Das Chandler Settlement

    • Das Chandler Settlement

      michaeljacksonallegations.com/the-settlement/

      Das Settlement / Der Vergleich

      Eine häufig gestellte Frage bezüglich der Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson ist folgende:

      „Warum hat er einen außergerichtlichen Vergleich geschlossen, wenn er unschuldig war?“

      Um die möglichen Gründe verstehen zu können, müssen wir die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, die dem Vergleich vorausgingen und diesen umgaben.

      Michael Jackson und sein Ankläger Jordan Chandler schlossen am 25. Jänner 1994 einen außergerichtlichen Vergleich. Der Vergleich gelangte 2003 illegaler Weise an Diane Dimond von Court TV. Somit wissen wir, dass $15.331.250 [1, Seite 5] in einen Trust für Jordan Chandler gezahlt wurden. (Anmerkung: Entweder Dimond oder die Person, die ihr das Dokument zuspielte, ließ die Absätze nach dem dritten Paragraph unter den Tisch fallen. Es ist nicht bekannt, wer das vertrauliche Dokument an Dimond weiterleitete, allerdings wird Dimond in Ray Chandlers Buch „All That Glitters“ an einer Stelle als Evan Chandlers „engste Verbündete“ bezeichnet [3, Seite 194]).

      Wie man sehen kann, wird in dem Dokument betont, dass es keineswegs ein Schuldeingeständnis von Michael Jackson ist. Auf Seite 4 ist folgendes festgelegt:

      „Dieser vertrauliche Vergleich soll nicht als Schuldeingeständnis von Michael Jackson betrachtet werden, dass er sich gegenüber dem Minderjährigen [geschwärzt] oder [geschwärzt] oder irgendeiner anderen Person unrechtmäßig verhielt, oder dass die Minderjährigen [geschwärzt] oder [geschwärzt] irgendwelche Rechte gegen Jackson haben. Jackson streitet ausdrücklich jede Schuld ab und bestreitet jede unrechtmäßige Handlung gegen die Minderjährigen [geschwärzt] oder [geschwärzt] oder jede andere Person. Die Vertragspartner erkennen an, dass Jackson eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ist und dass sein Name, Image und Bildnis einen Marktwert besitzen und wichtige Elemente seiner Erwerbsfähigkeit sind. Die Vertragspartner erkennen an, dass Jackson geltend macht, dass er die Forderungen der Klage in Anbetracht der Auswirkungen der Klage, die diese auf sein Einkommen hatte und potenziell in Zukunft haben kann, begleicht." [1, Seite 4]

      Einer der Mythen bezüglich des Vergleichs ist, dass „Michael Jackson sich von einer strafrechtlichen Anklage freikaufte“. Tatsache ist jedoch, dass der Vergleich die Zivilverfahren beilegte, nicht die Strafprozesse. Tatsächlich verhindert das amerikanische Recht, einen Strafprozess beizulegen. Das Strafverfahren wurde nach dem Vergleich fortgesetzt und die Chandlers wurden durch den Vergleich nicht davon abgehalten, bei Gericht gegen Jackson auszusagen. Gil Garcetti, Staatsanwalt aus Los Angeles, sagte gleich nach dem Chandler-Vergleich im Jänner 1994:

      Das Ermittlungsverfahren gegen den Sänger Michael Jackson läuft weiter und wird nicht von der Bekanntgabe der Beilegung des Zivilverfahrens beeinträchtigt.“ ... „Die Staatsanwaltschaft nimmt Mr. [Larry] Feldman [Anwalt der Chandlers] beim Wort, dass es dem mutmaßliche Opfer ermöglicht wird, auszusagen und dass es keine Vereinbarung in der zivilrechtlichen Angelegenheit gibt, die sich auf die Kooperation in der strafrechtlichen Ermittlung auswirkt.[9]

      Die Chandlers hätten das Geld aus dem Vergleich nehmen UND in einem Strafprozess gegen Michael Jackson aussagen können. Sie haben sich schließlich dazu entschieden, dies nicht zu tun - allerdings nicht, weil es ihnen durch den Vergleich untersagt war. Sie hätten es tun können, jedoch waren sie, nachdem sie das Geld aus dem Vergleich erhalten hatten (was von Anfang an deren Ziel war, wie wir im Folgenden zeigen werden), nicht gewillt, mit den ermittelnden Behörden des Strafverfahrens zu kooperieren und nicht bereit, vor Gericht auszusagen. Die Strafsache wurde im Februar/April 1994 vor zwei Grand Jurys (einer in Los Angeles und einer in Santa Barbara) einberufen. Nach sieben Monaten Ermittlungen, mehreren Hausdurchsuchungen, Befragungen duzender Kinder und anderen Zeugen, Polizeibeamten, die auf der ganzen Welt belastende Zeugen und Beweise suchten und einer Leibesvisitation an Michael Jackson haben beide Grand Jurys entschieden, dass sie nicht ausreichend Beweise gesehen haben, um Jackson anzuklagen. Die Staatsanwaltschaft behauptete, sie hätten nicht wirklich eine Anklage angestrebt und dass sie nur „ermittelnde Grand Jurys“ seien. Tatsache bleibt jedoch, dass zwei Grand Jurys festgestellt haben, dass die Staatsanwaltschaft während ihrer Ermittlungen nicht ausreichend belastenden Beweise finden konnte, die eine Anklage rechtfertigten.

      Ein Strafverfahren war niemals Priorität der Chandlers. Weniger als einen Monat nachdem der Psychiater Dr. Mathis Abrams Jordan Chandlers Behauptungen am 17. August 1993 den Behörden meldete – was automatisch strafrechtliche Ermittlungen in Gang setzt - haben die Chandlers eine Zivilklage gegen Jackson eingereicht, in der sie ihm sexuelle Tätlichkeiten, Körperverletzung, Verführung, vorsätzliches Missverhalten, vorsätzliche Zufügung emotionaler Belastung, Betrug und Fahrlässigkeit vorwarfen. Sie verlangten 30 Millionen Dollar Abfindung. (Bevor sie Jordan zu Dr. Abrams brachten, haben die Chandlers bereits 20 Millionen Dollar gefordert, was Jackson verweigerte - siehe michaeljacksonallegations.com/…andlers-monetary-demands/

      Normalerweise werden Zivilklagen eingebracht, nachdem ein Strafverfahren abgeschlossen und der Gerechtigkeit Genüge getan wurde. Man würde selbstverständlich von Eltern eines missbrauchten Kindes erwarten, nach Gerechtigkeit zu streben und nicht nach Geld. Nur ein Strafprozess kann eine Haftstrafe für den Täter bewirken. Am Ende eines Zivilprozesses ist die einzig verfügbare Entschädigung finanzieller Natur.

      Darüber hinaus enthüllte der Onkel des Anklägers, Ray Chandler, in seinem Buch „All That Glitters“, dass die Chandlers von Anfang einen „höchst profitablen Vergleich“ anstrebten. Sie reichten ihre Zivilklage mit dem Vergleich in Hinterkopf ein. Ray Chandler beschreibt ein Treffen zwischen der Mutter des Jungen, June Chandler, ihrem damaligen Ehemann David Schwartz und dem leiblichen Vater Evan Chandler im Büro des Zivilrechtsanwalts Larry Feldman am 8. September 1993 wie folgt:

      Am Ende des Treffens hatten June und Dave - wie bereits Evan vor ihnen - keine Einwände dagegen, Gloria Allred durch Larry Feldman zu ersetzen. Zur Wahl stand, entweder eine radikale Medienkampagne zu führen, um den DA [district attorney – Bezirksstaatsanwalt] dazu zu bringen, eine Anklage vor einer Grand Jury zu erwirken, oder durch raffinierte Verhandlungen hinter den Kulissen einen schnellen, stillen und höchst profitablen Vergleich anzustreben“ [3; Seite 168]

      Noch einmal: Die geschah, bevor sie ihre Zivilklage einreichten, was Larry Feldman ein paar Tage später tat – wie wir jetzt wissen, mit einem Vergleich im Hinterkopf. Laut Ray Chandlers Buch und anderen Quellen (wie z.B. Mary A. Fischers Artikel „Was Michael Jackson Framed?“, GQ, Oktober 1994), hatten Evan Chandler und David Schwartz während dieses Treffens in Wirklichkeit eine körperliche Auseinandersetzung über den verlangten Geldbetrag. Die Chandlers begründeten ihr Streben nach einem Vergleich - und nicht nach einem Prozess - damit, dass sie das Trauma eines aufsehenerregenden Prozesses vermeiden wollten. Wir werden diese Behauptung später in diesem Artikel erneut ansprechen.

      Es ist sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Chandlers von Anfang an einen Vergleich forderten und Michael Jackson den Vergleich nicht anbot! In Wahrheit verlangte Evan Chandler seit Anfang August 1993 Geld von dem Star, was Michael Jackson ablehnte. Daraus resultierten die öffentlichen Unterstellungen der Chandlers. Hätte Jackson die Ankläger „zum Schweigen bringen“ wollen, hätte er sie auszahlen können, bevor sich diese an die Behörden und die Öffentlichkeit wandten - siehe michaeljacksonallegations.com/…andlers-monetary-demands/

      Zwischen September 1993 und Jänner 1994 bestand Uneinigkeit zwischen Jacksons Anwälten und Larry Feldman, dem Zivilrechtsanwalt der Chandlers, welches Verfahren dem anderen vorausgehen sollte. Jacksons Anwälte wollten den Strafprozess vor dem Zivilverfahren abhandeln, was sie allerdings nicht durchsetzen konnten. Grundsätzlich führte dies zu dem Vergleich.
      Wenn jemand mit unvergleichlichem Talent geboren wird und dieses mit unvorstellbarer Disziplin und Leidenschaft vollendet, dann verändert er die Musikwelt für immer.

      Und wenn aus dieser Kunst eine unendlich reine und schöne Seele spricht, dann berührt sie die Herzen der Menschen für immer.
    • 2005 behauptete Jordans Onkel Ray Chandler in einem Artikel, den er für seine nun gelöschte Webseite (atgbook.net) schrieb, dass Jacksons Anwälte die Zivilklage um sechs Jahre verschieben wollten, bis die Verjährungsfrist für Kindesmissbrauch abgelaufen war. Das war alles, was er sagte. Damit vermittelte er den Eindruck, Jacksons Seite wollte einfach nur den Prozess verhindern. Das war allerdings eine irreführende Halbwahrheit. In Wahrheit versuchten Jacksons Anwälte, das Zivilverfahren aufzuschieben, damit der Strafprozess vor dem Zivilverfahren ausgetragen werden konnte.
      Sie wollten den Strafprozess nicht verhindern, sondern in Wirklichkeit vor dem Zivilverfahren austragen.

      Wenn das Zivilverfahren vor dem Strafprozess ausgetragen wird, hat die Staatsanwaltschaft im Strafprozess einen großen Vorteil, weil sie dann die Möglichkeit hat, die Verteidigungsstrategie im Zivilverfahren zu beobachten. Dadurch können sie ihre Anklage und Strategie anpassen. Darüber hinaus hat ein Angeklagter in einem Zivilverfahren nicht das Recht, ohne Konsequenzen die Aussage zu verweigern - im Gegensatz zum Strafprozess, wo der Angeklagte verfassungsgemäß seine Aussage ohne Konsequenzen verweigern kann. Die Staatsanwaltschaft kann die Aussage vom Zivilverfahren für den Strafprozess nutzen und ihre Anklage anpassen.

      Zusätzlich wird in einem Zivilverfahren die Beweispflicht – oder die Regelung für die Zulässigkeit von Beweisen, die lediglich auf Hörensagen beruhen – lockerer gehandhabt als in einem Strafprozess. Jacksons Anwälten war sich sicherlich bewusst, dass ein Zivilverfahren für den Angeklagten risikoreicher ist als ein Strafprozess – selbst wenn der Angeklagte unschuldig ist. Und sie wussten, dass es die Jury in einem folgenden Strafprozess beeinflussen würde, wenn Jackson das Zivilverfahren verloren hätte.

      Es gibt viele Präzedenzfälle, in denen Zivilverfahren eingefroren wurden, um zuerst die Strafprozesse abhalten zu können, damit das Recht des Angeklagten auf einen fairen Prozess gewahrt werden konnte und verhindert wurde, dass gegen dieses Recht verstoßen wird. So lautet es in einem Präzedenzfall:

      Wenn sowohl Strafprozess als auch Zivilverfahren aus denselben oder zusammengehörigen Vorgängen entspringen, ist der Angeklagte anspruchsberechtigt auf Aussetzung der Ermittlung und Verhandlung der Zivilklage, bis der Strafprozess vollständig aufgeklärt ist.“ [2; Seite 116-117]

      Im Hinblick auf den Fall gegen Michael Jackson wurden diese Bestrebungen der Anwälte Jacksons, das Zivilverfahren auszusetzen, allerdings vom Richter des Kreisgerichts, David M. Rothman, abgewiesen. Anscheinend war Chandlers Trumpf Jordans Alter. Folgendes schrieb Geraldine Hughes (Rechtsanwaltssekretärin von Barry Rothman - dem Anwalt, der die Chandlers vor Larry Feldman vertrat) in ihrem Buch „Redemption“:

      Michael Jackson verlor alle vier Anträge. Es war aus juristischer Sicht offensichtlich, dass sich die Waage der Gerechtigkeit nicht zu Michael Jacksons Gunst neigte. Stattdessen bewegte sie sich erheblich zu Gunsten des 13 jährigen Jungens. Michael Jacksons Anwälte bezogen sich auf Gesetze in Präzedenzfällen, welche in ähnlichen Fällen von sexueller Tätlichkeit angewendet wurden. Pacers Inc. gegen Kreisgericht hielt ausdrücklich fest, dass ein fehlendes Aussetzen des Zivilverfahrens während laufender strafrechtlicher Untersuchungen einen unzulässigen Übergriff auf die Grundrechte des Angeklagten bedeutet. Aber Mr. Feldmans Trumpf war, dass „sich das Gedächtnis eines Kindes entwickelt“ und das kindliche Unvermögen, sich „wie ein Erwachsener zu erinnern“. Dieses Gesetz wurde konzipiert, um die Fähigkeit eines kleinen Kindes zu beschützen, sich über ausgedehnte Zeitperioden erinnern zu können, nachdem es Opfer und/oder Zeuge eines Verbrechens wurde. Dieser Fall befasst sich allerdings mit einem 13 jährigen Jungen, der bald 14 Jahre alt wird.“ [2; Seite 124]

      Bezugnehmend auf diese Argumentation reichte Feldman einen Antrag auf Priorisierung des Zivilverfahrens ein. „Das ist ein außerordentlicher Antrag, um die Verhandlung innerhalb von 120 Tagen nach Gewährung des Antrages anzusetzen“ [2; Seite 121]. In Hinblick darauf schreibt Hughes:

      Mr. Feldman reichte eine Erklärung von Dr. Evan Chandler als Untermauerung des Antrages auf Priorisierung der Verhandlung ein, welche eine Angabe enthielt: dass das Kind unter 14 Jahre alt war. Das war alles! Dr. Chandler gab in seiner Erklärung, die eine geschriebene Aussage unter Eid war, nichts anderes an. Ich habe in meiner gesamten juristischen Laufbahn niemals eine so kurze Erklärung bezüglich eines wichtigen Falles gesehen. Üblicherweise bezeugt jemand, der eine Erklärung abgibt, verschiedene Fakten, speziell in einem so bedeutenden Fall wie diesem. Sie erklären auch, dass die Fakten wahr und korrekt sind und bekunden ihre Bereitschaft, kompetent als Zeuge unter Androhung von Strafe bei Meineid auszusagen. Ist es möglich, dass die von Dr. Chandler angegebene Information die einzige Information war, die er unter Androhung von Strafe bei Meineid aussagen konnte?“ [2; Seite 122]

      Unter extrem ungünstigen Bedingungen könnten sich Jackson und seine Anwälte in einer Position vorgefunden haben, in der sie gleichzeitig an zwei Fronten – einem Zivilverfahren und einem Strafprozess – für Jackson kämpfen und diesen verteidigen hätten müssen. Hinzukommt, dass sie sich innerhalb von 120 Tagen auf ein Zivilverfahren hätten vorbereiten müssen, während die Polizei alle persönlichen Unterlagen Jacksons für den Strafprozess beschlagnahmt hatte und sich weigerte, Kopien zur Verfügung zu stellen oder wenigstens eine Liste davon, was sie mitgenommen haben. „Die Bezirksstaatsanwaltschaft missachtete Michael Jacksons Grundrechte mit dem Segen des Gerichts und das Gericht erwog erheblich zu Gunsten des 13 jährigen Jungens.“ [2; Seite 133]

      Nachdem alle Anträge, das Zivilverfahren hinten an den Strafprozess anzureihen, abgelehnt wurden, stand das Jackson Team zwischen Baum und Borke. Der Beginn des Zivilverfahrens wurde für März 1994 festgesetzt und Jackson sollte Ende Jänner / Anfang Februar unter Eid aussagen.

      Die schriftlichen Anträge der Chandlers beschuldigten Jackson und seine Anwälte, „Verzögerungstaktiken“ anzuwenden, aber sie wussten sehr genau, dass es bei diesen „Verzögerungstaktiken“ darum ging, das Zivilverfahren dem Strafprozess zeitlich vorzuziehen. Ray Chandler zitiert in seinem Buch „All That Glitters“ eine Unterhaltung zwischen Jordan Chandlers Vater Evan Chandler und ihrem Zivilrechtsanwalt Larry Feldman, die beweist, dass sie diejenigen waren, die in Hinblick auf den Strafprozess Verzögerungstaktiken angewendet haben:

      „Am späten Nachmittag, nachdem alle ihr Feiertagsmahl [Anm.: Thanksgiving, 25, November 1993] zu sich genommen hatten, rief Larry Feldman Evan an und übermittelte Nachrichten, für die alle dankbar sein konnten.

      „Hey, Evan, das musst Du Dir anhören. Howard Weitzman degradierte Fields wieder. Sie wollen definitiv keine Aussage unter Eid von Dir oder June. Sie wollen nicht, dass etwas erhalten bleibt. Wenn sie einen Deal machen, wollen sie nichts über Jackson aufgezeichnet haben.“

      „Kein Scheiß! Larry, diese Typen sind in einem richtigen Chaos.“

      „Ja, die haben das unglaublich vermasselt. Was könnte besser sein? Aber ich gehe weiter. Wir werden es vorantreiben. So weit, bis ich nichts unversucht gelassen habe. Das einzige, was wir tun müssen, ist, das strafrechtliche hinter uns zu lassen. Ich möchte sie nicht vorangehen lassen.“

      Larry sagte es bereits, aber Evans Hirn hat es bis jetzt nicht registriert.

      „Du meinst, wenn sie klagen, kommt der Strafprozess automatisch vor uns?“

      „Ja.“

      „Jesus Christus!“

      „Richtig, das wollen wir nicht.“
      [3; Seite 201-202]

      Es muss wiederholt werden, dass nur ein Strafprozess einen Angeklagten ins Gefängnis bringen kann, ein Zivilverfahren kann nur in finanzieller Abgeltung resultieren.

      Das kalifornische Recht, welches den Chandlers erlaubte, das Zivilverfahren vor den Strafprozess zu stellen, wurde letztendlich geändert – laut Thomas Sneddon, Bezirksstaatsanwalt von Santa Barbara, unmittelbar wegen der Vorfälle im Chandler-Fall. Wegen dieser Änderungen kann ein Ankläger in einem Fall von sexueller Tätlichkeit nicht sofort ein Zivilverfahren anstreben. Das neue Gesetz verhindert, dass ein Zivilverfahren vor einen Strafprozess gestellt werden kann. Das ist der Grund, warum Jacksons Ankläger 2003, Gavin Arvizo, nicht die gleiche Strategie anwenden konnte, wie die Chandlers 1993. Er hatte keine andere Wahl, als einen Strafprozess zu beginnen:
      Wenn jemand mit unvergleichlichem Talent geboren wird und dieses mit unvorstellbarer Disziplin und Leidenschaft vollendet, dann verändert er die Musikwelt für immer.

      Und wenn aus dieser Kunst eine unendlich reine und schöne Seele spricht, dann berührt sie die Herzen der Menschen für immer.
    • „Der Staatsanwalt im Fall Michael Jackson bewirkte ein Gesetz, dass ein Zivilverfahren während eines verwandten Strafprozesses unterbricht, wobei er erklärt, dass dies ein Szenario verhindert, in dem der Kläger des Sängers einem Vergleich zustimmt und sich dann weigert, in einem Strafprozess auszusagen.

      Das Landesgesetz wurde verabschiedet, weil ein weiteres Kind 1993 aus einem Fall wegen Belästigung gegen Jackson ausstieg, nachdem der Sänger angeblich einen Vergleich von mehreren Millionen zahlte, sagte der Bezirksstaatsanwalt von Santa Barbara, Tom Sneddon.

      „Das ist Ironie. Die Geschichte des Gesetzes ist, dass die Bezirksstaatsanwaltschaft von L.A. die Legislatur als unmittelbare Folge des zivilrechtlichen Vergleichs in den ersten Ermittlungen führte.“, sagte Sneddon in einem Interview mit Associated Press.
      [4]

      Die feindselige Medienkampagne gegen Michael Jackson könnte auch zu der Entscheidung beigetragen haben, dem Vergleich zuzustimmen. Boulevardsendungen zahlten Leute für reißerische Storys, welche die Unterstellungen stützten. Mehrere dieser Leute wurden von den Chandlers für das Zivilverfahren eingesetzt. Die Belastungen, kombiniert aus dem Prozess und der Reaktion der Medien führte zu einer Schmerzmittelabhängigkeit, die Michael Jackson schließlich professionell behandeln ließ. Geschäftspartner und Berater drängten ihn dazu, diese Angelegenheit zu vergessen und sein Leben und Business fortzuführen.

      Es wurde auch behauptet, Jackson hätte dem Vergleich zugestimmt, weil die Leibesvisitation im Dezember 1993 die Behauptungen seines Anklägers bekräftigte. Das hält einer näheren Überprüfung nicht stand und hier wird darauf näher eingegangen.

      Während Jacksons Motive für den Vergleich oft hinterfragt werden, ist es eine viel seltener gestellte Frage (obwohl ebenso berechtigt): Warum hat die Klägerfamilie dem Vergleich zugestimmt? Würdest Du Gerechtigkeit oder Geld wollen, wenn Dein Kind belästigt worden wäre?

      Die Chandlers selbst behaupten, sie hätten dem Vergleich zugestimmt, weil sie ihr Leben fortsetzen wollten und Jordan nicht dem Fokus und den Untersuchungen der Medien aussetzen wollten, was in einem aufsehenerregenden Prozess wie diesem unvermeidbar gewesen wäre. Weiters behaupteten sie, einige Morddrohungen von Michael Jackson Fans erhalten zu haben und als der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles Gil Garcetti abgelehnt hatte, die Familie unter ein Zeugenschutzprogramm zu stellen, hätten sie Angst um ihr Leben gehabt. Zunächst erscheint das einleuchtend, dennoch schien Evan Chandler während des aufgezeichneten Telefonats mit David Schwartz (dem Stiefvater des Jungen) im Juli 1993 (BEVOR ihm sein Sohn angeblich „gestand“!) nicht besorgt über Medienpräsenz und mögliche Fanreaktionen, als er über seinen Anwalt Barry Rothman sagt:

      Der Anwalt, den ich gefunden habe … ich meine, ich habe mit mehreren gesprochen, und ich habe den widerlichsten Hurensohn genommen, den ich finden konnte, und alles, was er tun will, ist, diese Story so schnell und groß er nur kann an die Öffentlichkeit zu bringen und möglichst viele Leute zu erniedrigen und er hat eine böse [Bandstörung] … [5]

      Ray Chandler versucht in seinem Buch dieses Zitat zu entschuldigen, in dem er behauptet, als Evan sagte, Rothman wollte „es so schnell und groß an die Öffentlichkeit bringen, wie er kann“, meinte er, vor Gericht zu gehen, nicht zu den Medien. Die gleiche Behauptung wird gemacht, als Evan auf dem gleichen Band über Rothman sagt:

      „Er ist widerlich, er ist böse, er ist sehr gerissen [Bandstörung], und er ist begierig nach Publicity [Bandstörung] besser für ihn.“ [5]

      Es gibt allerdings weitere Fakten, die bezüglich der Intentionen der Chandlers mit der Öffentlichkeit zu beachten sind.

      Die Chandlers schienen nicht besorgt über mediales Rampenlicht, mögliche Fanreaktionen, Drohungen und die Frage, ob es Jordan möglich sei, sein Leben fortzuführen, als sie sich wenige Tage nach Unterzeichung des Vergleichs daran machten, ein Buch zu veröffentlichen, das sie über die Unterstellungen schrieben. Herausgeberin Judith Regan:

      „Ich erhielt einen Anruf von Jordans Onkel. Er wollte ein Buch schreiben, in dem er die Belästigungsvorwürfe gegen Michael Jackson detailliert beschreiben würde. Ich fragte ihn, wie er geplant habe, das zu tun, da die Chandlers gerade eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterschrieben und 20 Millionen Dollar bekommen hatten. Er sagte, Jordans Vater hätte ihm alle Informationen gegeben, die er für das Buch brauchte und er glaube, er könne die Verschwiegenheitsvereinbarung umgehen, weil er [Jordans Onkel] der Autor wäre. Damals hatte ich den Eindruck, die Chandlers sind unverschämte Opportunisten und ich empfand das gesamte Angebot des Onkels widerlich. Sie gehen eine Verschwiegenheitsvereinbarung ein und noch bevor die Tinte getrocknet ist, gehen sie auf die Suche nach einem Deal, der gegen diese Vereinbarung verstößt.“ [6]

      Dass Ray Chandler sich tatsächlich „innerhalb weniger Tage“ nach dem Vergleich um die Publikation seines Buches bemühte, wird von keinem Geringeren als Ray Chandler selbst in einem Antrag, den er am 25. Oktober 2004 bei Gericht in Santa Barbara einbrachte, bestätigt. (Mehr über diesen Antrag hier: michaeljacksonallegations.com/…andlers-subpoena-in-2004/). Als Unterstützung seiner Argumentation, um vom Shield Law [Anm.: Reporter können während der Recherche und Veröffentlichung von Nachrichten eine Aussage vor Gericht verweigern] Gebrauch machen zu können, legte er in dem Antrag offen:

      Raymond Chandler reiste innerhalb weniger Tage nach Beilegung des Zivilverfahrens von Jordan Chandler gegen Michael Jackson im Jänner 1994 nach New York City, um einen Verleger ausfindig zu machen, damit er die von ihm gesammelten Informationen in Form eines Sachbuches an die Öffentlichkeit weitergeben konnte. Raymond Chandlers Absicht ist von einem Artikel in der New York Post belegt, der seinen Kontakt mit einem Verleger einen Tag später enthüllt.“ ([7], Seite 8)

      Ray Chandler gibt in dem Antrag an, zwei Tage nach Bekanntwerden des Kindesbelästigungsskandals von Michael Jackson im August 1993 ([7]; page 8) nach Los Angeles gereist zu sein und dort von Ende August bis Dezember 1993 in Evan und Jordan Chandlers Heim gewohnt zu haben, damit er Informationen über die Belästigungsvorwürfe sammeln konnte, um diese anschließend öffentlich zu verbreiten. ([7], Seite 13)

      Ray Chandler veröffentlichte sein Buch schließlich 2004 am Höhepunkt des Medienrummels, der durch die Arvizio-Unterstellungen hervorgerufen wurde. Ray Chandler machte seine Runden in den Medien, gab Interviews und trat in Dokumentationen auf, die stark gegen Jackson voreingenommen waren. Offensichtlich nicht besorgt über mediales Rampenlicht und ohne Angst vor möglichen Drohungen von Jackson Fans.

      Evan Chandler schien nicht besorgt über mediales Rampenlicht, mögliche Fanreaktionen, Drohungen und die Möglichkeit, Jordan könnte sein Leben nicht weiterführen, als er 1996 eine weitere Klage gegen Michael Jackson einreichte, dieses Mal über 60 Millionen Dollar und einen Plattenvertrag, damit er ein Album („EVANstory“) über die angebliche sexuelle Belästigung seines Sohnes veröffentlichen konnte. Laut dieser Klage „wird dieses Album Songs enthalten wie „D.A. Reprised“ [Bezirksstaatsanwalt gewinnt wieder], „You Have No Defense (For My Love)“ [Du hast keine Verteidigung/Abwehr (für meine Liebe)], „Duck Butter Blues“ [Duck Butter: ugs. für die Mischung aus Kot und Sperma beim Analsex], „Truth“ [Wahrheit] und anderen Songs.[8]

      Diese Klage wurde in Jahr 2000 vom Gericht abgewiesen.
      Wenn jemand mit unvergleichlichem Talent geboren wird und dieses mit unvorstellbarer Disziplin und Leidenschaft vollendet, dann verändert er die Musikwelt für immer.

      Und wenn aus dieser Kunst eine unendlich reine und schöne Seele spricht, dann berührt sie die Herzen der Menschen für immer.
    • Quellen:

      [1] Außergerichtlicher Vergleich zwischen Michael Jackson und Jordan Chandler (25. Jänner 1994) an und/oder von Diane Dimond von Court TV’s 2003 weitergeleitet michaeljacksonallegations.com/…ilsettlementagreement.pdf

      [2] Geraldine Hughes – Redemption: The Truth Behind the Michael Jackson Child Molestation Allegations (Hughes Publishing, Jänner 2004)

      [3] Raymond Chandler – All That Glitters: The Crime and the Cover-Up (Windsong Press Ltd, September 2004)

      [4] Linda Deutsch – Prosecutor says law won’t allow Jackson to pay off accuser before trial (Boston.com/Associated Press, November 20, 2003)
      http://www.boston.com/news/daily/20/jackson_case.htm

      [5] Aufgezeichnete Telefonate zwischen Evan Chandler und David Schwartz (8. Juli 1993)
      michaeljacksonallegations.com/…/06/schwartz_chandler.pdf

      [6] Judith Regan on Michael Jackson Molestation Allegations on SIRIUS XM
      yQYeNfHVBtM

      [7] Notice of motion and motion of third party Raymond Chandler to quash subpoenas and/or in camera review; authorities; declaration of Raymond Chandler (October 25, 2004)
      sbscpublicaccess.org/docs/ctdocs/102504nommot3rdpty.pdf

      [8] Evan Chandler files another lawsuit against Michael Jackson on May 7, 1996 demanding $60 million and a record deal (Court TV Online, Legal Documents)
      web.archive.org/web/2007091609…s/newsmakers/jackson.html

      [9] Jackson Settles Abuse Suit but Insists He Is Innocent : Courts: Singer will reportedly pay $15 million to $24 million to teen-ager. Criminal investigation will proceed. (Los Angeles Times, January 26, 1994)
      articles.latimes.com/1994-01-2…n-15478_1_michael-jackson
      Wenn jemand mit unvergleichlichem Talent geboren wird und dieses mit unvorstellbarer Disziplin und Leidenschaft vollendet, dann verändert er die Musikwelt für immer.

      Und wenn aus dieser Kunst eine unendlich reine und schöne Seele spricht, dann berührt sie die Herzen der Menschen für immer.
    • "Wann immer ich einen sonnenuntergang sah, wünschte ich mir rasch
      etwas kurz bevor die sonne sich am westlichen horizont verbarg und
      verschwand. Das war so als ob die sonne meinen wunsch mit sich genommen
      hatte. Ich entließ meinen wunsch kurz bevor das letzte bisschen licht
      versiegte."

      Michael Jackson - Moonwalk
    • "Wann immer ich einen sonnenuntergang sah, wünschte ich mir rasch
      etwas kurz bevor die sonne sich am westlichen horizont verbarg und
      verschwand. Das war so als ob die sonne meinen wunsch mit sich genommen
      hatte. Ich entließ meinen wunsch kurz bevor das letzte bisschen licht
      versiegte."

      Michael Jackson - Moonwalk
    • Da hat sich jemand sehr viel Arbeit gemacht. Ich denke in diesem Thread ist es richtig. Ansonsten bitte verschieben.

      Die Chronologie der Unterstellungen von 1993

      Am 13. August 1993 leitete das Polizeikommissariat Los Angeles Ermittlungen gegen Michael Jackson ein – basierend auf den Unterstellungen, er habe einen 13-jährigen Jungen (Jordan Chandler) sexuell belästigt.
      In dem folgenden Beitrag wird der Chandler-Fall eingehend behandelt. Die Ereignisse wurden chronologisch geordnet, um sie nachvollziehbar zu machen und in einen Kontext zu stellen. In der folgenden Chronologie befinden sich Links zu ausführlichen Artikeln. Diese Artikel erläutern die in der Chronologie aufgezählten Ereignisse eingehend und sind wesentlich, um die Unterstellungen der Chandlers gegen Michael Jackson zu verstehen – somit wird dringend empfohlen, diese zu lesen. Teilweise werden Artikel mehrfach verlinkt, wenn diese für die Erläuterung verschiedener Ereignisse relevant sind. Die Quellenangaben werden jeweils am Ende der Artikel aufgezählt.

      Weiter im Link

      all4michael.com/2016/03/06/die…terstellungen-von-1993-2/
      "Wenn man nichts gegen jemanden sagen könnte, als das, was man beweisen kann, könnte Geschichte nicht geschrieben werden!"
      ♡ Michael Jackson ♡



      Neverland is me
    • Michael Jacksons erste Ankläger – lerne die Chandler Familie kennen!
      by Doris on 20. July 2017


      Original: themichaeljacksonallegations.c…meet-the-chandler-family/


      Michael Jackson im Mai 1993 mit Jordan Chandler und seiner kleinen Schwester in Monaco– die Mutter der Kinder, June Chandler, war auch dort, siehe nächstes Foto

      Michael Jackson traf seinen ersten Ankläger, Jordan Chandler, im May 1992, nachdem das Auto des Stars am Wilshire Boulvard, Los Angeles eine Panne hatte und er zu einer nahegelegenen Mietwagenagentur, die dem Stiefvater des Jungen, David Schwartz, gehörte, ging. Schwartz rief seine Frau June Chandler (manchmal auch June Schwartz oder June Chandler Schwartz genannt) an, um ihr von dem berühmten Kunden zu erzählen und sie zu bitten, ihren 12 jährigen Sohn Jordan, der ein großer Fan des Stars war, vorbeizubringen. David Schwartz bot Jackson einen Deal an: er würde ihm gratis ein Auto vermieten, wenn Jackson zustimmt, Jordans Telefonnummer anzunehmen und ihn anzurufen. Jackson nahm den Deal an, hielt sein Versprechen und rief den Jungen einige Tage später an. Ein Mitarbeiter von Schwartz, Mel Green, erinnerte sich:
      „Es war fast so, als würde [die Mutter des Jungen] ihm [den Jungen] aufdrängen“, erinnert sich Green. „Ich denke, Michael dachte, er schuldete dem Jungen etwas und so fing alles an.“ [1]
      Laut den Chandlers hatten sie in den 80ern ein paar zufällige Begegnungen mit Jackson. Angeblich sendeten ihm Jordan und seine Mutter einen „Gute Besserung“ Brief, nachdem Jacksons Haar 1984 während den Dreharbeiten für einen Pepsi Werbespot Feuer fing, wofür Jackson anrief, um sich bei ihnen zu bedanken. Er lud sie auch zu einem Casting ein, wo Jordan die Chance hatte, in einer Werbung mit Jackson aufzutreten. Jordan wurde allerdings nicht ausgewählt und traf Jackson nicht am Set, wie die Chandlers erwartet hatten. Sie behaupten auch, dass sie 1985 eine kurze Begegnung mit Jackson in einem Restaurant hatten. [2; Seite 12]


      June Chandler, ihre Tochter und Michael Jackson in Monaco im Mai 1993
      *****
      Jordan Chandler wurde am 11. Jänner 1980 geboren. Seine biologischen Eltern trennten sich 1985 und er lebte bei seiner Mutter und ihrem zweiten Ehemann David Schwartz. Aus dieser Ehe hatte er eine Halbschwester. Sein Vater Evan Chandler (geboren als Evan Robert Charmatz) hatte auch eine neue Familie, eine Frau und einen weiteren Sohn und eine Tochter aus dieser Ehe.
      Evan Chandler hatte eine Zahnarztpraxis in Beverly Hills, er war aber auch ein angehender Drehbuchautor.
      1992 wirkte Evan an der Erstellung des Drehbuchs für die Komödie Robin Hood: Men In Thights (Robin Hood: Helden in Strumpfhosen) unter der Regie von Mel Brooks mit. Der Film erschien im Juli 1993. Obwohl Mel Brooks, J. David Shapiround Evan Chandler offiziell als Drehbuchautoren angegeben wurden, kam es unter ihnen zu einem Rechtsstreit darüber, wer welchen Anteil davon geschrieben hat [2; Seite 37]. Laut June Chandlers Zeugenaussage im Jahr 2005 half Jordan seinem Vater dabei, seinen Teil zu schreiben, wofür ihm Evan $5.000 versprochen hat, die er allerdings nie gezahlt hat [3]. Jordans Onkel Ray Chandler beschreibt in seinem Buch All That Glitters aus dem Jahr 2004 einen Streit zwischen Evan und June Chandler, bei dem die Frau ihren Ex-Mann „einen schrecklichen Vater“ nennt, weil er Jordan das Geld versprochen, aber nie gezahlt hat. Evan behauptet in dem Buch, dass Jordans Beitrag letztendlich nicht so groß war und dass er es „auf die Bank“ gebracht hat, statt es dem Jungen direkt zu geben [2; Seite 55-56]. Laut Junes Zeugenaussage 2005 hat Evan seinem Sohn das versprochene Geld allerdings nie gezahlt [3].

      Das war nicht das einzige Versprechen, das Evan seinem Sohn gegenüber nicht gehalten hat. Laut Michael Freeman, der June Chandlers Anwalt war, als die Unterstellungen formuliert wurden, versprach Evan seinem Sohn auch einen Laptop, den er nie gekauft hat [1]. Und June Chandler selbst verklagte Evan im August 1993 auf $68.000 Unterhaltsnachzahlungen, obwohl sie diese Forderung später zurückgezogen hat [1] [4].
      2005 bekundete sie in ihrer Zeugenaussage, dass Evan in der Zeit, bevor Jackson in ihr Leben kam, damit beschäftigt war, Drehbücher zu schreiben und nicht viel Zeit mit seinem Sohn verbrachte, worüber sie sich bei ihrem Ex-Mann beschwerte [3].

      Evan Chandler

      Es gibt auch einige Berichte darüber, dass Evan Chandler jähzornig war und einen gewalttätigen Charakter hatte. Mary A. Fischer zitiert in ihrem Artikel aus dem Jahr 1994 für das GQ Magazin einen namentlich nicht genannten Familienfreund, der behauptet, dass „Einer der Gründe dafür, dass June Evan verlassen hat, sein Temperament war“ [1]. Später in dem Artikel beschreibt Fischer einen Zwischenfall, der 1993 in Larry Feldmans (der Zivilrechtsanwalt der Chandlers während der Unterstellungen) Büro passiert ist. Laut Fischers Quellen:

      „[Evan Chandler] ist völlig durchgedreht und hat Dave [Schwartz] verprügelt. Schwartz, der zu dieser Zeit von June getrennt lebte, stand bei Entscheidungen, die seinen Stiefsohn betrafen, außen vor und er nahm es Chandler übel, dass er den Jungen zu sich genommen und nicht wieder zurückgebracht hatte.
      Dave wurde wütend und sagte Evan, dass es sowieso nur um Erpressung geht, woraufhin Evan aufgestanden ist, hinüberging und Dave zu schlagen begonnen hat, sagt eine zweite Quelle.“ [1]
      Jordans Onkel Ray Chandler versuchte den Zwischenfall in einem Artikel, den er 2005 für seine jetzt stillgelegte Webseite (atgbook.com) geschrieben hat, herunterzuspielen und beschrieb es als einen „einmaligen Faustkampf“ in der Hitze eines Streits über das Geld aus dem Vergleich, das sie bislang noch gar nicht bekommen haben, aber er gibt zu, dass Evan Schwartz tatsächlich geschlagen hat [4]. Er räumt diesen Zwischenfall auch in seinem Buch ein:
      „Bis jetzt unterdrückte [Evan] seinen Ärger bewusst, aber in der Hitze dieser verbalen Schlacht sprang er von seinem Sessel auf und schlug Dave ins Gesicht. Mehrere Anwälte traten zwischen die beiden Männer und trennten sie.“ [2; Seite 170]
      Geraldine Hughes, eine Rechtsanwaltssekretärin des Anwalts Barry K. Rothman, der die Chandlers zunächst während der 1993 Unterstellungen repräsentiert hat, spricht in ihrem Buch Redemption aus dem Jahr 2004 über eine Klage, die David Schwartz gegen Evan Chandler eingereicht hat und schreibt:
      „Mr. Schwartz behauptet, dass Dr. Chandler am 9. Juli 1993 in Dr. Chandlers Haus in Brentwood auf bedrohliche Art mit einer geballten Faust an ihn herangetreten ist und ihm gedroht hat, ihn mit Händen und Füßen zu schlagen. Er gab an, dass Dr. Chandler ihn zu Boden gerungen und ihn zu treten und anzuspucken begonnen hat.
      Mr. Schwartz behauptet des Weiteren, dass es in Mr. Feldmans Büro im August 1993 erneut eine weitere Auseinandersetzung gab, bei der Dr. Chandler Mr. Schwartz auf seine Schläfe geschlagen hat, was ihn das Bewusstsein verlieren ließ [5; Seite 136


      David Schwartz

      In einem heimlich aufgezeichneten Telefonat zwischen Evan Chandler und David Schwartz sagt Evan, als er über seine damalige Frau „Monique“ (ihr richtiger Name war Nathalie Chandler, aber in dem Transkript und in Ray Chandlers Buch wurde das Pseudonym „Monique“ benutzt) spricht, dass er sie umbringen würde, wenn er jemals erfährt, dass sie ihn betrogen hat, ohne es ihm vorneweg zu erzählen:
      „Sie wird nächstes Jahr auf das Cannes Film Festival gehen… richtig? Weißt Du, was das ist? Dieses Film Festival ist eine verdammte Sexparty. Nächstes Jahr, ohne mich, okay? Also, wenn ich keine Chance habe, mit ihr über meine Befürchtungen zu reden, meine [Band Unregelmäßigkeit], erschieße sie wahrscheinlich, oder ich würde mich von ihr scheiden lassen.“ [6]

      und

      „Und möchtest Du wissen, was ich ihr gesagt habe? Ich habe ihr das gesagt. Ich sagte June… „Monique“ sagte ich „wenn Du jemals mit jemandem anderen schlafen willst oder wenn Du mich nicht mehr liebt, wenn Du zu mir kommt und mir sagst, dass [Band Unregelmäßigkeit] aus dem Haus raus und ficke seinen Verstand raus, ich werde Dich immer lieben, ich werde Dich unterstützen und wünsche Dir alles Gute. Aber wenn es anders herum ist, Du fickst ihn zuerst und dann [Band Unregelmäßigkeit], werde ich Dich umbringen, Punkt.“ Ich habe gesagt „Das sind die Regeln. Wenn Du bei mir bleiben willst, musst Du verstehen, dass das der einzige Weg ist, wie ich überleben kann. So lebe ich.“ [6]


      ..........
      "Wenn man nichts gegen jemanden sagen könnte, als das, was man beweisen kann, könnte Geschichte nicht geschrieben werden!"
      ♡ Michael Jackson ♡



      Neverland is me
    • Es ist niemand anderes als Ray Chandler, der 2005 in seinem Artikel enthüllt, dass „June, als sie 1994 in einer eidesstattlichen Erklärung zu Evans Gewalttätigkeit befragt wird, gesagt hat, dass sie im Jänner 1992 von einem Streit zwischen Evan und seiner damaligen Frau Monique gehört hat, der körperlich wurde.“ [4]
      Obwohl Ray Chandler in seinem Buch Evans körperliche Angriffe gegenüber Schwartz und anderen bestritt (bis auf den „einmaligen Faustkampf“ in Feldmans Büro), und er sowohl in dem Buch, als auch in seinem Artikel von 2005 behauptet, dass „[June Chandler] keinen Grund wusste, warum Evan eine Gefahr für Jordie darstellte“ [4], gipfelte Evans Gewalttätigkeit schließlich in einer Attacke gegen seinen Sohn, in der er ihn fast getötet hat.


      Evans Bruder Raymond Chandler, der 2004 das Buch All That Glitters veröffentlicht hat (nicht zu verwechseln mit dem berühmten Schriftsteller Raymond Chandler)

      Am 6. Juli 2005 – weniger als drei Wochen nach Michael Jacksons Freispruch im Arvizo Prozess – „schlug“ Evan Chandler „[Jordan] mit einem zwölfeinhalb Pfund [etwa 5,5kg; Anm.d.Übers.] schweren Gewicht von hinten auf den Kopf, sprühte ihm Pfefferspray in seine Augen und versuchte ihn zu würgen“ [7]. Ein Richter „stellte“später „fest, dass das Gewicht schwere körperliche Verletzungen oder Tod verursachen hätte können“ [7] Am 5. August 2005 erwirkte Jordan eine einstweilige Verfügung gegen seinen Vater. Obwohl der Richter in diesem Fall erklärte, dass er keinen Beweis sah, dass der Angeklagte (Evan Chandler) „ein Muster gewalttätigen und kontrollierenden Verhaltens“ [7] zeigte und Jordans Antrag auf endgültiges Kontaktverbot abgewiesen hat, stellen die oben angeführten Vorfälle zusammen betrachtet durchaus ein Muster dar.
      Das war nicht das Ende von Evan und Jordan Chandlers Rechtsstreitigkeiten. Am 24. Juli 2005 reichte Evan Chandler eine Klage gegen Jordan ein, die mit Jordans Treuhandfonds zu tun hatte. Der Prozess wurde 2007 abgewiesen.

      *****

      Jordans Beziehung mit seinem Vater schien sehr ambivalent, wohingegen Evans Beziehung mit seinen anderen Kindern nach den Unterstellungen praktisch nicht existent war. Wie wir bereits erwähnt hatten, verbrachte Evan laut June Chandlers Aussage im Jahr 2005 nicht viel Zeit mit Jordan, bevor Jackson in ihrem Leben aufgetaucht war. Während der Unterstellungen von 1993 und mit deren Hilfe erlangte er das Sorgerecht für den Jungen, der 1994 aufgrund des Vergleichs mit Jackson ein Multimillionär war.
      1995 emanzipierte sich Jordan allerdings von seinen beiden biologischen Eltern und lebte eine Zeit lang bei Evans zweiter Frau Nathalie („Monique“) und seinen jüngeren Geschwistern. Nathalie ließ sich von Evan scheiden und heiratete später einen Hollywood-Drehbuchautor, der Evans beide jüngere Kinder wie seine eigenen großzog. Evan zeigte kein Interesse an seinen beiden jüngeren Kindern, er war nur daran interessiert, eine Beziehung zu dem millionenschweren Jordan aufrechtzuerhalten.


      Evan, seine zweite Frau Nathalie („Monique“), Jordan und Evans jüngerer Sohn kurz nach den Unterstellungen 1993 – 1995 ließen sich Evan und seine zweite Frau scheiden und Jordan emanzipierte sich gerichtlich

      Aus Gerichtsdokumenten zwischen Nathalie und Evan zeigt sich, dass Evan trotz der Emanzipierung irgendeine Art psychischer oder emotionaler Kontrolle über Jordan behielt, da sich Nathalie in diesen Dokumenten beschwert, dass sich Jordan nach einer Weile weigerte, mit seinen jüngeren Geschwistern zu sprechen oder sich mit ihnen zu treffen, genau wie ihr Vater, der sie verlassen hat.
      In dem Rechtsstreit beklagte Nathalie auch, dass Evan sich weigerte zu arbeiten und nicht für seine minderjährigen Kinder sorgte, er war auch nicht erreichbar für sie und begnügte sich damit, vom Geld seines Sohnes Jordan zu leben. Sie gab auch bekannt, dass sich Evan von allen Familienmitgliedern, die mit seinem Verhalten nicht einverstanden waren, getrennt hat. Sogar sein loyaler Bruder Ray Chandler gab in seinem Buch All That Glitters zu, dass Evan seine Familie nach den Unterstellungen nicht mehr beachtete [2; Seite 248]. (Mehr dazu in dem Kapitel themichaeljacksonallegations.c…-against-michael-jackson/)
      Das rückt die Darstellung von Evan als bekümmerten Vater, den einzig verantwortungsbewussten Erwachsenen in Jordans Leben, die einzige Person, die sich um sein Wohlergehen Gedanken machte, in eine andere Perspektive.

      Jordan selbst sprach die Unterstellungen niemals öffentlich an und hielt sich immer zurück. Laut Jacksons FBI Akten weigerte sich Jordan, bei Jacksons Prozess 2005 auszusagen, als die Staatsanwälte ihn dazu aufgefordert hatten und er teilte ihnen mit, dass „er jeglichen Versuch“, ihn zu einer Aussage gegen Jackson zu bringen, „gerichtlich bekämpfen würde“ [8]. Jacksons Anwalt Thomas Mesereau sagte, dass er Zeugen hatte, die er einberufen hätte, wenn Jordan ausgesagt hätte. Diese Zeugen waren Leute, die Jordan persönlich kannten und laut Mesereau hatte Jordan ihnen unter vier Augen anvertraut, dass Jackson ihn niemals missbraucht hat [9].
      Am 5. November 2009, vier Monate nach Michael Jacksons Tod, beging Evan Chandler Selbstmord. Er hinterließ keinen Abschiedsbrief. Berichten zufolge starb er als einsamer Mann, geplagt von schwerwiegenden und schmerzhaften Krankheiten. Laut der Journalistin Diane Dimond (die Ray Chandler im Buch All That Glitters als Evan Chandlers „engste Verbündete“ in den Medien beschreibt [2; Seite 194], litt Evan auch an bipolarer Störung.

      In seinem Testament verfügte Evan, dass alle seine Familienmitglieder erst lange nach seinem Begräbnis von seinem Tod unterrichtet werden. Er gab auch bekannt, dass er nicht möchte, dass irgendeinem seiner drei Kinder irgendetwas hinterlassen wird: „Aus unter uns bestens bekannten Gründen treffe ich in diesem meinem letzten Willen und Testament gezielt keine Vorkehrungen für irgendeines meiner Kinder oder deren leiblicher Nachkommenschaft.“ [10]

      Derzeit kommt Jordan gut mit seiner Mutter June aus und steht seinen jüngeren Halbgeschwistern und deren Mutter Nathalie wieder nahe.

      Weiter im Link mit Quellenverzeichnis

      all4michael.com/2017/07/20/mic…-chandler-familie-kennen/
      "Wenn man nichts gegen jemanden sagen könnte, als das, was man beweisen kann, könnte Geschichte nicht geschrieben werden!"
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