Schweres Erdbeben in Japan, Tsunamis bedrohen mehrere Länder

  • Forscher: "Einmal alle zehn bis 20 Jahre ein GAU"
    23.05.2012, 18:49 Uhr


    Das weltweite Risiko für einen katastrophalen Reaktorunfall ist Forschern zufolge größer als angenommen. Mit dem momentanen Bestand an Atomkraftwerken könne es etwa einmal in zehn bis 20 Jahren einen GAU geben, also den größten anzunehmenden Unfall, wie der Atmosphärenchemiker Jos Lelieveld ausrechnete.


    Dies sei deutlich häufiger als in der Vergangenheit geschätzt, teilte das Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie mit.


    Höchstes Risiko für Südwestdeutsche


    Nach der Analyse tragen im weltweiten Vergleich die Einwohner im dicht besiedelten Südwestdeutschland durch die zahlreichen Kernkraftwerke an den Grenzen zu Frankreich und Belgien das höchste Risiko einer radioaktiven Verseuchung.


    Westeuropa - inklusive Deutschland - werde wahrscheinlich einmal in etwa 50 Jahren mit mehr als 40 Kilobecquerel radioaktivem Cäsium-137 pro Quadratmeter belastet. Nach einer Definition der Internationalen Atomenergie Behörde (IAEA) gilt ein Gebiet ab diesem Wert als radioaktiv kontaminiert.


    Momentan seien weltweit 440 Kernreaktoren in Betrieb, 60 weitere befänden sich in Planung. Um die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze zu ermitteln, berechneten die Forscher die Laufzeit aller Kernreaktoren weltweit von der Inbetriebnahme des ersten zivilen Reaktors bis heute.


    Diese Summe - 14.500 Jahre - teilten sie durch die Zahl von vier Kernschmelzen - eine in Tschernobyl und drei in Fukushima.


    "Daraus ergibt sich, dass es in 3625 Reaktorjahren zu einem GAU kommt", erklärte Lelieveld. Selbst wenn dieses Ergebnis auf 5000 Reaktorjahre aufrundet wird, liege das Risiko 200-mal höher als Schätzungen der US-amerikanischen Zulassungskommission für Kernreaktoren im Jahr 1990 ergaben. Bei der Studie blieb außen vor, wie alt ein Reaktor ist, von welcher Bauart und in welchem Gebiet er liegt.
    Verteilung der radioaktiven Strahlung bei einem GAU


    "Wenn wir Fukushima nur als einen GAU betrachten, verringert sich das Risiko um die Hälfte", sagte Lelieveld.


    Mit einem Modell berechneten die Atmosphärenchemiker zudem, wie sich die radioaktive Belastung nach einem GAU verteilt. Demnach würde die Hälfte des radioaktiven Cäsium-137 mehr als 1000 Kilometer, ein Viertel weiter als 2000 Kilometer transportiert.


    Die Studie ist im Journal "Atmospheric Chemistry and Physics" veröffentlicht.
    http://nachrichten.t-online.de…in-gau-/id_56625080/index

  • Ich bin auch dafür, dass man so schnell wie möglich von der Atomkraft weg kommt. Aber diesen Bericht halte ich, um ehrlich zu sein, einfach nur für Panikmache. Der GAU oder die GAU's in Japan sind ja nicht deswegen zu Stande gekommen, weil die Atomkraftwerke da schon uralt sind und, wie in Tschernobyl materielles oder menschliches Versagen der Auslöser war. Japan ist nunmal ein Land das extrem anfällig ist für Erdbeben und als Insel (nicht mal eine wirklich breite Insel, wenn man es genau nimmt), ist Japan gleichzeitig auch noch anfällig für Tsunamis. Und hätte es dieses starke Erdbeben und den Tsunami nicht gegeben, dann müssten diese Forscher immer noch mit Tschernobyl alleine rechnen. Und dann würde das Ergebnis noch mal ganz anders aussehen. Vor Tschernobyl und 25 Jahre nach Tschernobyl gab es keinen Reaktorunfall mehr, der einfach durch das Alter des Reaktors oder durch einen menschlichen Fehler verursacht wurde.


