Gedanken und Erfahrungen zum Glauben



  • Hallo heart, :wave:


    Danke, :cuddle: freut mich, dass es dir gefällt.
    Aber das macht ja nichts. :zwinker:


    . . . "wenn man es vom Herzen aus sieht, <3
    kann das Leben voller wunderbarer Überraschungen stecken." . . .


    [size=10]LG :wolke1: Angel


    "Die Energie liegt im Glauben.
    Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
    "But You got to Keep the Faith"


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  • Neuanfang


    Guten Morgen!

    Liebevoll wische ich noch einmal über das Armaturenbrett. Der Staub vom
    letzten Jahr verschwindet nur langsam. Fast hab ich ein schlechtes Gewissen.
    Jetzt mach ich mein Auto noch einmal richtig sauber, weil ich es weggebe. Und
    ich merke, ich brauche das ein bisschen, um Abschied zu nehmen. Vielleicht ist
    es albern, davon zu erzählen, dass ich meinen alten Wagen gegen einen neuen
    eintausche. Aber es beschäftigt mich schon.


    Abschied und Neuanfang.
    Als ich mein altes Auto zum ersten Mal gesehen hatte, hab ich lange davor
    gestanden. Und hab versucht mir vorzustellen, was ich mit ihm wohl so alles
    erleben werde. Hoffentlich keinen Unfall. Und welche Touren ich mit ihm wohl
    machen würde, zu welchen Zielen würden wir zusammen fahren und wen
    würde ich mitnehmen? Einen Unfall gab es irgendwann tatsächlich. Zum Glück
    ohne Personenschaden. An welche Orte mich dieser Wagen mit seinem
    verstaubten Armaturenbrett gebracht hat und wie viele Kilometer ich mit ihm
    zurückgelegt habe - das hätte ich mir zu Beginn nicht träumen lassen. Nun ist
    dieser Abschnitt zu Ende, und ein neuer beginnt. Wie auch sonst im Leben.
    Manchmal kann ich Abschiede so richtig bewusst begehen und mich auf den
    Neuanfang einstellen; manchmal aber kommt alles ganz plötzlich und ich weiß
    gar nicht wie es überhaupt weiter gehen soll. - Ein Neuanfang ist wie eine Tür,
    vor der ich stehe. Ungeduldig, weil ich sie endlich öffnen will, dann aber doch
    zögerlich, vielleicht ängstlich; weil nicht wirklich klar ist, was dahinter liegt. Hin
    und hergerissen zwischen aufreißen und nur durch einen Spalt hindurchlugen
    wollen. Und dann der erste Schritt.


    Ich gehe durch neue Türen. Immer wieder im Leben. Und lasse dabei manches
    zurück. Einiges lasse ich gerne zurück. Bei anderen Dingen fällt es mir schwer;



    manchmal sehr schwer. Meistens ist ein wenig Wehmut dabei, manchmal sogar
    Trauer und Schmerz. Aber am Ende ist das doch gut so, denke ich. Wenn es
    anders wäre, würde das ja bedeuten, dass das Vergangene mir nichts bedeutet
    hätte.


    Mit etwas abschließen, etwas Neues beginnen - das heißt immer auch:
    Vertrautes, vielleicht Geliebtes, zurückzulassen. Und wenn ich schließlich durch
    die nächste Tür hindurch gehe, dann gibt es da ganz Vieles, das auf mich
    wartet.


    Das Wort "anfangen" kommt von anpacken, anfassen, in die Hand nehmen.
    Neu anfangen heißt daher, das Leben immer wieder in die Hand nehmen. Ich
    übernehme die Verantwortung dafür. Ich gestalte es. Ich kann immer neu
    anfangen. Ich kann das, was mir als "Lebensmaterial" vorgegeben ist, in die
    Hand nehmen und gestalten. Dieses Lebensmaterial ist meine


    Lebensgeschichte. Es besteht aus meinen Stärken und Schwächen, meinen
    Erfahrungen, auch meinen Verletzungen. Manchmal sind es auch die Scherben
    zerbrochener Lebensträume. Der amerikanische Schriftsteller Thornton Wilder
    hat gesagt: "Das ist alles, was wir tun können: immer wieder von neuem
    anfangen, immer und immer wieder." Neu anfangen – das ist immer möglich.
    Egal, wie es bisher gelaufen ist. Neu anfangen mit mir und mit anderen.


    Ich hab das alte Auto also sauber gemacht und meine Sachen alle raus
    geräumt. Manches davon kommt ja dann auch in das neue. Dann ist es nicht so
    fremd, dann ist noch etwas vom Vertrauten da. Und ich rette etwas von dem
    vergangenen Abschnitt mit hinüber in den Neuanfang.


    Neu anfangen - dass Ihnen und mir das immer wieder gelingt,
    wünscht Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.


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  • Verrat, Vergebung, Vertrauen

    „Mir passiert das nicht.“ Christian ist in Schock. „Ich hab mich doch wirklich gut
    informiert.“ Aber zahlen muss Christian jetzt doch. Viel, viel mehr Geld als
    gewollt. Weil der Familie ein Eigenheim bauen eben mehr Zuhause ist als eine
    Wohnung mieten. Aber dann hat ihm diese eine Firma minderwertigen Putz an
    die Wände gemacht und jetzt müssen zumindest die Bäder noch einmal
    komplett neu gemacht werden. Christian ist fassungslos, Schadensersatz wird
    er keinen bekommen – das Unternehmen hat kurz nach Beendigung des
    Auftrags Pleite gemacht. „Die haben mich noch extra mit in ihren Abgrund
    gerissen!“
    „Einer wird mich verraten“, Jesus weiß es. (Mt 26,21)
    „Das macht er nicht. Ich kenne ihn!“ Julia fällt in sich zusammen. „Hab ich
    gedacht.“ Jetzt weiß sie es besser. Aber es geht ihr schlecht. Kann es kaum
    glauben, dass Peter schon Monate eine andere Frau trifft, und morgen mit ihr in
    eine gemeinsame Wohnung zieht. Denn: Bereits in vier Monaten, kommt ihr
    Baby zur Welt. Erst vor einer Woche hat er es Julia gesagt. Sie hebt wieder den
    Kopf: „Warum hab ich das denn nicht gemerkt?!Fünf Jahre – und am Ende bin
    ich nur die Betrogene!“
    „Einer wird mich verraten“, Jesus weiß es.(Mt 26,21)
    Martin schämt sich. „Irgendwie habe ich es in mir gespürt, aber ich habe nichts
    gesagt. Im Gegenteil, ich wollte noch unbedingt das Dachgeschoss bei meinen
    Eltern ausbauen und hab den Vorsitz im Verein übernommen und …“ “ Und
    dann kam das Angebot aus England. „Und ich bin zum Vorstellungsgespräch
    geflogen und habe allen erzählt, ich brauch` das nur für mein Ego.“ Aber den
    Arbeitsvertrag hat er unterschrieben, ohne vorher mit seinen Eltern zu
    sprechen. „Ich wäre sonst nie von ihnen weggekommen.“ Es tut ihm so leid.
    „Warum habe ich so getan, als ob ich immer im Dorf bleiben würde?



    „Einer wird mich verraten.“ Jesus weiß es an diesem Tag vor seiner
    Kreuzigung, an diesem Donnerstag. Er wird von seinen Freunden enttäuscht,
    hintergangen und verkauft werden. Er weiß es und nimmt das Brot und den
    Kelch und sagt zu ihnen: „Nehmt und trinkt alle davon, dies ist a) für viele b) der
    neue Bund zur Vergebung des Verrats.“ (Mt 26,27f) Und seitdem wissen wir
    von dem, der weiß, dass er von vielen Menschen verraten werden wird, dass er
    ihnen und uns vergibt. Und seitdem versuchen wir das auch immer
    wieder:Vergeben. Den anderen und uns selbst. Damit wir durch all das nicht nur
    Verräter und Betrogene bleiben, sondern Menschen werden, die vertrauen.


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  • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 30.03.2018 | 05:04 Uhr | Bernd Becker

    Das Kreuz mit dem Kreuz

    Guten Morgen!


    Es ist so ein Kreuz mit dem Kreuz. Der Schriftsteller und Orientalist Navid
    Kermani hat einmal folgendermaßen seine Gefühle als Moslem beim Betrachten
    eines Kruzifixes beschrieben:
    Sprecher:„Kreuzen gegenüber bin ich prinzipiell negativ eingestellt. Nicht, dass
    ich die Menschen, die zum Kreuz beten, weniger respektiere als andere
    betende Menschen. Es ist kein Vorwurf. Es ist eine Absage. Gerade weil ich
    ernst nehme, was es darstellt, lehne ich das Kreuz rundherum ab.“
    (Artikel „Bildansichten: Warum hast du uns verlassen?“, Neue Zürcher Zeitung,
    14.3.2009).


    Nüchtern betrachtet kann ich Kermani gut verstehen. Es ist schon befremdlich:
    Da haben sich Christen ausgerechnet die Darstellung einer Hinrichtung als
    zentrales Symbol ihres Glaubens gewählt. Es hätte ja auch ein Herz sein
    können - das für die Liebe steht. Oder das offene Grab - als Zeichen für die
    Überwindung des Todes.


    Dieser Gekreuzigte entspricht so gar nicht unseren Wünschen. Der Gekreuzigte
    fordert in seiner schweigenden Schwäche geradezu zum Spott heraus.
    Im Neuen Testament der Bibel wird es mehrfach eindrücklich beschrieben, wie
    sich alle noch über Jesus am Kreuz lustig machen: die Soldaten, die Passanten,
    die Schriftgelehrten und sogar die mitgehängten Mörder neben ihm. Sie alle
    spotten und verhöhnen Jesus. Karfreitag ist der Tag des großen Ablästerns.
    „Er hat doch Gott vertraut; der soll ihm jetzt helfen. Und wo sind denn nun seine
    Freunde? Alle weggelaufen. Selber schuld“, so rufen die Zaungäste der
    Kreuzigung.


    Und diese Spötter sind vielleicht gar nicht besonders böse. Ich erkenne mich
    und viele andere heute darin wieder. Auch ich bin manchmal zynisch, feige oder
    ungläubig. Darum bietet der Karfreitag mit seinem Kreuz eine gute Gelegenheit,
    auch über mich selbst, meine Schuld und meine Schwächen nachzudenken. Es
    ist die Gelegenheit, mit dem Finger nicht immer nur auf andere zu zeigen.
    Vielleicht steht genau deshalb das Kreuz im Zentrum der christlichen Kirche.
    Jesus hatte sich schon zeitlebens eingesetzt für Schwache, Blinde und Lahme,
    für Sünder und Verbrecher. Er hat sein gesamtes Leben den anderen gewidmet
    und hingegeben. Und auch im tiefsten Dunkel des Lebens - und dafür steht ja
    der Karfreitag - begegnet er den Menschen mit Liebe. Selbst noch im Sterben.
    In diesen Tagen wird das an vielen Orten gepredigt: Das Leben und die Liebe
    Jesu werden siegen. Trotz seines Sterbens am Kreuz. Oder gerade wegen
    seines Sterbens. In manchen gotischen Kirchen gibt es daher sogar grünende
    Kreuze, wo dem nackten Holz frische Blätter entspringen.


    Wer sich auf die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen einlässt
    verändert sich. Wie die Soldaten unter dem Kreuz. „Wahrhaftig, er war Gottes
    Sohn“, das erkennen sie schließlich und sind plötzlich nicht mehr diejenigen,
    die über Jesus lästern.


    Von Spöttern zu Gläubigen werden. Von Spöttern zu Liebenden werden. Das
    wäre schön. Liebende, die daran glauben, dass Jesus mit seiner Sache am
    Kreuz nicht gescheitert ist, sondern dass sie immer noch viele Menschen auf
    den Weg der Liebe lenkt. Die Sache Jesu geht weiter, auch nach 2.000 Jahren
    noch.


    Dass diese Sache auch Sie und mich verändert
    das wünscht Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

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  • Die Vorstellung, der grünenden Kreuze find ich schön, und könnte mich auch etwas versöhnen. Ständig den leidenden Jesus vor Augen, das ist, als würde da alles enden; tut es aber nicht. Deshalb sprießendes Grün aus dem Holz - das hat was.
    Womit ich so gar nichts anfangen kann, ist die Bezeichnung der Sünde, des Sünders. Kommen Babies schon sündig zur Welt? Nein, ich wünschte mir, dass dieses Wort nicht mehr vorkommt. Schuld gibt es nicht, wem würde sie etwas nützen. Schuld zu empfinden führt ins Nichts. Aber verantwortlich sein für etwas, das lässt mir die Möglichkeit zur Korrektur.

  • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 13.04.2018 | 05:04 Uhr | Gerd Höft


    Die Tugenden - Glaube


    „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein

    Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“


    So lese ich es im Neuen Testament. Das ist eine schöne Beschreibung für den

    Glauben. Eine der göttlichen Tugenden. Obwohl: von den drei Tugenden, die

    Gott zugeschrieben werden: Glaube, Liebe, Hoffnung, ist sie mir die

    rätselhafteste. Dass Gott Hoffnung ist, kann ich mir noch vorstellen. In der

    Hoffnung ruht die unbändige Kraft, ein Schöpfungswille, eine Energie, eine Lust,

    die sich durch nichts schwächen oder aushebeln lässt. Dass Gott Liebe ist -

    klar, darüber müssen wir nicht einmal eine Sekunde lang nachdenken. Aber

    Glaube?


    Ich erlaube mir jetzt einfach, Tugenden etwas umzudeuten, sie nicht als eine Art

    Charaktereigenschaft zu nehmen. Ich behaupte jetzt einfach: göttliche

    Tugenden - das bedeutet göttliche Geschenke. Das ist ein sicherer Boden. Gott

    schenkt Glauben. Das ist eine wunderbare Sache. Alle, die dieses Geschenk

    erfahren haben, werden mir darin zustimmen.


    Dazu eine wunderbare Glaubensgeschichte aus dem Neuen Testament:

    Jesus hatte schon einige Auftritte gehabt. Sein Ruf eilt ihm voraus. Noch ein

    Wundertäter. Noch einer? Ja, denn damals gab es einige, die durchs Land

    zogen. Dann und wann werden sie auch Erfolge verbucht haben. Nun also

    Jesus. Die Frau, die wohl auf ihn wartet, ist übel dran. Sie leidet unter starken

    Blutungen. In einer Zeit, in der Blut noch viel Magisches hatte, als unrein und

    gefährlich galt, machte sie dieses Problem zur Außenseiterin.


    Nun also Jesus. Er wird es sein, er muss es sein. Ihre letzte Chance. Je näher

    sie ihm kommt, spürt sie etwas. Eine Kraft. Von ihm. Sie sehnt sich nach dieser

    Kraft. Ihre Sehnsucht macht sie groß. Und größer. Wie ihre Zuversicht. Er ist

    der Richtige. Der Einzige. Die Sehnsucht nach Heilung. Riesig, wie die

    Hoffnung. Wenig nur fehlt. Wie die paar Zentimeter, die sie noch von Jesus

    trennen. Sie sieht nichts, sie weiß nichts. Aber sie hält sich offen für ein

    Wunder. Sie fasst ihn an. Und ist gesund. Jesus dreht sich um. Er sieht sie,

    spürt sie. Für einen Augenblick sind sie ganz allein auf dieser Welt. „Dein

    Glaube hat dir geholfen“. Sie trennen sich, wenden sich voneinander ab. Das

    aber bleibt. Unauslöschlich in ihr, bei ihr. Für immer: Dein Glaube. Er hilft.

    Geschenk aus Gott für alle, die es wollen. Eine feste Zuversicht. Kein Zweifel.


    Das kennen wir doch. Alte und neue Erfahrungen: die erste Liebe, die wichtige

    Entscheidung, Trost, wenn es mühselig und schwer zugeht. Kraft, wenn alles

    um mich herum zusammenbricht. Ein Ziel und ein Grund: Gott. Und der Glaube:


    Es wird, es wird gut. Niemand fällt aus Gottes Hand. Du nicht, ich nicht. Der

    Glaube: eine feste Zuversicht und kein Zweifel.


    Einen Tag voller Glauben wünscht Ihnen

    Ihr Pfarrer Gerd Höft aus Düsseldorf.


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  • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 25.10.2018 08:55 Uhr | Manfred Rekowski


    Bereit, zu verändern?


    Guten Morgen,


    Aufrüstung zum Krieg, Überschwemmungen, Dürren, eine Vermüllung der Meere durch

    Plastik und Öl,… - und und und. Dass unsere Erde bedroht ist – durch den Menschen selbst

    – das ist klar. Und dass wir schwierige gesellschaftliche Probleme wie eine offenkundige

    Vertrauenskrise, Missbrauchsskandale, einen Mangel an Facharbeitern und Pflegekräften

    zu lösen haben, spüren wir alle. Vielen ist klar: Ein „weiter so“ darf es nicht geben!

    Doch von mir selbst weiß ich: Es fällt mir oft nicht leicht, mich oder mein Verhalten zu

    ändern. So schaffe ich es schon beim Einkaufen oft nicht verpackungsarm einzukaufen,

    Plastik zu vermeiden. Und manches, was mich in den Nachrichten bewegt, verdränge ich

    schnell wieder. