Gedanken und Erfahrungen zum Glauben

    • evangelisch: Sonntagskirche | 25.06.2017 | 05:12 Uhr | Stephanie Brall

      Auf Wiedersehen

      Guten Morgen.
      Da ist eine Frau.
      Sie hat in ihrem Haus ein wertvolles Geldstück verloren.
      Sie stellt alle Möbel um, verrückt Tische und Bänke,
      bis sie das verlorene Geldstück wiedergefunden hat.
      Und jetzt ist ihre Freude so groß,
      dass sie alle ihre Nachbarinnen rausklingelt,
      um mit ihnen ein ordentliches Kaffeekränzchen abzuhalten.
      Die Frau kommt mir irgendwie bekannt vor.
      Denn sowas passiert mir regelmäßig!
      Nicht unbedingt mit Geld,
      aber mit meinem Schlüssel.
      Die Geschichte von der Frau, die das Geldstück sucht, steht in der Bibel.
      Jesus hat sie erzählt, vor rund 2000 Jahren.
      Warum erzählt er so eine Geschichte?
      Wer ist diese Frau?
      Und was ist das für ein Haus?
      Hören wir, wie die Geschichte endet:
      Der Himmel feiert ein Fest, genau wie die Frauen, erzählt Jesus.
      Der Himmel feiert ein Fest,
      wenn ein Mensch sich finden lässt.
      Wenn einer sich beheimaten lässt.
      Wenn einer ankommt.
      Bei sich.
      Bei Gott.

      Im Leben.
      So deutet Jesus die Geschichte.
      Demnach wäre ich also gar nicht wie die Frau in der Geschichte.
      Ich wäre wie das Zimmer, das sie auf den Kopf stellt.
      Das Frauenzimmer.
      Das Haus.
      In dem ich mich eingerichtet habe im Laufe meines Lebens.
      Und die Unruhe in dem Haus könnte daher rühren:
      Beruflich bin ich schon irgendwo angekommen,
      so manche Idee vom Leben hat sich schon erfüllt,
      und so manche nicht ...
      Und dann rumort es in mir.
      Vielleicht ausgelöst durch einen Verlust,
      eine Krankheit, einen Abschied.
      Es fühlt sich an,
      als hätte ich etwas verloren;
      von meinem Vertrauen,
      meiner Liebe,
      meinem Glauben ...
      und es rumort,
      aber wer rumort denn da?
      Die Frau!
      Jetzt kommt die Frau ins Spiel!
      Und die Frau ... ist Gott.
      Und er / sie fängt an zu suchen.
      In meinem Haus.
      Denn sie hat da was verloren.
      Ihr fehlt da was.
      In meinem Leben.
      Deswegen stellt sie es auf den Kopf.
      Verrückt Möbel, schlägt die Teppiche beiseite,
      staubsaugt die Wollmäuse weg,
      um herauszufinden,
      ob sich das kostbare Geldstück in irgendeiner Ecke auf dem Boden verbirgt,
      öffnet Fenster und zieht die Jalousien hoch,
      um besser sehen zu können.
      Und gibt nicht Ruhe,
      bevor sie gefunden hat in mir,

      was sie so schmerzlich vermisst hat an mir.
      Bevor sie den Staub weggewischt hat,
      der mir die Sicht vernebelt.
      Bevor sie die Schätze gehoben hat,
      die noch unentdeckt schlummern in mir.
      Bevor sie den Wert wiederhergestellt hat,
      der mir verloren gegangen ist.
      In der Krise Gott selbst am Werk.
      Eine heilige Unruhe.
      Wie gut ist das denn?
      Wenn die Unruhe sein darf,
      wenn ich nicht so tun muss, als wäre alles ruhig und in Ordnung,
      wenn meine Unruhe heilig ist,
      weil Gott sich darin zeigt, er auf der Suche ist,
      lange bevor ich selbst angefangen habe zu suchen,
      weil ihm was fehlt,
      lange bevor ich gemerkt habe, dass mir was fehlt.
      Er / Sie freut sich auf ein Wiedersehen.
      Und der Kaffeetisch?
      Ist schon längst gedeckt!


      Einen Sonntag voller Wiedersehen und fröhlichem Kaffeeklatsch wünscht Ihnen
      Stephanie Brall von der evangelischen Kirche.

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      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
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    • katholisch: Kirche in WDR 2 | 25.07.2017 | 05:00 Uhr | Urs von Wulfen

      Mitschuld?

      Meine liebe Freundin Rike hat neulich Dieben beim Stehlen geholfen und ich bin
      der festen Überzeugung: „Sie alles richtig gemacht.“
      Das muss ich natürlich erklären und dazu muss ich etwas ausholen.
      Rike ist eine Art Naturgewalt. (Sie ist bunt und laut. Rike liebt das gute Leben
      und genießt es, wo immer sie es finden kann. Das kann eine spontane Party im
      Park sein, vier Stunden schlafen an einem Dienstagnachmittag oder jemanden
      zu helfen, der in Not ist. Das alles macht ihr gleichviel Freude. Viele Leute reden
      davon, dass man jeden Tag so leben soll, als ob es der letzte Tag im Leben
      wäre. Rike redet nicht nur, sie zieht die Nummer durch.
      Unlängst ist Rike umgezogen Und Rike war dabei, den leeren Umzugsbulli zum
      Autoverleiher zurückzubringen, da fuhr sie an zwei Männern vorbei, die
      versuchten, mit Fahrrädern ein altes Sofa vom Speermüll mitzunehmen. Rike
      hat mir erzählt, dass sie zuerst vorbeigefahren ist und sich dann gedacht hat:
      „Wie assozial ist das denn? Ich fahre hier mit einem leeren Bulli durch die
      Gegend und die beiden bekommen ihr Sofa nicht von der Stelle.“ Da ist sie
      zurückgefahren hat das Sofa, die Jungs und ihre Fahrräder aufgeladen und alle
      zusammen dorthin gefahren, wo sie hin wollten.
      So weit so schön.
      Leider hat ein paar Wochen später die Polizei angerufen und gesagt, dass sie
      dabei gesehen wurde, wie sie mit zwei Männern Fahrräder gestohlen habe.
      Rike konnte die ganze Sache aufklären und hat der Polizei alle Infos gegeben,
      die sie hatte, um die Diebe zu finden. Ärger mit der Polizei hat sie dann auch
      keinen bekommen, aber natürlich gibt es genug Leute, die Rike wegen ihrer
      Aktion ungefähr so kritisieren:
      Rolle: „Das hat sie jetzt davon, wenn sie wildfremden Leuten hilft! Da muss man
      sich doch vorher absichern, ob da alles mit rechten Dingen zugeht. Wie naiv
      kann man sein. Mann Mann Mann.“
      Ich bin nicht dieser Ansicht. Das ist genauso, wie wenn man seine Wohnung
      nicht abgeschlossen hat, eingebrochen wurde und alle sagen: „Da ist man ja
      selbst schuld, wenn man nicht abschließt.“
      Nee ist man nicht. Schuld ist einzig und allein der Einbrecher, denn der allein
      hatte einen miesen Plan und genug kriminelle Energie, um den Plan auch
      durchzuziehen. Es ist doch eher traurig, dass man seine Haustür abschließen

      muss.
      Genauso sehe ich das bei Rikes Hilfsaktion. Sie hat eine Chance gesehen zu
      helfen und hat geholfen, weil ihr helfen eben Freude macht. Es kann immer
      passieren, dass Nächstenliebe ausgenutzt wird, aber das ist kein Grund mit der
      Nächstenliebe aufzuhören. Denn das würde nur noch zu mehr Zynismus und
      abgeschlossenen Türen in unserer Gesellschaft führen. Damit wäre die Welt
      vielleicht ein sicherer, aber bestimmt kein schönerer Ort.

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    • evangelisch: Kirche in WDR 2 | 03.08.2017 | 05:00 Uhr | Sven Keppler

      Unendlichkeit

      Musik:
      Cro, Unendlichkeit (Album: fake you, Track 8)


      Autor: Es ist früh am Morgen und ich fühle mich alt. Dabei hab ich noch gar
      nicht versucht aufzustehen. Geschweige denn in den Spiegel geschaut. Mein
      Radiowecker hat geschafft, dass ich mich alt fühle.

      Musik: Scheiß auf Money, scheiß auf Bitches und Karrierescheiß. Ich wurde
      nicht weil ich gut ficke bei den Apes gesignt. Scheiß auf Platin und das
      Business, denn es geht vorbei. Keine Zeit, das hier ist mein Ticket in die
      Ewigkeit.


      Autor: Cro nimmt das in den Mund, was ich mir nur mit Papier abwische. Und
      natürlich nicht nur er. Was Piercings, Tattoos und provokative T-Shirts schon
      lange nicht mehr schaffen, das macht bei mir die Sprache. Ich schüttel den Kopf
      und frage mich: Muss das wirklich sein? Oder bin ich einfach nur zu alt? Zu
      spießig?


      Musik: Das Leben macht Spaß, ja, du bist ´n Star, yeah. Isst vom goldenen
      Löffel und fickst schöne Frau’n.


      Autor: Ich frage mich, wie der Song wohl ohne die krasse Sprache klänge.
      Ungefähr so: „Ich brauch kein Geld. Keine Flittchen. Und keine Karriere. Das
      Leben macht Spaß, du isst vom goldenen Löffel und liebst schöne Frauen.“
      Klingt verdammt nach Schlager. „Ich brauche keine Millionen. Mir fehlt kein
      Pfennig zum Glück.“ Beim Nachdenken merke ich, wieviel Weisheit in der
      schnoddrigen Sprache versteckt ist.



      Musik : Doch wozu Girls, Cash, pretty things, ´n wunderschönen Benz in weiß?
      Und all der ganze fancy Scheiß? Du stehst vor hunderttausend Fans und weißt:
      Irgendwann ist der Moment vorbei. Und ich wollt’ eigentlich Unendlichkeit.



      Autor: Der Rapper mit der Pandamaske ist seit über 10 Jahren im Geschäft.
      Jetzt hat er über das Gehabe der Gangstarapper einen nachdenklichen Song
      gemacht. Wozu das ganze Getue mit Models, großen Scheinen und protzigen
      Autos? Das alles taugt nur für den Moment. Und ich wollt’ eigentlich
      Unendlichkeit!




      Musik: Und wenn es gut läuft, hab´ ich siebzig Jahre Lebenszeit. Um zu
      verhindern, dass die Seele kilometerweit schwerelos ins Leere treibt, bitte Gott,
      steh mir bei, dass am Ende dieses Lebens mehr als ´ne Trophäe bleibt!



      Autor: Unter der Maske zeigt sich ganz viel Nachdenklichkeit. In der Sprache
      der Bibel klingt das so: Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch
      kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur
      vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Gott,
      lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
      [Psalm 90,10.12]
      Das Uralte klingt bei Cro komplett neu. Ganz nah dran an der Unendlichkeit.




      Musik : Das Leben ist nicht lang, es ist irgendwann vorbei. Und deshalb streb´
      ich jeden Tag nach Unendlichkeit. Ho.



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      evangelisch: Kirche in WDR 4 | 03.08.2017 | 05:04 Uhr | Silke Niemeyer

      Vergebungshelfer

      Guten Morgen!

      „Wie oft muss ich meinem Bruder, der mir Unrecht tut, vergeben? Ist siebenmal
      genug?“, fragte Petrus, und Jesus antwortete ihm: „Ich sage dir: nicht
      siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.“ (Matthäus 18,21f) Das klingt
      überaus barmherzig. Aber die verlangte christliche Milde ist doch die Härte für
      Menschen, denen etwas Furchtbares angetan wurde. Soll eine vergewaltigte
      Frau, die ihres Lebens nicht mehr froh wird, ihrem Peiniger verzeihen? Soll der
      Mann, dessen Vater bei einem illegalen Rennen totgefahren wurde, dem Raser
      vergeben?

      Die Nagelprobe für die Vergebung ist das Unverzeihliche. Und das ist zunächst
      einmal genau dies: Unverzeihlich. Es gibt keine Pflicht zum Vergeben. Eine
      erzwungene Vergebung kann ja gar keine Vergebung sein. Vergeben geht nur
      frei. Manchmal aber sind Menschen, deren Leben durch einen anderen zerstört
      wurde, dieses zerstörte Leben lang nicht so frei, jemals vergeben zu können.
      Bei wem könnte man das besser verstehen als bei einer Mutter, deren Sohn
      ermordet wurde. Sie lebt in ganz ärmlichen Verhältnissen. Und nun ist sie noch
      schlechter dran. Wo sie lebt, fehlt es an Jobs, nicht aber an Drogen. Die jungen
      Männer dort geraten aneinander. Bei einem dieser Kämpfe flog ihrem Sohn ein
      Messer in den Nacken. Das war in Teheran und der Täter heißt Safar. Safar
      wurde zum Tode verurteilt. Berichte über Hinrichtungen im Iran sind bekannt,
      weniger jedoch, dass die Angehörigen des Opfers das letzte Wort haben und
      nicht der Staat. Wenn sie vergeben, kommt der Verurteilte gegen Zahlung einer
      Entschädigung frei. (1) Hier setzen die Leute von der Imam-Ali-Gesellschaft an.
      Man könnte sie Vergebungshelfer nennen. Sie gehen in die schwierigen Viertel,
      geben Straßenkindern Unterricht, helfen hier und da und versuchen vor allem
      die Safars aus den Todeszellen zu holen. Sie haben es auch geschafft, die

      Mutter zum Vergeben zu bewegen. Behutsam nahmen sie Kontakt zu ihr auf,
      besuchten sie, tranken viele Gläser Tee, hörten ihren Klagen zu und versuchten
      sie sanft zu überzeugen, im Mörder den Menschen zu sehen. Sie schafften es.
      Da war Safars Hinrichtung bereits zum dritten Mal angesetzt. Aber nun hatte
      dessen Familie kein Geld für die Entschädigung. Über eine Crowdfunding-
      Aktion über Facebook gelang es der Imam-Ali-Gesellschaft,
      dreiundzwanzigtausend Iraner zu kleinen Spenden zu bewegen. Safar ist heute
      frei. Dies ist nachzulesen im neuen Buch der Journalistin Charlotte Wiedemann.
      Die wunderbaren beherzten Vergebungshelfer von Imam-Ali sind großartig. Und
      großartig ist, dass es hierzulande nicht nötig ist, Menschen vor der Hinrichtung
      zu retten. Aber Vergebungshilfe, die brauchen auch wir. Das heißt: Räume
      schaffen, Worte finden, andere Sichtweisen entwickeln, Brücken bauen, die
      Menschen helfen, verzeihen zu können. Vergeben ist nicht ja nicht etwas, was
      man einmal macht und was dann ein für alle Mal getan ist. Es ist etwas, für das
      man sich immer wieder entscheiden muss, etwas, was nicht aufhört, solange
      das, was man erlitten hat, weiter weh tut. Siebzigmal siebenmal und manchmal
      noch öfter.

      (1)Vgl. Charlotte Wiedemann, Der neue Iran. 2017. S. 126.

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    • evangelisch: Kirche in 1Live | 04.08.2017 | 05:11 Uhr | Magnus Anschütz

      Gott bewertet nicht

      „Oh Mann, mir klingeln die Ohren!“, sagt Anna und steigt lachend aus der
      Bahn. „Das ist schon ganz schön krass, was sich die Schüler von heute an den
      Kopf werfen, so innerhalb von zwei Bahnstationen! ´Du hast nur ne 4 in Sport,
      was bist du denn für ein Opfer?´ oder ´Dein Handy ist schon viel zu alt du
      Spast!´ Ich bin froh, dass wir das an der Uni nicht mehr so haben.“
      Wir gehen zum Hörsaal. Ich sage dazu erstmal nichts. Aber ich finde: Anna hat
      Unrecht! In der Bibliothek haben letztens zwei Leute über meinen alten
      Computer gelacht. Und auch an der Uni wird ziemlich krass gewertet. Egal, ob
      man das möchte, oder nicht. In der Uni herrscht ein riesiger Kampf mit, um und
      für Noten.


      Und nach der Uni geht das jawohl so weiter. In der großen weiten Arbeitswelt
      geht’s auch um höher, schneller, weiter, moderner, …
      Wenn es mir mal zu viel wird mit der Benoterei, dann gehe ich in die kleine
      Kapelle der Studierendengemeinde. Da kann ich zur Ruhe kommen, mich auf
      mich besinnen und mir sicher sein, dass ich nicht falsch bin. Denn Gott benotet
      nicht. Von Gott bekomme ich keine Creditpoints, von Gott bekomme ich
      Chancen. Vorgestern habe ich Anna übrigens auch in der Kapelle getroffen.

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      evangelisch: Kirche in WDR 5 | 04.08.2017 | 05:05 Uhr | Silke Niemeyer

      Gott hat keine Augenzeugen

      Guten Morgen!
      Gott hat keine Augenzeugen. Wenn man ihn doch sehen könnte...
      Von diesem Wunsch erzählt eine der dramatischsten Geschichten in der Bibel.
      Unter der Führung des Mose entkommt das Volk (Israel) aus Ägypten, wo sie
      als Sklaven vegetiert hatten. Der Weg in die Freiheit geht durch die Wüste zum
      Berg Sinai. Mose steigt hinauf, um dort die „Zehn Gebote“ von Gott abzuholen.
      Das dauert und dauert. Im Volk grummelt es. Was ist das eigentlich für ein Gott,
      der uns hierher in die Wüste gelockt hat? Wie gut wäre etwas Sichtbares, etwas
      fesselnd Faszinierendes – dem würde man gern folgen. Da schmelzen sie ihren
      Schmuck ein und gießen daraus die goldene Statue eines Stiers. Ganz verzückt
      tanzen sie dann um ihren strahlenden Gott. „Das ist unser Gott, der uns befreit
      hat“, jubeln sie und feiern zu seinen Füßen ein wüstes Gelage.
      Genüsslich wird hier davon erzählt, wie sich ein ganzes Volk verblöden lässt
      von dem Wunsch einen sichtbaren und greifbaren Gott zu haben.
      Dies ist eine sehr frühe und unglaublich witzige und kluge Kritik an Religion
      mitten in der Bibel. Über zwei Jahrtausende später wird der berühmte
      Religionskritiker Ludwig Feuerbach behaupten: Gott ist die Projektion der
      menschlichen Wünsche. Er meinte: Wonach der Mensch sich sehnt, das wirft er
      auf Gott wie der Beamer das Bild an die Wand wirft. Und dann nennt der
      Mensch das „Gott“, was eigentlich ja nur ein Bild ist von seinem eigenen
      Inneren. Ein Bild seiner eigenen Sehnsüchte und Wünsche. Genauso gießt das
      verunsicherte Volk (Israel) seine Sehnsüchte zu dem Bild eines goldenen Stiers
      und kniet vor ihm nieder. Dieser Stier verkörpert märchenhaften Reichtum und
      eine unbezwingbare Macho-Macht.
      Der Gott der Bibel passt aber in kein Bild. Zu sehen gibt er die Tafeln mit seinen
      Geboten, allein sie.
      Das Volk aber, das um seinen goldenen Stier tanzt, hat endlich seinen
      sichtbaren Gott und sein religiöses Mega-Event. Doch Moses Rückkehr

      ernüchtert die religiös Berauschten jäh. Außer sich vor Zorn lässt er den Stier im
      Feuer zerschmelzen. Dann zermahlt er den traurigen formlosen Goldklumpen
      zu Pulver, streut das Pulver ins Wasser und gibt es den Leuten zu trinken. Sie
      müssen ihren Götzen regelrecht fressen und verdauen und dann ausscheiden.
      Das Volk damals bejubelte seinen Stier, tanzte um ihn, betete ihn an und
      opferte ihm.
      Und heute? Wem opfere ich meine Kraft, meine Ideen, meine Zeit? Was ist mir
      Herzensanliegen und höchstes Ziel? Das ist die eigentliche Gottesfrage. Ist es
      das, was der Stier verspricht? Man sieht sein Abbild vor den Börsen stehen,
      man beobachtet den ekstatischen Tanz der Kurse. Man erinnert sich an den
      BVB-Attentäter Sergej W., der im Tanz um den Götzen Geld Bomben zündete
      und Opfer wollte. Man sieht oben in der Politik die schnaubenden Männer, die
      Zulauf bekommen. Man sieht unten armselige Männlein, die als Krieger für
      einen Macho-Gott töten und sterben wollen. Man sieht die Wiedergänger des
      Stiers und denkt verzweifelt an das Erste Gebot: Betet sie nicht an und dient
      ihnen nicht.


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    • evangelisch: Kirche in WDR 2 | 05.08.2017 | 05:00 Uhr | Sven Keppler

      Gefühl und Verstand

      „Das ist jetzt nicht Dein Ernst?!“ Er ist genervt. Die Sache ist eigentlich seit
      Jahren geregelt. Und für ihn ist klar: Dann hält man sich auch daran. Bei ihr ist
      das anders, und das sagt sie ihm auch: „Doch, das ist mein Ernst. Ich weiß,
      dass wir einmal im Monat zu Deinen Eltern fahren. Und dass das diesen
      Sonntag wieder dran wäre. Aber mein Gefühl sagt mir: Ich muss diesmal meine
      Freundin Mona besuchen. Die braucht mich jetzt.“
      „Dafür hättest Du doch an 30 anderen Tagen im Monat Zeit gehabt. Telefoniert
      Ihr nicht schon genug? Meine Eltern haben sich darauf eingerichtet, dass wir
      kommen. Und dann kriegst Du so ein ‚Gefühl‘, und wir müssen alles
      umschmeißen. Mit Vernunft hat das nichts mehr zu tun!“ „Das behaupte ich ja
      auch gar nicht. Es ist eben nicht immer alles vernünftig. Manchmal muss man
      auch spontan sein und auf sein Gefühl hören.“
      Und schon sind sie mitten in ihrer altvertrauten Grundsatzdiskussion. Dabei ist
      er gar nicht der Typ, bei dem alles immer nach dem gleichen Schema abläuft.
      Im Beruf muss er oft flexibel reagieren. Umso wichtiger ist ihm, dass
      Absprachen eingehalten werden – soweit das eben geht.
      Klar, sagt sie, vernünftige Regeln erleichtern das Leben. Aber sie sieht nicht ein,
      warum er deshalb ihre Gefühle so abwertet. Als ob Emotionen und Spontaneität
      nur etwas für primitive Halbwilde wären. Auf dieses ewige Klischee von
      männlicher Rationalität und weiblicher Emotion hat sie einfach keine Lust mehr.
      Ein vollständiger Mensch sollte doch schließlich beides miteinander verbinden.
      Sonst geht die Leidenschaft verloren.
      Er ist jetzt bei seinem Glaubenssatz angekommen: „Ich glaube, wir haben
      unseren Verstand, um uns kritisch zu überprüfen. Damit wir nicht einfach tun,

      worauf wir gerade Bock haben. Leidenschaft ist ein tolles Wort. Aber oft
      versteckt sich dahinter doch bloß ganz viel Egoismus.“
      Plötzlich muss sie grinsen. Ihr ist spontan ein neues Argument eingefallen. „Du
      hast recht, da stimme ich Dir völlig zu.“ Er guckt sie verwirrt an: „Wie meinst Du
      das?“ „Ja, ich finde auch, man muss sich kritisch prüfen. Steht ja auch in der
      Bibel: Prüfet alles und behaltet das Gute. Aber der Maßstab dafür ist nicht nur
      der Verstand. Sondern es gibt auch die Stimme des Gewissens. Durch die habe
      ich bei einer Sache entweder ein gutes oder ein schlechtes Gefühl. Und mein
      Gewissen sagt mir diesmal: Morgen muss ich unbedingt Mona besuchen. Auch
      wenn ich eigentlich gar keine Lust dazu habe.“ Darüber muss er jetzt erst
      einmal nachdenken.

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    • evangelisch: Sonntagskirche | 06.08.2017 | 05:12 Uhr | Max Koranyi

      Der Backofen

      Es ist ein seltsamer Duft. Er zieht – unsichtbar natürlich – an der guten Stube im
      Untergeschoss vorbei, weiter durch die Ritzen des morschen Gebälks, bis er
      sich schließlich durch die angelehnte Tür zwängt und oben in seinem
      Studierzimmer landet. Unüberriechbar. So eine Störung kann er nun wirklich
      nicht gebrauchen. Ihm fehlt nämlich noch eins. Ein Wort, ein Begriff, eine
      Umschreibung. ein passendes Wort also, das die Liebe, Gottes Liebe, Gottes
      große unfassliche Liebe zu umschreiben vermag. Sonst ist er ja darin geradezu
      ein Künstler. Wo andere die Schreibfeder hinschmeißen, da legt Doktor Martin
      Luther erst recht los. Aber Liebe? Gottes große, unbegrenzte Zuneigung. Wie –
      herrjeh – kann er die in der nächsten Flugschrift so schildern, dass die Leute
      verstehen, was das ist? Gottes Liebe.
      Jetzt hält es Doktor. Luther nicht mehr an seinem Schreibtisch. Er klettert von
      seinem Pult hinunter und entschließt sich, der Quelle des Duftes, der ihm in die
      Nase steigt. Vorbei am Kinderzimmer, in dem sich die Kleinsten gerade an Flöte
      und Laute versuchen. Jetzt lässt er die gute Stube hinter sich, gefüllt mit
      Reisenden, Studenten und Verwandten. Die alle hatten ihm gerade noch
      gefehlt. Als ob sie ihm bei der Liebesumschreibung behilflich sein würden. Und
      seine Frau Käthe ist auch nirgends zu sehen: Im Stall vielleicht? Bei der
      Gemüseecke? Im Braustüberl? Egal, er muss weiter, noch einen Stock tiefer,
      dort, wo die Vorräte lagern, aber eben auch dort – wo der hauseigene Backofen
      seinen Dienst tut. Er ist es dann auch. Er ist der Verursacher des guten Dufts.
      Brotgeruch. Krustengeschmack.
      Wenn man am zweiten Freitag im Monat durch das Königswinterer
      Siebengebirgsmuseum geht, steigt einem der gleiche Geruch in die Nase. Da
      zeigt nämlich Bäckermeister Dabs, was seit dem Mittelalter so ein Tuffsteinofen
      leisten konnte: Er speicherte Hitze, war außergewöhnlich widerstandsfähig und

      darüber hinaus ungewöhnlich leicht. 48 Brotlaibe fasste er, lange haltbar in ihrer
      Kruste. Noch am nächsten Tag hatte er 100 Grad Restwärme - genug für
      Kuchen und Dörrfleisch. Man weiß, dass diese wunderbaren Öfen aus dem
      Rheinland in ganz Europa verkauft wurden.
      Luther hat also die Duftquelle gefunden. Er schiebt den Riegel zur Seite und
      atmet den köstlichen Brotgeruch ein. Aber jetzt, genau in dem Moment hat er
      auch das gefunden, was Gottes Fürsorge und Zärtlichkeit am allerbesten mit
      einem Bild umschreibt.
      Zum Glück hat er immer seine Schreibfeder und einen Block zur Hand. Darauf
      notiert er jetzt: “Gott ist ein glühender Backofen voller Liebe, der da von der
      Erde bis an den Himmel reicht.“ (1) Gott umsorgt alles mit dieser Liebe wie eine
      treue Bäckerin. Seine Liebe, nun sie ist ja auch lange haltbar, widerstandsfähig
      unseren Launen gegenüber, damit selbst morgen noch Restwärme davon übrig
      bleibt, die mich ganz umfängt. Und bei all dem lässt Gottes duftende Liebe mich
      nirgends ganz los, geht mir nach, steigt also vom Keller des Lebens bis ganz
      nach oben in die Studierstube. Luther bricht sich ein Stück der warmen Kruste
      ab: „Gefällt mir“, sagt er zufrieden zu sich, so wie Gottes große, nährende
      Liebe auch.


      (1)Martin Luther, Invocavitpredigt vom 15.3.1522

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    • katholisch: Kirche in WDR 5 | 07.08.2017 | 05:05 Uhr | Dominikus Schwaderlapp

      Heilige – Visitenkarten Gottes

      Guten Morgen!
      Als Weihbischof habe ich eine Visitenkarte und ich setze sie gerne ein.
      Jemanden eine Visitenkarte zu geben, bedeutet für mich mehr als nur
      Kontaktdaten weiterzureichen. Darin liegt die Botschaft: Ich bin für Sie da!
      Gerne können Sie mich kontaktieren. Ihren Wert hat die Visitenkarte nicht aus
      sich selbst, sondern nur in Verbundenheit mit mir.
      Die hl. Mutter Teresa von Kalkutta hatte auch eine Visitenkarte, die sie
      tausendfach verschenkte. Folgendes stand auf der Vorderseite:
      Sprecherin:

      „Die Frucht des Schweigens ist das Gebet. Die Frucht des Gebetes ist der
      Glaube. Die Frucht des Glaubens ist die Liebe. Die Frucht der Liebe ist der
      Dienst. Die Frucht des Dienstes ist der Friede.“

      Auf der Rückseite stand:

      Sprecherin:

      „Maria, Mutter Jesu, sei meine Mutter.“

      Die Visitenkarte von Mutter Theresa enthielt also keine Information über ihre
      Person, dafür aber ein ganzes Programm, wie ein Mensch als Kinder Gottes
      leben und die Zuwendung Gottes sichtbar machen kann.
      Auch bald 20 Jahre nach ihrem Tod sehen viele Menschen in Mutter Theresas
      Leben das besonders verwirklicht: dieses Programm der Zuwendung Gottes.
      Wenn man so will, sind Heilige Visitenkarten Gottes. Heilige sind Menschen, die
      besonders mit Gott verbunden sind. Sie machen ein kleines Detail der Größe
      und Güte Gottes sichtbar. In dieser Woche möchte ich Ihnen Heilige vorstellen,
      deren Gedenktag an diesem jeweiligen Tag ist. Wer das Leben von Heiligen
      anschaut, erfährt etwas über Gott: Er wirkt immer und jeden Tag durch
      Menschen, die mit ihm verbunden sind. Gott will durch Menschen in dieser Welt
      sichtbar werden.

      Das gilt übrigens nicht nur für offiziell heiliggesprochene Menschen. Der Apostel
      Paulus hat alle Getauften „Heilige“ genannt. Und da stimme ich ihm zu: Jeder
      Getaufte ist in besonderer Weise eine Visitenkarte Gottes. Sie sind ein Ausweis
      der Nähe Gottes. Dieses Geschenk der Nähe Gottes wird dann auch zum
      Auftrag, als Kind Gottes zu leben. Eine Visitenkarte lebt von dem, der sie gibt.
      Wer alltäglich mit Gott verbunden lebt, der verweist auf ihn.
      Liebe Hörerinnen und Hörer: Sie werden heute Menschen begegnen. Da bin ich
      mir sicher. Und es liegt an Ihnen, für diese Menschen eine Visitenkarte Gottes
      zu sein. Und das ist keine schwere Übung.


      Die hl. Mutter Teresa wurde einmal gefragt, wie das denn geht. Sie antwortete:
      Sprecherin:

      „Sorgt dafür, dass die Menschen, die zu euch kommen, ein wenig glücklicher
      von euch weggehen.“




      Sie merken: es geht um das alltägliche Miteinander – Heiligkeit ist alltäglich. Ein
      freundliches Lächeln für einen Menschen, den man eigentlich gar nicht
      anlächeln möchte. Ein freundliches ‚Guten Morgen‘, eine bissige Bemerkung
      weniger, ein wenig Zuvorkommenheit im Straßenverkehr. Die Gelegenheiten
      sind unzählig.


      Einen guten Start in diese Arbeitswoche mit glücklichen Momenten wünscht,
      Ihr Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof in Köln


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    • katholisch: Kirche in WDR 2 | 07.08.2017 | 05:00 Uhr | Schmidt, Sr. Jordana

      Der liebe Gott sieht alles

      In diesem Sommer hatte ich viel Zeit zum Lesen. Und da habe ich mal wieder
      ein paar alte Romane hervorgeholt. Ein paar von ihnen beschrieben auf eine
      unglaublich realistische Weise, dass z.B. unsere Welt von fremden Mächten
      gesteuert wird oder durchwirkt ist von Geheimbünden und Verschwörungen.
      Oder da gibt es ganze Welten, die konstruiert werden und Macher, die alles
      beeinflussen.


      Vielleicht nicht die perfekte Sommerlektüre. Denn bei mir hat sich dieses
      verschwörerische Gefühl, bewacht und fremdgesteuert zu sein in den Alltag
      übertragen.


      Ich ertappte mich dabei, dass ich meine reale Umwelt in Augenschein nahm
      und genau schaute, wo wohl die Überwachungskameras sein könnten.
      Was weiß ich denn schon, was außerhalb meines Horizontes vor sich geht?
      Sicher gibt es da vieles, was mich überwacht. Erst neulich habe ich in eine
      Verkehrsüberwachungskamera vor Köln gewinkt und ich war sicher, dass diese
      sich daraufhin in meine Richtung bewegte. Oder mein Konsumverhalten wird
      analysiert und es erscheint entsprechende Werbung auf Facebook. Jedes Mal
      wundere ich mich, dass dann auf einmal ausgerechnet ein Holzhaus im
      Werbefenster auftaucht, bis mir einfällt, dass ich genau danach neulich gesucht
      habe. Ich bin nicht frei von Beeinflussung. Und manches ist ja ganz nützlich –
      wenn mein Handy mir z.B. sagen kann wo ich gerade bin und mich wieder auf
      den richtigen Weg bringt.


      Allerdings bin ich kein Fan von Verschwörungstheorien oder Geheimbünden.
      Die überlasse ich dann doch eher den Romanschreibern. Obwohl? Ich weiß es
      eben nicht. Gibt es da nicht doch die scheinbare Allmächtigkeit? Von wem auch
      immer?


      Als Christin sind die Schlagworte mir ja nicht unbekannt. Allmächtig ?! das ist
      nur einer: GOTT!



      Weg sind all die düsteren Fantasien über gesteuertes Dasein und hilfloses
      geschehen lassen. Der Gott, an den ich glaube, vor dem muss ich mich nicht
      fürchten. Dem muss ich auch nichts beweisen. Auch wenn „der liebe Gott alles
      sieht“ - damit wurden früher ja gerne mal Kinder eingeschüchtert, muss ich
      keine Angst haben. Im Gegenteil!


      Ja, Er sieht alles. Gut so! Kein Versteckspiel nötig. Keine Rollen.
      Stellen sie sich vor, dass jemand, der sie unendlich liebt, sie betrachtet– sie
      hütet wie seinen Augenstern. Eben kein Stalking. Solch ein Blick lässt mich
      doch wachsen! Lässt mich frei sein und ich fühle mich geborgen und auch stark.
      Mit so einem Gott „überspringe ich Mauern“ wie das in einem Psalm heißt.
      In dieser Gewissheit von Allgegenwärtigkeit, kann ich sehr angstfrei leben. Und
      entspannt weiter Romane lesen in diesem Sommer.




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