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  • 2011 haben wir die Nachrichten verfolgt, die zeitweise im Minutentakt kamen, haben mitgebangt, mitgehofft, mitgebetet. Inzwischen ist es recht still geworden um Fukushima. Leider bedeutet das nicht, dass alles überstanden wäre, wie ein Bericht vom 07.08.2013 zeigt.


    :stuhl:


    Atomruine Fukushima
    Verseuchtes Wasser strömt ins Meer


    Der japanische Atomkonzern Tepco findet keinen Weg, um radioaktiv verseuchtes Wasser in der Atomruine Fukushima zu halten. Von dort strömen jeden Tag 300 Tonnen belastetes Wasser ins Meer, räumte ein Regierungsvertreter nun ein. Die Kontaminierung sei jedoch auf Bereiche nahe dem Kernkraftwerk beschränkt.


    Die Regierung vermutet zudem, dass bereits seit zwei Jahren radioaktiv verseuchtes Wasser aus Fukushima in den Pazifik fließt. Der Atombetreiber Tepco hatte im vergangenen Monat zugegeben, dass hochgradig belastetes Wasser in den Boden einsickere und das Meer verseuche. Die Ursache dafür müsse noch herausgefunden werden.


    Kaum zu beherrschendes Wasser


    Die gewaltigen Massen radioaktiv verseuchten Wassers in der zerstörten Anlage stellen für die Reparaturtrupps eines der größten Probleme dar. Dabei handelt es sich nicht nur um die riesigen Wassermengen, die zur nötigen ständigen Kühlung in die Reaktoren gepumpt werden, um eine erneute Kernschmelze zu verhindern.


    Erschwerend hinzu kommt, dass jeden Tag rund 400 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich dort mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen. Die auf dem Areal gebauten Auffangtanks reichen für das kontaminierte Wasser kaum aus.


    Nach Erkenntnissen der japanischen Atombehörde steigt inzwischen das hochradioaktiv verseuchte Grundwasser an. Ministerpräsident Shinzo Abe forderte die Behörden auf, ihre Anstrengungen zu verstärken, das Leck zu stopfen.


    Ehrgeiziger Plan


    Um ein weiteres Eindringen von Wasser in die zerstörte Atomanlage zu verhindern, soll jetzt ein unterirdischer Wall aus gefrorenem Boden um die Reaktorgebäude errichtet werden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo weiter berichtete. Zu diesem Zweck sollen Rohre mit chemischen Kühlmitteln um die Gebäude der Reaktoren 1 bis 4 im Erdreich verlegt werden. Der auf diese Weise entstehende Schutzwall aus gefrorenem Boden werde voraussichtlich eine Länge von 1,4 Kilometern haben.


    Da der ohnehin schon finanziell schwer belastete Betreiberkonzern Tepco die dafür nötigen Mittel nicht wird aufbringen können, müsse der Staat einspringen, wie ein Regierungsprecher erklärte. Der Bau eines Schutzwalls mit gefrorenem Boden von solchen Ausmaßen sei in der Welt beispiellos.


    Überfordert und unsensibel


    Der Konzern steht seit der Atomkatastrophe vom März 2011 immer wieder in der Kritik. Zuletzt hatte die japanische Atombehörde Tepco vorgeworfen, das Bewusstsein für die Krise sei dort nur gering ausgeprägt.


    Im Atomkraftwerk Fukushima, das gut 200 Kilometer nördlich von Tokio steht, gab es im März 2011 nach einem verheerenden Tsunami eine Kernschmelze, weil die Kühlsysteme der Anlage versagten.
    http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima826.html

  • What can you do? Send clean drinking water for Fukushima children.
    (Was kann man tun? Spende für sauberes Wasser für die Kinder von Fukushima - Übersetzung ohne Gewähr)


    http://www.youtube.com/watch?v=K0F-pvZSA04

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    "When people's minds are clouded by anger or hatred, no angel can reach them". ~Michael Jackson~

  • Das was damals in Japan passiert ist, wird die Menschen dort noch viele Jahre verfolgen (und uns auch). Wenn Atomkraft im Spiel ist, dann ist das nichts, was sich in ein paar Monaten auflöst. Das sieht man ja auch an Tschernobyl. Dort leiden die Menschen heute noch unter den Strahlen und das ist jetzt 27 Jahre her.


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  • Japan bittet um ausländische Hilfe für Fukushima


    Japan bekommt seine Probleme mit radioaktiv belastetem Wasser in Fukushima nicht in den Griff. Ministerpräsident Abe hat nun internationale Experten um Hilfe gebeten.
    6. Oktober 2013 12:51 Uhr


    Im Kampf gegen das Austreten von radioaktiv belastetem Wasser in Fukushima hat Japan um Hilfe aus dem Ausland gebeten. "Mein Land braucht Ihr Wissen und Ihre Expertise", sagte Ministerpräsident Shinzo Abe am Sonntag während einer internationalen Konferenz zu Energie- und Umweltfragen in Kyoto. Japan wolle Wissen aus dem Ausland einbinden, um das Problem in dem havarierten Atomkraftwerk in den Griff zu bekommen, sagte er.


    Im Kernkraftwerk Fukushima waren nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami im März 2011 drei Reaktorkerne geschmolzen. Um diese zu kühlen, wurden sie mit Wasser umspült. Durch die stetig notwendige Kühlung entsteht immer neues radioaktives Wasser. Dessen Lagerung stellt ein kaum zu lösendes Problem dar. Seit der Havarie versickert verseuchtes Wasser im Erdreich und läuft in den Pazifik. Zwischendurch musste belastetes Wasser aktiv ins Meer eingeleitet werden.


    Erst am Donnerstag war einer der gut tausend Tanks, in denen das Wasser gelagert wird, übergelaufen. Etwa 430 Liter belastetes Kühlwasser aus der defekten Atomanlage liefen ins Meer. Auch in den Monaten davor waren immer wieder Lecks an den Tanks entdeckt worden. Abe hatte erst kürzlich gesagt, die Lecks seien unter Kontrolle – auf diese Aussage ging er in Kyoto nun nicht mehr ein.


    Japan, dessen intransparente Informationspolitik im Umgang mit dem Atomunfall immer wieder kritisiert wurde, hatte die Bergungs- und Sicherungsarbeiten an der Anlage zunächst fast ausschließlich der Betreiberfirma Tepco überlassen. Diese hielt aber immer wieder wichtige Informationen zurück, machte Fehler beim Messen der Strahlung und steht unter Verdacht, bei dem Einsatz auf der versuchten Anlage, keine Rücksicht auf mögliche Gesundheitsfolgen für die Arbeiter zu nehmen.


    Inzwischen hat Japans Regierung den Betreiber Tepco immer stärker unter staatliche Kontrolle gebracht. Zudem wurden Berater aus Frankreich, Großbritannien und Russland konsultiert.


    Der GAU überfordert auch internationale Experten


    Die Atomkatastrophe in Fukushima überfordert allerdings nicht nur japanische Ingenieure, auch internationale Wissenschaftler haben immer wieder betont, dass der Zwischenfall nach dem Erdbeben von 2011 bisher einzigartig war. Für den Umgang mit einem Unfall dieser Art und Größenordnung gibt es keine Erfahrungswerte. Viele Teile der beschädigten Reaktoren sind für Arbeiter und Inspekteure allein wegen der hohen Strahlenbelastung nicht zugänglich.


    Meldungen von immer wieder auftretenden Pannen an dem Kraftwerk suggerieren der Öffentlichkeit, die Lage sei nach dem GAU dauerhaft unter Kontrolle gewesen. Dies ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern und Beobachtern in Japan aber nicht der Fall.
    http://www.zeit.de/wissen/umwe…-hilfe-verseuchtes-wasser

  • Strahlung um Unglückskraftwerk Fukushima steigt drastisch an


    Tokio (Reuters) - In der unmittelbaren Umgebung des japanischen Unglückskraftwerkes Fukushima steigt die atomare Strahlung drastisch an.


    In Meerwasser vor einem der beschädigten Reaktoren wurden die höchsten Werte seit zwei Jahren gemessen, wie die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power am Donnerstag mitteilte. Die Werte für Cäsium-134 und Cäsium-137 schnellten um das 13-fache in die Höhe und weit über den Grenzwerten.


    Ein Tepco-Sprecher sagte, Grund für die steigende Radioaktivität seien Bauarbeiten in der Nähe eines Reaktors. Um den Boden zu stabilisieren und ein weiteres Auslaufen von verseuchtem Wasser ins Meer zu verhindern, würden Chemikalien in die Erde gepumpt. Dabei sei ein Überdruck entstanden, der verstrahlte Erde ins Wasser gespült habe.


    Erst am Mittwoch kamen sechs Arbeiter mit radioaktivem Wasser in Berührung, weil ein Mitarbeiter versehentlich ein Rohr abgetrennt hatte. Dabei liefen sieben Tonnen hoch radioaktiv verseuchtes Wasser aus. Im Ozean wurden aber nach Angaben von Tepco-Mitarbeitern keine erhöhten Strahlungswerke gemessen. Zuletzt wurden fast täglich Probleme aus dem AKW bekannt, die zumeist auf Fahrlässigkeit zurückzuführen waren.


    Das Kraftwerk wurde vor zweieinhalb Jahren von der Flutwelle eines Tsunamis getroffen. Daraufhin fielen die Kühlsysteme aus, so dass es zu einer Kernschmelze kam. Es handelte sich um das schwerste Atomunglück seit der Katastrophe von Tschernobyl.
    http://de.reuters.com/article/…ews/idDEBEE99902L20131010

  • Ein Erdbeben der Stärke 7,1 bis 7,3 hat die Region Fukushima erschüttert. Die japanischen Behörden gaben eine Warnung vor einem voraussichtlich einen Meter hohen Tsunami aus, berichtete der Fernsehsender NHK Samstagnacht


    Die armen Menschen dort finden einfach nicht zur Ruhe. Vielleicht wird es damit für immer vorbei sein, so wie in Tschenobyl, wo die Menschen noch heute unter den Folgen der Katastrophe leiden.

    What matters most is being who you really are,facing that,loving that without shrinking back

  • ja, ich hab`s vorhin auch im Radio gehört .........


    Zitat

    Erneut ist die Region um Fukushima von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Der Erdstoß hatte die Stärke 7,3, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Japanische Behörden warnten die Bewohner der Pazifikküste vor einem Tsunami.


    An der Atomruine Fukushima Daiichi entstanden offenbar keine neuen Schäden. Betreiberkonzern Tepco wollte die Auswirkungen prüfen und vermeldete dann, dass es keine Auffälligkeiten gebe. Gleiches berichtete der Betreiberkonzern Tohoku Electric vom heruntergefahrenen Atomkraftwerk Onagawa.
    Atomanlage evakuiert


    Die Behörden ordneten laut Medienberichten die Evakuierung des Atomanlage von Fukushima an. Die Region ist seit der Atomkatastrophe vom 11. März 2011 ohnehin weiträumig evakuiert und menschenleer.

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  • :Tova:


    ja, ich habe diese nachricht grade auf fr-online gelesen..


    (und einen kommentar da gelassen... :stuhl: )


    schlimm genug, dass diese atomkatastrophe von 2011 so ganz aus den nachrichten + 'natürlich' auch wieder aus dem kollektiven bewusstsein heraus war..


    oder anders herum:


    manchmal frage ich mich allen ernstes, was 'noch' passieren muss...damit nicht nur geld die welt regiert..


    leider hört man von dieser anti-akw-bewegung, die sich damals in japan gebildet hatte, nichts mehr...was natürlich nicht heisst, dass es sie nicht mehr gibt..


    global betrachtet, fliesst ja wohl eh seit 2011 radioaktive flüssigkeit ins meer..ich kapiere nicht, warum das niemanden so recht interessiert..


    und zur erinnerung an tschernobyl (ich bin damals vor der regenwolke in bonn noch in die wohnung gelaufen, polizei hat nicht informiert, weil zu der zeit war rhein in flammen + man wollte eine massenpanik vermeiden..)
    aktuell hab ich noch einen bericht gelesen über die gefährlichkeit von pilzen...
    halbwertzeit cäsium 2 dauert halt...


    nochmal :stuhl:

  • Die armen Menschen dort finden einfach nicht zur Ruhe.


    Nun, dass dürfte anhand der geographischen Lage von Japan auch unmöglich sein.
    Erdbeben kommen dort so häufig vor, dass es nur erwähnt wurde, wenn es mal wieder "schlimmer" war als sonst. Na ja und jetzt ist es eine Schlagzeile wert, weil man sich sofort wieder an 2011 erinnert.
    Einfach grausam :tn:


    und zur erinnerung an tschernobyl (ich bin damals vor der regenwolke in bonn noch in die wohnung gelaufen, polizei hat nicht informiert, weil zu der zeit war rhein in flammen + man wollte eine massenpanik vermeiden..)


    Ich war damals zwischen Bonn und Düsseldorf... Der Platzregen (ich erinnere mich an einen warmen Sommerregen), hat mich voll erwischt. Mich hat dann jemand aus dem Regen gezogen - ich hatte es nicht bedacht :tüte:

  • :Tova:

    Der Platzregen (ich erinnere mich an einen warmen Sommerregen), hat mich voll erwischt. Mich hat dann jemand aus dem Regen gezogen - ich hatte es nicht bedacht :tüte:

    ja genauso hab ichs auch in erinnerung..


    lauer sommertag....regen war angekündigt..


    ich weiss nicht, warum ich skeptisch war..ist ja ein paar jährchen her..
    vielleicht, weil mein schwager in bw sagte, er läuft mit dem geigerzähler bei meiner mutter im garten herum, um die werte zu messen ...
    biggy, muttis hund, schlug extrem aus.. :glupschi: völlig konterminiert..


    auch die spielplätze etc. waren verseucht...da wurde dann die erde abgetragen...etc..
    ich könnte einen roman darüber schreiben..


    ne wirklich, das braucht niemand mehr..


    umso unverständlicher für mich, dass dieses thema hier, also in deutschland, unter 'ferner liefen' läuft..


    :stuhl:


    schon wieder der stuhl..den hab ich heut verschiedentlich eingesetzt

  • Vor ein paar Minuten brachte Focus die Nachricht ,
    dass bis jetzt alles mehr oder weniger glimpflich verlaufen ist.
    Statt der 1m hohen Flutwelle seien es nur 30 cm gewesen.
    Allerdings ist ein Taifun im Anmarsch. Fukushima ist evakuiert worden.
    Außerdem kann es wegen der Regenfälle zu Erdrutschen kommen.

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    I keep on dancing and dancing and dancing, until there is only – the dance.

    So long and thanks for all the fish – R.I.P. Douglas Adams

  • Gefahr aus dem Abklingbecken


    Niemand weiß, wie stabil die Kraftwerksgebäude in Fukushima noch sind. Und die Erde bebt immer wieder. Die wichtigsten Fragen und Antworten.


    19. 11. 2013


    Hochbrisant bleibt die Situation rund um die Katastrophenreaktoren im japanischen Fukushima – auch 32 Monate nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März 2011.


    Nach den Kernschmelzen in den Reaktorblöcken 1 bis 3 ist bis heute unklar, wo genau sich der hochradioaktive Brennstoff dieser Kraftwerksteile befindet: Fachleute rätseln, wie weit sich das glühende, lavaartige Material durch den Reaktordruckbehälter und den umgebenden Beton in den Untergrund gefressen haben könnte. An eine Bergung des geschmolzenen Brennstoffs dieser drei Reaktorblöcke ist aktuell überhaupt noch nicht zu denken.


    Wo kann radioaktives Material geborgen werden?


    Problematisch bleibt auch die Situation an den wassergefüllten Abklingbecken der Reaktoren. Hier sollte sowohl abgebrannter als auch nicht benutzter Atombrennstoff zwischengelagert werden. Allein im Abklingbecken des Reaktorblocks 4 liegen mehr als 1.500 Brennelemente. Das sind mehr als dreimal so viele wie in den Abklingbecken der Blöcke 1 bis 3.


    Zum Zeitpunkt des Erdbebens war Block 4 gerade heruntergefahren, der Reaktorkern entladen. Deshalb konnte dort keine Kernschmelze einsetzen – doch das hochradioaktive Material befindet sich noch heute in dem maroden, durch eine Wasserstoffexplosion stark zerstörten Reaktorgebäude. „Wir reden von radioaktivem Inventar, das die Dimension von Tschernobyl bis zum 80fachen übersteigt“, sagt der unabhängige Energieexperte Mycle Schneider, Träger des Alternativen Nobelpreises Right Livelihood Award.


    Warum muss schnell gehandelt werden?


    Niemand weiß, wie stabil die Kraftwerksgebäude noch sind. Nach den Wasserstoffexplosionen bot sich besonders bei Block 4 ein Bild völliger Verwüstung: Wände und Dach wurden weggesprengt, das in rund 15 Metern Höhe eingebaute Abklingbecken lag unter freiem Himmel. Falls das Becken Risse bekommt und nicht mehr genug Kühlwasser vorhanden ist, droht die Selbstentzündung des Atombrennstoffs: Die Brennelemente, die noch massiv Nachzerfallswärme abgeben, würden schmelzen, das Zirkon der Brennstabhüllen könnte mit dem verbliebenen Wasser abermals zu Wasserstoff reagieren.


    Es drohen erneute Wasserstoffexplosionen. Dabei könnte der radioaktive Inhalt der Brennstäbe, darunter Cäsiumisotope und hochgiftiges Plutonium, zu großen Teilen in die Atmosphäre gelangen. „Im Worst-Case-Szenario könnte der Norden Japans unbewohnbar werden“, glaubt der Atomenergiekritiker Sebastian Pflugbeil von der privaten Gesellschaft für Strahlenschutz: „Selbst die konservative Regierung Japans hat doch bereits über die Evakuierung Tokios nachgedacht – soweit das bei einer Stadt mit 30 Millionen Einwohnern überhaupt denkbar ist.“


    Wie wahrscheinlich ist der Worst Case?


    Völlig unwahrscheinlich ist der Fall nicht: In Fukushima bebt immer wieder die Erde, zuletzt erst Anfang November. Kraftwerksbetreiber Tepco kann nicht seriös einschätzen, bei welcher Erdbebenstärke die Abklingbecken zerstört würden. Außerdem wurden die Brennstäbe unmittelbar nach der Katastrophe mit Salzwasser gekühlt – das könnte zu Rost im Beton der Becken und damit zu Undichtigkeiten auch ohne erneute Erschütterungen führen, fürchtet Mycle Schneider.


    Wie wird der Brennstoff aus dem Becken entfernt?


    Arbeiter, die in Vollschutzkleidung über dem Becken stehen, steuern einen Kran, mit dem die Brennstäbe einzeln aus ihrer Halterung im Abklingbecken gezogen werden. Unter Wasser, das als Strahlenabsorber dient, sollen die Brennelemente dann in einen Castor-ähnlichen Sicherheitsbehälter verladen werden.


    Mit einem weiteren Kran werden diese Behälter dann auf Lkws verladen und zu einem schon vor der Katastrophe vorhanden gewesenen, aber unbeschädigten weiteren Abklingbecken auf dem Kraftwerksgelände gebracht.


    Wie hoch sind die Risiken?


    „Tepco macht ausnahmsweise das Richtige“, findet Atomexperte Schneider – das „radioaktive Inventar“ müsse schnellstmöglich aus den zerstörten Reaktorgebäuden. Kritiker Pflugbeil dagegen fürchtet, dass Brennelemente bei der Aktion zerbrechen könnten: Nach den Explosionen liegen Trümmerteile in den Abklingbecken – sie könnten die Brennstäbe verklemmen.


    „Bei einem Bruch würde die Strahlung massiv ansteigen, an den Becken könnte überhaupt nicht mehr gearbeitet werden“, warnt Pflugbeil. „Und beim nächsten Erdbeben droht dann doch wieder der Worst Case.“ Alternativen hat aber auch er nicht parat: „Ich kenne keine.“
    http://www.taz.de/Lage-im-AKW-Fukushima/!127720/

  • Heute vor genau drei Jahren ist das Atomkraftwerk Fukushima explodiert, als ein verheerender Tsunami die japanische Küste traf .


    In Japan leben heute noch 276000 Menschen in Notunterkünften, die Regierung will ausgerechnet jetzt erstmals wieder einen Atomreaktor hochfahren
    – noch sind alle stillgelegt.


    Zeitbombe Fukushima

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  • Danke, Blaue Blume, dass du daran erinnerst. Wie schlimm, dass diese Katastrophe so schnell aus den Nachricht und den Köpfen der Menschen verschwunden ist.


    Ich kann nicht verstehen, wie Tepco da vor sich hin wursteln kann ohne dass es offenbar einen Katastrophenplan gibt, wie man die Ruine sichern und einen weiteren Austritt von Radioaktivität verhindern kann. Verglichen mit Fukushima war in Tschernobyl ein funktionierendes Krisenmanagement am Werk, was aber aber auch vielen Arbeitern das Leben gekostet hat. Schlimm, alles ... :oooch:

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  • :stuhl:


    Tepco verliert die Kontrolle


    Mehr als drei Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima sickert weiter radioaktiv belastetes Wasser ins Meer. Der Kraftwerkbetreiber Tepco wollte das mit einem Eiswall im Boden verhindern. Doch der hält nicht.


    Im Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie in Tokio schlug die Nachricht ein wie eine Bombe. Der Versuch der Elektrizitätswerke von Tokio (Tepco), die Situation mit dem radioaktiv belasteten Wasser in der Atomruine in Fukushima unter Kontrolle zu bekommen, hat in der letzten Woche einen schweren Rückschlag erlitten. Tepco räumte in einer offiziellen Mitteilung ein, dass alle Versuche gescheitert sind, den Zufluss hoch radioaktiv belasteten Wassers in die Verbindungstunnel zwischen den Reaktoren 2 und 3 zu stoppen. Tepco-Ingenieure arbeiten seit Monaten daran, mit einer neuen Gefriertechnik zu verhindern, dass über die unterirdischen Kanäle immer wieder hoch radioaktiv belastetes Wasser nach außen dringt. Das offizielle Eingeständnis, damit gescheitert zu sein, weckt Zweifel am Konzept von Tepco und Meti.


    Regierung und Ministerium bemühten sich gleich nach Tepcos Mitteilung abzuwiegeln. „Alles läuft im Plan“, lassen Regierungskreise ausländische Journalisten wissen. Wirklich? Wenn selbst Tepco einräumt, dass es nicht funktioniert? „Stimmt, wir hängen im Zeitplan etwas zurück“, rudern die Offiziellen zurück. Das Wasser in den Verbindungskanälen zwischen den Reaktorgebäuden fließe einfach zu schnell, heißt es nun zur Begründung. Deswegen friere es nicht.


    11.000 Tonnen hoch radioaktiv belasteten Wassers sind derzeit in dem Tunnel zwischen den Reaktoren 2 und 3, in denen es im März 2011 zur Kernschmelze gekommen ist. Von dort sickert es nun durch Lecks in den Boden.


    Ein Experiment mit ungewissem Ausgang


    Das Scheitern der Techniker in Fukushima hat auch Auswirkungen auf das wichtigste Projekt, das Tepco dort seit mehr als einem Monat mit Nachdruck vorantreibt. 1000 Tonnen Grundwasser fließen von den nahen Hügeln Tag für Tag auf das Gelände des havarierten Atomkraftwerks. 400 Tonnen dringen täglich in die Untergeschosse der havarierten Reaktoren 1, 2 und 3 ein, in denen es zur Kernschmelze gekommen war. Dort mischen sie sich mit 320 Tonnen Wasser, mit denen Tepco die Reaktoren kühlt, um sie unter Kontrolle behalten zu können. Mindestens 720 Tonnen Wasser werden damit Tag für Tag radioaktiv belastet – und ein Großteil davon in riesigen Wassertanks auf dem Gelände zwischengelagert. Nach Angaben der Regierung sind es mittlerweile 520.000 Tonnen Wasser.


    Um den Zufluss des Grundwassers zu stoppen, baut Tepco seit einigen Wochen an einem Eiswall aus gefrorenem Boden um die Reaktoren 1 bis 4. Wegen der Hitze können die Arbeiter der Firma Kajima in ihren Schutzanzügen nur abends arbeiten. Kajima hat Erfahrung im Bau von Eiswällen. Doch über eine Länge von 1,5 Kilometern, mit 400 Tonnen Grundwasser, die täglich auf den Wall zufließen, dazu zahlreiche unterirdische Tunnel, Leitungsschächte und andere Hindernisse ist es ein Experiment. Kritiker fragen sich, wie der Eiswall funktionieren soll, wenn Tepco mit dieser Technik schon gescheitert ist bei dem Versuch, den Abfluss des belasteten Wassers in den Griff zu bekommen.


    „Herausfordernde Aufgaben“


    Die Regierung verbreitet gegenüber ausländischen Journalisten dennoch ungebrochen weiter Zuversicht. Was soll sie auch anderes tun? Schließlich hat Ministerpräsident Shinzo Abe der Welt bei der Bewerbung Tokios um die Olympischen Sommerspiele 2020 zugesichert: „Die Lage ist unter Kontrolle.“ Zweifel daran scheint allerdings auch die japanische Atomaufsicht NRA zu haben. Als Tepco bereits im vergangenen Monat auf Nachfrage immer wieder einräumen musste, dass es die Lage in den unterirdischen Kanälen nicht unter Kontrolle bekommt, regten sich in der NRA Zweifel am gesamten Projekt Eiswall. „Solange das dort nicht funktioniert, kann das Projekt Eiswall nicht einfach so vorangetrieben werden“, kritisierten Experten der Atomaufsicht im Juli öffentlich. Die Regierung hält daran fest, dass der Eiswall bis April 2015 fertig sein und auch funktionieren wird. Immerhin: Rund 100 Tonnen Grundwasser fängt Tepco neuerdings durch sein „Bypass-System“ auf, ein Tropfen auf den heißen Stein.


    Regierungskreise bekräftigen gegenüber ausländischen Journalisten immer wieder, alles sei gut und verlaufe im Plan. Erst nach mehrmaligen Nachfragen wird dann sibyllinisch eingeräumt, es seien schon „herausfordernde Aufgaben“ zu lösen. Konsequent darum bemüht, aus Fukushima nur gute Nachrichten zu berichten, betonte die Regierung dieser Tage auch stolz, dass die drei Anlagen zur Dekontaminierung des Wassers laufen würden. Nur: Bis heute will die von Toshiba betriebene Anlage in Fukushima nach immer neuen Pannen einfach nicht so funktionieren, dass das Wasser gesäubert und in den Pazifik geleitet werden kann. Caesium scheint die Anlage mittlerweile bis zu den Grenzwerten hinauszufiltern, Strontium offenbar nicht. Tritium lässt sich gar nicht herausfiltern. Für die Pläne von Tepco und Meti, das für die Arbeiten in Fukushima mitverantwortlich ist, ist das Scheitern der Gefriertechnik im ersten Anlauf eine große Belastung. Ein Scheitern des Eiswalls um die Reaktorgebäude, dessen Bau rund 47 Milliarden Yen (340 Millionen Euro) kosten soll, würde die Zweifel an Abes Versprechen, alles sei unter Kontrolle, rasant vergrößern.
    http://www.faz.net/aktuell/wir…e-kontrolle-13116295.html

  • Immer mehr Japaner sterben an Folgen der Flucht von Fukushima


    Vier Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima in Folge eines Tsunamis sterben immer mehr Japaner an den Folgen der jahrelangen Flucht vor der Strahlung. Wie die japanische Tageszeitung «Tokyo Shimbun» berichtet, erhöhte sich Zahl der Opfer seit März vergangenen Jahres auf 1232 Tote. Zwar kam durch den Super-Gau vom 11. März 2011 in Folge eines Erdbebens und gewaltigen Tsunamis niemand direkt ums Leben. Doch sterben immer mehr Menschen an den gesundheitlichen Auswirkungen des harten Lebens in den provisorischen Behelfsunterkünften. Andere begehen Selbstmord.

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