Beiträge von biba

    Dann mach ich mal ein wenig weiter. Allerdings schaff ich meistens nur immer kleine Abschnitte so nach und nach. :hut:


    ¡Porque Soy Malo, Soy Malo! - Oct. 24

    Willa:
    Letztes Frühjahr hat Langzeitbeiträger Bjørn Bojesen seine Version von “Bili Ĝin”, eine Übersetzung von “Billie Jean“ in Esperanto, mit uns geteilt. Dies hatte hinter den Kulissen zu einer Unterhaltung über Michael Jacksons Fremdsprachen zwischen Joie, Bjørn und mir geführt, in welcher wir alle über Songs oder Kurzfilme nachdachten, in welchen er Wörter in anderen als seiner Muttersprache Englisch sang oder integrierte. Das war solch ein interessantes Thema für uns, dass wir entschieden haben, die Unterhaltung online zu stellen und in einem Post darüber zu sprechen. Danke, dass du zu uns stößt, Bjørn, und dafür, dass du “Bili Ĝin” mit uns geteilt hast!


    Esperanto ist tatsächlich ein guter Punkt diese Unterhaltung zu beginnen, da es solch ein Michael Jackson - mäßiges Konzept ist. So wie ich es verstehe, wurde Esperanto, das Elemente vieler verschiedener Sprachen nutzt, um weltweiten Frieden und Verständnis zu fördern, im späten 19. Jahrhundert erfunden. Genauer gesagt wurde es von L.L. Zamenhof kreiert, um ein neutrales Kommunikationsmittel zur Verfügung zu stellen, dass Unterschiede in Sprache, Nationalität und Ethnie überbrückt. Ich kann sehen, wie das Michael Jackson gefallen haben könnte, da das Überschreiten von Grenzen und das Heilen von Spaltungen etwas war, was er seine ganze Karriere hindurch tat. Und wie du neulich erwähnt hast, Bjørn, hat er einen Esperantoteil in den Teaser für HIStory eingebaut, richtig?


    Bjørn: Ja, das ist korrekt. Ganz am Anfang, direkt bevor die Soldaten mit ihren schweren Stiefeln einmarschieren, ruft ein Mann eine Kundgebung in Esperanto aus. Seht her:


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    In dem YouTube Video gibt es ein paar Pannen bei den Untertiteln, aber die Botschaft der unbekannten Person lautet so: “Diversaj nacioj de la mondo” (Verschiedene Nationen der Welt) / “konstruas ĉi tiun skulptaĵon” (errichtet diese Statue) / “en la nomo de tutmonda patrineco kaj amo” (im Namen globaler Mütterlichkeit und Liebe) / “kaj la kuraca forto de muziko” (und der heilenden Kraft der Musik). Ein paar Sekunden später ruft auch einer der Schmelzer in Esperanto: “Venu ĉi tien!” (Komm hier her!)


    Der Teaser hat eine ziemliche Aufregung in die Esperanto Gemeinde gebracht, als er ausgestrahlt wurde. Warum würde MJ einen Esperanto-Ausschnitt verwenden? Ich habe keine Ahnung, ob er tatsächlich Esperanto sprach, aber ich nehme an, er hat die Zeilen (auf Englisch) geschrieben: „im Namen globaler Mutterschaft und Liebe und der heilenden Kraft der Musik.“ Klingt das nicht sehr nach MJ für euch? Ich meine, allein die Idee einer universellen Mütterlichkeit statt der gewöhnlichen Brüderlichkeit...


    Willa: Das tut es wirklich. Es klingt „sehr nach MJ“, wie du sagst, und es ist auch interessant, wie diese Worte das Dargestellte untergraben. Was diesen Worten folgt ist eine Vorführung militärischer Macht mit im Gleichschritt marschierenden Soldaten, die an die Nazi-Militärdemonstrationen erinnern. Da ist also eine starke Spannung zwischen den Esperanto-Worten, die die Statue, die sie errichten, als Hommage an die „globale Mütterlichkeit und Liebe“ beschreiben und den begleitenden Bildern, die die Statue in einen militärischen Kontext stellen.


    Bjørn: Ja, aber die Spannung existiert nur, wenn du die Worte verstehst! 99,8 % der Zuschauer würden keine Ahnung haben, was der Darsteller der Äußerung sagt. Also warum ließ MJ den Mann die Zeilen nicht einfach in Englisch sagen?


    Willa: Nun, das ist ein gutes Argument, Bjørn – und ich muss gestehen, dass ich eine der 99,8% bin!


    Joie: Bin ich auch. Weißt du, Bjørn, ich finde das faszinierend und ich bin auch wirklich überrascht darüber. Ich hatte keine Ahnung, dass diese Worte in Esperanto gesprochen waren. Ich kann mich nicht daran erinnern, das jemals zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos gehört zu haben. Ich erinnere mich nur an die ganze Kontroverse über den Film selbst, der als hasserfüllt und narzisstisch bezeichnet wurde. Aber du stellst eine interessante Frage...warum hat er nicht einfach eine Sprache verwendet, die den Massen leichter verständlich gewesen wäre? Selbst wenn er kein Englisch verwendet hätte, hätte er noch immer Russisch oder Spanisch oder gar Japanisch nehmen können. Irgendeine andere Sprache, die mehr Leute hören und sofort erkennen würden. Aber statt dessen hat er Esperanto gewählt. Und Willa und ich sind davon überzeugt, dass er künstlerisch nichts ohne einen sehr genauen Grund dafür tat. Daher bin ich fasziniert.


    Bjørn: Ich denke, du schneidest hier etwas wichtiges an, Joie, wenn du über eine Sprache sprichst, die „den Massen leichter verständlich“ ist! Das ist genau der Grund, warum viele Kunstliebhaber der Oberschicht Michael Jackson nicht leiden können – sie denken er füttert „die Massen“ mit Zeug, dass sie leicht verdauen können. Aber ich denke, dass MJ ein hervorragendes Verständnis dieser Balance zwischen zugänglich und abseitig hatte. Indem er so kleine, schwer zu erkennende Bezugnahmen einstreut – wie z.B. seine Ansiedlung des You are not alone Videos in dem Gemälde Daybreak von Maxfield Parrish – fügt Michael Jackson seiner Kunst Interpretationstiefe hinzu. Apropos, war es nicht das MJ Academia Project, das als erstes aufgedeckt hat, dass der HIStory Teaser im wesentlichen eine Parodie von Leni Riefenstahls 1934er Hitler-Propagandafilm Triumph des Willens war?


    Willa: Ich glaube schon... zumindest hatte ich dort zuerst davon gehört.


    Bjørn: Wenn man das im Hinterkopf hat, ist es interessant zu bemerken, dass der Urheber von Esperanto, Zamenhof, Jude war…


    Ich glaube auch, dass MJ über seinen eigenen Sprachgebrauch reflektierte. Seine Muttersprache ist zufällig Englisch – das seit dem zweiten Weltkrieg als eine Zweitsprache in großen Teilen der Erde fungiert. Die englische Sprache hilft MJ seine Botschaft an die Massen rüberzubringen, aber zugleich gibt das englischen Muttersprachlern wie ihm einen sprachlichen Vorteil (während andere Wörter nachschlagen müssen, kannst du einfach weiterreden).


    Esperanto ist die Möchtegern internationale Sprache mit dem Potenzial, Sprecher verschiedener Muttersprachen auf ein mehr gleichberechtigtes Level zu setzen. Sagen wir mal, alle Länder der UN würden beschließen, Esperanto zu einer globalen Zweitsprache zu machen und anfangen, sie in jedem Klassenzimmer auf der Welt zu unterrichten. Das würde Menschen aus jeder Kultur ein Grundwerkzeug für Kommunikation geben – aber es würde auch bedeuten, dass englische Muttersprachler eine kleine Anstrengung leisten müssten. Also befürwortet MJ in diesem Teaser gewissermaßen die Idee von Esperanto. Indem er der Sprache einen „Gastauftritt“ gibt, stellt er den Status Quo in Frage (Nationalsprachen für internationale Kommunikation zu verwenden). Ich nehme an, man könnte es eine künstlerische Diskussion über Sprache und Macht nennen.

    Willa: Das ist eine wirklich interessante Art das zu sehen, Bjørn. Und wir könnten diese Idee, „Sprache und Macht“ herauszufordern, noch weiterführen, wenn wir bedenken, dass Englisch als eine „globale“ Sprache mit dem britischen Kolonialismus begonnen hat. Als das britische Königreich sich in der Welt ausbreitete, so tat das auch die englische Kultur und Sprache, wobei viele indigene Völker ermutigt oder gar gezwungen wurden, ihre Muttersprache aufzugeben und stattdessen Englisch zu gebrauchen. Und natürlich ist Rassismus in den USA ein direktes Resultat des britischen Kolonialismus und des Sklavenhandels. Also in diesem Sinne kann Englisch als Sprache der Unterdrückung gesehen werden – die Sprache derer, die kolonialisiert und indigene Völker weltweit verdrängt haben.

    Um also zum HIStory Teaser zurückzukommen, so ist es interessant, dass er in der bildlichen Darstellung stark gegen Bemühungen, die den falschen Beschuldigungen von 1993 gefolgt waren, ankämpft, ihn zum Schweigen und dorthin zu bringen, „wo er hingehört“ und in den in Esperanto gesprochenen Teilen geht er gegen das Englische an, die Sprache, die zu einem gewissen Grad seine Vorfahren zum Schweigen gebracht hatte und versucht hatte, sie dort zu halten, wo sie hingehören.

    Vorschlag, einen fleischfreien Tag in Kantinen einzuführen


    Das ist schon echt hart, wenn man diesen kleinen Satz hier nochmal liest, denn um nichts weiter ging es: um einen Vorschlag, an einem Tag in der ganzen Woche nur in den öffentlichen Kantinen (nicht mal ansatzweise jeder Mensch isst in Kantinen, geschweige denn, dass er dort zu essen gezwungen wäre...) auf das Angebot von Fleisch zu verzichten. Und dann wird so ein Aufstand gemacht. Als wüsste man, was dieser kleine Anfang für die Zukunft vielleicht bereits vorwegnehmen könnte, was man wohl echt sofort im Keim ersticken muss. Das ist so eine überzogene, heftige Abwehrreaktion, die uninformierten Menschen doch auch ein völlig falsches Bild vermittelt. Nämlich das hier:


    völlig informations- und lernresistenten "Wir lassen uns das Schnitzel nicht verbieten"-Gelalle der FDP, der leidende Tiere und hungernde Menschen völlig am politischen Hintern vorbeigehen


    Ja und irgendwie schwingt dabei dann immer mit, dass man an die Zusammenhänge einfach nicht glaubt. So à la "Völlig absurd! Wenn dem so wäre, würden wir natürlich auch auf Fleisch verzichten, aber...." Da haben es die Vorwürfe gegen Monsanto oder das Ächten der Spekulationsgeschäfte mit Lebensmitteln schon leichter. Klar, ist auch irgendwie herrlich unpersönlich und man kann wunderbar über "die da oben" schimpfen.... Ich meine, es kann ja wohl nicht tatsächlich egal sein...? Es ist eher so, dass man sich einfach weigert, es so zu sehen.


    Apropos Monsanto:
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    Darunter der Kommentar "Vegan ist der Plan!" :daumen:

    In einem Interview mit Steven Harvey erzählt Michael ihm, er sei ein großer Fan und dass er sich über seine Comedy-Show "Kings of Comedy" und besonders über den Titanic-Sketch köstlich amüsiert hätte, den er "für eines der lustigsten Dinge, die ich je in meinem Leben gesehen habe" hielt. Ich verzichte hier mal auf eine Übersetzung, da ich nicht wüsste, wie der Slang zu übersetzen wäre, ohne dass der Witz darunter leidet und hoffe, man kann auch so darüber lachen...


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    Die Lebensmittelproduzenten haben kein Interesse an einer Regelung, da die derzeitige Situation es ihnen ermöglicht, die verschiedensten Tierbestandteile durch eine undeklarierte Einmischung in Lebensmitteln zu entsorgen. Würde die Kennzeichnung Pflicht, wäre es den Verbrauchern möglich, diese Praxis zu erkennen und auf solche Lebensmittel umzustellen, die keine Tierprodukte enthalten.


    Das ist bei vielen Themen und Aspekten unserer Wirklichkeit so... Man weiß genau, dass die Menschen im Grunde gut sind und das Gute, das Richtige wollen. Dass sie aber eben auch bequem sind und sich daher vieles gern schönreden oder schönreden lassen. Das nutzt man aus. Damit "spielt" man. Man weiß auch, dass man diese Praxis vertuschen muss. Es ist ein bißchen so, wie Kinder anzulügen, obgleich man sie natürlich auch einfach zwingen könnte, schlicht, weil man stärker ist. Aber das möchte man ja selbst nicht unbedingt (höchstens in letzter Instanz oder so) und wenn sie es von selbst machen, weil man sie aufgrund eines Wissensvorsprungs manipulieren kann (natürlich nur zu ihrem Besten), dann ist doch alles gut... Man weiß auch, dass Kinder irgendwann erwachsen werden. Dann ist es mit der Kontrolle vorbei und alles, was der Mensch dann nicht von allein tut, tut er vielleicht gar nicht mehr oder anders und Dinge ändern sich. So ist das auch in Gesellschaften. Nur uns ist es nicht so ganz klar, ähnlich wie (v.a. kleine) Kinder sich oft nicht wirklich vorstellen können, irgendwann nicht mehr Kind zu sein. Dazu passt ein neues Video von Hagen Rether: Wir sind und bleiben letztlich immer die 99% und man weiß das.


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    immer einen privaten Videografen dabei zu haben, der alles filmte, was Michael tat... oder auch, dass wohl viele Studiosessions auch auf Video existieren. Das tut niemand, der das nicht für die Nachwelt aufbewahren will


    Das mit dem Aufbewahren für die Nachwelt kann ich mir gut vorstellen. Unter anderem aus diesem Grund hatte ich als Kind angefangen Tagebuch zu schreiben und ich habe mir oft vorgestellt, wie es den Menschen in der Zukunft ein Bild von dem alltäglichen Leben in unserer Zeit geben könnte, so wie mir Schriftstücke, Filme und Bilder einen Eindruck vom Leben vergangener Zeiten vermittelt hatten. Der andere Grund war der, dass ich nie vergessen wollte, wie ich als Kind oder Teenager oder junge Frau war. Ich wollte nie zu den Menschen gehören, die sich offenbar nicht mehr daran erinnern können, wie es war, Kind zu sein, wie es war, klein und unwissend zu sein, wie man mit 14 oder mit 16 oder mit 23 denkt usw. Und es ist in der Tat ein ganz seltsames Gefühl, wenn ich heute meine eigenen Gedanken lese, die ich z.B. mit 12 oder mit 20 geschrieben habe. Man kann sich nicht davon distanzieren, dass man mal so oder so gedacht hat, man kann vieles nicht so verdrängen oder in Erinnerung verklären, wie man es natürlich dennoch ganz automatisch tut. Doch dann steht das selbst geschriebene Tagebuch mit den eigenen Gedanken aus der Zeit neben der Erinnerung daran und man merkt erst den Unterschied und dass es den immer wieder gibt, selbst wenn man sich so sicher ist, etwas sei so oder so gewesen und dann war es tatsächlich doch anders. Man hat eine zusätzliche Perspektive der Selbstwahrnehmung und ich kann gar nicht ermessen, inwiefern diese erst ausfällt, wenn man filmisches Material von sich selbst aus allen Zeiten hat, so wie Michael, also in bewegten Bildern, die auch noch zeigen, wie man dabei aussah, welchen Gesichtsausdruck man hatte oder welches (offensichtliche) Gefühl. Das ist etwas, was vielen Menschen nun durch neue Technologien massenhaft zur Verfügung stehen wird. Und vieles davon wird von den Eltern bereits veröffentlicht, noch ehe die Kinder auch nur etwas davon verstehen. Das wird zu einer völlig neuen Wahrnehmung, zu einem neuen Selbst- und Weltverständnis führen. Oder vielleicht auch zu neuen Verdrängungs- bzw. Filter- und Selektionsstrategien...


    wenn ich mir vorstelle, wieviel Material es da noch in irgendwelchen Schränken hat....


    Oh ja......wow.... :wolke1::wolke1::wolke1::wolke1: Für Michael war das ständige selbst Filmen lassen ja auch deshalb total wichtig, weil er wusste, dass er dauernd von anderen gefilmt wird, von Fremden, von Leuten, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen und die deswegen keinerlei Interesse daran haben, ihn so zu filmen, wie er selbst sich sieht oder sehen will oder von anderen gesehen werden will. Das war so ein essentieller Bestandteil seines Lebens von klein auf und wenn er über das Medium Film, all die electric eyes und unsere "magical lens of perception" spricht, wird klar, wieviel er von all dem (natürlich!) verstand. Es ist auch wie eine Absicherung dafür, dass das Filmmaterial der anderen nicht allein da draußen ist, als einzige Wahrheit. Vielleicht sogar, um sich selbst nicht in den immer wieder wiederholten Geschichten der anderen zu verlieren. Oh Mann, man kann wirklich gar nicht sagen, was das für ihn bedeutet hat (eben auch und gerade für sich selbst) und wobei er sich überall gefilmt hat und was die wenigen Situationen bedeuten, in welchen es dann tatsächlich keine Aufnahmen von diesem "öffentlichen Mensch" gibt.

    Ich weiss auch nicht,WEM das ewige 'hand über katherine halten' was nützen soll?


    Mir persönlich geht es im Grunde gar nicht darum Kathrine zu schützen o.ä. Aber ich finde einfach ganz ehrlich, dass die Familie eben eher das kleinste Problem ist. Mich stört, dass durch die andauernde Kritik an der Familie (die ja sogar durchaus berechtigt ist - in welcher Familie gibt es keine Schwierigkeiten?) die Kritik an der Welt/der Gesellschaft viel zu kurz kommt. Zumal uns nur das eigentlich etwas anginge, weil wir Teil der Gesellschaft, nicht aber Teil der Familie sind. Wir können die Welt ändern, verlangen es aber von den Jacksons (und davor von Michael). Und ich glaube, das liegt daran, dass wir uns eben nicht (oder zu wenig) mit der Verantwortung der Menschen - also von UNS selbst - beschäftigen. Das erscheint nie nötig, weil "die Welt nun mal so ist". Meiner Ansicht nach ist und bleibt sie auch so, solange wir das so sehen und uns nicht damit auseinandersetzen (sondern mit dem Anteil einer einzelnen Familie oder Person daran).


    Durch die voranhörung bzw zeugenaussage der Kinder, wurden sie WIEDER mit den Geschehnissen um Michael's Tod konfrontiert.es wurde alles wieder aufgewühlt. Zudem kommt noch,dass sie Presseberichte über den Prozess mitbekommen, womöglich noch in ihrem Umfeld auf den Prozess angesprochen werden usw.


    Das sind gute Beispiele. Ich denke, dass die Kinder ganz unabhängig von diesem Prozess (oder einem anderen), ja sogar unabhängig vom Tod ihres Vaters, ständig ein Leben wie "vor Gericht" hätten führen müssen. Sie hätten sich so oder so in "Pausenhofkreuzverhören" und vor dem Urteil "der allgemeinen öffentlichen Meinung" den Fragen und Anschuldigungen und Vorurteilen aus ihrem globalen (!) Umfeld stellen müssen, selbst dann, wenn Michael noch leben würde. Sie wären und werden ihr Leben lang mit den Geschehnissen und Fragen zu ihrem Vater konfrontiert werden - und zwar mit ALLEN inkl. Hautbleichen, Schönheitsops, Missbrauch, Medikamentensucht und Zurückgebliebenheit - in Presseberichten, Interviews, TV-Sendungen, auf facebook, Twitter und YouTube-Vidz, in der Schule usw. Immer und immer wieder, es wird sie wie ein Schatten verfolgen. Und das doch völlig unabhängig davon, was die Familie tut oder nicht und wie sie entscheidet. Zumal wir das Handeln der Familie selbst doch auch immer angesichts dieser Realität beurteilen. Da erscheint mir ein "Prozess mit Regeln" (statt dem Verhalten des massenmedialen Mobs, den unsere Schulkinder zunehmend mit Hilfe ihrer Smartphones in Form von Cybermobbing nachahmen, weil man das ja offensichtlich so macht) sogar noch als harmlos und als "geschützte" Situation, die Geschehnisse aufzuarbeiten. Nicht wirklich, nur im Vergleich zu der Realität da draußen, vor der sie ja nicht fliehen können. Man kann sie ja nicht isolieren, so wie Michael es tat, als sie noch ganz klein waren. Und wenn, wäre das besser? Darüber streiten selbst wir "Normalos", wenn es darum geht, ab wann man Kinder in den Kindergarten oder die Schule schicken sollte und damit "in die Welt hinaus". Jedenfalls könnten sie nie ein Leben abseits der Öffentlichkeit führen. Ich meine, das hat man Michael seinerzeit doch auch noch vorwerfen wollen. Wieso er überhaupt Kinder haben musste, wo er doch den Rummel um sich kennt usw. Bei all dem sehen wir uns selbst nicht, sondern nur die Akteure, die wir beobachten (und wie sie dabei mit "uns" umgehen). Was soll das wem nützen? Und das heißt nicht, dass ich nicht verstehe, warum man sich solche Gedanken macht... :Tova:

    Die Butenländer mussten ganz schön viel durchmachen in letzter Zeit.


    Ich versuche bei all dem immer daran zu denken, dass diese Tiere einen würdigen Tod hatten und das an einem Ort, an dem sie sich wohl gefühlt haben und wo sie in Frieden sterben durften, so wie es sein sollte. Und ich stelle mir vor, wie sie Raum und Möglichkeit schaffen, weitere Tiere zu retten und dort nun unterzubringen, um ihnen einmal das gleiche zu ermöglichen... :bettel: Es sind schöne Gedanken, die mich unheimlich trösten. :herz:

    Was in den Köpfen zurückbleibt liegt ja auch daran, wie über den Prozess berichtet wird. Die Menschen erhielten ja gar nicht die Chance sich ein objektives Bild zu machen, sonst wäre von 2005 sicher ein anderes Bild in den Köpfen der Menschen hängengeblieben... Von den Beweisen und Argumenten, die zum "nicht schuldig" Urteil geführt haben, wissen die Leute ja praktisch gar nichts. Ich glaube leider auch nicht, dass das heute schon anders wäre. Da brauchts noch ein paar neue Dokus und Artikel mehr...

    Frauen in anderen Kulturen


    Irgendwie habe ich immer den inneren Drang hinzufügen zu wollen, dass ich nicht behaupten möchte, uns ginge es als Frauen hier so viel besser. Wir werden nicht bezahlt wie Männer, typische Frauenjobs genießen keinerlei Ansehen, Hausarbeit und Kindererziehung zählen oft nicht mal als Leistung. Wir werden nicht verschleiert, sollten dafür aber immer sexy sein und über jeden anzüglichen Witz lachen, weil wir ja ach so offen sind. Dabei kommt man, glaub ich, immer mit der Form von Unterdrückung besser klar, die man von klein auf gewohnt ist. Dazu ist jede 4. Frau in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt und wir haben hier Phänomene wie Flatrate-Bordelle und Zwangsprostitution. Der Song ist natürlich super - Danke dafür, ich kannte ihn nicht - und ich bin (schon wieder :tüte: ) OT, aber ich finde wir machen unsere Probleme nicht besser, indem wir darauf gucken, wie schlimm es anderswo zugeht. Ich lebe nicht anderswo. Nicht dass ich dir das vorwerfe, liebe Amidara, ich hoffe sehr, du verstehst mich nicht falsch.... Das ist rein gar nicht meine Absicht. :kiss: Das Lied hat mich nur auf diese Gedanken gebracht....und dass wir allgemein als Frauen überall auf der Welt noch einen weiten Weg vor uns haben... :Tova:

    Ich denke, dass er sie nicht direkt bedacht hat, sollte ihnen eher zu denken geben. Es war ein Statement. Ganz klar. Aber er wusste, dass sie Dank Kathrine nicht wirklich leer ausgehen würden.

    wenn eine Mutter EIN Kind verkauft,damit ihren ANDEREN Kindern gut geht,WO ist da die mutterliebe?


    Ja, er war das Goldkind, aber ich kann nicht glauben, dass sie ihn deswegen nicht geliebt haben soll und so extrem kann ich das bei allen Argumenten nach wie vor einfach nicht sehen. :schulter: Was ich allerdings schon glaube ist, dass sich alle oft immer nur vor Augen gehalten haben, wie gern Michael doch auch immer gearbeitet hat, wie viel Spass ihm das Singen/Tanzen etc. doch immer machte und sie haben sich sicher auch meistens eingeredet, dass er doch nun wirklich genug Geld hat und sich ALLES locker leisten könnte. Dass es doch nicht zuviel verlangt wäre, wenn er ab und an mal wieder eine Tour mit ihnen macht usw. Und dass es ihnen vermutlich schwerfällt, einen gewissen Standard aufzugeben... Ich muss aber gestehen, dass ich das irgendwie ziemlich "normal" finde. Wir blenden alle gern aus, was unsere Sichtweise nicht unterstützt, nicht selten sogar völlig unbewusst. Es bedeutet aber nicht, dass wir deshalb alle schlechte Menschen sind, die deshalb keine Liebe empfinden und die alles nur mehr aus reiner Berechnung machen. Von außen sieht es aber auch leicht so aus, weil man nicht emotional verstrickt ist. Es sind aber doch im Grunde IMMER komplizierte Gefühle, die den Unterschied machen.


    Ich denke, in ihrem Leben und in ihren Beziehungen untereinander hat sich vieles über längere Zeit entwickelt. Da stecken Prozesse und Erfahrungen hinter, die wir im Zeitraffer erst recht nicht mehr richtig wahrnehmen können. Sie alle sind einfach irgendwann mal in Gary gestartet und es sollte einfach nur besser werden als dort. Dass einer ihrer Söhne letztlich zum berühmtesten Menschen aller Zeiten werden würde, hat sicher alle überfordert, ebenso wie das Leben, das folgte. Darauf war keiner vorbereitet und es dürfte wohl eine Extremsituation für alle gewesen sein. Dass Gefühl, das alle Welt mitleidig auf dich herabsieht, kannten die anderen Jacksons z.B. schon viel früher als Michael, nehm ich an...

    Oh ich gebe dir schon recht, was sein Gesamtvermögen betrifft. Er kannte ALL seine Familienmitglieder gut genug um zu wissen, dass sie damit niemals in seinem Sinne hätten umgehen können und natürlich wusste er das zu verhindern. Ich meinte tatsächlich ihren Anteil. Er wusste, dass sie diesen Anteil auch mit den anderen teilen würde.

    Es wird zu einer Kultur.


    Das ist so wahr! Ich muss dabei speziell an den Kulturbegriff des Philosophen Ernst Cassirer denken, für den "Kultur" bedeutet, dass der Mensch seine Welt als ein Symbolsystem erschafft:


    "Er lebt nicht mehr in einem bloß physikalischen, sondern in einem symbolischen Universum. Sprache, Mythos, Kunst und Religion sind Bestandteile dieses Universums. [...] Statt mit den Dingen hat es der Mensch nun gleichsam ständig mit sich selbst zu tun. So sehr hat er sich mit sprachlichen Formen, künstlerischen Bildern, mythischen Symbolen oder religiösen Riten umgeben, dass er nichts sehen oder erkennen kann, ohne dass sich dieses artifizielle Medium zwischen ihn und die Wirklichkeit schöbe".


    Michael hat mit diesem System herumgespielt, hat bestimmte Determinanten auf den Kopf gestellt, neue Bilder und alternative Geschichten ins Spiel gebracht, weshalb es auch all diese verschiedenen Ansätze gibt, wenn Menschen sich mit Michael beschäftigen... spirituelle und religiöse, künstlerische, analytische usw. usf. Er ist wirklich so riesig!! Ich meine, man spricht bei fast jeder Musikrichtung auch von einer (meist jugendlichen) Subkultur, aber Michael war ein neuer Mainstream, d.h. man kann das "Sub" wirklich gut und gerne streichen! Das ist soooooo WOW!! :stern:

    Hmmm... ich denke, Kinder bleiben Kinder, egal wie alt sie sind oder werden. Und nein, niemand MUSS das gut finden. Ich habe einfach so viele Gedanken zu den Jacksons und ab und an muss was davon raus. :Tova:

    Auch ihr monatlicher Unterhalt ist nur für sie bestimmt, lt. Michaels Testament. Ich glaube nicht, dass Michael wollte, dass sie damit seine Geschwister unterstützt.


    Ich weiß nicht.... ich denke, er kannte seine Mutter und wusste sehr wohl, dass sie damit die ganze Familie unterstützen würde, dass jeder zu ihr kommen und nach diesem oder jenem fragen würde, sie zu diesem oder jenem bewegen würde - so wie es ja häufig war. Ich denke er wollte seine Brüder, seine Neffen und Nichten und selbst seinen Vater auch versorgt wissen. Doch "in der Hand" sollte das Kathrine "die Heilige" haben. Sie würde gerecht sein und jedes ihrer Kinder gleich behandeln. Ich finde, das ist auch genau das, was eine Mutter tun sollte und was man von einer Mutter erwartet. Bedingungslose Liebe für alle ihre Kinder sozusagen. Er wusste, dass sie so sein würde. Glaube ich. :victory:

    Ich bin mit dieser Art Filme auch aufgewachsen und ich habe sie geliebt. Und für mich als Kind waren solche Nummern wie Fit as a Fiddle die absoluten Höhepunkte dieser Filme (der Rest ist für Kinder ja eher langweilig).


    Damit wäre ich auch gern groß geworden. Was du sagst, kann ich mir lebhaft vorstellen. Jedenfalls weiß ich jetzt gleich wieder, wieso ich auf DICH stehe...:drück:

    Zu "Fit as a Fiddler":


    Ich bin mal wieder fasziniert. Michael hatte schon definitiv ein Faible für Leute, die es technisch und choreographisch 1A drauf hatten und sich dabei gern zum absoluten Voll-Horst Marke treudoofer Blödi-Typ machten. :ablach: Nächste Frage: Wieso steh ich so drauf? :hmmm:

    da war dieser Junge – ich erinnere mich nicht wo er her kam – aber er brauchte eine Herz OP. Und Michael und Lisa boten an, für die Operation zu zahlen, die 125.000$ kosten sollte. Aber als man herausfand, dass es Michael Jackson und Lisa Marie waren, die dafür zahlten, stieg der Preis auf 250.000$. Sie haben ihn verdoppelt.


    Oh Gott, also das ist doch wirklich unglaublich und absolut unterste Schublade. Michael hat das ja schon öfter erlebt, wenn er etwas kaufen wollte oder so. Aber hier?? Es ging um die HERZ-OP für einen JUNGEN!! Was sind das nur für Ärzte? Oder für Krankenhaus-Leiter oder wer auch immer diese Entscheidung traf und verdiente dieser Jemand nicht sicherlich schon weit besser als die meisten Menschen? Wie kann man nur so sein? Hätte Michael es daraufhin aus Prinzip abgelehnt, die Kosten zu tragen (was er natürlich nie getan hätte), wäre es ihnen wohl gleichgültig gewesen, ob der Junge deswegen jetzt sterben muss und Michael wäre als "geizig" tituliert worden. Können diese Menschen sich selbst in all dem tatsächlich nicht (mehr) sehen?? Bin echt gerade sprachlos, was für eine Anekdote.... :örks: