Sänger Prince ist Tot

    • Heute erscheint eine Biografie über Prince:

      Neue Biografie über Prince Besessen von Musik

      Halle (Saale) -
      Als Prince am 21. April dieses Jahres an einer Überdosis Schmerzmittel starb, mischte sich unter die weltweit verbreiteten Nachrufe und Beschreibungen des Phänomens Prince die Diskussion, ob da ein Vollendeter oder ein Unvollendeter gegangen ist. Prince Rogers Nelson, im Sommer 1958 geboren (wie auch Madonna und Michael Jackson, die anderen beiden Superstars der 80er Jahre), wurde 57 Jahre alt.
      Kompromisslose Existenz
      Sein immenser künstlerischer Output (je nach Zählweise um die 50 Alben), wie auch seine in jeder Hinsicht kompromisslose Existenz als Künstler würden für mindestens zwei musikalische Biografien ausreichen. Es ist legitim zu fragen, ob mit seinem Tod sich nicht etwas schließt, das nun wohlgeordnet in den Olymp des Pops zur Anschauung für nachfolgende Generationen überstellt werden kann.

      Vom Bostoner Autor und Rechtsanwalt Alex Hahn liegt jetzt in deutscher Übersetzung die Neuauflage des Buches „Besessen. Das turbulente Leben von Prince“ (Hannibal Verlag, deutsch von Kirsten Borchardt) von 2003 vor. Wer sich eine Antwort auf obige Frage erwartet, wird enttäuscht sein. Auch wer hofft, etwas Neues, Unbekanntes aus dem Leben eines der größten Genies der Popmusik zu finden.
      Ein Buch für Prince-Fans
      Um es kurz zu machen: es ist ein Buch für Fans. Hahn teilt seine Lebensbeschreibung in zwei Teile, Aufstieg (von 1958 bis zum legendären Album „Sign O’ The Times“, 1987/88) und Fall (alles, was danach kommt). Erstaunlich ist, dass es sich um annähernd gleichgroße Teile handelt, obwohl ein künstlerischer (oder sonstiger) Fall sich doch mutmaßlich sehr viel schneller als der Aufstieg ereignet.
      Besessen – der Titel ist Programm und kürzestmögliche Zuschreibung in einem. Prince war der große Besessene unter den Giganten. Anders als Elvis Presley, der die 50er allein durch das Zucken der Beine und den Sex in der Stimme revolutionierte; anders als die „Beatles“, denen es der Gott des Songwritings im Schlaf gegeben hatte, beherrschte Prince die hedonistischen 80er wie kein anderer.
      Besessen von der Suche nach einer ultimativen Musik, kippte er den wohlsortierten Baukasten des Pop lustvoll aus und kreierte einen vollkommen neuen Klang aus R&B, Funk, Disco, Gospel und Soul bis hin zu Rock- und Jazzanleihen. Das ging lange gut und die 80er in ihrem flirrend-glitzernden Glücksversprechen auf ewige Jugend schienen der ideale Nährboden für diesen Sound zu sein.
      Musiker mit Kontrollwahn
      Viel Platz in Hahns Buch nimmt die Beschreibung des manischen Kontrollwahns von Prince ein. Glück und Tragik des Höchstbegabten, der letztlich alles allein will und macht, der die Instrumentaltracks kompletter Alben einspielt – eben weil er es kann. Der aber auch Herr über Rechte, Vertrieb und Deutung des Gesamtkunstwerks Prince sein möchte.
      Wo das Genialische derart üppig wuchert, ist der Wahnsinn oft nicht weit. Ausführlich wird die Geschichte des ebenso epochalen wie absurden Streits von Prince mit seiner Plattenfirma Warner Bros. erzählt, der dazu führte, dass der Künstler von 1993 bis Anfang der 2000er Jahre nur noch unter einem unaussprechlichen Synonym beziehungsweise unter der albernen Bezeichnung TAFKAP („The artist formerly known as Prince“) öffentlich agierte. Hahn nennt dieses Kapitel „Auf dem Kriegspfad“ und um einen solchen muss es sich wohl auch gehandelt haben.
      Ein Sonderling?
      Der unkontrollierte Ausstoß oft mittelmäßiger Platten (bis zu zwei Alben pro Jahr), kuriose Vertriebswege seiner Musik (mitunter als Beilage von Tageszeitungen) sowie sein Abdriften in religiöse Nischenveranstaltungen der Zeugen Jehovas führten dazu, dass er von der Öffentlichkeit als latent durchgeknallter Sonderling wahrgenommen wurde. Prince schien um das Jahr 2000 erledigt zu sein.
      Es mag Alex Hahn allerdings nicht in sein dualistisches Konzept von Aufstieg und Fall passen, dass Prince spätestens mit „Musicology“ (2004) ein weltweit registriertes und frenetisch gefeiertes Comeback-Album vorlegte, das nicht nur irgendwie an gute alte Zeiten anknüpft, sondern ein Brückenschlag in die Moderne, in die Zukunft des Pop zu sein schien.
      In der Hall of Fame des Rock’n’Roll
      Im gleichen Jahr wurde er (Zeit wurde es!) in die Hall of Fame des Rock’n’Roll aufgenommen. Ein Video vom März 2004 zeigt ihn als Teil einer Superband mit Tom Petty, Steve Winwood und Jeff Lynne, wahrlich keine unbedeutenden Vertreter der Zunft. Man spielt den George-Harrison-Klassiker „While My Guitar Gently Wheeps“.
      Immerhin verweist Hahn auf dieses Video, weil es anmutet wie die öffentliche Wiedergeburt des Genies Prince. Gleichsam ist das Gitarrensolo ab Minute 3.30 eines der inspiriertesten und energetischsten der Musikgeschichte, das auch heute noch die Herzen von Musikern höher schlagen lässt. Jeder Ton schreit lustvoll auf: Ich bin da!
      Gerne hätte man Prince noch in 20 Jahren in einem New Yorker Jazzclub erleben mögen, als Krönung eines grandiosen Alterswerks. Aber der Vorhang ist geschlossen. Man kann davon ausgehen, dass das Vollendete sich immer nur als ein momenthaftes Glückserleben empfinden lässt. Alles andere ist Biografie. (mz)

      mz-web.de/kultur/neue-biografi…sessen-von-musik-24376340

      oder hier:
      allgemeine-zeitung.de/lokales/…ten-todestag_17830306.htm

      Amazon:
      amazon.de/Prince-Die-Biografie…eywords=prince+biographie

      Eigentlich sollte es auch ein neues Album geben aber...

      Streit um Nachlass
      Gericht stoppt Veröffentlichung von Prince-EP

      Die geplante Veröffentlichung von bisher unveröffentlichten Songs des verstorbenen Popstars Prince ist gerichtlich gestoppt worden. Wie das US-Promiportal "TMZ" unter Berufung auf Gerichtsdokumente am Mittwochabend berichtete, erließ ein US-Bundesrichter auf Antrag des Nachlassverwalters eine einstweilige Verfügung, wonach die EP mit dem Titel "Deliverance" (auf Deutsch: "Befreiung") nicht wie geplant am Freitag auf den Markt gebracht werden darf.
      Der Produzent George Ian Boxill wollte am ersten Todestag des Künstlers sechs neue Songs veröffentlichen. Das Gericht allerdings stellte fest, Boxill habe augenscheinlich nicht das Recht dazu. Der Richter bezog sich nach dem Bericht auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die der Produzent unterschrieb, als er vor mehr als zehn Jahren mit Prince zusammenarbeitete.
      Die Aufnahmen stammen aus der Zeit von 2006 bis 2008 und wurden von Boxill als Toningenieur aufgenommen. Er habe sie in den Monaten nach Prince' Tod vollendet. In einer Pressemitteilung wird Boxill mit den Worten zitiert, Prince habe ihm gesagt, er denke jeden Abend im Bett darüber nach, wie er die großen Plattenfirmen umgehen und seine Musik direkt ans Publikum bringen könne. Das Label, auf dem die "Deliverance"-EP erscheinen soll, heißt Rogue Music Alliance - Schurkenmusikallianz.

      Die EP, die schon von mehreren Millionen Fans vorbestellt worden ist, kann zurzeit nicht mehr geordert werden, die betreffende Internetseite ist aus dem Angebot von iTunes verschwunden. Mit der Vorbestellung war allerdings automatisch der Titelsong "Deliverance" zum Download bereitgestellt worden, was viele genutzt haben dürften. Auch bei Amazon ist "Deliverance" nicht mehr zu finden.
      Boxill schickte eine Antwort auf die Klage, deren Inhalt das Gericht zunächst unter Verschluss hielt. Prince' Erben haben die Herausgabe aller Masterbänder und Kopien der Aufnahmen gefordert. Der Musiker war am 21. April 2016 an einer versehentlichen Überdosis verschreibungspflichtiger Schmerzmittel gestorben.

      spiegel.de/kultur/musik/prince…m-nachlass-a-1144012.html

      Siehe auch:

      tagesspiegel.de/kultur/erster-…rben-klagen/19697068.html
    • Prince: So klingt das Mini-Album „Deliverance“

      • vonJörg Heinrich

      Zum ersten Todestag sollten unbekannte Lieder von Prince erscheinen – ein US-Gericht stoppte die Veröffentlichung. Verlierer sind die Fans – denn „Deliverance“ ist erstaunlich gut.
      David Bowie, Prince, Leonard Cohen, George Michael und manche mehr – 2016, das Jahr, in dem so viele Musiklegenden ihre Instrumente für immer zur Seite legen mussten, schmerzt bis heute. 2017 bringt mit den ersten Todestagen die Erinnerungen zurück. Doch zumindest die Fans von Prince, der heute vor einem Jahr starb, sollten nicht trauern, sondern feiern und „neue“ Musik hören. Denn für diesen Freitag war die Veröffentlichung der ersten Platte aus dem Nachlass des Soul-Superstars geplant. Doch in den vergangenen Tagen entwickelte sich um die EP „Deliverance“, ein Mini-Album mit sechs bisher unveröffentlichten Songs, ein wahrer Krimi. Letzter Stand: Ein US-Bundesgericht verhinderte auf Antrag des Nachlassverwalters per einstweiliger Verfügung, dass „Deliverance“ heute erscheinen kann. Der kleine Mann aus Minneapolis ist auch ein Jahr nach seinem Tod noch für einen großen Skandal gut.
      Der Schaffenswütige hinterließ ein gewaltiges Archiv
      57 Jahre war Prince nur alt, als er mutmaßlich an einer Überdosis Schmerzmittel starb. Doch die Zeit reichte aus, um ein gewaltiges Privatarchiv zu hinterlassen. Der schaffenswütige Musiker hortete hunderte, wenn nicht sogar tausende von unveröffentlichten Songs. Die ersten dieser Tracks sollten nun auf „Deliverance“ erscheinen, das bereits millionenfach vorbestellt wurde. Sie entstanden zwischen 2006 und 2008 und wurden von George Ian Boxill, dem langjährigen Toningenieur der Paisley Park Studios, fertiggestellt. Der Titelsong war bereits seit Dienstag auf Apple Music zu hören – und machte Lust auf mehr. Eine bombastische Ballade hat Prince da hinterlassen zwischen Blues und Gospel, mit Falsett, mit Orgel, mit einem mächtigen Gitarrensolo, und natürlich mit Gott, dem Herrn, im Text. Kurzum: Mit allem, was dazugehört zu einem hinreißend exaltierten Prince-Song.
      Nun ist das Stück aus dem Netz verschwunden, zahllose Fans haben es aber längst heruntergeladen. Laut der US-Website KSTP haben die Erben von Prince Boxill verklagt, weil der Toningenieur angeblich gar keine Rechte an den Liedern hat. Demnach ließ er sie aus dem Studio schlichtweg „mitgehen“, um sie nun zum Todestag über die kleine christliche Plattenfirma RMA auf den Markt zu bringen. Zudem soll Boxill Prince in einer Vertraulichkeitsvereinbarung zugesichert haben, die Stücke niemals zu veröffentlichen.

      Irrungen und Wirrungen um den Nachlass

      Die dubiose Geschichte passt zu den Irrungen und Wirrungen rund um den Prince-Nachlass. Erst im Februar hatte der US-Konzern Universal die Rechte an den unveröffentlichten Songs erworben und eine Vermarktung zugesichert, „die dem Status von Prince als Ikone gerecht wird“. Nach detaillierter Prüfung stellten die Universal-Anwälte dann fest, dass das Erbe völlig unüberschaubar geregelt ist. Nun steht das Rechtepaket angeblich schon wieder zum Verkauf.
      Verlierer sind die Fans von Prince, die auf „neue“ Musik gehofft hatten. Denn in Anbetracht der dubiosen Umstände, unter denen „Deliverance“ postum erscheinen sollte, ist die EP erstaunlich gut gelungen. Herzstück ist eine vier Stücke lange Mini-Oper namens „Man Opera“, die kühn zwischen Ballade, stampfendem Rock und Klassik-Anleihen wechselt.
      Doch derzeit ist völlig unklar, ob „Deliverance“ je offiziell erscheint – oder ob die Platte, wie 1987 das legendäre unveröffentlichte „Black Album“ von Prince, nun jahrelang auf dem Schwarzmarkt durch die Szene geistert.

      merkur.de/kultur/prince-so-kli…-deliverance-8195814.html


      Prince: Neue Single „Deliverance“ wieder im Verkauf, EP bleibt unter Verschluss
      21. April 2017 von Rolling Stone

      Nachdem ein Gericht die für Freitag (21. April) geplante Veröffentlichung einer neuen EP von Prince gestoppt hat, darf immerhin der Titeltrack weiter angeboten werden.
      Millionen von Fans hatten sich schon auf die „Deliverance“-EP mit bisher unbekannten Songs von Prince gefreut. Doch ein Bundesrichter erließ am Donnerstag (20. April) auf Antrag des Nachlassverwalters im letzten Moment eine einstweilige Verfügung, dass die Lieder nicht verkauft werden dürfen. Produzent George Ian Boxill, der die Tracks im Laufe des vergangenen Jahres fertiggestellt hatte, wurde das Recht aberkannt, die Songs auf den Markt zu werfen. Sie wären Am Freitag (21. April) zum ersten Todestag des Sängers erschienen.
      Wie nun „Billboard“ berichtet, betrifft dies zwar fünf der Stücke, die sich auf der EP finden – nicht aber den Titeltrack. Amazon und andere Verkaufsportale hatten die EP sofort nach dem Bekanntwerden des richterlichen Beschlusses aus dem Sortiment genommen. Doch „Deliverance war bereits am Mittwoch (19. April) auf Apple Music zu hören.

      PRINCE HATTE WICHTIGE RECHTSFRAGEN ZU LEBZEITEN GEKLÄRT
      Die Single erscheint unter dem Label RMA (Rogue Music Alliance) – und wie „Billboard“ anmerkt, bezieht sich die Klage gegen Boxill und die geplante Veröffentlichung der neuen EP nicht auf das Titelstück. Das Lied kann nun exklusiv auf einer eigenen Website von RMA erworben werden.



      deliverance.is/athand

      Wie die Nachlassverwalter von Prince am Donnerstag (20. April) mitteilten, hatte Produzent Boxill noch zu Lebzeiten des Sängers einen Vertrag unterschrieben, der es ihm untersagte, Aufnahmen von Prince selbstständig auf den Markt zu werfen. Prince hatte mit solchen Kontrakten versucht, sein vollständiges künstlerisches Material gegen marktwirtschaftliche Interessen von Labels und Geschäftsmännern zu verteidigen.
      Am 09. Juni erscheinen unterdessen nicht nur zwei bisher unbekannte Konzertfilme des Musikers, sondern auch ein neu bearbeitetes Reissue von „Purple Rain“. Highlight des Sets sind neben B-Sides, neuen Fassungen einzelner Stücke und einem Konzertfilm aus dem Jahr 1985 vor allem eine Scheibe mit bisher unveröffentlichten Tracks aus dem legendären ‘Vault‘.



      rollingstone.de/prince-neue-si…unter-verschluss-1234489/
    • Prince "Purple Rain"
      „Purple Rain“ ist bis heute Prince’ erfolgreichste Platte, und sie
      gilt als sein Meisterwerk. Die Zerrissenheit des Künstlers darauf ist
      nicht zu überhören.





      Bei einer Tourbus-Fahrt durch den mittleren amerikanischen Westen kam ihm die Idee. Eine Art Springsteen-Hymne wollte Prince
      komponieren, bombastisch und aufrichtig. Nach getaner Arbeit rief er
      dann Journey-Keyboarder Jonathan Cain an, fragte ihn, ob „Purple Rain“
      wenigstens eine Ähnlichkeit mit deren „Faithfully“ aufweise. Der Song
      „Purple Rain“ von 1984 gilt heute als einer der signifikantesten von Prince,
      und er klingt wie aus dem Ärmel geschüttelt, einfach, stringent,
      Hitparaden-Futter. Dabei war das Stück für den Sänger ein schwieriges
      Projekt. Mit der Single „Little Red Corvette“ und dem zwei Jahre zuvor
      erschienenen Album „1999“ gelangen ihm erste Top-Ten-Erfolge in den USA;
      Prince wollte nun, nach fünf Alben und acht Jahren im Musikgeschäft,
      den Durchbruch. Er benötigte einen Singalong.



      Das Stück hatte alles: fünf Minuten Gesang, ein Refrain, der aus dem
      sechsmal hintereinander gerufenen Titel bestand, am Ende ein
      dreiminütiges Gitarrensolo mit Chorstimme, ein Ausklang mit
      Publikums-Klatschen sowie langsam verebbenden Streichern. Nach 8:45
      Minuten war der Jubel unter den Fans groß. Der dazugehörige,
      gleichnamige Film, der Prince und Band auf dem Weg zum Ruhm zeigt,
      schien ihm gar eine Rolle als Kinostar zu ermöglichen: 80 Millionen
      Dollar Einspielergebnis, viel damals für einen Musikfilm. Am Ende
      erhielt der damals 26-Jährige Prince für den Song-Soundtrack einen
      Oscar.

      Vom Himmel in die Hölle
      Das dazugehörige Album „Purple Rain“, das nun 33 Jahre alt wird, ist
      heute Prince’ erfolgreichste Platte, und sie gilt als sein Meisterwerk.
      Die Zerrissenheit des Künstlers darauf ist nicht zu überhören, und das
      Werk ist deshalb auch nicht komplett gelungen. Mit dem letzten
      Albumdrittel, also dem Titelsong, „I Would Die 4 U“, indem er sich als
      Jesus inszeniert, sowie „Baby I’m a Star“ veröffentlichte Prince die bis
      dahin gewöhnlichsten, im schlechten Sinne freundlichsten Stücke seiner
      Karriere.

      Diese Lieder haben nichts von dem Sex, mit dem Prince seit den frühen
      Achtzigern nach vorne geprescht war, und sie klingen dem Konkurrenten Michael Jackson
      ähnlicher, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Die bedeutenden Momente
      befinden sich weiter vorne, und sie machen „Purple Rain“ zumindest zu
      Prince’ bester Platte im Rock-Genre. Rezensenten waren in den Achtzigern
      noch verblüfft darüber, wie rockig dieser afroamerikanische Musiker
      auftrat; heute käme einem dieser Hinweis auf die Hautfarbe Gott sei Dank
      einfach nur blöd vor.



      Das pastorale Orgel-Intro „Let’s Go Crazy“, eine
      vom-Himmel-in-die-Hölle-und-zurück-Story, markiert seine vielleicht
      explosivste Zeit. Hier diskutierte Prince, der fortan mit verschiedenen
      Künstlerpersönlichkeiten arbeiten würde, darüber, ob sich ungezügelter
      Sex und Gottesfurcht miteinander vertragen. „The Beautiful Ones“ ist
      Hörbeispiel für eines der irrsten Kontrollverluste, die ein Künstler je
      auf Tonspur zugelassen hat: Im live eingesungenen Track steigert Prince
      sich in einen Eifersuchtsanfall hinein, an deren Ende er vor Verlangen
      nur noch kreischen kann – sein bis heute dramatischstes, und sein bis
      heute auch schönstes Lied (Video: die Band Phoenix über „The Beautiful Ones“).„Computer
      Blue“ begann mit einem – damals gewagten, heute eher kitschig wirkendem
      – gesprochenen Intro seiner Musikerinnen Wendy Melvoin und Lisa
      Coleman, die, damals auch privat ein Paar, lesbischen Sex ankündigen:
      „Wendy? – „Yes, Lisa.“ – „Is the water warm enough“? – „Yes, Lisa“ –
      „Shall We Begin? – „Yes, Lisa“. „Computer Blue“ mündet in Prince’ bis
      dahin kontroversestes Stück, in diesem Jahrhundert wäre es jedoch keine
      Erwähnung mehr wert, „Darling Nikki“. Für die Textzeile „I met her in a
      hotel lobby, masturbating with a magazine“ wurde der heute noch immer
      gebräuchliche „Warning! Explicit Lyrics!“-Sticker als Warnhinweis 1984
      eingeführt. Dafür dürften Prince tausende Rapper dankbar sein, die mit
      dem „Warning“-Label seitdem ihre Gefährlichkeit unter Beweis stellen
      möchten.

      Der Paisley Park rief
      Das auffälligste unter den neun Liedern ist natürlich „When Doves Cry“,
      Prince’ bis heute größter Single-Hit: Das Stück kommt ohne Bass aus,
      tanzbar wird es durch den knarzenden Rhythmus, den der Musiker auf
      seiner Linn-Drummachine programmierte. Im dazugehörigen Video kletterte
      der Mann in Zeitlupe aus einer Zeitlupe aus einer Badewanne. Der Erfolg
      von „Purple Rain“ ermöglichte Prince die Umsetzung ehrgeiziger Pläne.
      Kinofilme, dazu die erste Welttournee. Nicht zuletzt schuf das Geld die
      Voraussetzung für den eigenen Tonstudiokomplex namens Paisley Park, der
      1988 in Minneapolis eröffnete. So entstanden die genialischen
      Leistungen, wie wir sie an Prince schätzten.

      Seine echte Blütezeit sollte erst noch kommen, nach „Purple Rain“. In
      der zweiten Hälfte der 1980er landete Prince einen Volltreffer nach dem
      anderen. Er präsentierte jedes Jahr eine Neuentwicklung, musikalisch wie
      auch optisch, wie sie davor nur die Beatles zustande brachten. Kein
      Künstler hat seitdem in so kurzer Zeit eine derartige Vielseitigkeit
      bewiesen. Eine Phalanx an Alben und Projekten, viele davon
      unveröffentlicht, die zum besten gehören, was je aufgenommen wurde:
      „Around The World In A Day“, „Parade“, „Roadhouse Garden“, „Crystal
      Ball“, „Camille“, „Sign O’ The Times“„The Black Album“ und „Lovesexy“.
      Die Musik war Indien, Paisley, drohender Atomkrieg, ein Gerichtstermin
      vor Gott, Wrecka Stow, die Venus von Milo, Identitätskrise, Bondage,
      Jazz, Cindy Crawford, ein Thunderbird. Zwischen 1985 und 1988 war Prince
      unschlagbar.

      rollingstone.de/reviews/prince-purple-rain-1984/
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer
    • Prince nahm angeblich eigene Version vonBad"auf
      30. Mai 2017

      Die Songschreiberin und Sängerin Susannah Melvoin behauptet in einem neuen Interview, Prince habe eine eigene Version von „Bad“ aufgenommen und sie mit einem Ratschlag an Michael Jackson zurückgeschickt…Wer den Prince-Sound live erleben möchte: Unter dem Segen seiner Nachlassverwalter spielt seine langjährige Band „The New Power Generation“ am 4. Juli im Moods in Zürich (!) und am 6. Juli am Jazz Festival Montreux.Die Sängerin und Komponistin Susannah Melvoin hat oft mit Prince zusammengearbeitet. Jetzt sagt sie in einem Interview mit dem „Love City with Toure Podcast“ (hier anhören)

      „Als Michael an I’m Bad arbeitete, sandte er den Song an Prince bevor er ihn veröffentlichte. Michael wollte, dass ihn Prince mit ihm singt… Er konnte es nicht fassen, dass Michael die Nerven hatte, ihn I’m Bad zu nennen. Er meinte, ‚er hat nichts knallhartes (‚badass‘) an sich‘. Er konnte Michael nicht einfach machen lassen. Er wollte den Song nicht nur nicht mit ihm singen: Er ging ins Studio und nahm eine eigene Version auf, so wie er dachte, sollte der Song klingen und sandte es an Michael zurück. Wie ‚Nein. Und übrigens, das ist, wie er klingen sollte‘. Das war das Ende davon. Aber das ist, wie Prince war.“

      The New Power Generation - Celebrating Prince
      Während rund 25 Jahren war The New Power Generation (NPG) an der Seite des Jahrhundertkünstlers Prince. Nach dem offiziellen Prince-Tribute-Konzert vom Oktober 2016 hat die Band die historisch bedeutendsten Mitglieder zusammengetrommelt und beschlossen, unter dem Titel «Celebrating Prince» die Vibes des Ausnahmemusikers weiter beben zu lassen und die bedeutendsten Werke des legendären Musikers international zu performen und zu würdigen. Mit auf Tour sind unter anderem auch Prince’s lebenslanger Freund André Cymone und NPGs ehemaliger Sänger Kip Blackshire. Vielleicht eine der letzten Gelegenheiten, den echten Prince-Sound live zu erleben.Am 4. Juli ist die Band im kleinen Jazz-Club in Zürich, im Moods zu Gast. Hier gibt es Tickets bei Starticket.Am 6. Juli spielt NPG am Jazz Festival in Montreux im Auditorium Stravinski, am selben Abend, an dem dort Lauryn Hill („Fugees“) auftritt.

      Quelle: jackson.ch/prince-nahm-angeblich-eigene-bad-version-auf/
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer
    • Happy #PrinceDay Prince was born 59 years ago today ...



      June 7th, Is Prince's Birthday We remember you Prince! Happy Birthday!

      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer
    • Prince: Ausstellung mit uralten Aufnahmen
      01. Juni 2017

      Fotopremiere
      Prince (†57) erhält posthum ein großes Geschenk zu seinem Geburtstag.

      In einer Galerie in Los Angeles wird eine große Ausstellung rund um den Musiker ('I Wanna Be Your Lover') entstehen und am 7. Juni ihre Pforten öffnen - es wäre der 59. Geburtstag des Sängers gewesen. Im April 2016 erlitt die Musikwelt einen Schock, nachdem der Tod von Prince bekannt wurde. Seine Fans können sich jetzt in Los Angeles mit der Anfangszeit des Stars befassen.

      In der Ausstellung werden Fotografien von Robert Whitman zu sehen sein. Der lichtete Prince im Jahre 1977 ab, als dieser gerade einmal 19 Jahre alt war. Kurz zuvor hatte er einen Plattendeal abgeschlossen. Die Fotos entstanden in Princes Heimat und Whitmans Auftrag lautete damals, er solle den Lokalmusiker Prince Rogers Nelson ablichten. Er nahm den Auftrag an und fertigte Fotos für eine Pressemappe an - ohne das Wissen, dass Prince später zu den wichtigsten Musikikonen unserer Zeit aufsteigen könnte.

      Galeriebesitzer Sam Milgrom über die Ausstellung: "Von der Pressemappe wurden nur 15 Versionen hergestellt. Die Fotografien wurden bisher also extrem selten gesehen."
      Fans von Prince können nun ab nächster Woche nach L.A. reisen, um ihr Musikidol noch einmal in komplett neuen Situationen zu erleben.

      vip.de/cms/prince-ausstellung-…en-aufnahmen-4115620.html
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
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      Albert Schweitzer
    • Bisher unveröffentlichter Track "Father's Song" vom kommenden "Purple Rain" Reissue
      19.06.2017

      Diesen Freitag erscheint das 1984er-Meisterwerk "Purple Rain" von Prince in einer neuen Deluxe- und Deluxe–Expanded Edition. Einen bisher unveröffentlichten Song aus der Sammlung, "Father's Song", gibt es beim Vorbestellen beider Konfigurationen schon jetzt als Download. Unten könnt ihr den gefühlvollen Instrumentaltrack hören, der in Teilen in den "Purple Rain"-Song "Computer Blue" integriert wurde und als eineinhalbminütiges Snippet im Film zu war. Nun bekommt ihn die Welt zum ersten Mal in seiner kompletten, fünfeinhalbminütigen Version zu hören. Auch die Tracks "Our Destiny/Roadhouse Garden" und eine Studioversion von "Electric Intercourse" gehören beim Vorbestellen des kommenden "Purple Rain"-Reissues schon jetzt euch.

      "Purple Rain" blieb mit Songs wie "Let’s Go Crazy", "When Doves Cry", "Darling Nikki" und dem Titeltrack immer eine wichtige Signatur für Prince. Es änderte die Welten von Film und Musik nachhaltig, wurde mit dem Oscar ("Best Original Song Score", zwei Grammys ("Best Rock Vocal Performance by a Duo or Group with Vocal" und "Best Album of Original Score Written for a Motion Picture or Television Sepcial") und Diamantstatus ausgezeichnet.

      Das Doppel-CD-Set "Purple Rain Deluxe" enthält das offizielle Paisley Park Remaster der Originaltapes des Soundtracks von 2015, der eine bisher unveröffentlichte Vision des Albums offenbart, die Prince persönlich noch vor seinem vorzeitigem Ableben im Jahr 2016 beaufsichtigte. Die Disc "From The Vault & Unreleased" präsentiert elf lang gesuchte Raritäten, die aus dem Herzen von Princes legendärem Archiv hervorgeholt wurden.

      Darunter sind sechs Tracks, die nie veröffentlicht und auch nie in der Sammler- und Bootlegger-Community getauscht wurden. Die sind neben "Father's Song" u.a. "Possessed", die vorher nie gehörte 1983er Solo-Version von Prince, "Electric Intercourse", eine Studioversion von deren Existenz niemand wusste, bis sie im Paisley entdeckt wurde, "We Can Fuck", ein Track, der nie in der vollen 10-Minuten-Version mit den vorliegenden Lyrics die Runde machte, und "Katrina’s Paper Dolls", ein vollständiges Master des Songs, der zuvor nur als Demo an die Öffentlichkeit drang. Überdies wurde das gesamte Material den Originalquellen entnommen und von Bernie Grundmann gemastert, der auch am Original-Album gearbeitet hatte.

      Zusätzlich zum Original-Album (2015 Paisley Park Album Master) und "From The Vault & Unreleased" präsentiert "Purple Rain Deluxe – Expanded Edition" eine dritte Disc mit Single Edits & B-Sides sowie die Konzert-DVD "Prince And The Revolution Live At Carrier Dome, Syracuse, N.Y., March, 1985". Audio und Video wurden vom Original Produktions-Mastertape aufbereitet, und es eröffnet einen exklusiven Eindruck von der Leidenschaft und der Kraft der legendären Live-Performances von Prince während einer der meistgefeierten Schaffensphasen des Künstlers.

      warnermusic.de/news/2017-06-19…0%2C0%2C0%2C0%2C0%2C0%2C1
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer
    • Das bizarre Ringen um den musikalischen Nachlass von Prince
      09. Juli 2017

      Prince: „Ich habe den Plattenfirmen auch nicht immer die besten Songs überlassen.“
      Kaum hatte Prince den Vertrag unterschrieben, machte er sich an die Arbeit. Dass er nun nicht nur den Soundtrack für „Purple Rain“ liefern würde, sondern auch die Hauptrolle im Film übernehmen sollte, löste bei ihm einen produktiven Rausch aus. Noch vor Beginn der Dreharbeiten hatte Prince mehr als hundert Songs zu Papier gebracht – und er nahm das neue Material auch in einem atemberaubenden Tempo auf. Ob er im hauseigenen Studio arbeitete oder die Songs vor Publikum testete (wie immer im First Avenue in Minneapolis): Im Lauf der nächsten neun Monate ließ er die Bänder praktisch ständig mitlaufen. „Die Proben dauerten sechs Monate“, erinnert sich die Gitarristin Wendy Melvoin, „und er schnitt absolut alles mit.“ Doch nur neun Songs kamen auf den Soundtrack – und das un­veröffentlichte Material beschäftigt seit nunmehr 33 Jahren die Fantasie der Prince-Gemeinde.

      Jetzt wird der Vorhang gelüftet: Die vier CDs der erweiterten „Pur­ple Rain“-Edition beinhalten Alternativ­versionen und B‑Seiten sowie ­eine DVD mit einem Konzert vom März 1985, als The Revolution in Syra­cuse/New York auftraten und mit einer 20-minütigen Version von „Purple Rain“ glänzten. Die Sensa­tion aber ist die CD mit Outtakes: Einige davon – die komplette Fassung von „Father’s Song“, die Studioversion von „Electric Intercourse“ – sind zum ersten Mal zu hören. Überhaupt ist es ist die erste Veröffentlichung von Material, das in den Tresoren des Paisley Park schlummert. Glaubt man den Nachlassverwaltern, warten dort noch „Abertausende“ Bänder auf Sichtung und Veröffentlichung. 2014 verriet Prince dem ROLLING STONE, dass dort komplette Alben mit The Revolution, The Time und Vanity 6 lagern. „Ich habe den Plattenfirmen auch nicht immer die besten Songs überlassen“, behauptete er.
      Unklare Rechtsposition
      Der große Rest seines umfangreichen Musikkatalogs allerdings wird von einem juristischen Tohuwabohu blockiert, das seit seinem Tod noch zugenommen hat. Im Februar dieses Jahres zahlte Universal Music 30 Millionen Dollar, um die Prince-Aufnahmen vertreiben zu können, die er 1986 nach Auslaufen seines Warner-Vertrags produziert hatte. (Obwohl im bitteren Streit gegangen, kehrte Prince 2014 noch einmal zu Warner zurück.) Ebenso vielversprechend klang die Ankündigung, dass man „die US-Rechte an den klassischen Prince-Alben aus den Jahren zwischen 1979 und 1995 erworben“ ­habe. Der Deal beinhalte zudem unveröffentlichtes Material. Doch ist dieser Deal inzwischen Makulatur. Die Teile seines Katalogs, die vor 1996 entstanden, seien bis 2021 blockiert – was den gesamten Deal für Universal unattraktiv machte. Auf Ankündigungen ­wei­terer Archivveröffentlichungen ­wurde verzichtet, da die rechtliche Ausgangs­position (an welchen Aufnahmen hat Warner überhaupt Rechte, und bis zu welchem Zeitpunkt?) unklar ist.

      Prince’ gesamter Nachlass ist in ­einem ähnlich prekären Zustand. Da er kein Testament hinterlassen hat, kämpften Schwester Tyka und seine fünf Halbgeschwister zunächst um die Deutungshoheit bei der Nachlassverwaltung. Nachdem sich die Familienmitglieder grundsätzlich geeinigt hatten, bestimmte das zuständige Gericht die Privatbank Bremer Trust zum offiziellen Nachlassverwalter. Die Banker machten sich an die ­Arbeit und verkauften Rechte an Streaming­dienste und Merchandisingfirmen, um eine anstehende Erbschaftssteuer in Höhe von zwölf Millionen Dollar bereitstellen zu können. Da die Familie aber mit den konkreten Entscheidungen nicht einverstanden war, bestellte das Gericht einen neuen Nachlassverwalter: Comerica, wieder ­eine Bank aus Minneapolis. Diese engagierte Troy Carter, den früheren Lady-Gaga-Manager und heutigen Spotify-­Berater, um Archivmaterial sichten und künftige Deals einfädeln zu lassen.
      Problemfall: „Deliverance“
      Comerica sah sich erstmals zum Eingreifen gezwungen, als eine EP mit sechs unveröffentlichten Tracks auf den Markt kommen sollte, die Prince zwischen 2006 und 2008 mit Toningenieur Ian Boxill aufgenommen hatte. „Ian hatte Zugriff auf weitaus mehr Material“, betont David Staley, dessen Firma Rogue Music die EP namens „Deliverance“ veröffentlichen wollte. „Er war der Überzeugung, dass Prince die Auswahl und Veröffentlichung des Materials aus ganzem Herzen unterstützt hätte.“ Comerica erwirkte eine einstweilige Verfügung – mit dem Resultat, dass die fertigen CDs nun in einer Lagerhalle liegen, bis das ­Gericht sein Urteil fällt.
      Prince‘ Musik wieder legal auf YouTube erhältlich
      Was Prince wohl gesagt hätte, wenn er hörte, dass seine Musik wieder für jedermann zugänglich ist auf YouTube? Wehren jedenfalls kann sich der im vergangenen Jahr verstorbene Musiker nicht mehr dagegen, dass seine Nachlassverwalter einige seiner Lieder auf dem Videodienst veröffentlicht haben.Prince hatte zu Lebzeiten ein mehr als schwieriges Verhältnis zum Internet. Vor allem hatte er kein gutes Wort übrig für Musik- und Video-Streaming-Dienste. YouTube drohte der Musiker sogar mit einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung. Im Jahr 2007 ließ er von einem Team rund 2.000 Videos von der Plattform entfernen. Auch von sämtlichen Streaming-Diensten, darunter Spotify und Apple Music, hatte er seine Musik löschen lassen. Die einzige Ausnahme war der von ihm selbst und Künstlern wie Jay Z und Daft Punk mitbetriebener Service Tidal.


