Beiträge von Lilly

    Aber es war noch so viel mehr – es explodierte von der Bühne herunter und aus der Leinwand heraus in unsere sozialen Diskussionen und in unser Alltagsleben, um uns dazu zu ermuntern über unsere verwirrende und gewalttätige Vergangenheit hinauszugehen.

    Der Satz poppt direkt auf in meinem Gehirn. Ist es nicht das eigentlich Revolutionäre an Michael? Dass er seit bald fünfzig Jahren „von der Bühne herunter, aus der Leinwand heraus“ in unser Leben platzt und uns heute mehr denn je beschäftigt? Sollten wir nicht vielleicht sogar dankbar sein über die Diskussionen aller Art, die uns zum Teil immer noch so stören, über die wir uns aufregen, dass Michael dadurch fortwährend ein Thema ist, an dem man sicher auch noch sehr lange zu knabbern haben wird? Er ist einfach zu groß gewesen, seine Visionen waren zu groß und unfassbar (im wahrsten Sinn), als dass das Thema Michael Jackson heute schon abgehandelt sein könnte und man Ruhe geben würde. Vielleicht sollten wir uns sogar wünschen, dass es immer weitergeht in den Medien, dass keine Ruhe ist und einkehrt, weil Michael und seine Themen einfach zu wichtig sind. Ich glaube nicht so sehr (auch wenn ich es gern glauben würde), dass bestehende Meinungen, Vorstellungen und Ansichten bei den „Massen“ verändert werden, sondern dass dies vielmehr schleichend bei Individuen und Gruppen durch quasi „bewusstseinsverändernde“ Erfahrungen mit Michael geschieht (wie bei uns) und dass es spürbare Änderungen erst durch Generationenwechsel geben wird. Und der ist ja bereits eingeläutet, denn Kinder, die am 25.06.2009 noch nicht geboren waren, tanzen heute bereits nach seiner Musik …


    Ich habe mich entschieden diesen wunderbaren Blog nicht mehr in dieser Regelmäßigkeit, sondern vielleicht nur noch sporadisch (das wird sich zeigen) zu übersetzen.


    Ich hoffe, dass Dr. Willa Stillwater, Joie Collins und ihre Gäste noch lange diskutieren, so dass wir ihre Gedanken im Originalblog weiter verfolgen können. Für mich gehört er mit zum Besten und Würdevollsten, was es über Michaels Kunst und Person zu lesen gibt.


    Ich danke Euch allen für Eure Beschäftigung mit „Dancing With The Elephant“ und wünsche mir, dass jeder Einzelne von uns diese Gedanken weiterträgt!


    Edit
    Link zum Originalblog: http://dancingwiththeelephant.wordpress.com/


    :herz: :herz: :herz:

    Ich habe den Song heute erst zum ersten Mal gehört ...


    Heute Morgen im Badezimmer habe ich mir gerade die Haare gefönt und dabei das Radio angehabt. Als ich den Fön ausstellte, hörte ich plötzlich " ... und Michael lässt mich nicht allein!" Natürlich blieb der Fön aus und ich habe erstmal weitergehört :loveyou: . Wie schön das ist :wolke1:
    Gerade habe ich mir das Video angesehen. So ein Zauber-T-Shirt hätte ich auch gerne :flirty:


    Edit:


    ORIGINAL LYRICS - VERSTECKTER SONG (Quelle: Radio ffh)


    Ich ging wie ein Ägypter Walk like an Egyptian – The Bangles
    hab' mit Tauben geweintWhen Doves Cry – Prince
    Voodoo-Kind Voodoo Child – Jimi Hendrix
    wie ein rollender Stein Like a rolling stone – Bob Dylan
    Im Dornenwald sang Maria...Maria durch ein Dornwald ging (Advents-Kirchenlied)
    ich starb in deinen Armen...Just Died in your Arms Tonight – Cutting Crew
    Bochum '84 Bochum – Herbert Grönemeyer
    ich ließ die Sonne nie untergehenI won't let the sun go down on me – Nic Kershaw
    wundervollen Welt What a wonderful world – Louis Armstrong


    REFRAIN: tanz' mit Tränen in den Augen Dancing with tears in my eyes – Ultravox
    Bowie war für'n Tag mein Held Heroes (Just for one day) – David Bowie
    EMF können es nicht glauben Unbelivable – EMF
    lila Regen Purple Rain – Prince
    ich will ein Feuerstarter sein Firestarter – Prodigy
    Whitney wird mich immer lieben I will always love you – Whitney Houston
    Michael lässt mich nicht allein You are not alone – Michael Jackson
    Willkommen im Dschungel Welcome to the Jungle – Guns’n‘Roses
    Fremd im eigenen Land Fremd im eigenen Land – Advanced Chemestry
    persönlicher Jesus Personal Jesus – Depeche Mode
    im Gehirn total krank Insane in the Brain – Cypress Hill
    wann werd ich, werd ich berühmt sein When will I be famous – Bros
    Rio mein König König von Deutschland – Rio Reiser
    Ende der Straße End Of The Road – Boys II Men
    war ein Verlierer, Baby! I’m a loser baby – Beck
    hielt ich ein Cover in der Hand, darauf ein Mönch, der in Flammen stand Gemeint ist das Cover von der Rage Against the Machine-Single "Killing in the Name Of".
    Kurt Cobain sagte mir, ich soll kommen wie ich bin Come as you are – Nirvana (Come as you are - Nirvana) (Hier hört man im Hintergrund auch das Gitarrenriff aus dem Nirvana-Song)


    REFRAIN einer von fünf Jungs Gemeint ist die Band "The Boyz" in der Adel Mitglied war
    „One Minute“ One Minute – The Boyz
    Dann traf ich auf sie Gemeint ist Anette Humpe, seine "Ich + Ich"-Partnerin
    sie erinnerte mich Du erinnerst mich an Liebe – Ich + Ich
    Welten entfernt Worlds Apart
    vom selben Stern Vom selben Stern – Ich und Ich
    (Codo - DÖF) (Hier hört man ein Stück des 80er-Jahre-Hits "Codo" von DÖF. Anette Humpe war damals Mitglied von DÖF)

    Lisha: Nun, ich denke, es wäre ein sehr viel einfacherer Weg für Michael Jackson gewesen, wenn er von Anfang an seine privaten gesundheitlichen Beschwerden öffentlich gemacht hätte, mit dem Mythos gebrochen und die Veränderungen seiner Erscheinung erklärt hätte. Er hätte ein Fürsprecher für jene wie ihn werden können, die an Vitiligo und Lupus leiden und so das Bewusstsein für diese Krankheiten schärfen können. Ich glaube nicht, dass er die erbarmungslosen Medienprügel und die Verfolgung hätte ertragen müssen, wenn das sein Ziel gewesen wäre.


    Aber statt einige Wenige zu begünstigen, denke ich, sah Jackson eine weit größere Möglichkeit, die heute immer noch enorme, kulturelle Resonanz findet.


    Willa: Ich stimme dir vollkommen zu. Ich glaube nicht, dass wir auch nur begonnen haben, die Bedeutung seines sich verändernden Gesichtes - als einem Kunstwerk - zu ermessen und die es auf uns in psychologischer Hinsicht als Individuen und in kultureller Hinsicht als globale Gesellschaft hat.


    Lisha: Das stimmt. Dr. Sherrow Binder, ein Professor für multikulturelle und Geschlechter-Studien an der California State University in Chico hat behauptet, dass, als Jackson das Denkbild der "natürlichen Körper und feststehenden Identitäten als vorherbestimmt und kontrolliert" in Frage gestellt hat, ihm dafür "kulturell Widerstand geleistet werden musste, er in seine Schranken gewiesen oder schlimmer noch bestraft und erniedrigt wurde, damit der Gesellschaft weiterhin ihr gewohntes Umfeld der Normalität gewährleistet werden konnte."


    Willa: Absolut, und die Intensität dieser Zurückweisung ist ein bedeutender Indikator dafür, wie grundlegend und bedrohlich dies war - seine Überschreitung einer "festgelegten Identität", wie Pinder es nennt, basierend auf traditionellen Vorstellungen von Rasse, Geschlechterkategorien und Sexualität. Michael Jackson stellte dies alles in Frage, indem er seinen Körper "umschrieb", woraus sich ergab, wie sich die Art änderte, auf die Identität durch seinen Körper dokumentiert war.


    Lisha: Medien in aller Welt fahren damit fort, zu spekulieren und Geschichten über "Michael Jackson" zu fabrizieren, wobei sie oft Fakten missachten, die seit einiger Zeit abrufbar sind. Die Erfindungen der Medien folgen fast immer einigen Variationen des "Wacko", "Freak" oder der Erzählung der "Monsterfigur" und reflektieren so mehr das Bedürfnis der Gesellschaft ihn zu "normalisieren", als es jemals über Michael Jackson getan wurde. Und Jackson wurde sich so intensiv seiner Funktion als Spiegel des allgemeinen Denkens bewusst, dass er anfing, dies für seine künstlerischen Zwecke zu nutzen, wie in Is it scary ("Ich werde genau das sein, was du sehen willst / Du bist es, der mich jagt, denn du willst, dass ich der Fremde in der Nacht bin") und in Threatened ("Ich bin der lebende Tote, der dunkle Gedanke in deinem Kopf / Ich hab gerade gehört, was du gesagt hast, genau deshalb solltest du dich durch mich bedroht fühlen").


    Willa: Und wir sehen, wie dieser Gedanke in Ghosts buchstäblich umgesetzt wird, als der Maestro in den Körper des Bürgermeisters steigt, ihm einen Spiegel vor das Gesicht hält und ihn zwingt Zeuge seines eigenen inneren "Freaktums" zu sein. Dieses Freaktum, das der Bürgermeister so verabscheut ist nicht im Maestro - es ist in ihm selbst.


    Lisha: Das ist solch eine brillante Szene - sie zeigt seine wahre Beherrschung dieses Phänomens.


    Und noch eine weitere mythische, künstlerische Kreation von "Michael Jackson" war bereit die "Welt zu heilen", die Vorstellung der Entstehung einer neuen emphatischen Zivilisation. Eines seiner eindrucksvollsten Kunststücke war, sich auf magische Weise der Farbe seiner Haut zu entledigen, um ein für alle Mal körperlich zu demonstrieren, dass "es keine Rolle spielt, ob du schwarz oder weiß bist". Als es eindeutig wurde, haben einige die Botschaft nicht verstanden, da ging er noch einen Schritt weiter und wurde farblos - buchstäblich farblos. Scream und Stranger in Moscow zeigen dies so eindeutig.


    Willa: Und es ist ziemlich klar, dass das eine bewusste Entscheidung war. Beide Videos wurden in Schwarz-Weiß mit übermäßig heller Beleuchtung auf seinem Gesicht aufgenommen, um die Farbe auszuwaschen, sogar Abstufungen von Farbe.


    Lisha: Absolut. Für mich ist es offensichtlich, dass dies das Werk eines brillanten und bahnbrechenden Künstlers ist. Ich hasse es zugeben zu müssen, dass es erst nach dem Tod Michael Jackson war, als ich mir endlich sein Werk angesehen und festgestellt habe, welch neue Art von Kunst dies gewesen ist – einfallsreiche und exquisit hergestellte Musik voller klanglicher Innovationen und sogenannter „hochkünstlerischer“ wahrnehmbarer Schönheit, in Einklang gebracht mit Symbolik und Mythen, der Masse dargebracht durch das unterschätzte Popgenre und das Celebrity Starsystem. Aber es war noch so viel mehr – es explodierte von der Bühne herunter und aus der Leinwand heraus in unsere sozialen Diskussionen und in unser Alltagsleben, um uns dazu zu ermuntern über unsere verwirrende und gewalttätige Vergangenheit hinauszugehen.


    Und obwohl ich dem seinerzeit keine Aufmerksamkeit geschenkt habe, bin ich zu der Feststellung gekommen, wie gewaltig Michael Jackson mich beeindruckt hatte, ohne dass ich es überhaupt wusste. Von 1969 bis 2009 war Michael Jackson eine konstante Präsenz, und ich glaube, du kannst den Einfluss, den er hatte, gar nicht hoch genug einschätzen. Wenn man von der intensiven Medienberichterstattung nach seinem Tod aus urteilt, dann bin ich nicht die einzige, die sich plötzlich fragte, wie es sein würde in einer Welt ohne Michael Jackson weiterzuleben.


    Willa: Oh ja, so ist es. Ich glaube, Michael Jackson veränderte grundlegend unsere Wahrnehmung, unsere Emotionen und unsere gefühlsbedingten Reaktionen auf Unterschiede bei Rasse, Geschlechterzuordnung, Sexualität, Religion, familiären Beziehungen – bei Stereotypen aller Art – auch wenn wir es noch nicht realisieren. Wie du sagtest, wir waren „gewaltig beeindruckt, ohne es überhaupt zu wissen“. Und ich glaube, er revolutionierte auch unsere Vorstellung über Kunst, obwohl er seiner Zeit so weit voraus war, dass wir dies auch noch nicht realisieren. Manches davon erkennen wir noch nicht einmal als Kunst! Wir befanden uns mitten in einer ergreifenden künstlerischen Erfahrung, ohne es überhaupt zu wissen.


    Es wird noch eine lange Zeit für Kunstkritiker und deren Interpretationen in Anspruch nehmen bis zu ihm aufzuschließen, denke ich, und bis man anfangen kann sich den enormen Einfluss, den er hatte, vorstellen zu können, sowohl bezüglich der Kunst und wie wir Kunst begrifflich erfassen, als auch im Hinblick auf die tiefgreifenden kulturellen Veränderungen, die er ausgelöst hat. Und das ist ein weiterer Weg den Wert eines Künstlers zu ermessen – an seiner Tiefe und der Reichweite seines Einflusses.


    Fast am Ende der Dokumentation beschreibt der Erzähler, wie konstant Warhols Einfluss präsent ist in jedermanns alltäglichem Leben und fragt dann: „Wie können wir dich vermissen, wenn du nicht gehen wirst?“ Dieselbe Frage kannst du über Michael Jackson stellen. Sein Vermächtnis ist überall – vom direkten künstlerischen Einfluss auf Musik, Tanz, Film, Mode bis hin zu mehr subtilen, aber vielleicht umso bedeutenderen kulturellen Einflüssen, etwa solchen, wie wir Geschlechterzuordnungen und Rassenunterschiede lesen und interpretieren.


    Lisha: Weißt du, das ist genau die Sache. Michael Jackson ist überall, wohin man auch sieht. Und verstehen wir wirklich, warum er weiterhin solch einen Einfluss hat? Die Entertainment-Industrie ist voll von verrückten Ticks, plastische OP’s, Make-up tragenden Glamrockern, Geschlechtsveränderungen usw. Rita Hayworth ist ein gutes Beispiel einer Darstellerin, die ihre spanische Herkunft „weißer gemacht“ hat, um auf der Leinwand die glamouröse Gilda zu werden. Warum also stolpert jeder über Michael Jackson? Ich denke, es wird noch eine Weile dauern all dies zu verstehen. Bis dahin werden wir weiter „mit dem Elefanten tanzen“.

    :herz: :herz: :herz:

    Willa: Das ist ein interessanter Punkt, Lisa, und wir erkennen diese Voreingenommenheit bezüglich des "einsamen Genies" sogar jetzt in kritischen Reaktionen auf Prince und Michael Jackson zum Beispiel. Prince wird als das einsame Genie gesehen, das allein in seinem Studio hockt und die meisten der Instrumente auf seinen Alben selbst spielt, während Michael Jackson eher der gemeinschaftlich Arbeitende war und auch eher als kommerzieller Künstler wahrgenommen wurde. Seine Einstellung schien zu sein, dass wenn ein Musiker, der sich seinem Instrument widmet, es besser spielen konnte als er: Warum sollte er dann nicht den Besten dazu holen?


    Lisha: Da ich Musikerin bin stimme ich dem ganz sicher zu! Aber der Mythos des einsamen, verrückten Genies ist solch ein geschätztes, kulturelles Symbol, dass ich auf viele Arten denke, wir haben immer noch Beethoven-Mania!


    Wie Warhol trieb Michael Jackson die Vorstellung der Zusammenarbeit zum Äußersten. Auf Dangerous zum Beispiel, dem ersten Album, für das Jackson als selbst ausführender Produzent arbeitete, lies er über 18 Monate lang drei Produktionsteams gleichzeitig arbeiten, um das Endprodukt zu erstellen. Ich weiß nicht, ob wir jemals wieder diese Art von Produktionswert sehen werden. Die Leute, die an den Aufnahmen arbeiteten, sprechen über die unglaubliche Aufmerksamkeit gegenüber den Details, in die sie verfielen und den Willen eines jeden Beteiligten den ganzen Weg mitzugehen, um am Ende das beste, menschenmögliche Ergebnis zu erhalten.


    Und obwohl Jackson berüchtigt für seine Detailbesessenheit war, so war er doch auch sehr flexibel darin, dem kreativen Input, der innerhalb dieses Systems entstand, Raum zu geben. Bruce Swedien zum Beispiel, ein Aufnahmeingenieur, bekam Credits für das Schreiben an Jam. Bill Bottrell, ein Produzent / Techniker, kreierte den Rap und viele der Rock-Country-Instrumentals auf Black or White.


    Also war Michael Jackson aufgeschlossen gegenüber den Ideen und dem Talent um sich herum, und er nutzte dies wahrlich zu seinem Vorteil. Warhol scheint diese Fähigkeit ebenso gehabt zu haben – Hilfe, Ideen und Inspiration aus vielen verschiedenen Quellen anzunehmen. Offenbar war es ein Kunsthändler, Muriel Latow, der den Vorschlag machte, er solle doch erwägen, so etwas Alltägliches und Gewöhnliches wie eine Suppendose zu malen – der Rest ist Geschichte.


    Und ich war überrascht zu erfahren, dass Andy Warhol tatsächlich jeden Tag seines Lebens Campbell’s Suppe aß; es ging also nicht nur um postmoderne Ironie und um Kritik an der Konsumkultur, wie ich gedacht hatte. Seine Mutter hatte immer Campbell’s Suppe für ihn, als er ein Kind war, und es schien ihm wirklich eine Menge bedeutet zu haben – Wärme, Versorgtsein, Mutterliebe. Er malte seine Realität, und ich sehe diese Gemälde anders, seit ich das über ihn verstanden habe und wie das im Gegensatz zu seinem kühlen, gleichgültigen Image steht.


    Willa: Oh, ich sehe das genauso – es hat mich immer getroffen, welch tröstliches Gefühl von seinen Campbell’s Suppen-Bildern ausgeht. Sie werden oft als ironisches Statement gedeutet, wie du sagst, und ich kann das in intellektueller Hinsicht erkennen, aber das ist nicht das, wie sich das auf emotionaler Ebene für mich anfühlt. Da ist ein wirkliches Gefühl der Wärme und Beruhigung. Es ist so, als wollte er sagen, dass die Leute den Trost, den sie einst in den bekannten Symbolen der katholischen Kirche fanden – den Bildern von der Jungfrau Maria zum Beispiel – heute durch die vertrauten Symbole der Konsumkultur wie den Campbell’s Suppendosen erhalten. Während also die Künstler der vergangenen Jahrhunderte religiöse Symbole malten und formten, richtete er seinen Fokus auf die neue Bilddeutung der Konsumenten. Es ist ein brillanter Einblick.


    Lisha: Es ist wahrlich ein brillanter Einblick, die Vermählung des Kostbaren mit dem Alltäglichen. Das ist etwas, was wir in jedem Aspekt in Michael Jacksons Werk erkennen, von den hochwertigen Produktionen, die er in das abgewertete Genre des Pop einbringt bis zu den handbestickten Couturejacken, die er mit T-Shirts und Levi’s 501 Jeans trug. Kunst und Mythos durch sein berühmtes Image zu erschaffen ist nur ein weiteres Beispiel.


    Und wie du schon vorher gesagt hast, Willa, brachte Michael Jackson die Vorstellung vom Image einer Berühmtheit auf ein völlig neues Level. Ich kann nicht einmal ansatzweise erkennen, wie man dagegen einen Einwand erheben könnte. Ich bin sicher, du hast das Interview 60 Minutes ( interview) mit Karen Langford, Michaels Archivarin, gesehen, in dem sie einige seiner früheren Notizen zeigt, die nun das „MJ Manifest“ genannt werden. Es war Michael Jacksons erklärtes Ziel, dass „MJ“ eine komplett andere Person, eine gänzlich neue Rolle sein sollte, für die er große, ehrgeizige Pläne hatte.


    Willa: Das ist komisch, Lisha – ich habe auch an das Manifest gedacht. Hier ist das, was er schrieb:


    MJ wird mein neuer Name sein. Nicht länger Michael Jackson. Ich möchte in eine völlig neue Rolle schlüpfen, möchte einen völlig neuen Look. Ich werde eine vollkommen andere Person sein. Die Leute sollen nie mehr von mir als dem Kind denken, das ABC und I Want You Back gesungen hat. Ich werde ein neuer, unglaublicher Schauspieler/Sänger/Tänzer sein, der die Welt erschüttern wird. Ich werde keine Interviews geben. Ich werde magisch sein. Ich werde ein Perfektionist sein, ein Forscher, ein Ausbilder, mehr als ein Meister. Ich werde besser sein als jeder große Schauspieler, der seine ganze Kraft einsetzt.


    Und du hast Recht. Es zeigt wirklich, wie bewusst er seine neue Rolle erschuf und wie er darüber dachte, über diese "gänzlich neue Rolle" von MJ, nicht wahr?


    Lisha: Jedes Album hatte eine neue. Ich werde nie den Schreck vergessen, als ich 1984 im Supermarkt in der Warteschlange an der Kasse stand und nach einem Foto von Michael Jackson suchte, weil es das war, worüber in jenen Tagen jeder redete, und als ich einfach keins finden konnte, musste ich mir von jemandem erklären lassen, dass ich bereits auf ein Foto von Michael Jackson blickte. Es haute mich völlig um, als ich versuchte mein früheres Thriller / Victory Tour-Bild von Michael Jackson gegenüber dem, was ich jetzt sah, in Einklang zu bringen. Natürlich konnte sich niemand auch nur vorstellen, was noch kommen sollte. Er veränderte sich immer wieder, erst in den auf die Rasse bezogenen nicht eindeutigen Protagonisten in Bad, dann in den grenzüberschreitenden Charakter in Black or White auf Dangerous bis hin zu dem farblosen fremdartigen "Anderen" in Scream für das HIStory Album.


    Willa: Was einen wichtigen Punkt berührt - dass die Rollen, die Warhol und Michael Jackson erschufen nicht notwendigerweise beabsichtigten anziehend zu sein. Sie waren weitaus komplizierter und provokativer als das. Der Erzähler fragt fast am Beginn der Dokumentation:


    Aber wer war Andy Warhol? Auf seiner Reise von Andrew Warhols änderte er nicht nur seinen Namen, sondern schneiderte seine Persönlichkeit nach Maß, um einen mechanischen, fabrikproduzierten Markennamen zu erzeugen, der die Celebrity- und Konsumkultur jener Zeit verkörpern würde.


    Dieser "mechanische, fabrikproduzierte" Aspekt seiner "Marke" war nicht besonders attraktiv, wenigstens nicht im traditionellen Sinn. Und das waren auch nicht seine Perücken oder seine rüde materialistische öffentliche Rolle. Aber seine Perücken, seine Rolle und sein Markenname wurden nicht nach traditionellen Schönheits- oder Wirkungsstandards beurteilt, weil es verstanden wurde, dass sie Teil seiner Kunst sind, und so müssen sie auf komplexere Art, eben wie Kunst, interpretiert werden.


    Und ich denke, dies ist eine Vorstellung, die sehr viele Kritiker im Hinblick auf Michael Jackson wirklich missverstanden haben. Es wird im Allgemeinen angenommen, dass er in seiner späteren Karriere versuchte etwas Attraktives zu zeigen, etwas Anziehendes für ein Massenpublikum und dass er dabei scheiterte. Aber wenn wir uns zum Beispiel die Lyrics zu Is it scary ansehen, dann erkennen wir, dass er etwas sehr viel Komplizierteres und Interessanteres als das tat. Neben anderen Dingen zwang er uns zur Konfrontation mit unseren Vorurteilen - Vorurteile, die die Presse und die Öffentlichkeit versuchten seinem Gesicht und seinem Körper aufzuerlegen, weil er für "schwarz" stand, für "männlich", für einen "Popstar" oder "nur einen Popstar" - und später, schrecklicherweise, für einen "Freak" und ein "Monster".


    Wie ändert sich also unsere Wahrnehmung, wenn wir beginnen, Michael Jacksons öffentliche Rolle als eine künstlerische Kreation zu sehen, so wie wir es auch bei Andy Warhol machen? Und wie deuten wir es, wenn wir uns auf diese Weise annähern?

    Willa: Ich erkenne, was du sagen willst, Lisha, und ich denke, das ist eine ausgezeichnete Art, es zu umrahmen: dass er die Promimedien auf der einen Seite genutzt, sie aber auf andere Art kritisiert hat und sie im Grunde nutzte, um sie selbst zu kritisieren. Und ich stimme zu, dass Andy Warhol und Michael Jackson beide ihre Berühmtheit auf neue und faszinierende Art besetzten und choreografierten – auf eine Art, die andeutete, dass ihre Berühmtheit selbst ein wichtiger Teil ihrer Kunst war – und ich möchte noch mal auf das zurückkommen, was du vorher gesagt hast über David Nordahl und die Unterscheidung, die er gemacht hat und die andere genauso gemacht haben zwischen Michael Jackson und „Michael Jackson“.


    Zum Beispiel werde ich dadurch an etwas erinnert, das Bruce Swedien in seinem Buch In the Studio with Michael Jackson erwähnt. Er arbeitete 30 Jahre lang mit Michael Jackson und er und seine Frau Bea kannten ihn wirklich sehr gut - also die Seite des "sanftmütigen Studioarbeiters". Aber dann betrat er die Bühne, verwandelte sich in "Michael Jackson" und haute sie einfach um. Swedien sagt: "Bea und ich sind mit Michael zu seinen Konzerten gereist, um die ganze Welt, (und) oft haben wir gedacht, dass wir ihn gar nicht kennen, Michael Jackson, den Performer, diese erstaunliche Person auf der Bühne." Sie waren wie zwei vollkommen verschiedene Wesen.


    Lisha: Die Leute, die das sahen, sagen, dass es wahrlich erstaunlich war. In My Friend Michael erinnert sich Frank Cascio liebevoll daran, wie er zu seinem ersten Michael Jackson Konzert ging, wie er tatsächlich seinen Vater fragen musste: "Ist das derselbe Michael Jackson, der zu uns nach Hause kommt?" Die Verwandlung auf der Bühne war so vollkommen.


    Willa: Oh, ich stelle mir vor, wie frappierend es gewesen sein muss! Und dann, natürlich, gibt es noch den "Michael Jackson", der in den Medien existierte, und das ist wiederum eine vollkommen andere Person. Und auf gewisse Art ist es die Interessanteste von allen, weil es solch eine bewusste Erschaffung ist. Wie du schon vorher erwähnt hast, Lisha, ist es weit mehr als der Öffentlichkeit ein positives Image zu präsentieren. Stattdessen scheint er die Engstirnigkeit gegenüber Identität zu untersuchen und damit die Art und Weise zu hinterfragen, wie wir Identität "lesen", basierend auf physischen Merkmalen, ganz besonders Merkmalen bezüglich der Rasse und Geschlechterzuordnung. Das ist etwas, was wir in einem gewissen Maß ebenso bei Andy Warhol erkennen können, wie auf den Fotos in der Dokumentation, in denen er Lippenstift und Lidschatten trägt und so Kennzeichen für sich annimmt, die normalerweise mit Frauen assoziiert werden, obwohl er immer noch eindeutig ein Mann ist. Hier ist ein Bild:



    Lisa: Das hinterfragt ganz sicher die Vorstellungen der weißen, männlichen, heterosexuellen Kunstwelt hinsichtlich der Tatsache, wer als ein großer Künstler verehrt werden kann, nicht wahr?


    Willa: Das tut es. Was aber vielleicht unsere Identität am meisten von allem definiert ist unsere Stimme, und Warhol hatte sogar eine separate öffentliche und eine private Sprechstimme - etwas, das auch über Michael Jackson regelmäßig gesagt wurde. Ich war sehr überrascht Warhols Stimme zu hören, mit der er am Telefon zu seinem Bruder sprach (etwa bei 1 1/2 Std. in der Doku), weil sie sich so sehr von der langsamen, banalen öffentlichen Stimme unterscheidet, die wir zu hören gewohnt sind.


    Wir wissen nicht viel über Warhol, den Menschen hinter der öffentlichen Person - er ist eine geheimnisvolle Figur, die wir, die Öffentlichkeit, selten zu sehen bekamen. Er war ein gläubiger Katholik, der jede Woche die Messe besuchte, ein schüchterner Workaholic und ein innovativer Künstler, der sich vollkommen seiner Kunst verschrieben hatte. Aber sein Image in der Öffentlichkeit ist ganz anders: grob materialistisch, oberflächlich, ironisch, keine Gefühle zeigend, gleichgültig - ein Beobachter, der durch das Studio schlenderte und andere dabei beobachtete, wie sie für ihn arbeiteten. In einigen Interviews sagte er, dass er nicht mehr daran beteiligt sei, seine Kunst zu erschaffen und dass er nicht sicher sei, wer das tue - vielleicht seine Mutter, vielleicht die Putzfrau. Das ist eine erfundene Geschichte, natürlich, aber das ist das Image, das Warhol ganz bewusst für sich selbst erschuf.


    Und dann brachte Michael Jackson dies auf eine gänzlich neue Ebene …


    Lisa: Sorry, aber ich brauche eine Minute, um mich von der Vorstellung zu erholen, wie Andy Warhol der Presse erzählt, dass er nicht sicher sei, wer all diese Kunstwerke erschaffe, vielleicht seine Mutter oder die Putzfrau. Das ist das absolut Lustigste, das ich je gehört habe!


    Willa: Ist das nicht saukomisch? Er war wirklich sehr lustig …


    Lisa: Obwohl ich gehört habe, dass Mrs. Warhola wirklich einige von Andy Warhols Kunstwerken für ihn signiert habe - er liebte einfach ihre Handschrift. Im Grunde wird es ihr zugerechnet dieses Albumcover von 1957 (1957 album cover) für The Story of Moondog von Louis Hardin mit ihrem Sohn kreiert zu haben. Es erinnert mich an Michael Jacksons Zusammenarbeit mit seiner Mutter Katherine Jackson, die den Shuffle Rhythmus für The way you make me feel beisteuerte.


    Willa: Oh, wirklich? Das hatte ich noch nicht gehört, über keinen von ihnen. Wenn es also stimmt, dass Andy Warhols Mutter an dem Albumcover mitgearbeitet hat, dann hat sie wirklich eine wundervolle Handschrift.


    Und ich schätze, wir sollten nicht zu laut lachen, wenn Warhol andeutet, dass er seine Kunst nicht selbst herstellt, weil da ein Fünkchen Wahrheit dran ist. Ich meine, dass Warhol nicht alle seine Drucke mit seinen eigenen Händen hergestellt hat. Er war sehr in den gesamten Prozess eingebunden - entwarf sie, bestimmte die Produktionsdetails, unterzog sie alle einer kritischen Überprüfung - aber er stellte sie nicht alle selbst her. Wir erwarten auch nicht, dass Calvin Klein zum Beispiel jeden Stoff, der seinen Namen trägt, selbst bestickt - wenn er ihn entwirft, dann reicht es, seinen Namen zu Recht darunter zu setzen. Jedoch gibt es diese Erwartung, dass ein Künstler all seine Kunstwerke eigenhändig fertigt. Warhol hinterfragte das, nannte sein Studio sogar The Factory - Die Fabrik, und dies ist ein weiterer Bereich, in dem er kommerzielle Kunst mit hoher Kunst verband und auf diese Weise nicht nur ganz neue Werke, sondern ein ganz neues ästhetisches Empfinden erschuf. Und diese neue Ästhetik spiegelt sich in seiner öffentlichen Rolle ebenso wider.


    Lisha: Ganz genau. Dies ist ein exzellenter Punkt, den Dennis Hopper in der Dokumentation eingebracht hat, und er hat absolut Recht. Wir neigen dazu, zu vergessen, dass all die großartigen europäischen Meister in ihren Studios andere Künstler unter ihrer Anleitung für sich arbeiten ließen. Es ist nicht so, dass ein einzelner Künstler das Gerüst aufgebaut hat, um die Sixtinische Kapelle auszumalen. Aber da sind so einflussreiche kulturelle Mythen im Umlauf - die des gequälten einsamen Künstlers in seiner Dachkammer, der an einem großen Meisterwerk vor sich hinarbeitet, während er sich weigert sich für seine Kunst "zu verkaufen" - wie in Puccinis berühmter Oper La Boheme. Ich glaube, in Wirklichkeit ist das eher eine Auffassung der Romantik des 19. Jahrhunderts als eine genaue Wiedergabe des kreativen Prozesses. Aber wenn du erst einmal auf diese Sichtweise eingestellt bist, kannst du erkennen, wie verbreitet sie ist.

    Irgendwie finde ich das jetzt schade


    Warum denn schade :tra: ? Es ist doch trotzdem romantisch. Was sollte er denn auf der Bühne mit ihr machen :nixgibts: ?


    Ich finde, wie Daniela, dass hier alles anders wirkt als mit den anderen Mädchen. Für einen klitzekleinen Moment wirkt er so wie der schüchterne, private Michael. Und man soll ja nicht die große Love Story seinerseits reininterpretieren, sondern es einfach als das sehen, was es ist: Ein bezaubernder Moment zwischen zwei bezaubernden Menschen - mehr nicht. Ganz kurz darf man mal träumen ... :loveyou:


    Und ich finde, ihre grosszügige Beschreibung kann man ihr ruhig nachsehen. Ihr mag es doch alles so vorgekommen sein ... Wie oft sind ihr diese Minuten durch den Kopf gegangen? Ich kann mir vorstellen, dass dann Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen :stern: . Vielleicht spielen einem dann die Phantasie und das Erinnerungsvermögen auch einen Streich
    :victory: ? Haben wir uns so etwas nicht alle schon mal vorgestellt?

    Sie beschreibt nur, was sie gefühlt und wie sie es erlebt hat - das ist nicht unbedingt das Gleiche, was wir sehen.


    Was sie wirklich gefühlt haben, könnten letztendlich nur zwei Personen sagen.


    In drei Minuten kann ein ganzes Universum liegen ... :herz:

    Das süße Video dazu ist seit kurzem auch in guter Qualität zu sehen (Paris78 hat es gestern in den Videothread eingestellt :danke: ). Ich hoffe, es ist nicht schlimm, wenn ich es hier auch noch mal poste - es ist soooo schön, man spürt den Zauber zwischen den beiden ... :wolke1:

    8fu5Qz8a1FI&feature=player_embedded

    Ich bin der Meinung es bei Ebmeier (Das Phänomen) gelesen zu haben. Allerdings habe ich mein Buch verliehen und kann gerade nicht nachgucken, habe auch beim Googeln gerade nichts gefunden (gibt es Ebmeier nicht mehr online :was: ). Vielleicht hat jemand das Buch zu Hause und kann mal nachsehen?

    Ich bin ein Fan von Jazz. Ich finde gar nicht, dass es sich arrogant anhört, wie sie über Michaels Musik reden, sondern eher so, als wäre es bisher unantastbar, fast heilig für sie und als könnten sie sich jetzt endlich trauen, so etwas zu machen. Sehr schön!

    So wie ich Panishs Schlussplädoyer von Dienstag und gestern verstanden habe, war das doch eine seiner Kernaussagen, nämlich dass Michael überhaupt nicht an einem Vertrag mit Murray interessiert war und auch nicht vorhatte einen zu schließen (für ihn galt die mündliche Absprache wie üblich), sondern dass AEG's Interesse ein Vertrag mit Murray hatte, um die Kontrolle über die Situation zu behalten. Dass sie so Druck auf Murray ausüben konnten, um Michael unter Kontrolle zu haben. Untermauert hat er das mit den Aussagen aus den Mails "Wir wollen ihm sagen, wer sein Gehalt bezahlt" etc. Und Philips hat in dem Interview, das öfter eingespielt wurde gesagt "… and we hired him" (… und wir haben ihn eingestellt"), gemeint ist Murray. Darauf ist Panish immer wieder zurückgekommen. Und es sei unerheblich, ob Michaels Unterschrift auf dem Vertrag sei oder nicht.

    Für mich ist eigentlich die Möglichkeit am wahrscheinlichsten, dass Michael eine Kombination von Propofol mit anderen Mitteln im Sinn gehabt hat. Könnte das nicht sein? Hätte nicht seiner Meinung nach Propofol sozusagen als Einschlafhilfe fungieren können, um ihm mithilfe anderer Medikamente den Übergang zu richtigem Schlaf leichter zu machen? Seine letzten Tage, als es ihm wieder besser ging, da hatte CM ihm doch angeblich kein Propofol gegeben. Sie wollten es dann doch wohl ohne oder mit weniger versuchen … Oder habe ich da was falsch in Erinnerung?


    Und zu dem Wort „Prozedur“ fällt mir ein, dass es (wenigstens im Deutschen) eine spezielle Methode, ein gewisses Vorgehen beschreibt und für mich spricht auch das für eine Kombination verschiedener Dinge. Dass er sagt „Ich darf nicht müde sein nach dieser Methode“ spricht doch dafür, dass er sehr wohl den Unterschied kennt und weiß, wann er müde ist (nach Nur-Propofolgabe?).


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass er genau wusste, was REM-Schlaf ist. Und der Begriff ist ja eigentlich auch populär-wissenschaftlich: Sobald man sich auch nur ansatzweise mit Schlaf befasst, fällt ganz schnell das Wort REM – er musste das wissen. Ich denke auch, er wusste, dass REM und Narkose nicht zusammengehen, denn warum hätte er es sonst extra erwähnen sollen auf einer Notiz, die er ja nur für sich gemacht hat? Sonst hätte er ja auch einfach nur von „Schlaf“ reden können (Zitat: REM-Schlaf ist zu wichtig.)


    Ich habe den Eindruck, dass die Notiz zeitlich schon näher am Tourbeginn ist, da er das mit dem Bett im Flugzeug erwähnt. Das klingt schon so nach konkreter Planung, die ich nicht im April schon erwarten würde. Aber das ist nur so ein Gefühl von mir.

    Mir wurde das "practice" als üben übersetzt.


    Ich würde sagen, es ist im Sinne von "ausüben" gemeint. Ich deute es in diesem Zusammenhang so, dass Michael meinte, er müsse "jetzt endlich anfangen".


    Wenn wirklich Üben gemeint wäre, wäre meines Erachtens nach "train" passender. Aber genau weiß ich es natürlich auch nicht :gn:

    Es gibt seit kurzem auch eine wissenschaftliche Arbeit, die sich mit der Tradition und Geschichte von Minstrel, auch und vor allem im Zusammenhang mit Michael und seiner Zeit, befasst. Das Buch gibt es bei Amazon, es ist allerdings sehr (leider) sehr teuer. Schade ...



    http://www.amazon.de/Michael-J…ate-Popular/dp/1409455106


    Blackface minstrelsy, the nineteenth-century performance practice in which ideas and images of blackness were constructed and theatricalized by and for whites, continues to permeate contemporary popular music and its audience. Harriet J. Manning argues that this legacy is nowhere more evident than with Michael Jackson in whom minstrelsy's gestures and tropes are embedded. During the nineteenth century, blackface minstrelsy held together a multitude of meanings and when black entertainers took to the stage this complexity was compounded: minstrelsy became an arena in which black stereotypes were at once enforced and critiqued. This body of contradiction behind the blackface mask provides an effective approach to try and understand Jackson, a cultural figure about whom more questions than answers have been generated. Symbolized by his own whiteface mask, Jackson was at once 'raced' and raceless and this ambiguity allowed him to serve a whole host of others' needs - a function of the mask that has run long and deep through its tortuous history. Indeed, Manning argues that minstrelsy's assumptions and uses have been fundamental to the troubles and controversies with which Jackson was beset.


    "Schnellschuss"-Übersetzung (ohne Garantie):

    Blackface Minstrel, die Darstellungen des neunzehnten Jahrhunderts, in denen Vorstellungen und Bilder des Schwarzseins durch und für Weiße konstruiert und theatralisiert wurden, zieht sich weiter durch die zeitgenössische populäre Musik und ihr Publikum. Harriet J. Manning behauptet, dass dieses Erbe nirgendwo offensichtlicher ist als bei Michael Jackson, in dem minstrel-artige Gesten und visueller Ausdruck verwurzelt sind. Während des neunzehnten Jahrhunderts wurden im Blackface Minstrel eine Vielzahl von Bedeutungen zusammengefasst, und als schwarze Entertainer ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückten, vermischte sich diese Vielschichtigkeit: Minstrel wurde zu einem Schauplatz, auf dem schwarze Stereotypen gleichzeitig erzwungen und kritisiert wurden. Diese Widersprüchlichkeit hinter der Blackface Maske stellt eine wirkungsvolle Herangehensweise bereit, um es mit Jackson aufzunehmen und ihn zu verstehen, eine kulturelle Figur, über die mehr Fragen als Antworten aufgeworfen wurden. Symbolisiert durch sein eigenes weißes Gesicht wurde Jackson einst ‚rassengehetzt‘ / (raced) und war doch rassenlos und diese Zweideutigkeit erlaubte ihm jede Menge Bedürfnisse anderer zu bedienen – eine Funktion der Maske, die einen langen und tiefen Weg in ihrer verworrenen Geschichte zurückgelegt hat. Allerdings wendet Manning ein, dass die Annahmen und die Nutzung des Minstrel fundamental für die Schwierigkeiten und Kontroversen waren, von denen Jackson heimgesucht wurde.

    Eaten Alive - Diana Ross
    aus: Michael Jackson for the Record (Chris Cadman & Craig Halstead)


    Geschrieben von Michael mit Barry und Maurice Gibb


    Ursprünglich geschrieben und registriert im März 1985 von Barry und Maurice Gibb. Michael hörte ihr Demo und hatte das Gefühl, das noch etwas fehlte. Barry bot an sich die Credits mit Michael zu teilen, wenn er das beisteuern würde, was seiner Meinung nach fehlte. Michael stimmte zu und ein zweites Demo - aufgenommen von Michael - wurde im Juli registriert, mit der Bemerkung "Text und Musik im Refrain wurden komplett neu geschrieben".


    Beide Demoversionen, aufgenommen in Los Angeles, blieben unveröffentlicht.


    Aufgenommen von Diana Ross Mitte 1985 in Los Angeles, Michael und den Gibb Brüdern mit den Background Vokals, für ihr gleichnamiges Album, herausgegeben im September 1985.


    Produziert von Michael mit Barry Gibb, Karl Richardson und Albby Galuten. Michael war während der Aufnahme der instrumentalen Tracks anwesend und beurteilte, ob sie brauchbar waren, indem er im Studio zu ihnen tanzte. Er beaufsichtigte auch das Mischen und entschied sich für etwas, mit dem Galuten nicht so ganz glücklich war.


    Performed 1986 von Diana bei den American Music Awards.


    Der Promotion Filmclip (wie die frühen Musikvideos genannt wurden) stammt von den Jacksons.


    Das Originalvideo muss (leider :schulter: ) entsperrt werden:
    aYkhWgdYtjk&list_ytunblocker=PL9609056067878C51


    Edit: Ich habe mir gerade das Video mehrmals angesehen ... da gibt es viele Ähnlichkeiten zum Thriller-Video (und ein schwarzer Panter taucht auch mehrmals auf) ;)

    Man kann sagen was man will...ich finde Michaels Stimme wertet jedes Lied auf, weil sie so "besonders" ist

    Absolut, finde ich auch - irgendwie ist es immer, als würde plötzlich jemand das Licht einschalten :love:

    Kenny Loggins Who's Right Who's Wrong aus dem Jahre 1979

    Das kannte ich noch nicht und es gefällt mir richtig gut! (Kenny Loggins sagt mir sonst nur was wegen 'Footloose' :angel: )

    Rockwell - Somebody's watching me
    aus: Michael Jackson For the Record (Chris Cadman & Craig Halstead)


    Ein Song, den Michael Jackson zum ersten Mal zuhause in Encino, Kalifornien hörte, als Rockwell (aka Kennedy Gordy, Sohn von Berry Gordy) ihn ihm als Demo vorspielte.


    "Ich spielte ihm das Demo vor und der Song blieb ihm im Gedächtnis," sagte Rockwell. "Er fragte, ob er und Jermaine die Background Vocals dazu liefern dürften. Michael wollte bei dem Song unbedingt mitmachen, er identifizierte sich so sehr mit der Aussage. Er fühlte sich oft wie auf dem Präsentierteller - ständig unter Beobachtung von Leuten, die ein Stück von ihm wollten."


    Rockwell stand oft am Bühnenrand, wenn die Jackson 5 auftraten, man konnte ihn als kleinen Jungen 1971 auch in dem TV Special Diana! sehen.



    Michael verpasste die erste Aufnahmesession - er war mit seinem einstigen Rivalen Donny Osmond in einem Themenpark. Am folgenden Abend nahm Michael seinen Gesang in nur knapp einer Stunde auf.


    Rockwell nutzte ein Pseudonym, um seine Identität vor seinem Vater geheim zu halten, und Michaels Mitwirkung blieb unerwähnt, da er bei CBS / Epic unter Vertrag war und die Single von seiner vorherigen Plattenfirma Motown veröffentlicht wurde.

    -jxaune1z3k

    Erstmal möchte ich mich wieder einmal extra ganz lieb bedanken bei euch allen, die ihr hier diese hochaktuellen Informationen gemeinsam mit begleitender tierischer Unterhaltung einstellt, allen voran natürlich bei Dancer :drück: , aber auch bei allen fleißigen Schreibern und Bildeinsetzern (Dirty Diana :blume: )!!! Ich habe letzte Woche erst wieder einer interessierten Kollegin den Link hierher weitergegeben ;) ...


    ...und dann muss ich noch berichten: Ich war heute in der Stadt und wollte im Reformhaus (das ist wirklich noch so ein 'altes' Reformhaus wie früher) meine geliebte Steinpilzbrühe nachkaufen und hab' ENDLICH beim obligatorischen Blick ins Kühlregal Wilmersburger Käse in allen Varianten gefunden :doppelv: ! Ich bin so happy! In allen möglichen Läden hab' ich regelmäßig Ausschau danach gehalten ... nichts ... und jetzt endlich gefunden! An der Kasse hab' ich dann gesagt, dass ich froh bin endlich diesen Käse gefunden zu haben. Und die Dame meinte, den hätten sie nun schon eine ganze Weile und er würde sich super verkaufen. Ich hab' ihr dann noch "den Tipp" gegeben, dass sie nur ja immer rechtzeitig nachbestellen soll :gebet: