Gedanken und Erfahrungen zum Glauben

    • Gedanken und Erfahrungen zum Glauben

      evangelisch: Hörmal | 25.05.2017 | 05:07 Uhr | Bettina von Clausewitz

      Du siehst mich - Lieblingsmensch

      Es gibt ja diese Leute, die einen gar nicht richtig ansehen, die innerlich immer
      auf dem Sprung sind. Das nervt manchmal ganz schön. Beim Händeschütteln
      sind ihre Augen schon auf der Suche nach dem Nächsten. Sie fragen: „Hallo,
      wie geht’s?“ und sehen! dich gar nicht. Sie wollen auch keine Antwort. Schon
      gar nicht, wenn’s dir schlecht geht. Beim Arbeitsmeeting vielleicht oder bei der
      Geburtstagsparty. Da stoßen alle am Tisch an - „Cheers!“, „Wohl bekomm’s!“
      – aber es ist nur so dahin gesagt, oft ohne Blickkontakt – wer ist gemeint?
      „Einen schönen Tag noch“, der Standardspruch sogar an der
      Supermarktkasse, ist auch nett gemeint, und doch völlig anonym.
      Von daher finde ich das Motto des Evangelischen Kirchentages ziemlich gut
      gewählt: (der gestern gerade in Berlin gestartet ist): „Du siehst mich“, heißt es
      überall auf den Plakaten. Auch wieder nur so ein Spruch, könnte man natürlich
      sagen, dieser knall-orangefarbene Smiley mit leichtem Silberblick. Werbung für
      vier Tage kirchliches Festival mit weit über 100.000 Menschen. Wie soll das
      gehen, dass der Einzelne zählt?
      Dieses Motto ist ein Bibelspruch aus dem ersten Buch Mose (1. Mose 16, 13).
      „Du siehst mich“, sagt die ägyptische Sklavin Hagar, die vor der schlechten
      Behandlung ihrer Herrin Sarah in die Wüste geflohen ist. Nicht ohne Grund,
      denn Hagar ist schwanger von Sarahs Mann Abraham, und das führt zu
      gewaltigem Stress, Beziehungsstress, das war damals nicht anders als heute.
      Aber Gott schickt seinen Engel zu Hagar, an die einsame Wasserquelle in der
      Wüste. Er tröstet sie, nimmt ihr Leid ernst und sagt, wie es weitergehen kann.
      Auch wenn er sie wieder nach Hause schickt, in ihr altes Leben. Und doch wird
      ab jetzt vieles anders sein. Denn Hagar hat erkannt, dass ihr Leben einen Sinn
      hat, dass Gott sie liebt und begleitet.



      Zur Zeit ist ein Popsong in den Charts, ein Liebeslied, der für diese Art von
      Beziehung einen schönen Begriff gefunden hat: „Lieblingsmensch“, so der
      Titel. „Bei dir kann ich ICH sein, verträumt und verrückt sein“, singt die deutschmarokkanische
      Künstlerin Namika, „ein Riesenkompliment dafür, dass du mich
      so gut kennst.“ Das ist der Contrapunkt zu all den unverbindlichen „Hallo, wie
      geht’s“ und den flatternden Blicken. Es ist eher die Erfahrung von Hagar in der
      Wüste: „Du siehst mich.“ Von Gott gesehen zu werden heißt, sein
      Lieblingsmensch zu sein, mit ihm reden zu können. Ohne sich verstecken oder
      verbiegen zu müssen. „Auch wenn ich schweig’, du weißt Bescheid“, heißt es
      in dem Lied. „Schön, dass wir uns kennen.“

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      "Die Energie liegt im Glauben.
      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
      "But You got to Keep the Faith"

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    • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 25.05.2017 | 05:04 Uhr | Dietmar Silbersiepe

      Rechtfertigung

      O-Ton-Collage Kinder: Wenn ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht
      habe, dann sage ich Gott halt, dass ich ihn um Verzeihung bitten möchte /
      dann sage ich auch Gott, dass ich’s falsch gemacht hab, und dann finde
      ich’s auch’n schönes Gefühl danach, wenn er mir vergibt.

      Autor: Und wenn er mir nicht vergibt? Wie kann ich mit meinen Fehlern vor Gott
      bestehen? Hat Martin Luther gefragt. Lange hat ihn die Frage gequält. Die
      Angst vor dem strafenden Gott war stärker als das schöne Gefühl der
      Vergebung. – Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Vergebung, darüber spreche
      ich mit Jörg Motz, Rechtsanwalt in Düsseldorf.

      O-Ton: Wie handle ich gerecht meinem Gott gegenüber? Genauso kann
      man die Frage stellen, wie handle ich recht im Sinne der Rechtsordnung.
      Und wenn ich unrecht handle, dann folgt eben auch die Sanktion durch
      die Rechtsordnung.

      Autor: Strafe muss sein - in einem Rechtstaat. Verbrechen dürfen nicht
      ungesühnt bleiben. Die Botschaft im Christentum lautet: Gott ist gnädig, kein
      Mensch muss für seine Verfehlungen büßen im Fegefeuer oder in der Hölle. Für
      Martin Luther war diese Einsicht wie eine Befreiung. Gnade also im Bereich von
      Glauben und Kirche, Strafe und Vergeltung im Staat? Der Jurist und Christ Jörg
      Motz sieht das differenzierter.

      O-Ton: Die gesetzlichen Begriffe sind oftmals bewusst vom Gesetzgeber
      weit definiert worden, um dem Einzelfall gerecht zu werden.

      Autor: Was dem Juristen für seine Entscheidungen einen Spielraum ermöglicht,
      zum Beispiel im Blick auf das Strafmaß. In bestimmten Fällen kann etwa ein



      Jugendrichter erzieherische Maßnahmen oder Bewährungstrafen einer
      Gefängnisstrafe vorziehen.

      O-Ton: Jeder hat den Anspruch, den Rechtsanspruch auf eine zweite
      Chance.

      Autor: Findet Jörg Motz, nicht nur weil er Christ ist.

      O-Ton: Das folgt allein aus dem Artikel 1 Grundgesetz: Die Würde des
      Menschen ist unantastbar, und sie zu schützen und zu achten ist die
      Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

      Autor: Zum Recht auf eine zweite Chance gehört auch, dass im Einzelfall ein
      rechtmäßig Verurteilter um Begnadigung bitten kann.

      O-Ton: Peter Jürgen Boock, ein RAF Terrorist, hat sich mit einem
      Gnadenrecht an den Bundespräsidenten gewandt, und das ist ihm dann
      auch gewährt worden. Wobei man sagen muss, er hat sich losgesagt von
      der RAF und den Ideen, die ihr zugrunde lagen.

      Autor: Ohne glaubhafte Reue und Abkehr von den Verfehlungen der
      Vergangenheit kennt selbstverständlich auch der Bundespräsident keine
      Gnade. Im Unterschied zu Gott. Seine Gnade und Vergebung sind an keinerlei
      Voraussetzungen gebunden.

      Sprecher: „Im Handel der Rechtfertigung soll nichts gelehrt, geredet noch
      gedacht werden, als allein das Wort der Gnade“.

      Autor: Sagt Martin Luther. Der lange gebraucht hatte, um zu verstehen und zu
      glauben: Bei Gott zählt nicht, wie sehr wir ihm, den Menschen und dem Gesetz
      gerecht geworden sind. Es kommt allein darauf an, seiner Liebe zu vertrauen.

      O-Ton: Das gibt so viel Zuspruch und Zuversicht und Kraft, dass die
      Gewissheit, ich trete direkt vor meinen Gott und muss mich verantworten,
      einfach bewältigt werden kann, ja, es ist auch gar nicht mehr schlimm,
      weil wir ja wissen, weil ich ja weiß: Was kann schon passieren? Ich falle in
      die Hände des mich liebenden Gottes.

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    • katholisch: Kirche in WDR 4 | 19.05.2017 | 05:04 Uhr | Franz Meurer

      Mensch

      Mein Lieblingsbild ist so einfach, dass man es nicht sehen braucht, so einfach
      kann ich es beschreiben.

      Joseph Beuys hat auf eine schwarze Tafel das Wort MENSCH geschrieben,

      sonst nichts. Mensch.

      Würde ich das Bild besitzen, wäre ich wahrscheinlich Millionär. Was ja vielleicht
      auch nicht gut wäre, wer weiß.
      Ich hoffe, Sie denken jetzt, mein Gott, das kann ich aber auch! Genau darum
      geht es. Das können Sie und ich auch: Mensch sagen. Ich muss nicht Asi
      sagen, Drecksack, Saublöder oder das bekannte A-Wort Ich kann ganz

      einfach Mensch sagen.

      Mensch. Mensch. Mensch.

      Wer Mensch sagt, ist ein Künstler, er kann etwas.

      Wer Mensch sagt, baut mit an einer sozialen Wärmeskultur.. Er gestaltet mit an
      einer sozialen Plastik. Er geht auf gleiche Augenhöhe, schaut der anderen oder
      den anderen ins Gesicht.
      Nach Theodor Adorno bedeutet Freiheit, ohne Angst verschieden sein zu
      können.

      Wer Mensch sagt, hat keine Angst davor, dass die andere oder der andere
      anders ist. Der oder die Fremde ist dann nicht der Feind, sondern eine Chance
      im Leben: Andere kennenlernen, den eigenen Horizont erweitern. Menschen
      kennenlernen, das weitet das eigene Leben!

      Auch Gott hat Mensch gesagt. Und zwar wirklich, performativ,IN ECHT, wie
      unsere Kinder sagen. Also nicht nur behauptet, sondern gelebt. Sein Sohn
      wurde Mensch, mit Haut und Haar, als Baby in der Krippe, ganz wie wir
      Menschen, im Leben und im Tod.


      Nur ein solch menschlicher Gott kann uns erwärmen, mitbauen an einer
      menschlichen Welt.
      Bischof Kamphaus hat es auf den Punkt gebracht:

      Mach es wie Gott und werde Mensch!
      Wer das Kunstwerk von Beuys besitzen will, kann es auf einer Postkarte
      gedruckt bestellen bei der Edition Staeck. Staeck mit AE. Soviel Werbung soll
      sein, wenn es um uns Menschen geht.

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    • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 23.05.2017 | 05:04 Uhr | Titus Reinmuth


      Allein aus Glauben


      -Ton-Collage Kinder: Das ist für mich, dass man an jemanden glaubt, der einem
      am Herzen liegt und der halt sehr wichtig ist. / Also man denkt auch an Gott und
      dann merkt auch, dass Gott bei einem ist. Und man muss sonst eigentlich auch
      nichts machen, weil er immer bei uns da ist.
      Autor: So beschreiben Kinder, was das eigentlich ist: Glauben. Klingt nach:
      Vertrauen haben. Dass Gott da ist. Dass die Dinge gut werden. Nicht immer
      noch was machen, sondern glauben.
      Mit Dr. Hans-Georg Troschke spreche ich darüber, was Vertrauen in seiner
      Arbeit bedeutet. Er ist ärztlicher Leiter der Palliativstation im städtischen
      Krankenhaus Heinsberg. Hierher kommen Menschen, die schwerstkrank sind
      und aufs Sterben zugehen.


      O-Ton: Wenn ein Patient zu einem von uns Vertrauen gefasst hat, dann gibt es
      immer einen Ansprechpartner, vielleicht nicht das ganze Team, und diese eine
      Person ist dann wichtig für die gesamte Begleitung bis hin zum Tode.
      Autor: Kann man sich vorstellen. Auf der letzten Wegstrecke des Lebens
      braucht es ein enges Vertrauensverhältnis. Jetzt kommt es darauf an,
      zuzuhören, Schmerzen zu lindern, zu begleiten, vielleicht noch etwas zu tun, um
      die Lebensqualität zu erhalten. Aber nicht alles ist machbar.
      O-Ton: Und bin ich dann in der Lage, diese Situation so zu akzeptieren und in
      dieser Situation so zu handeln, dass ich dann auch noch für den Patienten da
      bin, wenn ich ihm sagen muss, ich kann dich nicht mehr heilen?
      Autor: so fragt der Palliativmediziner, der früher als Notarzt und auf der
      Intensivstation tätig war.




      O-Ton: Wir erleben Situationen, wo ein Patient eine Frage stellt, auf die ich
      zum Beispiel keine Antwort weiß.


      Autor: Und manchmal muss auch der Arzt loslassen. Dann ist alles versucht,
      alles getan, und alle Beteiligten können das, was folgt, nur noch in Gottes Hand
      legen.

      O-Ton: Auch dafür sehen wir immer wieder Beispiele, dass wir Situationen
      nicht so begreifen, nicht so erfassen oder die Ursachen für Lösungen
      letztlich nicht kennen und am Ende sagen müssen: Ja, es ist trotzdem
      alles gut geworden.


      Autor: Spielt denn der Glaube am Ende des Lebens eine besondere Rolle?
      Also nicht nur so ein Grundvertrauen ins Leben, sondern der ausdrückliche
      Glaube an Gott?

      O-Ton: Für viele ist es wichtig, dass sie Geistlichen Beistand haben, d.h.
      wir müssen für diese Bedürfnisse der Patienten auch offen sein. Und ob
      jemand religiös ist oder nicht, wenn er das Bedürfnis hat, über seinen
      Glauben, über Gott zu sprechen, dann werden wir jemanden haben, der
      darüber sprechen kann.

      Autor: „Allein aus Glauben“ können wir leben, hat Martin Luther gesagt. Wir
      müssen nicht alles richtig machen, um am Ende gut dazustehen vor uns selbst,
      vor den andern oder vor Gott. Glauben reicht. Hans-Georg Troschke hat viele
      Menschen auf der letzten Wegstrecke begleitet.


      O-Ton: Man kann tatsächlich Dinge beobachten, wo man den Eindruck
      hat, der Mensch, die Seele, der Geist wandert zwischen den Welten hin
      und her. Und egal ob das eine Katholikin ist, ein Protestant ist, ein Moslem
      ist oder ein Agnostiker, am Ende des Weges scheint es für alle sehr
      ähnlich zu sein.


      Autor: Dann heißt es loslassen, Vertrauen haben, glauben.


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    • katholisch: Kirche in WDR 2 | 16.05.2017 | 05:00 Uhr | Udo Reineke

      Teilzeithelden

      Dieser Tage bin ich vermutlich einem echten Helden begegnet.
      Das hat mich dazu bewegt mal im Netz nachzusehen was einen Helden so
      auszeichnet:
      Demnach haben Helden überdurchschnittliche Fähigkeiten. Helden sind kräftig,
      schnell, und ausdauernd und in der Regel klüger als alle Anderen. Sie haben
      ganz viel Mut und Aufopferungsbereitschaft. Sie kämpfen für Ideale, sind
      tugendhaft und zeigen eine unendliche Einsatzbereitschaft für ihre
      Mitmenschen.
      Und jetzt will ich gar nicht von den Heiligen anfangen, also den speziellen
      katholischen Heldinnen und Helden. Die Brot in Rosen verwandeln können oder
      Sterbenskranke in Kalkutta pflegen.
      Wenn ich mir all das bewusst mache, dann bin ich definitiv kein Held und auch
      kein Heiliger. Mich persönlich schüchtern solche Lebensgeschichten eher ein.
      Ich glaube wirklich, dass ich weder als Held noch als Heiliger auf diese Welt
      gekommen bin. Schon im Sportunterricht wurde ich aus nachvollziehbaren
      Gründen – ich war nämlich überhaupt nicht sportlich - immer als Letzter in
      Fußballmannschaften gewählt. Warum sollte also gerade ich zu einem Helden
      taugen?
      So… und jetzt komme ich wieder zu dem Helden, der mir dieser Tage über den
      Weg gelaufen ist:
      Ich hatte einen Arzttermin und war gerade noch rechtzeitig angekommen.
      Natürlich war das Parkhaus besetzt und ich musste mich irgendwo in der
      Umgebung nach einem Stellplatz umsehen. Gesucht, gefunden. Jetzt noch
      schnell die passende Münze für den Parkscheinautomaten: Natürlich fehlte wie
      immer, wenn es eilig ist, das passende Kleingeld.
      Ziemlich genervt wurde ich genau an dieser Stelle von einem jungen Mann
      angesprochen, ob er mir seinen Parkschein geben dürfe, es sei noch genau
      eine Stunde Parkzeit darauf.


      Mit einem Mal war meine schlechte Laune wie verflogen. Ich bedankte mich
      ohne lange zu überlegen mit den Worten: „Sie sind ein Held.“ Der junge Mann
      lenkte daraufhin ein und meinte: „Held ist übertrieben, aber ich versuche es
      jedenfalls in Teilzeit.“
      Seit dieser Begegnung nehme ich mir jeden Morgen vor, wenigstens ein Teilzeit-
      Held zu sein.

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    • Bridge schrieb:

      Unten stehendes Zitat spricht mich immer wieder sehr an:


      Das geht mir auch so mit den Zitaten:


      Zitate von Jesus:



      "Wer sein Leben einsetzt und es dabei verliert, wird es gewinnen!"

      "Ich bin bei Euch, jetzt und bis in alle Ewigkeit"


      "Die Energie liegt im Glauben.
      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
      "But You got to Keep the Faith"

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    • Bridge schrieb:

      Ist das nicht schön!? Solche Zitate treffen mich immer mitten ins Herz.

      (Solche Sprüche verbinde ich immer mit Michael, weil sie meiner Meinung nach auch von Michael für seine Fans sein könnten.)

      "Jesus ist die Tür durch die Michael gegangen ist."

      . . . "Er hat sich schon zu Lebzeiten mit dem Geist von Jesus verbunden, deshalb hören wir auch die Worte von Jesus durch Michaels Stimme sprechen."




      "Ich bin die Tür", sagt Jesus im
      Johannesevangelium von sich
      (Johannes 10,7).

      Jesus ist die Tür zu uns. Er hat Zugang
      zu unserem Herzen. Und durch Jesus
      kommen wir in Berührung mit uns selbst.

      Offensichtlich haben die frühen
      Christen Jesus und seine Worte
      als Tür zu sich selbst erfahren.

      Und das ist die Herausforderung
      für mich heute: Indem ich Jesus verstehe,
      verstehe ich mich selbst, erkenne ich,
      wer ich in Wahrheit bin, bekomme ich
      Zugang zu mir selbst. Jesus ist die Tür,
      durch die ich aus- und eingehen kann.

      Lebendig bleibt nur der, der durch Jesus
      in sein Inneres eingeht, aber durch Jesus
      auch ausgeht in die Welt.


      (Anselm Grün)



      Heb mich empor
      Heb mich sanft empor
      Trag mich mutig
      Zeig mir, wie sehr du dich sorgst



      Brauch mich
      Lieb und nähr mich
      Küss und befrei mich
      Ich werde mich gesegnet fühlen


      In unserer dunkelsten Stunde
      In meiner tiefsten Verzweiflung
      Wirst du dich noch um mich sorgen
      Wirst du da sein?
      In meinen Prüfungen und in meinem Leiden
      Durch unsere Zweifel und Enttäuschungen
      In meiner Gewalt und meiner Unruhe
      Durch meine Angst und meine Bekenntnisse
      In meinem Pein und Seelenschmerz
      Durch meine Freude und meine Sorgen

      In dem Versprechen auf ein anderes Morgen
      Ich werde mich niemals von dir trennen
      Damit bist du immer in meinem Herzen

      (Ein Ausschnitt d. deutschen Übersetzung aus: "Will you be there")

      In "Will you be there" spricht Michael ein Gebet für uns alle mit.
      Es macht den Anschein, er hätte es alles schon vorausgesehen!


      "Die Energie liegt im Glauben.
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    • Allein durch Christus

      O-Ton-Collage Kinder: Das ist der Sohn von Gott und der hat den
      Menschen erklärt, wie Gott ist. / Das ist eigentlich die wichtigste Person in
      der Bibel und der hat auch geheilt und sehr viel Gutes für uns getan. /
      Nicht alle Leute mochten ihn, aber die meisten mochten ihn, weil er auch
      eigentlich immer die Wahrheit erzählt hat.

      Autor: Die Rede ist von Jesus von Nazareth oder Jesus Christus. Mehr als zwei
      Milliarden Menschen nennen sich heute Christen. Sie haben ein Symbol, das
      sie alle verbindet. Ganz gleich ob als Halskette, als Bild in einer Traueranzeige
      oder aufgestellt an prominenter Stelle in einer Kirche: das Kreuz zeigt, hier fühlt
      sich jemand verbunden mit Christus.

      O-Ton: ...das Kreuz ist ja für mich jetzt das wichtigste, ... der wichtigste
      Gegenstand in der Kirche.

      Autor: Sagt Hannah Weiß. Sie studiert Architektur an der Fachhochschule in
      Aachen und hat zusammen mit David Lange und Jonas Wübbe ein Kreuz für
      die Christuskirche in Heinsberg entworfen.

      O-Ton: also das Kreuz ist ja klar ein Symbol der Trauer, aber wir wollten,
      dass es eben auch ein Symbol der Hoffnung wird.

      Autor: Für die drei war das eine außergewöhnliche Aufgabe.

      O-Ton: ... Wir haben uns dann mit der Symbolik eines christlichen Kreuzes
      ... auseinandergesetzt und haben da herausgefunden, ... dass die
      horizontale Achse für das Irdische steht, die vertikale Achse für das
      Himmlische steht. Und das wollten wir eben herausstellen.


      Autor: In der modernen Christuskirche wirkt das mannshohe Kreuz licht und
      leicht. Im Kern besteht es aus Glas. Vier Betonelemente fügen sich von außen
      an, als würden sie schweben. Das leichte Material trägt das Schwere.



      O-Ton: Es ist erst mal so ein bisschen unfassbar, weil man nicht so ganz
      versteht, wie diese dicken Betonteile jetzt an dieser ganzen Sache halten.
      Wenn die dann auch noch offen sind, dann macht es das Ganze noch mal
      ein bisschen freier. Und noch ein bisschen unfassbarer.


      O-Ton: Dadurch dass zumindest der Beton an den Seiten – sprich oben
      und unten – offen ist, symbolisiert das so ein bisschen, dass diese
      Achsen ins Unendliche laufen... Also gar nicht hier in diesem Raum oder
      in diesem Kreuz enden.


      O-Ton: Ich denke, dass es uns da sehr gelungen ist, mit dem Glas so eine
      Leichtigkeit darzustellen, die diese Schwere trägt, was Ja auch den
      Gedanken trägt, dass Jesus sein schweres Kreuz irgendwie doch mit einer
      geistigen Leichtigkeit getragen hat.

      Autor: Das neu gestaltete Kreuz ist übrigens leer. Einen gekreuzigten Christus
      sieht man hier nicht.



      O-Ton: Die Vorstellung, dass da jemand dran gestorben ist ... das war für
      mich eher so eine beängstigende und bedrückende Vorstellung. Aber
      seitdem wir uns dann damit auseinandergesetzt haben ... hat das auch für
      mich ein bisschen was Erleichterndes. ...

      Autor: Sebastian Walde ist Pfarrer an der Christuskirche. Es hat etwas
      „Erleichterndes“... das ist eine Deutung, die er teilen kann.



      O-Ton: Da ist eine Kraft, die ich nicht sehe, die hilft, das schwere Kreuz,
      dass ich manchmal in meinem eigenen Leben spüre, zu tragen.

      Autor: Für den Pfarrer passt das Kreuz gut in die Kirche, denn sie will
      insgesamt offen und einladend wirken. Nach der Renovierung hatte sich die
      Gemeinde ein Kreuz gewünscht.


      O-Ton: Das zeigt, dass Menschen, die sich hier zum Gottesdienstversammeln, gerne auch vor Augen dieses Symbol ihres Glaubens haben
      möchten. Ohne dass dieser Christus allerdings dargestellt sein muss.




      Autor: Auch für Martin Luther war der Blick auf das Kreuz entscheidend. „Allein
      durch Christus“ könnten wir Trost finden, glauben und leben, hat er gemeint.
      Wie schön, wenn Menschen das heute erleben - zum Beispiel, wenn sie auf ein
      so modernes und leichtes Kreuz blicken wie das in der Christuskirche in
      Heinsberg.

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      evangelisch: Kirche in WDR 2 | 27.05.2017 | 05:00 Uhr | Titus Reinmuth




      "Die Energie liegt im Glauben.
      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
      "But You got to Keep the Faith"

      :pp: :herz: :herz: :herz: Michael Jackson :herz: :herz: :herz:
    • (zitieren geht grad nicht)

      ... dass Jesus sein schweres Kreuz mit geistiger Leichtigkeit getragen hat ... das gefällt mir.

      ... und einen gekreuzigten Christus sieht man hier nicht ... mich hat das auch immer eher zurück schrecken lassen. Die Zeiten, in denen die Kirche den Menschen Angst einjagen wollte mit dem schmerzverzerrten Gesicht und dem geschundenen Körper Jesu' sind lange schon vorbei.
      Das Kreuz an sich ist für mich ein schönes Symbol, und manche der Beschreibungen in deinem Text @Angel-smile passen wunderbar, um ungehinderter Kontakt aufzunehmen.




    • Pfingsten für Kinder erzählt

      An Christi Himmelfahrt haben wir gefeiert, dass Jesus zu Gott in den Himmel kam. Nun freuen wir uns auf das Pfingstfest. Was an Pfingsten passiert ist, erklärt katholisch.de in kindgerechter Sprache.


      Pfingsten | Bonn - 03.06.2017


      39 Tage nach Ostern kam Jesus zu Gott, seinem Vater, in den Himmel. An Christi Himmelfahrt denken wir Christen an diese Reise. Vor den staunenden Augen seiner Freundinnen und Freunde, den Jüngern, wurde Jesus von einer Wolke in den Himmel zu Gott getragen. Zwei Männer in weißen Gewändern erschienen und sagten ihnen, dass Jesus wieder auf die Erde zurückkommen würde.


      Nun zu Pfingsten: 49 Tage waren seit Ostersonntag vergangen. Es war der 50. Tag der Osterzeit. Das kann man sich so merken: Das Wort Pfingsten kommt vom altgriechischen Wort "Pentekoste". Und das heißt so viel wie "der fünfzigste Tag". Jedenfalls trafen sich Jesu Freunde, die Apostel, zum Pfingstfest. Sie saßen in einem Haus zusammen und feierten. Plötzlich kam vom Himmel ein lautes Brausen, das sich anhörte wie ein Sturm.

      Die Apostel konnten Jesus zwar nicht sehen, aber sie fühlten, dass er da war – wie bei einem Geist. Der Heilige Geist zeigte sich an Pfingsten zum ersten Mal den Jüngern. Er wurde an diesem Tag von Gott geschickt. Denn der Heilige Geist ist ebenso wie Jesus ein Teil Gottes. Gott hat also drei Gesichter: Den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
      Der Heilige Geist erschien den Aposteln als Flammen aus Feuer. So konnten sie ihn dann doch sehen. Danach sollten sie allen von Jesus und Gott erzählen. Sie sollten allen sagen, dass sie sich taufen lassen sollen, um zu Gott zu gehören. Sie sollten an Gott glauben und allen von seiner Liebe erzählen. In Jerusalem gab es aber Menschen aus vielen verschiedenen Ländern. Fast jeder sprach eine andere Sprache. Damit aber die Apostel jeder verstehen konnte, machte der Heilige Geist, dass sie jede Sprache sprechen konnten. Sofort rannten sie aus dem Haus und erzählten jedem die Geschichte von Jesus.


      Manche der Bewohner Jerusalems lachten über sie. Sie hielten es für Unsinn oder einen Witz, was die Apostel sagten. "Sie sind vom süßen Wein betrunken",



      Petrus, einer der Apostel, stand auf und erhob seine Stimme. "Diese Männer sind nicht betrunken!" ermahnte er die lachende Menge. Er war wütend darüber, dass die Leute ihnen nicht glaubten. Er erklärte ihnen, dass Gott ihnen dabei geholfen hatte, in einer anderen Sprache zu sprechen. Außerdem war es auch Gott, der Jesus wieder lebendig gemacht und ihnen den Heiligen Geist geschickt hatte.
      Als die Leute das hörten, tat es ihnen leid, dass sie zuvor über die Apostel gelacht hatten. Sie glaubten nun, was ihnen gesagt wurde. Und sie wollten nun auch zu Jesus gehören und den Heiligen Geist spüren. Sie alle ließen sich auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist taufen. Sie waren nun eine Gemeinschaft, die an Gott glaubte. Sie erzählten allen, die sie trafen, von Gott. Tausende Menschen wollten auch zu der Gemeinschaft gehören. Daher ließen auch sie sich sofort taufen. So konnten sie ebenfalls durch den Heiligen Geist gestärkt werden. Sie alle waren nun Christen.


      Später kamen immer mehr Menschen hinzu, die sich taufen ließen. Seitdem gilt Pfingsten als der Geburtstag der Kirche. Die Christen beteten seitdem gemeinsam und lobten und dankten Gott im Gebet. Sie glaubten an den einen Gott, der aus dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist besteht – ebenso wie wir Christen es noch heute tun. Das Christentum ist über die vielen Jahrhunderte riesig geworden: Heute ist fast jeder dritte Mensch auf der Erde Christ. Alleine in Deutschland sind 57 Millionen Menschen Christen.
      An Pfingsten feiern wir nicht nur, dass der Heilige Geist zum ersten Mal zu den Jüngern hinab kam. Bis heute soll das Fest auch daran erinnern, dass man nicht dieselbe Sprache sprechen muss, um an dasselbe zu glauben. Was Gott einem sagen will, kann jeder verstehen – egal, welche Sprache man spricht.
      Von Edda Görnert





      "Die Energie liegt im Glauben.
      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
      "But You got to Keep the Faith"

      :pp: :herz: :herz: :herz: Michael Jackson :herz: :herz: :herz:

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    • ^... danke liebe Angel-smile für das Aufzeigen der Bedeutung dieses "langen Wochenendes" ..

      ... als unsere Tochter noch klein war .. habe ich lange Jahre als Kindergottesdiensthelferin diese und viele andere Geschichten den Kleinen nahegebracht ..
      ...daran hat mich das jetzt erinnert ... <3
      Ich aber gelobte mir,
      mich niemals abstumpfen zu lassen
      und den Vorwurf der Sentimentalität
      niemals zu fürchten.

      Albert Schweitzer
    • behindthemask schrieb:

      ^... danke liebe Angel-smile für das Aufzeigen der Bedeutung dieses "langen Wochenendes" ..
      :herz: . . . Danke, liebe behindthemask, . . . "ja dachte, damit man es nicht ganz aus den Augen verliert."

      Das Zitat von Albert Schweitzer in deiner Signatur gefällt mir sehr, . . . :daumen: versuche es mir auch zu eigen zu machen!" :blume:

      Lotta schrieb:

      ... dass Jesus sein schweres Kreuz mit geistiger Leichtigkeit getragen hat ... das gefällt mir.

      ... und einen gekreuzigten Christus sieht man hier nicht ... mich hat das auch immer eher zurück schrecken lassen. Die Zeiten, in denen die Kirche den Menschen Angst einjagen wollte mit dem schmerzverzerrten Gesicht und dem geschundenen Körper Jesu' sind lange schon vorbei.
      Das Kreuz an sich ist für mich ein schönes Symbol, und manche der Beschreibungen in deinem Text @Angel-smile passen wunderbar, um ungehinderter Kontakt aufzunehmen.

      . . . Danke, @Lotta freue mich über deinen Kommentar. . . . Ja, das Kreuz wird heute mehr als ein Symbol für Hoffnung und Leben gesehen, steht auch als Zeichen für das ewige Leben, da kommt einem die Kirche heute doch schon mehr entgegen.


      Auch beruhigend zu wissen, dass es dort noch eine höhere Kraft gibt, die ein jedem hilft, sein eigenes Kreuz zu tragen und jede noch so schwere Last erleichtern kann.

      Der Gedanke gefällt mir auch sehr:
      Dadurch dass zumindest der Beton an den Seiten – sprich oben
      und unten – offen ist, symbolisiert das so ein bisschen, dass diese
      Achsen ins Unendliche laufen... Also gar nicht hier in diesem Raum oder
      in diesem Kreuz enden. :wolke1:



      "Die Energie liegt im Glauben.
      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
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      :pp: :herz: :herz: :herz: Michael Jackson :herz: :herz: :herz:

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    • Der Weder-Noch Engel

      Guten Morgen!
      ‚Die Hölle‘, so hieß im Volksmund das kleine Tal zwischen dem Dorf, in dem
      ich Pfarrer war und dem Nachbarort. Für die meisten Leute, war das nur einer
      von vielen komischen Flurnamen wie Wolfsanger oder Hasenhecke. Der Weg
      durch die Hölle war eigentlich ein hübscher Spaziergang.
      Entlang der Hauptstraße, wo die Autos fuhren, waren die zwei Dörfer auch fast
      schon zusammengewachsen. Aber natürlich weiß man auf dem Dorf wo man
      hingehört und wo nicht. Und dass die da drüben irgendwie – naja – anders sind,
      weiß man auch.
      Und die Älteren erzählten wie sich in ihrer Kindheit die Jungs und jungen
      Männer geprügelt hätten, wenn einer ins jeweils andere Dorf kam. Zum Beispiel
      auf dem Weg zum Konfirmandenunterricht oder in die Stadt. Und natürlich auch
      dann, wenn ein Junge vom Nachbardorf jenseits der Hölle mit einem Mädchen
      aus dem eigenen Dorf ging.
      Hier das eigene, da das andere. Wir hüben, die drüben. Dieses Spiel wird nie
      alt, nicht zwischen Dörfern, Ländern und Stadtvierteln, und nicht zwischen
      Abteilungen einer Firma. Ganz zu schweigen von Religionen; vom Derby beim
      Fußball oder vom Wahlkampf.
      Und es ist ja auch nützlich, zu wissen, wer wo dazugehört. Es ist wichtig zu
      wissen, wofür man steht; was man liebt und woran man glaubt. Aber manchmal,
      da ist es auch eine Hölle von albernen Abgrenzungen, von kaum mehr
      Hinsehen und gar nicht mehr Zuhören oder sogar von blanker Gewalt. Hier das
      eigene, das das andere. Freund oder Feind. Entweder Oder. Wir oder die.
      Das Buch Josua in der Bibel hat viel von dieser Entweder-Oder-Logik. Es
      erzählt wie das Volk Israel in das Land kommt, das Gott versprochen hatte und
      sich das Leben dort doch erkämpfen muss. Wie in jeder guten
      Heldengeschichte: Das wirklich Kostbare gibt es nicht umsonst, du musst dich


      entscheiden, es wollen mit aller Kraft, dich einsetzen auch gegen Widerstände.
      Man muss kein Hobbit oder Elbenkrieger sein, um zu ahnen: da ist was dran
      und spürt zugleich: Das ist eine zweischneidige Sache:
      Mit dem Kampf für das Gute, ist beinahe schon jede Teufelei gerechtfertigt
      worden. Und wenn du die Welt nur noch nur noch in schwarz oder weiß sehen
      kannst, ist da bald kaum noch etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt.
      Noch vor dem ersten Kampf im Josuabuch steht eine merkwürdige Geschichte.
      Josua der, Anführer Israels, begegnet auf dem Feld einem Mann mit gezücktem
      Schwert und stellt die einzig mögliche und einzig nötige Frage: „Gehörst du zu
      uns oder zu unseren Feinden?“ Aber der Mann antwortet: Schlicht und einfach:
      „Nein! Ich bin der Fürst der Engel Gottes.“
      Freund oder Feind? Wir oder die? Entweder oder? – Nein. Einfach nein! Gott
      spielt nicht mit. Noch nicht einmal bei den Guten. Er stört die albernen Wir-
      Gegen-die-Spiele. Gott schickt einen Weder-Noch-Engel, der neu denken, neu
      sehen und neu hinhören lässt.
      „Da fiel Josua auf sein Angesicht, betete und sprach: Was willst du mir sagen,
      Gott?“ Wo ich wohl heute so einen Weder-Noch-Engel nötig habe? Oder selbst
      einer werden könnte?

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      evangelisch: Kirche in WDR 4 | 10.06.2017 | 05:04 Uhr | Jan-Dirk Döhling


      "Die Energie liegt im Glauben.
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    • Einsetzen statt Abschieben

      „Sie werden aufgefordert, das Land innerhalb der nächsten 30 Tage zu
      verlassen. Sollten sie das nicht tun, dann droht ihnen die Abschiebehaft und
      Zwangsabschiebung“. Voller Sorge lese ich bei meinen afghanischen Freunden
      diesen Bescheid der Ausländerbehörde. Jetzt ist es amtlich – keine
      Verhandlung möglich. Widerspruch zwecklos – so kommt mir das dreiseitige
      Schreiben jedenfalls vor.
      Wir sitzen auf dem Sofa der kleinen Zweizimmerwohnung, ich blicke auf die 4
      Wochen alte, unglaublich hübsche und jüngste Tochter des Paares, die in
      meinen Armen friedlich schläft. Die beiden anderen Kinder spielen neben uns
      auf dem Boden Sie ahnen nichts von der Tragweite des Schreibens.
      Wir schweigen und die Angst ist spürbar in dem kleinen Wohnzimmerchen. „Ich
      kann nicht zurück“ sagt dann Achmed. „Ich habe für die UN gearbeitet, für die
      Feinde. Meine Familie würde nicht lange überleben.“ Afghanistan ist kein
      sicheres Land – erst recht nicht für Menschen, die sich mit den Feinden
      verbündet haben. Die Taliban herrschen in vielen Gebieten, Trump bombardiert
      und Menschen leben unter schrecklicher Todesangst. Was in aller Welt fällt so
      einer Behörde ein, einen solchen Beschluss zu treffen.
      Achmed und Ramia haben vor zwei Jahren eine lebensgefährliche Flucht mit
      zwei kleinen Kindern unternommen. Nicht weil sie einfach mal weg wollten oder
      wegen des Geldes, sondern weil sie um ihr Leben fürchten mussten. Sie
      brauchen Schutz – keine Abschiebung! Sie haben sich hier integriert, die
      Sprache gelernt, Freundschaften geschlossen mit ihren Nachbarn und anderen
      Menschen im Ort. Sie sind beliebt und gern gesehen. Die Kinder gehen in den
      Kindergarten und die Schule. Achmed möchte arbeiten, damit er das Geld für
      seine Familie selbst verdient.
      Meine Freunde waren mit uns in der Kirche zur Taufe der Kinder meiner
      Kinderdorffamilie. Sie respektieren meine Werte, meine Religion und meine Art
      zu leben. „Meine Schwester“ sagt Ramia immer zu mir – und meint damit nicht
      nur mich als Ordensschwester, sondern auch als naher Mensch an ihrer Seite –

      wie eine Schwester.


      Wir sollten aus Geflüchteten Schwestern und Brüder machen, dann wären wir
      ein reiches Land. Ich befürchte, dass die wenigsten, die dies hören, einen
      Versuch in die Richtung unternommen haben. Diejenigen die es getan haben
      ermutige ich, sich weiter dafür einzusetzen, dass wir die Hand reichen – nicht
      den Abschiebungsbescheid..?

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      katholisch: Kirche in WDR 4 | 12.06.2017 | 05:04 Uhr | Schmidt, Sr. Jordana


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    • Endlich Einundsechzig

      Unser damals zehnjähriger Sohn hat mal unserm Nachbarn, der 61 Jahre alt
      wurde, ein kunterbuntes Geschenk mit allerlei Nettigkeiten zum Geburtstag
      gemacht. Auf das Präsent hat er ein Schild geklebt mit der Aufschrift Endlich 61.
      Das hat nicht nur unseren Nachbarn gerührt, sondern irgendwie alle, die damals
      dabei waren. Zum einen ist es rührend, wenn Kinder Geschenke machen,
      darüber hinaus hat die Formulierung Endlich 61 irgendwie alle amüsiert. Ich
      kann mir nun wirklich keinen Sechzigjährigen vorstellen, der sich freut, endlich
      61 zu werden. Schließlich befinden sich die meisten sechzigjährigen Männer in
      Deutschland bereits weit im letzten Drittel ihrer statistischen Lebenserwartung.
      Das klingt eher ernüchternd als euphorisch. Was mich gerührt hat, ist die
      kindliche Perspektive, aus der mein Jüngster dieses Geschenk mit aller
      Liebenswürdigkeit fabriziert hat. Alle Kinder und Jugendlichen wünschen sich
      nämlich nichts sehnlicher, als endlich ein Jahr älter zu werden, endlich 6,
      endlich 16, endlich 18 und so weiter …
      Mein Sohnemann hatte sich also authentisch und aufrichtige aus seiner
      Perspektive für unseren alternden Nachbarn gefreut.
      Es ist doch so: Wir alle erleben eben immer nur unseren ganz eigenen kleinen
      Ausschnitt der Wirklichkeit.
      Aber: Die Wirklichkeit besteht aus viel mehr als jeder von uns sieht.
      ES MUSS IM LEBEN MEHR ALS ALLES GEBEN
      Um aber möglichst viel davon zu sehen kommt niemand nur mit seiner eigenen
      Perspektive aus.
      Perspektiven Anderer können uns da nur bereichern.
      Und das gelingt nur, wenn man auch die Sichtweise Anderer einbezieht.
      Natürlich mag das zunächst befremden, wenn ich die Sichtweise von Senioren
      annehme, oder von, Menschen mit Einschränkungen – oder von Zuwanderern.


      Und die Perspektive eines zehnjährigen Jungen amüsiert vielleicht zunächst. In
      jedem Fall aber erweitert jeder Perspektivweschsel unser Weltbild. Angeblich
      soll man ja auch in der zweiten Lebenshälfte noch wichtige und wunderbare
      Erfahrungen machen, Deshalb hab ich von unserem Jüngsten gelernt und hab
      mich richtig gefreut als ich vor kurzem endlich einundfünfzig geworden bin.

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      katholisch: Kirche in WDR 2 | 13.06.2017 | 05:00 Uhr | Udo Reineke


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    • evangelisch: Kirche in WDR 3 | 20.06.2017 | 05:03 Uhr | Eckart von Hirschhausen

      Ich habe ein Wunder gesehen

      Schönen guten Morgen.
      Ich habe ein Wunder gesehen. Das ist schon über zwanzig Jahre her, da war
      ich Kandidat in Jürgen von der Lippe´s Sendung „Geld oder Liebe“ und führte
      man damaliges Hobby vor, die Zauberei. Daraufhin kriegte ich ein Angebot, eine
      kleine Tour durch Kinderkrankenhäuser zu machen. Und bei einer dieser Shows
      passiert es: Alle Kinder und Jugendlichen kamen in der Turnhalle zusammen.
      Ich führte durch mein Programm, bei dem die Kinder mitmachen, pusten, lachen
      und laut zählen durften.
      Nach der Show kam ein Arzt auf mich zu und sagte, er müsse mir erzählen, was
      er beobachtet hatte. „In der ersten Reihe saß ein Junge, ich weiß nicht, ob er
      Ihnen aufgefallen ist, der ist hier seit Wochen stationär, weil er mit keinem
      Menschen spricht.“ Er ist verstummt. Diese Störung kannte ich, sie nennt sich
      Mutismus. Obwohl neurologisch alles intakt ist, hören die Betroffenen aus
      innerer Not auf zu kommunizieren, entweder komplett oder selektiv. Der Arzt
      sagte: „Ich habe den Jungen beobachtet, er hat in Ihrer Show seine Störung
      vergessen. Er hat einfach so mit allen anderen gelacht, Quatsch gemacht und
      wieder erzählt.“
      In diesem Moment war ich kurz sprachlos. Dann wurde mir klar, nicht ich hatte
      den Jungen geheilt, sondern die Gruppe. Ich habe vielleicht ein Umfeld
      geschaffen, aber das Miteinander war das eigentlich Wirksame. Die
      Ansteckungskraft von positiven Gefühlen, von Kunst, von Verzauberung, von
      Staunen und Lachen. Wo zwei oder drei versammelt sind, da bin ich mitten
      unter ihnen, heißt es in der Bibel. Und da passiert immer mehr als im Eins-zueins-
      Kontakt.
      Wir können uns in Krankheiten hineinsteigern und wieder heraus. Die
      Wissenschaft hat die Magie aus der Medizin vertrieben, aber nicht aus uns
      Menschen. Ich habe das auch am eigenen Leib erlebt. Wenn ich als Kind
      hingefallen war, tröstete mich meine Mutter. Sie pustete und sprach die
      magischen Worte: „Schau mal, Eckart, das Aua fliegt durchs Fenster.“ Und ich
      habe es fliegen sehen, sogar durch geschlossene Fenster. Mein ganzes
      Medizinstudium habe ich drauf gewartet, dass mir ein gelehrter Professor mal
      erklärt, warum „Aua“ fliegen können, denn ich wusste seit meinem vierten
      Lebensjahr, dass es geht.
      Diese Phänomene werden aber in der langen und teuren Ausbildung mit keiner
      einzigen Silbe erwähnt. Und je länger ich darüber nachdenke, desto
      beschränkter finde ich das. Ich bin heilfroh über alles, was es heute an Wissen
      und Möglichkeiten gibt, von der Schmerztablette bis zur Palliativmedizin. Aber
      manchmal braucht es nur jemanden, der dich in den Arm nimmt und pustet. Und
      selbst wenn ich als erwachsener Mensch irgendwann so aufgeklärt, so
      abgeklärt, so zynisch geworden bin, dass ich an die Flugfähigkeit von Schmerz
      nicht mehr glauben kann oder mag, es wäre dem Kind gegenüber immer noch
      eine unterlassene Hilfeleistung, aus Klugscheißerei auf das Pusten zu
      verzichten. Wissen ohne Zuwendung bleibt kalt und Zuwendung ohne Wissen
      bleibt unter unseren Möglichkeiten. Wir können mehr Magie und mehr
      Wissenschaft wagen. Das muss kein Widerspruch sein.


      Einen schönen Tag wünscht Ihnen Eckart von Hirschhausen aus Köln.
      Literatur: Dr. med. Eckart von Hirschhausen: Wunder wirken Wunder: Wie
      Medizin und Magie uns heilen, Hamburg: Rowohlt, 2016.

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    • evangelisch: Kirche in WDR 3 | 21.06.2017 | 05:03 Uhr | Eckart von Hirschhausen

      Mein Wunderkind ist tiefbegabt

      Guten Morgen.
      Mein Wunderkind ist tiefbegabt.
      Man redet immer von den Kindern, die das Licht der Welt erblicken. Aber mal
      ehrlich, erblicken wir nicht das Licht der Welt, wenn wir ein Kind sehen, das
      geboren wird? Das Blöde an Wundern ist: Sie sind so unzuverlässig. Oft
      bräuchte man eines, und passiert keines. Dafür passieren Dinge, die keiner will.
      Das Leben bleibt bis zu einem gewissen Maße unvorhersehbar und außerhalb
      unserer Kontrolle.
      Für unseren Verstand ist das immer eine Beleidigung. Das Wunder des Lebens
      beginnt ja nicht erst mit dem ersten Atemzug, sondern mit der Zeugung. Und
      wie ein Kind im Mutterleib entsteht, ist so komplex, dass man sich eigentlich viel
      mehr darüber wundern müsste, dass es so oft spontan klappt. In einem
      Klassiker des jüdischen Humors wird die Mutter gefragt, wie alt ihre Kinder sind.
      Sie antwortet: „Der Jurist wird jetzt drei, und der Arzt kommt nächstes Jahr in
      die Schule.“
      Liebe Eltern, ihr müsst jetzt sehr tapfer sein: Nicht alle Kinder werden
      hochbegabt. In unser Perfektionskultur und unserem Fitnesswahn geht eine
      wichtige Tatsache unter: Eines von zehn Kindern ist chronisch krank, hat
      Asthma, Epilepsie, Rheuma, Mukoviszidose, ist minderbegabt oder geistig
      behindert, ohne dass die Ärzte immer wüssten, woran das liegt. Ich habe als
      Arzt viele tolle Kinder erlebt, die auf andere Art und Weise toll waren.
      Viele von ihnen hatten einfach nur Pech, kein Sechser bei der Verlosung der
      Gene, bei der Geburt ein paar Minuten zu wenig Sauerstoff, schwierige oder
      suchtkranke Eltern. Gegen die allermeisten dieser Abweichungen gibt es keine

      Tablette und kein Wundermittel. Gleichzeitig ist der Bereich mit den größten
      wissenschaftlich belegten Fortschritten nicht etwa die Gentherapie oder
      Molekulargenetik, sondern, halten Sie sich fest, die Sonderpädagogik. Dass
      heute viele Kinder mit Down-Syndrom ihre Schulabschlüsse machen, Berufe
      lernen und älter werden, war vor einer Generation undenkbar.
      Aber wer investiert in Leben, das keine Rendite bringt? Versuchen Sie mal,
      Spenden für Kinder mit Epilepsie zu sammeln. Gespendet werden Millionen für
      Krebskranke, dabei sind es gar nicht so viele, und sie können wieder ganz
      gesund werden. Aber viele Krankheiten gehen nicht weg. Und deshalb haben
      meinen größten Respekt nicht die Wunderkinder, sondern die Wunderfamilien,
      die das Beste aus dem machen, was eben auch das Leben an Unerfreulichem
      und Schrecklichem mit sich bringt.
      Auf der Kinderstation hatten wir damals einen vierjährigen Jungen, der in den
      Gummistiefeln seines Großvaters die Kellertreppe heruntergefallen war und sich
      sein Hirn schwer verletzt hatte. Ich erinnere mich wie heute an den Moment, in
      dem ich den Eltern die MRT-Bilder zeigen musste. Die Eltern waren beide Ärzte
      und wussten, was die großen weißen Flecken bedeuteten. Jonas blieb lange
      auf Station. Dann wurde er verlegt und ich verließ die Medizin. Immer wieder
      dachte ich an diese Situation. Vor drei Jahren wollte ich schließlich erfahren,
      wie die Geschichte weitergegangen ist.
      Der Name der Familie hatte sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich fand die
      Adresse heraus, schrieb einen Brief und bekam eine sehr herzliche Antwort. Wir
      trafen uns. Der Sohn lebt. Es ist nie aus dem Koma erwacht, aber er hat jeden
      Tag eine Familie um sich, ihn liebt. Die Eltern sind noch zusammen, was bei
      chronisch kranken Kindern alles andere als selbstverständlich ist. Oft bleiben
      die Mütter alleine. Jonas ist inzwischen ein junger Mann wie sein Bruder.
      Wunderkinder müssen nicht alle Klavier spielen. Die ganze Familie hat mich tief
      beeindruckt mit ihrer Liebe, Hingabe und Annahme und dem Weitermachen,
      ganz anders, als man sich das mal vorgestellt hatte. Heilung kann auch heißen
      zu akzeptieren, dass nicht alle heil sind, aber dazugehören.


      In diesem Sinne einen inklusiven Tag, Ihr Eckart von Hirschhausen aus Köln.
      Literatur: Dr. med. Eckart von Hirschhausen: Wunder wirken Wunder: Wie
      Medizin und Magie uns heilen, Hamburg: Rowohlt, 2016.



      "Die Energie liegt im Glauben.
      Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
      "But You got to Keep the Faith"

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