      Prince im Jahr 1983 (Bild: Joel Bremer)

      Drei Jahre später hatte Prince den „Aus des Internet“ vorausgesagt, wobei er Parallelen mit dem Musikkanal MTV zog. „Am Anfang war MTV hip, doch dann geriet [der Sender] außer Mode“, sagte der Musiker im Interview mit dem Nachrichten Daily Mirror. „Alle diese Computer und digitalen Gadgets taugen nichts. Sie füllen den Kopf nur mit Nummern, die nicht gut für einen sind.“ Nun, in einem Punkt lag Prince falsch. Das Internet ist nicht nur nicht tot, es scheint sogar lebendiger als jemals zuvor. Und nicht nur dass: Im Netz ist das Werk des legendären Musikers wieder frei zugänglich. Ein kleiner Teil davon jetzt sogar auf YouTube.

      Wie das britische Nachrichtenmagazin The Guardian berichtet, haben Prince‘ Nachlassverwalter am Freitag auf der Plattform einen Kanal eröffnet, auf dem sechs Musikvideos und Liveauftritte des Musikers abrufbar sind. Darunter befinden sich Klassiker wie „When Doves Cry“ und „Let’s Go Crazy“ aus dem legendären Album „Purple Rain“ sowie der Liveauftritt in Landover im November 1984. YouTube markiert den nächsten Schritt der Nachlassverwalter, Prince‘ Musik wieder zugänglich zu machen. Seit Februar dieses Jahres ist dessen Werk wieder auf diversen Streaming-Diensten verfügbar. Prince starb am 21. April 2016 infolge einer Schmerzmittel-Überdosis. Er gehörte mit Michael Jackson und Madonna zu den erfolgreichsten Pop-Musikern der 1980er und frühen 1990er Jahre.


      rollingstone.de/das-bizarre-ri…hlass-von-prince-1275983/
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer
    • Demos 4 Females: Unveröffentliche Songs von Prince bei Sounds Outta Range
      26. Juli 2017

      Sounds Outta Range präsentiert heute eine Auswahl von unveröffentlichten Prince-Songs, die der verstorbene Popstar für Sängerinnen geschrieben hat. Prince ist inzwischen seit mehr als einem Jahr tot und mittlerweile ist bekannt, dass sein musikalischer Nachlass noch so einige Überraschungen bereithält: Allein in seinem Anwesen in der Nähe von Minneapolis wurde in einem gesicherten Lagerraum Songmaterial gefunden, das die Zahl seiner offiziellen Veröffentlichungen übersteigt.

      Prince hat vor seinem plötzlichen Tod im April 2016 nicht nur dutzende Welthits unter seinem eigenen Namen veröffentlicht, seine überbordende Kreativität hat es ihm erlaubt, auch zahlreiche andere Bands und KünstlerInnen mit Songs zu versorgen. Im Normalfall spielte er diese sogar komplett selber ein und ließ nur die Gesangsspur im Anschluss neu aufnehmen. Zahlreiche Prince-Versionen von Songs anderer KünstlerInnen lassen sich heutzutage auf Bootlegs finden – viele in erstaunlich guter Klangqualität. Anderen wiederum hört man an, dass sie viele Male auf Tonbandgeräten kopiert wurden, bis sie irgendwie den Weg zu der Prince-Hardcore-Fan-Öffentlichkeit gefunden haben.

      Sounds Outta Range präsentiert heute, am 26. Juli 2017, eine Auswahl von Songs, die Prince für Sängerinnen geschrieben hat. Einige wurden große Hits: „The Glamorous Life“ machte Sheila E. 1984 berühmt, „Love…Thy Will B Done“ war in den frühen 90ern einer der zwei einzigen Hits für Martika, „Manic Monday“ wurde zu einem der bekanntesten Songs für The Bangles. Andere Nummern, die Prince zum Beispiel für Joni Mitchell oder Madonna schrieb, wurden von den betreffenden Künstlerinnen abgelehnt und nie veröffentlicht. Von all diesen Songs, den „Demos 4 Females“, gibt es heute die unveröffentlichten Prince-Versionen zu hören.

      Eine erste Ausgabe von Sounds Outta Range mit unveröffentlichter Musik von Prince lief bereits am 4. Mai 2016. Mitglieder unseres Fördervereins Freunde von ByteFM könnendie Sendung im ByteFM Archiv nachhören. Ebenfalls dort findet Ihr eine weitere Prince-Sonderausgabe von Sounds Outta Range, in der im März 2010 der Song „Cause And Effect“ seine Premiere feierte.



      byte.fm/blog/redaktion/demos-4…sounds-outta-range-71999/
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      Albert Schweitzer
    • Purple Rain: Es gibt jetzt eine Prince Pantone-Farbe!
      15. August 2017




      Mit den lieben Farben ist das ja so eine Sache. Blau ist schon lange nicht mehr nur Blau und blicken wir auf Grün in all ihren Schattierungen, Nuancen und Tönen, grinsen uns gefühlt Drölf Trilliarden verschiedene Farbtöne an. Pantone sei Dank ist also des einen Freud des anderen Leid, doch nun bringt das Pantone Color Institute die freudige Botschaft, dass dem im letzten Jahr verstorbenen Prince eine Pantone-Farbe gewidmet wurde – und welche Farbe diese hat, kannst du dir sicher denken …

      Love Symbol #2 heißt die Farbe, die Prince zu Ehren von den Farbdesignern zusammengemischt wurde. Dass diese natürlich Lila ist, sollte niemanden wundern. „Die Farbe soll Princes unglaubliche Musik, seine Kunst, Mode sowie Kultur ehren“, steht auf der Pantone-Website geschrieben.

      Lila Klavier als Farb-Inspo für Prince Pantone-Farbe
      Des Weiteren verrät uns die Website, dass das lila Piano, mit dem Prince zuletzt auf seiner Tour spielte, die finale Farbgebung des Purple-Tons vorgab.



      So sieht die purple Prince Pantone-Farbe übrigens aus:

      2glory.de/prince-pantone-farbe/15513

      Prince: Als Farbe für immer verewigt

      'Love Symbol #2'

      Prince (†57) lebt als Farbton für immer weiter. Die Farbe Lila gehörte untrennbar zur unglaublichen Karriere des verstorbenen Popstars ('Kiss'), nachdem er 1984 den Song 'Purple Rain' veröffentlichte. In Gedenken an den Sänger hat das US-Unternehmen Pantone nun den Farbton 'Love Symbol #2' kreiert - ein sattes Lila, das in Anlehnung an Princes lilafarbenes Klavier von Yamaha entstand.

      "Die Farbe Lila war synonym für Prince und wird es für immer sein", erklärte Troy Carter, Nachlassverwalter des Künstlers. "Auf diese außergewöhnliche Art wird sein Vermächtnis immer weiter leben." Laurie Pressman, Vizepräsidentin des Pantone Color Instituts, ergänzte: "Wir fühlen uns geehrt, an der Entwicklung von 'Love Symbol #2' beteiligt gewesen zu sein, einem unverwechselbaren lilafarbenen Ton in Gedenken an Prince, 'The Purple One'. Prince war eine musikalische Ikone bekannt für seine künstlerische Brillanz, 'Love Symbol #2' spiegelt seinen einmaligen Stil wider. Dank 'Love Symbol #2' kann der einzigartige Lilaton von Prince fortwährend vervielfältigt werden und den gleichen Kultstatus erlangen wie er selbst."

      Seine Nachlassverwalter stehen nun in Kontakt mit Merchandising-Unternehmen, um die Farbe in neuen Fan-Produkten zu verarbeiten. Der Name der Farbe rührt übrigens von einem der vielen Bühnennahmen von Prince - nach einem Streit mit Warner Bros. benannte er sich 1993 in ein unaussprechliches Symbol um, das er später markenrechtlich unter dem Namen 'Love Symbol #2' schützen ließ.

      vip.de/cms/prince-als-farbe-fuer-immer-verewigt-4123200.html
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      Albert Schweitzer
    • Prince: Seine Musik soll auf jeden Fall veröffentlicht werden
      21. August 2017


      Versprechen an die Fans
      Die Schwester von Prince (†57) erfüllt seine Mission. Im April 2016 war der Musiker ('Purple Rain') völlig überraschend an einer Überdosis Fentanyl gestorben. Seine Fans trauerten nicht nur um den Star, sondern auch um dessen zahlreiche unveröffentlichten Songs und Musikvideos, die sie nun nie hören oder sehen würden. Doch Princes Schwester Tyka Nelson tröstete sie jetzt. So habe ihr Bruder "immer gewollt, dass die Leute seine Musik hören", weshalb sie es sich zur Aufgabe gemacht habe, seine Mission zu erfüllen.

      "Wenn ich nicht seine Wünsche erfülle, dann haut er mir eines Tages im Himmel eine runter", begründete Tyka ihre Entscheidung gegenüber 'Press Association'. "Er wollte seine Musik verbreiten, ähnlich wie mein Vater. Sobald ich einen Raum betrat, setzte er sich sofort ans Klavier oder an den Computer und meinte: 'Ich habe einen neuen Song geschrieben, hör ihn dir an'. Er wollte immer, dass andere seine Musik hören, und ich werde diesen Planeten definitiv nicht verlassen, bis ich sichergestellt habe, dass seine Musik da draußen ist."

      Nun wird aber erst mal am 27. Oktober eine offizielle Ausstellung über den Sänger in der Londoner O2 Arena eröffnet. 'My Name Is Prince' wird drei Wochen lang dauern und bislang nie gezeigte Artefakte aus Princes Besitz beinhalten, darunter auch die orangefarbene Cloud-Gitarre, auf der Prince bei der Super Bowl Halbzeitshow 2007 spielte. "Dies ist das erste Mal, dass wir Gegenstände aus dem Paisley Park zeigen", so Tyka in einem Statement. "Ich freue mich so sehr, die Fans treffen zu können und mit ihnen Geschichten über Prince auszutauschen, sie zu umarmen und mit ihnen zu weinen."

      vip.de/cms/prince-seine-musik-…licht-werden-4123858.html

      "Wenn man nichts gegen jemanden sagen könnte, als das, was man beweisen kann, könnte Geschichte nicht geschrieben werden!"
      ♡ Michael Jackson ♡


      Neverland is me
    • ^.. dazu noch:



      My Name Is Prince Exhibition Heading To London O2 Arena
      A celebration of the Purple One.

      Items from Prince's Paisley Park will head to London's O2 Arena in October as part of an exhibit showcasing ephemera from the late icon's career.

      The My Name Is Prince exhibit also celebrates the 10-year anniversary of Prince's record-breaking run of 21 straight sold-out shows at the O2 Arena in 2007. "This is the first time we’ve taken any items out of Paisley Park," Prince's sister Tyka Nelson told The Guardian. "I'm so excited to be able to meet the fans and share their Prince stories and give them hugs, and have a cry with them if need be."

      Some of the items include guitars used throughout Prince's career – like the Gibson from Prince's first TV performance in 1980 as well as his 2007 orange Cloud guitar – as well as outfits from his Purple Rain and LoveSexy tours, a diamond-encrusted cane with the "love symbol" atop it, handwritten song lyrics and a pair of the "third eye" sunglasses Prince wore late in his career.

      "I love the cane and the glasses," Nelson said. "I love the guitars. I love, love, love the clothes, and the shoes! Every single piece that he keeps over the years becomes my favorite." "My Name Is Prince will showcase hundreds of never before seen artefacts direct from Paisley Park, Prince’s famous Minnesota private estate," the exhibit site says. "Visitors will get a unique insight into the life, creativity and vision of one of the most naturally gifted recording artists of all time."

      Like Prince's O2 run, the exhibit will spend 21 days at the arena, starting October 27th. Tickets for the exhibit go on sale Friday at the My Name Is Prince site.

      rollingstone.com/music/news/pr…exhibit-in-london-w498648
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      Albert Schweitzer
    • ..WOW .. erinnert mich an unseren Besuch 2011 zur MJ-Exhibition ... für Fans sehr emotional ...



      "My Name Is Prince": Ausstellung in London würdigt verstorbene Poplegende
      27.10.2017

      Am Samstag eröffnet in London eine gigantische Ausstellung zu Ehren des verstorbenen US-Popstars Prince. In der O2-Arena wird erstmals eine umfangreiche Sammlung mit zahlreichen Gegenständen aus seinem Anwesen Paisley Park präsentiert.

      Schon der Titel ist ein Lied: "My Name Is Prince" lautet die erste Retrospektive zu Ehren des im April 2016 verstorbenen US-Popstars, die am Samstag in London eröffnet. In der O2-Arena sind erstmals auch Exponate aus seinem Anwesen Paisley Park zu sehen. Die Ausstellung, die nach einem Song aus dem Jahr 1972 benannt wurde, soll bis Januar das bewegte Leben des Ausnahmetalents beleuchten.

      Zu Lebzeiten des Künstlers bekamen nur wenige Zutritt zu seinem 5.000 Quadratmeter großen Studio-Komplex, den Prince 1987 in einem Vorort von Minneapolis eröffnete. "Es ist das erste Mal, dass wir überhaupt Gegenstände aus Paisley Park herausnehmen", sagt Princes Schwester Tyka Nelson. Ausgestellt werden unter anderem die Gitarre, auf der Prince bei seinem Fernsehdebüt 1980 spielte, sowie die Bühnenoutfits, die er auf seinen Tourneen "Purple Rain" und "LoveSexy" trug.

      Zu sehen sind auch ein diamantbesetzter Spazierstock und eine mit Diamanten verzierte Weste sowie Auszeichnungen und handschriftliche Songtexte. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die zahlreichen Instrumente des Virtuosen - Prince soll für sein erstes Album alle 27 Instrumente selbst gespielt haben.

      Die Zusammenstellung der Ausstellung sei eine große Herausforderung gewesen, sagte Manager Mitch Maguire, da Prince "alles aufbewahrt" habe. "Es gibt so viele Dinge in der Sammlung, dass nur rund zwei Prozent davon tatsächlich ausgestellt werden können", sagte die Archivleiterin von Paisley Park.

      Insgesamt 21 Mal trat Prince allein im Jahr 2007 vor der ausverkauften O2-Arena auf. London habe zu seinen Lieblingsstädten gezählt und sei deswegen "der perfekte Ort" für die umfangreiche Hommage, sagte seine Schwester.
      "> donaukurier.de/nachrichten/pan…legende;art154670,3572419
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      Albert Schweitzer
    • Prince
      Love Symbol

      30. Oktober 2017


      „Love Symbol“ von 1992 war opulent arrangiert, stilistisch vielfältig und stellte Fragen, die man nicht immer verstand. Aber man verstand, dass Prince nach den eher direkten Soundtracks von „Batman“ und „Graffiti Bridge“ zumindest wieder an einem eigenen Konzept arbeitete.

      Wie heißt das Album eigentlich: Heißt es, wie vom Label katalogisiert, wirklich „Symbol“ oder „Love Symbol“? Das Cover trug keinen Titel – es zeigte lediglich ein neuartiges Zeichen auf der Hülle, in dem sich die Gendersymbole von männlich und weiblich vereinen. Eine Platte ohne Namen also, das dürfte den Verantwortlichen von Warner Music 1992 ein wenig Angst gemacht haben. „, O(+>“ – Würde sich so etwas denn verkaufen? Prince weigerte sich, einen Titel herauszurücken.

      Und er machte sich sowieso keine Sorgen. Rund einen Monat vor Veröffentlichung seines 14. Studiowerks unterschrieb er den angeblich bis dato bestdotierten Plattenvertrag aller Zeiten. Von einer – später von verschiedenen Seiten bestrittenen – Garantiesumme von 100 Millionen Dollar für neue Alben war die Rede (ein typischer 1990er-Jahre-Megavertrag jener Sorte jedenfalls, den auch Madonna und R.E.M. unterzeichneten – und alle setzten sie dann bis Ende des Jahrzehnts immer weniger Platten ab). Außerdem gab es ein Joint Venture seines Paisley-Park-Labels mit Warner, was für den 34-Jährigen einen Aufstieg im Konzern bedeutete.

      Das Cover war eine Mischung aus eben seinem Paisley Park, Metropolis, Klon-Zukunft und Lagerfeuer. 18 Tracks. 75 Minuten. Erstmals ein Reggae. Prince rappte auch wieder, baute ein „Motherfucker“, zumindest als „MF“, in einen Titel ein. Schulterzucken verursachte das konfuse Konzept um Ägyptologie, das Prince in Songs und Artwork einspannte, die Pyramiden und deren Zahlen-Mythologie. Dazu gab es die im HipHop florierenden „Segues“, gesprochene Zwischenelemente, in denen die Schauspielerin Kirstie Alley in der Rolle einer Reporterin den Musiker anpflaumt: „Why Are You So Arrogant?“. Carmen Elektra singt auf „Love Symbol“ mit, Prince’ zukünftige Ehefrau Mayte sowie die Steeles. Doch wer von ihnen war wann zu hören?




      Gegenüber dem durch Rap- und R&B-Anleihen verwandten, im Jahr zuvor veröffentlichten „Diamonds and Pearls“ wird „Love Symbol“ ungnädig beurteilt – zu Unrecht. Prince’ hieran anschließende „Symbol“-Phase, der überhastete Bruch mit Warner, der Abstieg zum TAFKAP (The Artist Formerly Known As Prince) gilt als schlechteste seiner Karriere – das schon. Aber hier war er noch Prince. Und Rap-Elemente, wie in „Sexy MF“ oder „My Name Is Prince“, baute er weit fließender in seinen Mix ein, als er es in Standalone-Nummern wie den „Diamonds and Pearls“-Tiefpunkten „Push“ oder „Jughead“ probierte.
      Erstmal Prince, dann King
      So wütend wie in „My Name is Prince“, einem Lied über künstlerische Selbstbestimmung, klang Prince wohl noch nie. Kollege Tony M. rief Prince’ Rivalen Michael Jackson (der sich kurz zuvor, wegen abnehmenden Erfolgs, verzweifelt zum „King Of Pop” krönen ließ) entgegen: „You Have To Become A Prince Before You’re King Anyway”. Im dazugehörigen Video, in dem Prince eine Straßenrevolte anführt, verdeckte eine Polizeimütze, von der Kordeln herunterhingen, vollständig sein Gesicht. Sein Mikro hatte die Form einer Pistole. Ein starker Kontrast: Einerseits betonte Prince den Prince im Songtitel – aber die Identität schien nicht mehr an sein Antlitz geknüpft. Er wollte ein Star ohne Image sein, obwohl er hätte wissen müssen, dass das nicht geht. Auch das war der Bruch, der ihn zu TAFKAP werden ließ.



      Zumindest die Hälfte der Album-Songs ist gelungen: „Sweet Baby“ bietet reduzierten Pop, der auch aus Prince’ ersten beiden Alben hätte stammen können; „The Morning Papers“ war eine Ballade mit drei Metal-Soli, und die Mini-Oper „3 Chains O’ Gold“ fuhr ein möglicherweise noch beeindruckenderes Gitarrensolo-Finale als „Let’s Go Crazy“ auf. „Damn U“ hätte auch dem Neo-Soul aus „Sign O’ The Times“ gestanden. Mit dem arabesken „7“ gelang Prince sein letzter Single-Top-Ten-Hit in den amerikanischen Billboard-Charts, passenderweise stieg es bis auf Platz sieben.

      Am meistunterschätzten ist vielleicht „I Wanna Melt With U“, in dem Prince zwar etwas zeitgeistig vom „Ultimate Rave“ schwadroniert, der Techno-artige Rhythmus aber tatsächlich nicht abgekupfert klingt, sondern, wie früher, nach einsamer Arbeit an der Beat-Maschine. Und das versteckte „The Max“ kramte Prince für seine „Piano“-Tour von 2016 wieder hervor. Bei seinem letzten Konzert, sieben Tage vor seinem Tod, spielte er das Lied gleich als zweites im Set.



      Aber es ist die mit „Love Symbol“ gefeierte Geschlechtsneutralität, die widersprüchlich bleibt. In Prince’ Musik gab es ab Anfang der 1990er-Jahre leider keine Genderfragen mehr aufzuwerfen, keine Geheimnisse, Versprechungen, Verlockungen, keine wunderbaren Ambivalenzen. Mit seinen Game Boyz oder Rapper Tony M. verfeinerte er eine Macho-Rap-Haltung, nach der Männer stärker sind als Frauen. „Love 2 The 9’s“, eigentlich ein schöner Song, trieb in einem Dialog das gewünschte Dominanzverhältnis auf die Spitze. Auf Wissensfragen antwortete Mayte naiv.

      How many books u read? “Is Hemingway dead?”
      Who’s the president now? “Does it matter… wow!”
      Then how u gonna make that booty boom?
      “How I’m gonna make that booty boom?”
      I said how u gonna make that booty boom?



      Würdiges, vorläufiges Ende als Prince
      „Love Symbol“ war opulent arrangiert, stilistisch vielfältig und stellte Fragen, die man nicht immer verstand. Aber man verstand, dass Prince nach den eher direkten Soundtracks von „Batman“ (1989) und „Graffiti Bridge“ (1990) zumindest wieder an einem Konzept arbeitete. Die schwachen Verkäufe der Platte dürften es ihm ab 1993 leichter gemacht haben, sich von Warner Music abzuwenden – aber der künstlerische Wert dieses Musikers ließ sich natürlich nicht in Millionen von vertraglich zugesicherten Dollars messen. Das tat das Label im Jahr darauf: Erstmal eine „Greatest Hits“ veröffentlichen. Beide Seiten brauchten Abstand.

      rollingstone.de/reviews/prince-love-symbol/
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer