.

    Von Propofol hatte Randy bis nach dem 25. Juni noch nie gehört. Er habe in den Fünf Jahren vor Michaels Tod kaum mit ihm gesprochen.

    Als er und sein Vater Joe einige Wochen vor dem tragischen 25. Juni eingreifen wollten, wurde ihnen von den Sicherheitsleuten der Zutritt zu Michaels Villa in Los Angeles verwehrt. Sie hätten gehört, dass er nicht gut ausschaue. „Da war eine Medikamenten-Problem“, sagt Randy Jackson. „Er ass nicht. Alle diese Dinge geschahen zur selben Zeit, und sie wissen, eine Menge Druck.“

    Die Anwälte von Katherine Jackson und Michaels Kinder bestreiten nicht, dass Michael Probleme mit verschreibungspflichtigen Medikamenten hatte, doch es habe auch lange Zeigen gegeben, in denen Michael keine Medikamente nahm. Der Medikamenten-Gebrauch sei auf die Kopfhaut-Verbrennungen des Pepsi Unfalles 1984 und auf einige Unfälle auf der Bühne zurück zu führen.

    Auch Randy gab in seiner Aussage zu Protokoll, dass er Michael zu einem Zeitpunkt von den Medikamenten wegbringen konnte. Doch er habe wieder damit angefangen, bevor der Kindsmissbrauchprozess in Santa Maria losging. Obwohl die Vorwürfe ungeheuerlich waren, denen Michael ausgesetzt war, und sein Privatleben nun für die ganze Öffentlichkeit zugänglich ausgebreitet wurde, wusste Randy, dass Michaels tägliche Präsenz im Gerichtssaal wichtig und Pflicht war. So habe er ihre ältere Schwester Rebbie gebeten, Michael nahe zu sein und ihn gut im Auge zu behalten, „da ich ihn jeden Tag in diesem Gerichtssaal haben, und er das durchstehen musste.“ Der Vorfall, als Michael in ein Spital musste sie gewesen, „da Michael nicht vor Gericht gehen wollte.“ Er habe ihn im Spital richtig überreden müssen, damit er schliesslich doch noch ging und sich auch an jenem Tag den Vorwürfen stellte. Die Medien vermuten, dass die Rede vom berühmten Pijama-Tag war.

    Obwohl Randy Jackson von den AEG Anwälten mehrere Stunden befragt wurde, zeigten diese der Jury nur etwa eine Stunde seiner Aussagen, in denen es mehrheitlich um Medikamente ging.

    Quelle: jackson.ch, nydailynews.com, abclocal.go.com, cnn.com, belfasttelegraph.co.uk
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    "When people's minds are clouded by anger or hatred, no angel can reach them". ~Michael Jackson~
  • 18. August 2013

    Am Donnerstag kehrte Debbie Rowe, Michaels ex-Frau in den Zeugenstand zurück. Dabei ging es u.a. um Paris Jackson, ihre mit Michael gemeinsame Tochter, sowie Michaels niedrige Schmerztoleranz und seine Ärzte.

    Debbie sagte, dass sie Paris näher stehe als ihrem Sohn Prince und dass sie oft miteinander telefonieren oder sich texten. Als sie gefragt wurde, wie sich Michaels frühzeitiger Tod auf Paris ausgewirkt habe, sagte Debbie: “Ihr Vater ist tot. Ich habe fast meine Tochter verloren. Sie ist am Boden zerstört,” weinte Rowe im Zeugenstand. “Sie hat versucht, sich das Leben zu nehmen… Sie hat das Gefühl, sie habe kein Leben mehr”, so Rowe. Paris wird zur Zeit noch immer in der Klinik behandelt als Auswirkung ihres Selbstmordversuches Anfang Juni.

    Am Mittwoch drehte sich Debbies Befragung durch AEG Anwalt Marvin Putnam um die rezeptpflichtigen Medikamente im Zusammenhang mit der Kopfhautoperation nach dem Unfall beim Pepsi-Dreh sowie zwei Momente auf Tour in Deutschland, als Ärzte Michael mit Propofol behandelten, um seine Schlafprobleme zu lösen. Die ersten Aussagen am Donnerstag waren im Zusammenhang mit Michael Jacksons Hautproblemen, inkl. der Weissfleckenkrankheit Vitiligo. “Alle sagten, er bleiche seine Haut, aber das stimmte nicht”, so Rowe. Viele der Besuche bei Dr. Arnold Klein, wo Debbie Rowe 18 Jahre lang als medizinische Assistentin gearbeitet hatte, waren im Zusammenhang mit der Behandlung von Vitiligo. Michael machte sich Sorgen, “dass die Leute seine Krankheit oder die Entstellung sehen würden,” so Debbie. Debbie Rowe erwähnte zudem, dass Michael Jackson an Diskoiden Lupus erythematodes (Hautlupus) litt, die sein Hautgewebe erweichte, v.a. an der Kopfhaut.

    Wie am Mittwoch bereits erwähnt, ging es bei Debbie Rowes Aussage auch um die Behandlung von Michaels Schlafproblemen mittels Propofol durch zwei deutsche Ärzte, zweimal während der HIStory Tour in München. Dr. Allen Metzger, der damalige Hausarzt von Michael Jackson, hatte dies arrangiert, nachdem Michael sich über akute Schlafprobleme beklagt hatte und die ordentlichen Schlafmedikamente auch keine Wirkung gezeigt hatten. “Ich glaube, sie hatten es versucht, und es hatte nicht funktioniert, und wenn er nicht schlafen konnte, konnte er auch nicht performen”, so Debbie. Michael Jackson “war am Ende seiner Kräfte; er wusste nicht, was er sonst tun sollte.” Nach acht Stunden unter dem Einfluss des “schlaffördernden” Mittels Propofol habe er sich besser gefühlt und so entschied er, sich nach dem zweiten Auftritt in München noch einmal einer Propofolbehandlung zu unterziehen. CNN erinnerte daran, dass Dr. Metzger beim Prozess gegen Conrad Murray ausgesagt hatte, dass er bei Propofolbehandlungen für Michael Jackson nie involviert gewesen war und er sich erst viel später über Propofol bewusst wurde.

    Was ihre frühere Aussage anbelangte, dass Michael Jackson auch in Frankreich während der HIStory Tour Propofol verabreicht wurde, angelangt, so hatte sie dies diese Woche berichtig bzw. widerrufen.

    1993 wurde Michael Jackson wegen seiner Verbrennung infolge des Pepsi-Drehunfalls 1984 operiert. Seine Ärzte waren nicht im Stande, seine Schmerzen unter Kontrolle zu halten bzw. zu beseitigen und zwei Ärzte hatten sich damals konkurrenziert, wer ihm das bessere Medikament verabreichen konnte, so Debbie Rowe. Debbie hielt fest, dass Michael eine sehr niedrige Schmerztoleranz hatte “und seine Angst vor Schmerzen war unglaublich. Und ich glaube, die Ärzte hatten dies ausgenutzt”.

    Debbie Rowe sagte auch aus, dass viele der Ärzte, die Michael behandelten, “Idioten” waren, einschliesslich Dr. Arnold Klein, für den sie von 1979 bis 1996 gearbeitet hatte. “Michael hatte einen riesigen Respekt vor Ärzten, dass sie zur Schule gegangen waren, studiert hatten… um keinem zu schaden”, so Debbie Rowe. “Leider entschieden einige dieser Ärzte, dass wenn Michael Schmerzen hatte oder so, sie versuchen würden, sich gegenseitig zu überbieten, wer ihm das bessere Medikament geben könnte, und er hörte auf diese Ärzte” und vertraute ihnen.

    Dr. Metzger hatte einen Plan aufgestellt, Michael Jackson dabei zu helfen, vom Schmerzmittel Demerol loszukommen, das er erstmals wegen seiner Schmerzen an der Kopfhaut 1984 erhalten hatte. Aus dem Plan wurde jedoch nichts, als Michael Jackson mit der “Dangerous” Tour weiterfuhr, so Debbie Rowe. Nach sechs Wochen, als die Tour im Herbst 1993 Mexico City erreicht hatte, war Michael Jackson, wie uns bereits ausreichend bekannt ist, in einem miserablen Zustand. “Er war deprimiert” (dies war die Zeit, als Michael Jackson des sexuellen Missbrauchs an Jodie Chandler bezichtigt wurde). “Er hatte irgendwas genommen. Ich weiss nicht was oder woher er es hatte”. Nachdem sie drei Tage lang diskutiert und gestritten hatten, sagte Debbie Rowe, dass sie Michael Jackson davon überzeugen konnte, seine Tour frühzeitig zu beenden und sich zwecks Medikamentenentzug in eine Klinik einzuweisen zu lassen. “Du musst dich dem stellen, was da abgeht und dann schaffen wir das”, so Debbie zu Michael. Debbie Rowe sagte, dass Michael Jacksons Medikamentengebrauch kein Geheimnis war unter den Leuten der “Dangerous” Tour Produktion. AEG Lives Co-CEO Paul Gongaware, zur Erinnerung, war damals Tourmanager.

    Debbie Rowe sagte auch aus, dass der plastische Chirurg, Dr. Steven Hoefflin, in zwei Fällen ein Prozedur vorgetäuscht hatte. Michael Jackson hatte sich über schmerzhafte Narben an seiner Nase beklagt und war zu Dr. Hoefflin gegangen, damit dieser ihm Kollagen spritzen konnte. Hoefflin hatte Michael gesagt, dass er die Prozeduren vorgenommen hatte, obwohl dies nicht stimmte. “Er hatte Michael unter Narkose gestellt und hatte nichts gemacht, ausser ihn bandagiert, wie wenn er ihn behandelt hätte”, so Debbie Rowe. Dr. Hoefflin hatte ihr damals gesagt, er habe dies gemacht, weil er die Narben, von denen Michael dachte, dass sie da waren, nicht finden konnte.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com, latimes.com

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  • 22. August 2013
    Nach Michael Jacksons ex-Frau Debbie Rowe war Dr. Gary Green an der Reihe. Dr. Green trat als Expertenzeuge für AEG Live auf; er ist Arzt für das Sportteam der Pepperdine University. Mit Dr. Greens Aussage bezweckte AEG Live, die Aussage von Dr. Gordon Matheson, einem Expertenzeugen für die Jackson Seite (siehe hier für Mathesons Aussage am 24. Juni), anzufechten. Dr. Greens hatte vor seinem Auftritt die Aussagen und Beweise der vergangenen 16 Wochen durchgelesen.

    “Ich stimme Dr. Matheson überhaupt nicht zu”, so Green. Es habe keinen Interessenskonflikt gegeben, so Green, da es in Conrad Murrays Interesse lag, dass Michael Jackson gesund bliebe, damit er weiterhin seinen Job machen konnte. Was die E-Mail von co-CEO Paul Gongaware an Kenny Ortega betrifft, in der ersterer schrieb, dass sie (dh. AEG) Murray daran erinnern möchten, dass AEG und nicht Michael Jackson Murrays Gehalt bezahlen und dass sie ihn auch daran erinnern wollen, was von ihm erwartet würde, meinte Green, dass er keinen Beweis dafür fand, dass diese Nachricht jemals an Conrad Murrray kommunziert wurde und er daher glaube, dass sie “keinen Einfluss” hatte.
    Ferner berief sich Green auf vorherige Aussagen, aus denen herausging, dass Conrad Murray sich gegen jederlei Einmischung durch AEG gewehrt hatte. Einmal hatte Murray AEG sogar gesagt, sie sollen sich um ihren eigenen Kram kümmern und sie sollen Michael Jacksons Gesundheit ihm überlassen. Zudem habe Murray Michael Jackson einmal sogar davon abgehalten, zu den Proben zu gehen, was in Widerspruch zu AEGs Absicht gestanden hatte, so Green.
    Quellen: jackson.ch, cnn.com

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  • 23. August 2013
    Am Mittwoch hat Jeffrey Adams, der für die Sicherheit an Spezialanlässen von Michael Jackson verantwortlich war, vor Gericht ausgesagt bzw. wurde die Videoaufzeichnung seiner eidesstattlichen Aussage den Geschworenen gezeigt.
    Jeffrey hatte Michael Jackson Conrad Murray vorgestellt gehabt. Er war “sicher”, dass Michael und Murray sich zum ersten Mal im Februar 2007 getroffen hatten. Adams sagte, dass eines Tages Bashier Muhammad, ein Security Guard von Michael Jackson, ihn anrief und ihm mitteilte, dass Michaels Kinder krank waren, er sie aber nicht ins Spital bringen wollte, weil sie “nicht parat waren oder nichts hatten, das ihre Gesichter bedeckte”, so Adams. Conrad Murray war Adams Hausarzt und hatte auch seinen Vater behandelt. Als Muhammad Adams fragte, ob man dem Arzt vertrauen konnte, sagte letzterer: “Ich sagte, er ist mein Arzt. Er ist mein Freund. Man kann ihm definitiv vertrauen”.
    Innert 10 Minuten rief Adams Murray an und sagte ihm, dass er ihn um einen riesen Gefallen bitten möchte. Er habe einen berühmten Kunden, für den er arbeitete und ob er rüber kommen könnte, um seine Kinder zu untersuchen. Muhammad bat Adams um Murrays Lebenslauf, den Adams ihm aber nicht geben wollte, da es sich um einen persönlichen Gefallen handelte. Am nächsten Tag hatte ihm Muhammad gesagt, dass Conrad Murray Michael Jackson in dessen Las Vegas Residenz besucht hatte und alles in Ordnung war. Auf die Frage hin, wie oft Conrad Murray Michael Jackson oder seine Kinder behandelt hatte, antwortete Adams, dass ihm das nicht bekannt sei.
    Adams sagte aus, dass er Conrad Murray zum ersten Mal in den 1990er Jahren durch einen gemeinsamen Freund getroffen hatte und bis zu Murrays Verurteilung im November 2011 dessen Patient blieb. Als Michael Jackson im Juni 2009 gestorben war, rief Adams Murray an und fragte ihn, ob er ihn brauchte. “Ich sagte ihm, dass er sich um mich und meinen Vater gekümmert hat und dass ich an seiner Seite bleiben würde, bis alles durch war”, so Adams. So kam Adams am folgenden Tag in Südkaliforien an und lebte bis zu Murray Verurteilung mit ihm zusammen, kümmerte sich um dessen Sicherheit und reiste mit ihm an verschiedene Orte in den USA, inklusive Las Vegas und Houston, wo Murray einige Patienten behandelte.
    Die Einzelheiten betreffend Michael Jacksons Tod habe er nie mit Murray besprochen, so Adams.

    Quellen: jackson.ch, latimes.com

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  • 26. August 2013

    Am Mittwoch wurde den Geschworenen auch noch die eidesstattliche Videoaussage von Dr. David Adams, einem Narkosearzt, sowie Dr. Stephen Gordon, einem Schönheitschirurgen gezeigt. Am Ende dieser Meldung sind zudem die Links zu den Protokollen von Debbie Rowes zwei Tagen im Zeugenstand ersichtlich für diejenigen, die es interessiert.

    Dr. Adams hatte Michael Jackson im 2008 im Rahmen von kosmetischen Eingriffen im Zahnbereich viermal Propofol verabreicht gehabt. Conrad Murray hatte, so Adams, im März 2009 ein Treffen mit Michael Jackson und den beiden Ärzten arrangiert, bei dem Michael Jackson Dr. Adams fragte, ob er mit ihnen nach London reisen würde. Nachdem Adams anbot, die Stelle für USD 100’000 pro Monat für eine garantierte Zeitdauer von drei Jahren anzunehmen, hatte er von Conrad Murray nichts mehr gehört.
    Nur wenige Wochen später hatte Murray das Angebot von AEG Live, Michael Jackson für USD 150’000 pro Monat nach London zu begleiten angenommen. Es kam jedoch nie soweit, dass klar wurde, was Dr. Adams Aufgaben sein würden auf der Tour. Dr. Adams hatte ihnen, so sagte er aus, gesagt: “Ich singe nicht und ich kann nicht wirklich tanzen. Was soll ich also tun?” Daraufhin habe Michael ihm gesagt: “Nun, ich entertaine, ich springe herum, ich mache das alles. Von Zeit zu Zeit brauche ich eine Infusion. Sie müssen wir mir einfach dabei helfen, dass ich mich ausruhen kann.”
    Michael Jackson und Conrad Murray wären sehr vage gewesen mit ihrem Äusserungen, aber im Nachhinein habe er dann gewusst, was sie meinten, so Adams. Explizit sei jedoch nie die Rede davon gewesen, dass er Michael Jackson Propofol verabreichen oder seine Schlafprobleme behandeln müsste. Dr. Adams stellte auch klar, dass Michael Jackson nie etwas von ihm verlangt hatte, das medizinisch unangemessen gewesen wäre.

    Dr. Adams hatte in seiner Aussage angedeutet, dass Murray eifersüchtig schien, als Michael Jackson Adams für den Job als Tourarzt anfragte. “Murray hatte ausgesehen, als habe er seinen besten Freund verloren”, als Michael Jackson mit Dr. Adams über die Stelle sprach. “[Murray] war definitiv aufgebracht und verärgert”, so Adams.

    Von Michael Jacksons Tod erfuhr Dr. Adams während einer Operation in Las Vegas. Er schrieb eine Text Message an Murray: “Es tut mir leid zu hören, was passiert ist. Alles Gute”, worauf Murray aber nie geantwortet hatte.

    Am Mittwoch wurde den Zeugen auch die eidesstattliche Videoaussage von Dr. Stephen Gordon, einem Schönheitschirurgen aus Las Vegas, gezeigt. Dieser beschrieb die Beziehung zwischen Conrad Murray und Michael Jackson als “sehr seltsam”. Conrad Murray hatte sich bereits am 14. Mai 2007 als Michael Jacksons Hausarzt und bis zu einem gewissen Grad als dessen Vertreter ausgegeben, als Murray Michael zu einem Besuch bei Dr. Gordon begleitet hatte. Gordon hatte Michael Jackson vier Jahre zuvor bereits einige Male behandelt gehabt, aber nicht in der Gegenwart von Conrad Murray; Murray hatte jedoch einen Cheque in der Höhe von USD 1’300 für die Behandlung ausgestellt gehabt.

    “Die ganze Situation schien sehr seltsam und es machte keinen Sinn und deshalb hatte ich dieser Person nie ganz vertraut. Ich dachte mir, ein erfolgreicher Kardiologe läuft nicht herum und gibt sich als Hausarzt und Vertreter von jemandem aus, so meine Erfahrung”, so Gordon. Gemäss Dr. Gordon machte Michael Jackson den Eindruck, dass er es gewohnt war, den Ärzten zu sagen, was er wollte er und er somit durchaus in der Lage war, allein mit Ärzten zu kommunizieren. So hatte ihn Michael Jackson im 2002 einmal direkt angerufen, als er einen Arzt in Las Vegas suchte, der ihm Kollagen- und Botoxbehandlungen verabreichen könnte. “Zuerst dachte ich, da nimmt mich jemand hoch; einer meiner Freunde habe sich einen Spass mit ihm erlaubt”, so Gordon. Als er aber zurückrief im Hotel, realisierte er, dass es sich um Michael Jackson handelte, der zunächst sein Alias Michael Jefferson angegeben hatte.

    Seit Donnerstag wurde eine mehrtätige Pause im Prozess eingelegt (der Grund ist uns im Moment nicht bekannt). Ende nächste Woche oder Anfang übernächste Woche soll es wieder weitergehen.
    Quellen: jackson.ch, cnn.com, teammichaeljackson.com


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  • 2. September 2013

    Trotz gegenteiliger Aussage ging es letzte Woche mit Zeugenaussagen doch weiter. Zunächst sagte Dr. Petros Levounis, ein Experte für Medikamentensucht, aus. Anschliessend die Krankenschwester Cherilyn Lee, die bereits im Strafprozess gegen Conrad Murray ausgesagt hatte, sowie Dr. Catherine Quinn, eine Zahnärztin.

    AEG Live will bekanntlich die Geschworenen davon überzeugen, dass Michael Jacksons Suchtverhalten geheim und ihnen nicht bekannt war. Die Jackson Anwälte hatten jedoch nie bestritten, dass Michael Jackson ein Medikamtensuchtproblem hatte. Als Michael Jackson während der Dangerous Tour 1993 der Welt mitteilte, dass er unter Medikamentensucht leide und in Rehabilitation gehe, wäre das ja nicht sehr privat gewesen, nicht wahr, fragte Jackson Anwalt Dr. Levounis im Kreuzverhör. In dem Moment war er nicht verschwiegen, so Levounis. Michael Jackson als medikamentensüchtig darzustellen könnte seinem Image unter den Geschworenen zwar schaden, aber die Relevanz für AEG Live in Bezug auf deren mögliche Haftung ist fraglich, da Opiade (Schmerzmittel) im Rahmen von Michael Jacksons Tod gemäss gerichtsmedizinischem Bericht keine Rolle gespielt hatten. Wäre Dr. Levounis übrigens der Meinung gewesen, dass Michael Jackson süchtig nach Propfol gewesen war, hätte die Richterin ihn nicht aussagen lassen.

    Dr. Levounis fand beim Studieren der Unterlagen keinen Beweis dafür, dass Michael Jackson nach Verlassen der Reha-Klinik 1993 bis 2001 bzw. zwischen Juli 2003 und Ende 2008 Schmerzmittel eingenommen hatte. Es komme oft vor, dass Suchtverhalten zwischendurch in Remission ginge, so Levounis.

    Unter Kreuzverhör räumte Dr. Levounis ein, dass er keine Beweise dafür fand, dass Michael Jackson sich mit Beruhingungsmitteln injiziert hatte oder illegale Drogen wie Kokain, Meth oder Heroin genommen habe oder Medikamente dazu missbrauchte, um euphorisch oder high zu werden. Ebenfalls gab es keine Beweise dafür, dass Michael Jackson mehr Schmerzmittel zu sich genommen hatte, als die Ärzte ihm verschrieben hatten.

    Wie bereits einschlägig bekannt war Paul Gongaware, co-CEO von AEG Live, während der Dangerous Tour als Tour Manager tätig. Dr. Levounis gestand entsprechend ein, dass es Beweise dafür gebe, dass Gongaware bereits 15 Jahre vor Michael Jacksons Tod von dessen Suchtverhalten in Bezug auf Schmerzmittel wusste.

    Dr. Levounis sagte zudem aus, dass es gefährlich sei, wenn ein Arzt mit seinem medikamentensüchtigen Patienten zu freundlich wird, was bei Murray der Fall war — eine Aussage, die letztlich der Jackson Seite hilfreich sein könnte. “Eine sehr enge Freundschaft zwischen einem medikamentensüchtigen Patienten und einem Arzt ist problematisch. Es macht es für den Patienten einfacher nach Medikamenten zu fragen und es macht es dem Arzt schwieriger nicht nachzugeben”, so Dr. Levounis.

    Als nächstes war die Krankenschwester Cherilyn Lee dran. Bevor Murray Michael Jackson Propofolinfusionen verabreichte, behandelte Lee Michaels Schlaflosigkeit mit einem intravenösen Vitamincocktail. Lee begann am 1. Februar 2009 mit ihrer Behandlung. “Ich war besorgt, dass [Michael Jackson] Red Bull trank”, so Lee. Während ihres ersten Treffens hatte er mehrere Dosen Red Bull getrunken. “Ich dachte mir, dass seine Müdigkeit damit zusammen hängte”, so Lee. Nachdem Lee Michael Jackson einen Monat lang mit dem Vitamincocktail behandelt hatte, fühlte er sich grossartig und sah gesünder aus, sagte Lee. Er kam aber noch immer nicht auf mehr als fünf Stunden Schlaf pro Nacht und mit den bevorstehenden intensiveren Proben für die Tour sagte Michael Jackson ihr, er brauche “etwas Kleines mehr”, so Lee. Als sie ihm vorschlug, er solle sich an einen Schlafexperten wenden, der sein Schlafverhalten bei Michael zu Hause studieren könne oder dass er weniger Licht oder Musik im Schlafzimmer haben sollte, war Michael nicht dafür offen.

    Als Lee Michael Jackson am 19. April 2009 zu Hause besucht hatte, war er angeblich immer noch auf der Suche nach einem Arzt, der ihm Propofol verabreichen würde. “Er war nicht ganz er selbst. Er schien gestresst oder so. Er sagte, er sei unter grossem Druck, die Proben zum Abschluss zu bringen und er sagte ‘ich brauche meinen Schlaf, so dass ich das schaffe’”, so Lee. Michael Jackson, so Lee, habe sie gebeten, ihm bei Propofolinfusionen behilflich zu sein und ihn nicht mehr nur mit den Vitamincocktails zu versorgen. Da Lee Propofol nicht bekannt war, schaute sie nach, was dies für ein Medikament sei. “Ich erinnere mich, wie ich ihm sagte, dass dies nicht für den Heimgebrauch war… Es war definitiv kein Medikament, um Schlaflosigkeit zu behandeln”, so Lee. Lee las ihre handschriftlichen Notizen von jenem Tag dem Gericht vor: “Ich ging soweit zu sagen, ‘ich verstehe, dass Sie gut schlafen wollen — so richtig weg sein wollen — aber was, wenn Sie nicht mehr aufwachen’. Er sagte ‘Ich werde okay sein. Ich brauche nur jemanden, der mich mit der notwendigen medizinischen Ausrüstung überwacht, während ich schlafe’”. Michael Jackson habe ihr immer wieder gesagt, dass sie es nicht begreife und dass die Ärzte ihm gesagt hatten, dass es sicher sei, solange er überwacht werde. Im Anschluss an diese Aussage brach Lee im Zeugenstand zusammen und weinte: “Ich kann nicht mehr! Ich kann nicht mehr! Es ist so unfair. Mir ist so schlecht.” Die Richterin vertagte die Befragung. AEG Live Anwältin Sabrina Strong eilte zum Zeugenstand, um ihre Zeugin zu beruhigen. Als die Geschworenen draussen waren, wendete sich Jackson Anwalt Brian Panish an die Richterin und sagte, dass dieses Verhalten der Gegenanwältin unangebracht gewesen sei und darauf abzielte, den Geschworenen gegenüber als teilnahmsvoll zu erscheinen. “Angebracht oder unangebracht, es ist passiert”, so die Richterin. Panish verlangte, dass die Richterin die Gegenanwältin vor den Geschworenen rügen sollte. Die Richterin schlug vor, dass Panish seinen Antrag schriftlich einreichen solle und sie sich das dann anschauen werde.

    Letzte Woche ebenfalls ausgesagt hatte Dr. Catherine Quinn, eine Zahnärztin, die sich auf die Verabreichung von Narkosemitteln während zahnärztlichen Behandlungen spezialisiert. Dr. Quinn sagte aus, dass Michael Jackson sie 1998 darum bat, ihm Propofol zu verabreichen. “Er sagte mir, dass er unter Schlafproblemen litt”, so Dr. Quinn. “Ich sagte ihm, dass es nicht angebracht sei, dies mittels eines Narkosemittels zu behandeln. Er solle mit seinem Hausarzt sprechen und ihn fragen, welche Schlafmittel er ihm empfehlen könne. Ich sagte ihm, dass der Schlaf, den er infolge eines Narkosemittels kriegt, kein richtiger Schlaf sei. Es sei kein erholsamer Schlaf. Er sagte mir, dass er nie besser geschlafen hätte [als unter Propofolbehandlung]“, so Dr. Quinn.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com


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  • 7. September 2013
    Diese Woche hatte ein weiterer Expertenzeuge für AEG Live ausgesagt, Dr. Paul Earley. Kurz nachdem AEG Live ihn im 2011 als Berater in Bezug auf Propofolabhängigkeit angestellt hatte, erklärte sich AEG Live bereit, eine wissenschaftliche Recherche von Dr. Earley mit dem Titel “Süchtig nach Propofol: Eine Studie von 22 Behandlungsfällen” zu finanzieren. Dieser Studie wurde im März dieses Jahres publiziert.
    Dr. Earley bestand in seiner Aussage darauf, dass die Finanzierung der Studie keinen Einfluss auf seine Schlussfolgerungen in seiner Zeugenaussage hatte bzw. dass AEG Live nicht versucht hatte, die Resultate seiner Studie zu beeinflussen, als Jackson Anwalt Brian Panish ihn im Kreuzverhör zur Rede stellte.
    Die Jackson Anwälte hämmerten während des Kreuzverhörs auf den Zeugen ein, dass er dem wissenschaftlichen Journal “The American Society of Addiction Medicine” und seinem Mitarbeiter nicht offengelegt hatte, dass er für diesen Prozess von AEG Live als Expertenzeugen bezahlt worden sei. Dr. Earley erwiderte, dass er sie darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass er für AEG Live Recherche betrieb. Dass er dafür bezahlt wurde, im Prozess für AEG Live auszusagen, erachte er als “irrelevant”, so Earley.
    Während Earleys Zeugenaussage kam auch heraus, dass Dr. Torin Finver, der Co-Autor dieser von AEG Live finanzierten Studie über Propofolabhängigkeit seine Approbation verloren hatte, weil er illegal rezeptpflichtige Medikamente verschrieben hatte. Nachdem er seine Stelle bei einer Pizzeria und als Lastwagenfahrer für eine Wohltätigkeitsinstitution verloren hatte, wurde Finver von Earley angestellt, um bei der AEG Live Studie mitzuhelfen. Finver war “verzweifelt, komplett bankrott und ich wollte ihm helfen,” so Earley, der seinerseits ehemals heroinsüchtig war.
    Diese Enthüllung wurde von CNN als “bizarre Wendung” in diesem Prozess bezeichnet. Earley hatte gegenüber den AEG Live Anwälten nie offengelegt, dass seinem Co-Autor der Studie die Approbation entzogen worden war. Ironischerweise, so CNN, wird AEG Live im laufenden Prozess damit beschuldigt, Conrad Murray fahrlässigerweise angestellt zu haben, weil sie es u.a. unterlassen hatten, Murrays Background zu prüfen, bevor sie ihn angestellt hatten. Die Jackson Anwälte hoffen, dass die Kontroverse betreffend Earleys Arbeit für AEG Live die Geschworenen von dessen Schlussfolgerung ablenken wird, dass Michael Jackson medikamentenabhängig war mit einer “ernsthaften Prognose”, die seine Lebenserwartung verkürzt hätte, wenn er nicht an einer Überdosis Propofol verstorben wäre; diese Aussage wäre relevant bei einer allfälligen Berechnung der Schadenssumme durch die Geschworenen.
    Jede Dosierung dieses Narkosemittels, die Murray Michael Jackson verabreicht hatte, um ihm zu Schlaf zu verhelfen, war als ob er “russisches Roulette” gespielt hätte, so Earley.
    Obwohl Earley sechs Wochen nach Michael Jacksons Tod einen Blog mit dem Titel “Michael Jackson: Addiction in the Privileged” geschrieben hatte, meinte Earley in seiner Aussage vor Gericht, dass “nicht genug Beweise [vorlagen], dass Michael Jackson abhängig war von Propofol. [...] Anfangs wurde ihm Propofol im Rahmen von notwendigen medizinischen Eingriffen verabreicht, aber irgendwann begann er damit, sich nach Ärzten umzusehen, die ihm Propofol verabreichen würden”, so Earley. Die letzten beiden Male, als dies vorkam, war im März und April 2009, wie zuvor ausgesagt wurde. Als Paul Gongaware, co-CEO von AEG Live, am 6. Mai 2009 eine E-Mail an einen Assistenten von Michael Jackson geschrieben hatte, in der er diesem mitteilte, dass Murray damit einverstanden war, als persönlicher Arzt von Michael auf Tour zu gehen (“Gemacht für $150’000 pro Monat”), schien es, als ob er einen willigen Arzt gefunden hatte, so Earley.
    Quellen: jackson.ch, cnn.com Sharen mit: Facebook Twitter

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  • 8. September 2013

    Am Freitag wurde den Geschworenen Dr. Barney Van Valins eidesstattliche Zeugenaussage via Video gezeigt. Dr. Van Valin wurde eigentlich als Zeuge für AEG Live aufgeführt, seine Aussagen schienen aber letztlich mehr Gewicht für die Jackson Seite zu haben.

    Dr. Van Valins Arztpraxis ist in der Nähe von Michael Jacksons Neverland Ranch. “Wir warten beste Freunde”, sagte Van Valin. “Ich hatte keinen besseren Freund und ich glaube, ihm ging es genauso”, so der Arzt. Michael tauchte fast jede Woche ohne Ankündigung bei Van Valin zu Hause auf. Der Arzt öffnete seine Tür, um am Morgen zur Arbeit zu gehen “und er stand einfach da”, so Van Valin. Sein Fahrer sagte ihm einmal, dass Michael 35 Minuten lang vor seiner Tür gewartet hatte, ohne die Türglocke zu klingeln, weil er dachte, dies wäre unhöflich.

    Wenn Michael Van Valin besuchte, blieben dessen Kinder oft der Schule fern, damit sie den Tag mit Michael zusammen verbringen konnten. “Ich kam von der Arbeit nach Hause und Michael war da und sie schauten zusammen Trickfilme an oder assen Pizza”, sagte Van Valin. Am Anfang war das was ganz Neues, aber mit den Jahren sei es dann zu einer Routine geworden.

    Die Jackson Anwälte fragten Van Valin im Kreuzverhör, ob Michael Jackson ein guter Vater war. “Nein, er war ein grossartiger Vater. Denn ich bin ein guter Vater, aber er war besser als ich. Er respektierte [meine Kinder] und sie respektierten ihn und er wies sie auf eine ganz feine, nette Art zurecht”, so Van Valin.

    Van Valin bestritt, dass Michael Jackson — wie AEG Live das Bild aufzeigen will — Freundschaften mit Ärzten pflegte, um Zugang zu Medikamenten für seine geheime Sucht zu erhalten. Er habe Michael Jackson nie Rezepte für Medikamente ausgestellt, die medizinisch nicht notwendig waren, so Van Valin. Er sagte, Michael Jackson zeigte “klassische Symptome für Schmerzen im unteren Rückenbereich” und ein MRI zeigte, dass eine Schwellung in einer Bandscheibe im unteren Bereich (die von seinem Bühnenunfall 1997 in München herrührte) mit den von ihm beschriebenen und empfundenen Schmerzen übereinstimmte. Entsprechend wurden ihm Schmerzmittel dagegen verschrieben. Van Valin habe nie den Verdacht gehabt, dass Michael Schmerzen vortäuschte, um Spritzen gegen die Schmerzen zu erhalten. “Ich habe darauf geachtet, da es viele Leute gibt, die zu mir kommen und versuchen, mich zu betrügen. Deshalb schau ich immer darauf”, so Van Valin.

    Es gab jedoch einen Vorfall während eines Hausbesuchs im 2002, der in Van Valin den Verdacht regte, dass Michael Jackson zusätzliche Spritzen mit dem Schmerzmittel Demerol von einem anderen Arzt verabreicht erhielt. Nachdem er Michael eine Spritze gab, bemerkte er auf Michaels T-Shirt einen kleinen Blutflecken. “Ich zog [das Shirt] hoch und da war ein kleines Pflaster und ich sagte ‘Michael, ein anderer Arzt hat Dir eine Spritze gegeben.’ Ich sagte, ‘Du weisst, welchem Risiko Du Dich und mich aussetzt, wenn Du das machst? Wer kam und gab Dir die Spritze?’ ‘Oh, nein, das hab ich nicht — es war keine Spritze.’” Van Valin sagte, “Aber es war eine. Er hatte gelogen.” ”Ich habe ihm gesagt, ich sagte, ‘Weisst Du was, ich kann das nicht tun, okay, weil wenn Du Dich zweifach versorgen lässt — ich gebe Dir eine Spritze und Du hast vorher schon eine erhalten’, sagte ich, ‘könnte ich Dich umbringen’”, so Van Valin in seiner Aussage. Obwohl Van Valin Michael Jackson kurz nach diesem Vorfall nicht mehr länger behandelte, blieben sie eng befreundet, so der Arzt.

    Im 2002 hatte Michael Jackson Van Valin gebeten, ihm beim Einzuschlafen zu helfen. “Manchmal sagte er, ‘Barney, mach mir einen Gefallen; schau, ob ich schlafen kann. Ich geh unter die Bettdecke auf der ausziehbaren Couch’ und er sagte ‘Lies mir von einem Buch vor’”, sagte Van Valin aus. “Ich hab ein Buch gefunden, das interessant aussah und ich begann zu lesen oder ich erzählte ihm Geschichten. Das funktionierte nicht, weil er oft in der Geschichte aufging und sagte ‘Das ist wirklich passiert?’ oder so ähnlich. Wie auch immer, ich hab ihm vorgelesen — und als es ausschaute, als ob er schlief, ging ich leise aus dem Zimmer raus, was nicht so einfach war, weil die Türe ein kleines Geräusch machte. Als ich dachte, er schlafe, ging ich raus, und ab und zu kam es vor, dass er dann sagte, ‘Gute Nacht, Barney’, und als ich bei der Türe war, war er vollkommen wach”, so Van Valin. Van Valin hatte auch versucht, Michael Jackson mittels Beruhingsmitteln wie Xanax zum Schlafen zu verhelfen, jedoch ohne Erfolg.

    Im 2003 hatte Michael Jackson Van Valin gestanden, dass er in einem Schrank in seinem Schlafzimmer auf Neverland einen Vorrat an Propofol hatte. “Er sagte, ‘Hilfst Du mir einzuschlafen; ich hab seit vier Tagen nicht mehr schlafen können’, und ich sagte, ‘Womit?’ Und er sagte, ‘Ich habe dieses Zeugs’ und ich sagte, ‘Mike, ich verabreiche keine intravenösen Beruhigungsmittel. Dafür braucht man einen Narkosearzt.’ Und er sagte, ‘Das ist sicher; ich hab es die ganzen Jahre über zwischen den Shows gebraucht, und man hat mir damit zum Schlafen verholfen’. Ich sagte, ‘Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein guter Schlaf war’. Er sagte, ‘Nein, es hat wirklich gut funktionert’”, erzählte Van Valin. Van Valin sagte weiter aus, dass Michael Jackson ihm erzählt hatte, dass während seiner Welttourneen ein Arzt ihn an den IV-Tropf hing, damit er schlafen konnte “und er blieb acht Stunden neben mir und weckte mich auf, wenn ich abdriftete — wenn ich zwischen Shows drei Tage hatte, waren das drei Tage, an denen ich nicht schlafen konnte, und ich hätte keine Show auf die Beine stellen können, wenn ich es gewollt hätte, weisst Du; ich meine, ich will, dass meine Shows so perfekt wie möglich sind, weisst Du.’ Es tönte, als ob es ein Arzt war, der wusste, was er machte und was sein Job war; nicht wie dieser andere Typ, der einfach eine Infusion laufen liess und dann das Zimmer verliess und ihn praktisch wie einen Hund einschläferte”, so Van Valin.

    Michael Jackson sei “recht blasiert” gewesen, als Van Valin seiner Bitte nicht nachkam, ihm mit dem Propofol zu helfen und Michael habe ihn nie wieder darum gebeten, sagte Van Valin aus.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com
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    10. September 2013

    Gestern hat Richterin Palazuelos ihren Entscheid zu einem Antrag von AEG Live zwecks Einstellung des Verfahrens bekannt gegeben. AEG Live war der Meinung, dass die Jacksons nicht genügend Beweise erbracht haben, die rechtfertigen würden, dass die Geschworenen in Kürze über den Fall beraten und entscheiden könnten. Diese Meinung teilte die Richterin nicht.

    Richterin Palazuelos schrieb: “Es wurden während des Prozesses eindeutige Beweise erbracht, aus denen die Geschworenen begründet ableiten können, dass die Beklagten (AEG Live) wussten oder hätten wissen sollen, dass Dr. Murray ein ungewisses Schadensrisiko für den Verstorbenen (Michael Jackson) darstellte”.

    Ferner entschied die Richterin, dass die Jacksons “klare Beweise” erbracht haben, dass AEG Lives Verhalten ein massgeblicher Faktor für den Tod von Michael Jackson war. “Eine Jury könnte aus den Beweisen logisch ableiten, dass (Michael Jackson) starb, weil Dr. Murray infolge eines Interessenskonflikts aufgrund seines Vertrags mit AEG, eine an Schlaflosigkeit leidende und immer schwächer werdende Person behandelte, die nicht in der Lage war zu performen, was Dr. Murray dazu führte, schlechte medizinische Entscheidungen zu treffen, die zu (Michael Jacksons) Tod führten”.

    “Das Gericht ist der Meinung, dass die Kläger ausreichend beweisen konnten, dass Dr. Murrays Behandlungen des Verstorbenen mit Murrays Anstellung durch AEG verbunden waren. Folglich ist der Antrag der Beklagten auf Einstellung des Verfahrens abgelehnt”, so die Richterin.

    Hingegen entschied Richterin Palazuelos, dass das Verfahren gegen AEG Live CEO Randy Phillips und co-CEO Paul Gongaware als individuelle Mitbeklagte in diesem Fall eingestellt wird. Die beiden Manager hätten keine persönliche Haftung übernommen, was die Anstellung von Conrad Murray anbelangt, sondern sie handelten lediglich als Hilfspersonen (Angestellte) von AEG Live. Ein Anwalt für die Jacksons meinte im Anschluss, dass diese zweite Entscheidung für sie keine grosse Bedeutung habe, da die Jacksons AEG Live zuvor bereits angeboten hatten, das Verfahren gegen die beiden CEOs als Einzelbeklagte einzustellen. AEG Lives Anwälte hatten dieses Angebot jedoch damals nicht angenommen.

    Diese Woche finden keine Zeugenaussagen statt, da eine der Geschworenen aus dringenden persönlichen Gründen verreisen musste. Der Prozess wird somit nächste Woche fortgesetzt. Das Ende ist in Sicht…

    Quellen: jackson.ch, cnn.com
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    "When people's minds are clouded by anger or hatred, no angel can reach them". ~Michael Jackson~
  • 20. September 2013

    Nachdem am Montag und Dienstag keine Zeugenbefragungen stattfanden, haben die Anwälte für AEG Live ihre Zeugenbefragungen am Mittwoch fortgesetzt und beendet. Ab nächstem Montag sollen die Schlussplädoyers stattfinden.
    Die Richterin entschied am Mittwoch, dass diese in einem grösseren Gerichtssaal, in dem statt nur 60 mehrere Hundert Leute Platz haben, stattfinden sollen. Vor den Schlussplädoyers haben die Jackson Anwälte die Möglichkeit, nochmals Zeugen zu befragen. Dies sollen die folgenden zwei Personen sein: Detective Smith von der LAPD und Dr. Allan Metzger, der Michael Jackson über fast drei Jahrezehnte hinweg behandelt hatte.

    Die AEG Anwälte haben am Mittwoch als letztes die eidesstattliche Videoaussage von Dr. Metzger abgespielt. Die Jackson Anwälte wollen dem Zeugen jedoch noch einige Fragen stellen, die in der Videoaussage, die letztes Jahr aufgenommen wurde, nicht abgedeckt worden waren.

    Dr. Metzger sagte in der Videozeugeneinvernahme, dass Michael Jackson “doctor shop[ing]” machte und dass er nie sagte, welche Behandlungen er bereits von anderen Ärzten erhielt. “Michael sagte mir nie, was er machte”, so Metzger. Michael Jackson habe sich nach Leuten umgeschaut, die ihm beim (Ein-)Schlafen helfen sollten “und das war ein weiterer Aspekt seiner Verschwiegenheit. Ich wusste nie, was er machte, wenn er nicht in L.A. war”, so Metzger.

    Metzger berichtete auch über ein Telefonat am 26. Februar 2009, als Michael Jackson ihn einen Monat, nachdem er den Vertrag mit AEG Live für die “This Is It” Shows unterzeichnet hatte, angerufen hatte. Michael habe sich Sorgen gemacht “über seine Gesundheit und wie er die 30 oder 50 Shows bewältigen sollte. Ich glaube nicht, dass er damals wusste, wieviele Shows es sein würden”, so Metzger. “Er hatte Angst, weil es das war und er noch vieles perfektionieren musste.
    Er wollte, dass es etwas wurde, was es noch nie gegeben hatte und es musste grossartig sein; er hatte sich also sehr viel Druck gemacht”, sagte Metzger. Michael Jackson habe sich rehabilitieren wollen; und nach dem Prozess wegen Kindesmissbrauchsanschuldigungen im 2005, in dem er freigesprochen worden war, sei er “noch immer sehr verletzt” gewesen. “Er war einer der weltweit bekanntesten Namen und er wollte, dass das so bleibt”, so Metzger.

    Michael Jacksons grösste Sorge war, dass er grosse Mühe haben würde mit dem Schlafen und was er dagegen tun könnte, erzählte Metzger. Er hatte immer wieder Schlafprobleme gehabt zwischen den einzelnen Shows auf einer Tour.

    Am 18. April 2009 hatte Metzger Michael zu Hause besucht gehabt, um seine schweren Schlafprobleme zu besprechen, so Metzger. Metzger schlug ihm vor, dass er in London einen Schlafexperten aufsuchen sollte. Er habe einige Ärzte in Los Angeles gefragt, ob sie Michael einen Schlafexperten empfehlen konnten, aber er hatte keinen Erfolg. Michael hatte Metzger gesagt, er habe jemanden gewollt, der ihm intravenös Medikamente verabreichen würde. “Ich sagte ihm, das wäre gefährlich und potentiell lebensgefährlich”, sagte Metzger. Er habe Michael Jackson gesagt, dass man ein solches (intravenöses) Mittel nur im Spital verwenden sollte wegen der Gefahr von Überdosierung, einer allergischen Reaktion, einem falschen Medikament oder Infektionsgefahr, so Metzger.
    Einen Tag nach diesem Gespräch mit Metzger, hatte Michael Jackson die Krankenschwester Cherilyn Lee gebeten, einen Narkosearzt zu finden, der ihm Propfol verabreichen könnte. Auch Cherilyn Lee hatte dies abgelehnt und Michael Jackson auf die damit verbundenen Gefahren hingewiesen.

    Am Mittwochnachmittag riefen die Jackson Anwälte ihren ersten Rebuttal-Zeugen auf: Detective Scott Smith vom Los Angeles Police Department, der zum Schluss kam, dass Murrays Motiv im Rahmen von Michael Jacksons Tod sein Monatsgehalt von USD 150’000 war, das er von AEG Live erhalten würde. Informationen zufolge war Conrad Murray (wie bereits mehrfach belegt) finanziell am Ende. Die Jackson Anwälte behaupten, dass die AEG Manager mit dem Vertrag mit Murray einen Interessenskonflikt kreiert hatten, indem sie festhielten, dass Murray seine Stelle als persönlicher Arzt von Michael Jackson verlieren könnte, wenn die Konzerte verschoben oder abgesagt würden. Murray war demnach viel zu abhängig vom Gehalt, als dass er die riskanten Propofolinfusionen hätte verweigern können, von denen Michael Jackson glaubte, dass er sie für die Tourvorbereitungen brauchte.

    Der Hauptgrund, weshalb die Jacksonseite Detective Smith in den Zeugenstand rief, war, um die Aussage der AEG Live Anwältin und Zeugin Kathy Jorrie zu widerlegen für ihre Aussage Anfang August. Sie war die Anwältin, die damals dabei geholfen hatte, den Vertrag zwischen AEG Live und Murray zu verhandeln und zu verfassen. Smith, der Jorrie im Rahmen seiner Ermittlung gegen Murray befragt hatte, hatte damals in seinem Bericht geschrieben, dass sie ihm gesagt hatte, dass die London Konzerte “nur der Anfang waren, dass Michael Jackson (nachher) auf eine zwei- bis dreijährige Welttournee gehen würde”. In ihrer Zeugenaussage im August hatte sie ausgesagt, dass sie der Polizei nie gesagt hatte, dass eine Welttournee geplant war. “Wenn Detective Smith hierher kommen würde und sagen würde, dass Sie (damals) diese Aussage machten, würde er lügen”, hatte Jackson Anwalt Brian Panish Kathy Jorrie damals gefragt. “Er würde sich irren”, so Jorrie damals.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com

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  • 26. September

    Am Montag hat Richterin Palazuelos die Geschworenen instruiert, dass die Kläger, dh. Michael Jacksons Mutter und seinen drei Kinder, die Beweislast obliegt.
    Das heisst, ihre Seite hat zu beweisen, dass ihr Fall — anders als bei einem Strafverfahren (wie zB. dem Fall gegen Conrad Murray) – ”eher wahr als nicht wahr” ist. Ebenfalls anders als bei einem Strafverfahren müssen in einem Zivilprozess auch nur neun der 12 Geschworenen einstimmig sein. Dem Urteil der Geschworenen werden 16 Fragen zu Grunde liegen, die sie während ihrer Beratung beantworten müssen. Falls eine der ersten fünf Fragen mit “nein” beantwortet werden sollte, würde dies zum sofortigen Ende der Beratung und dem Prozessende führen. Werden die ersten fünf Fragen hingegen mit “ja” beantwortet, ginge es im Weiteren um den Entscheid betreffend die (mögliche) Schadenersatzsumme, die AEG Live an die Jacksons zahlen müsste.
    Hier die 16 Fragen:
    1. Hat AEG Live Conrad Murray angestellt?
    2. War Murray nicht in der Lage oder nicht kompetent, den Job, für den er angestellt wurde, auszuüben?
    3. Wusste AEG Live oder hätten sie wissen sollen, dass Murray nicht in der Lage oder nicht kompetent war und dass diese Untauglichkeit oder Inkompetenz ein besonderes Risiko für andere geschaffen hat?
    4. Hat Murrays Untauglichkeit oder Inkompetenz Michael Jackson und den Jackson Klägern geschadet?
    5. War AEG Lives Fahrlässigkeit bei der Anstellung, Betreuung oder Weiterbeschäftigung von Murray ein substantieller Faktor dabei, dass Michael Jackson und den Jackson Klägern ein Schaden entstand? Wenn, wie gesagt, diese ersten fünf Fragen durch die Geschworenen bejaht werden und sie somit die Haftung von AEG Live im Zusammenhang mit Michael Jacksons Tod bejahen, müssen sie die noch folgenden Fragen beantworten:
    6.-13. Diese acht Fragen beschäftigen sich damit, dass die Geschworenen die Summe für entgangenen Gewinn und das Schmerzensgeld festlegen für die Schäden, welche Katherine Jackson und Michaels drei Kinder erlitten haben.
    14.-16. Mittels dieser letzten drei Fragen müssen die Geschworenen entscheiden, wieviel, wenn überhaupt, Michael Jacksons eigene Fahrlässigkeit ein Faktor bei seinem Tod war. Dh. in diesem Teil könnte die unter 6.-13. festgelegte Schadenssumme gegen unten korrigiert werden.
    Nach dieser Juryinstruktion erfolgen die Schlussplädoyers beider Seiten.
    Die Urteilsberatung der Geschworenen findet im Anschluss daran statt. Wie lange diese dauern werden, ist nicht abzusehen.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com

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  • Von Dienstag bis heute (26. 09.) Mittag (Ortszeit) hielten Brian Panish für die Jacksons und Marvin Putnam für AEG Live ihre Schlussplädoyers.
    Brian Panish präsentierte der Jury zudem den Vorschlag der Jackson Seite betreffend die auszusprechende Schadenssumme.
    Inhaltlich gibt es zu den Schlussplädoyers nichts Neues zu berichten. Die Positionen und Argumente beider Parteien wurden vor und während dem Prozess klar und mehrfach argumentiert.
    “Wie können sie (AEG Live) es wagen und hier stehen und keinerlei Verantwortung übernehmen, sondern einzig und allein Michael die Schuld an seinen Tod zu geben”, so Brian Panish in seinem Schlussplädoyer. Ja, so Panish, Michael Jackson möge zu einem Teil für seinen eigenen Tod verantwortlich sein, aber es ginge hier um “geteilte Verantwortung”. Und, so Panish, Michael Jackson sei (höchstens) zu 20 Prozent verantwortlich, der Rest liege bei AEG Live. Brian Panish schlug den Geschworenen vor, eine Schadenssumme im Umfang zwischen USD 900 Mio. und USD 1.6 Mia für entgangenen Gewinn auszusprechen sowie einen Betrag von weiteren USD 290 Mio. als Schmerzensgeld. Marvin Putnam argumentierte eingangs seines Plädoyers, dass AEG Live nicht für den Tod von Michael Jackson (mit-)hafte. Falls die Geschworenen jedoch entscheiden sollten, dass AEG Live für den Tod von Michael Jackson hafte, die Schadenssumme eher bei USD 21 Mio. liegen sollte. Diese Summe wurde von ihrem Experten berechnet und stellt den Betrag dar, den Michael Jackson seiner Mutter und seinen drei Kindern über die nächsten 16 Jahre seines Lebens gegeben hätte. Mehr hätte er ihnen nicht geben können, so Putnam, weil er Schulden über USD 400 Mio. hatte — ein Schuldenberg, der nur noch höher geworden wäre.
    Über die Dauer von 21 Wochen bzw. 83 Tagen hörten die Geschworenen Aussagen von 58 Zeugen. Heute Nachmittag (Ortszeit) wird die Jury nun mit ihrer Urteilsberatung beginnen (siehe hier betreffend ihre Aufgaben im Rahmen der Urteilsberatung). Richterin Palazuelos hat erlaubt, dass bei der Urteilsverkündung Fernsehkameras im Gerichtssaal erlaubt sein werden.
    Wie lange die Geschworenen den Fall beraten und wann sie somit zu einem Urteil kommen werden, ist nicht abzusehen.

    Quellen: jackson.ch, cnn.com

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  • 3. Oktober 2013
    Das Urteil ist gefällt.
    AEG Live wurde von den Geschworenen vom Vorwurf freigesprochen, mitschuldig am Tod von Michael Jackson zu sein und muss somit keinen Schadenersatz an Michaels Mutter und drei Kinder zahlen. Grund dafür war die zweite der fünf ersten Fragen, die allesamt mit “Ja” hätten beantwortet müssen, bevor es um die eigentlich schadenersatzrelevanten Fragen ging.
    Diese ominöse zweite Frage lautete: War Murray nicht in der Lage oder nicht kompetent, den Job, für den er angestellt wurde, auszuüben?
    Nein, so 10 der 12 Geschworenen nach langer Diskussion, Murray war kompetent.
    Greg Barden, der gewählte Obmann der Geschworenen, gestand jedoch nach der Urteilsfindung ein, dass diese zweite Frage für die Geschworenen verwirrend war und es dauerte eine Weile und bedurfte mehrerer Abstimmungen, um am Ende zu einem Resultat zu gelangen. Barden erklärte, dass ihre Interpretation der Frage am Ende lautete: Murray war kompetent, Michael Jacksons Hausarzt zu sein. “Job” wurde also im Sinne von “Hausarzt”, von dem erwartet wurde, dass er Michael Jackson und dessen Kinder bei Routinekrankheiten behandelte, interpretiert. “Conrad Murray hatte eine ärztliche Approbation, einen Abschluss von einer akkreditierten Universität und wir fanden, dass er in der Lage war, den Job als Allgemeinarzt/Hausarzt auszuüben. “Dies heisst aber nicht, dass wir fanden, (Murray) habe sich dem Berufsethos entsprechend verhalten”, so Barden klar.
    Die Geschworenen waren somit nicht der Meinung, dass die Berufsethik ein wesentliches Element für einen Arzt ist, damit dieser als in der Lage und kompetent für den Job erachtet wird. Dies bestätigte auch eine spätere Aussage des Obmanns: “Wäre das Wort ethisch Teil der Frage gewesen, hätte es zu einem anderen Resultat führen können”. Als die HLN-Reporterin Nancy Grace Barden fragte, ob er glaubte, dass Murray sich unethisch verhalten hatte, antwortete Barden: “Darauf können Sie wetten! Denn er ging weit darüber hinaus, was sein eigentlicher Job war.” Die Jackson Anwälte hatten während des Prozesses argumentiert, dass ein Grund, weshalb Murray nicht in der Lage war, den Job auszuüben, war, weil er einen Interessenskonflikt hatte.
    Aber auch wenn die zweite Frage bejaht worden wäre, wäre nicht sicher gewesen, ob die Geschworenen AEG Live als mitschuldig am Tod von Michael Jackson erachtet hätten. Barden meinte: “Es gab nicht einen einzigen Beweis während dieser fünf Monate, der belegt hätte, dass AEG Live hätte wissen können, dass Dr. Murray dies gemacht hat.” Ein weiterer Geschworener fügte hinzu: “Wenn AEG Live gewusst hätte, was da hinter geschlossenen Türen vorging, hätte dies vermutlich einen riesen Unterschied gemacht, aber sie wussten es nicht.”
    Diese Argumentationen der Geschworenen sind insbesondere interessant im Vergleich zum Entscheid von Richterin Palazuelos vom 9. September (in Abwesenheit der Geschworenen), welche die Beweislage eher zu Gunsten der Jackson Seite beurteilt hatte, als sie den Antrag von AEG Live zwecks Einstellung des Verfahrens abgelehnt hatte.
    Da es sich hierbei jedoch um einen Geschworenenprozess handelte, ist allein deren Urteil massgebend. In einer Mitteilung schrieben Katherine Jackson und ihre Anwälte nach der Urteilsfindung: “Wir haben von Anfang an gesagt, dass es in diesem Fall darum ging, die Wahrheit zu suchen. Wir haben die Wahrheit gefunden. AEG hatte Dr. Conrad Murray, den Mann, der im Gefängnis sitzt, weil er Michael Jackson umgebracht hat, angestellt.” Die erste der 16 Fragen, dh. hat AEG Live Murray angestellt, wurde von den Geschworenen übrigens mit “Ja” beantwortet. “Michael Jackson war für mich ein kreativer Partner und Freund”, sagte AEG Live CEO Randy Phillips nach dem Urteil.
    “Wir haben eines der weltgrössten musikalischen Genies verloren, aber ich bin erleichtert und und zu tiefst dankbar, dass die Jury erkannt hat, dass weder ich noch sonst jemand bei AEG Live irgendeine Rolle bei Michaels tragischem Tod gespielt hat.”
    Conrad Murray hatte sich nach dem Urteilsspruch wiedermal aus seiner Gefängniszelle gemeldet. Nicht überraschend empfindet er das Urteil als Gerechtigkeit. “Ich habe geweint, denn für einmal war es der Welt erlaubt, einige der relevanten Fakten in dieser Sache zu hören — viele Tatsachen, die unterdrückt wurden, die mir verwehrt waren und die meine Anwälte während meines Strafprozesses nicht präsentieren durften”, so Murray zu NBC. Das Urteil zeige ihm auch, dass “man auf Gott warten muss. Man muss einfach wissen, dass Er für einen da ist, und dass Er seine Gerechtigkeit bringen wird, wenn Er bereit ist.” Conrad Murray auf alle Fälle wird dieser Freispruch für sein eigenen Berufungsverfahren nichts helfen. Barden hatte auch Annahmen der Anwälte von Murray bestritten, wonach dieses Urteil seinem Fall helfen solle. Barden fügte zudem hinzu, dass er sich nicht von Murray behandeln lassen würde.
    Als der Obmann der Geschworenen gefragt wurde, ob er diesen Freispruch als Entlastung von Murray sehe, meinte er: “Absolut nicht. Ich sehe es nicht als Entlastung von Dr. Murray, und nein, ich würde ihn nicht als Arzt anstellen. Es ist keine Entlastung (bzw. Rechtfertigung). Nochmals, es lag an der Art und Weise, wie die (zweite) Frage formuliert war.”
    Mit diesem Freispruch ist die Sache aber wohl noch lange nicht zu Ende. Die Jackson Anwälte haben bereits verlauten lassen, dass sie eine solide Grundlage für eine Berufung hätten.
    Quellen: jackson.ch, cnn.com

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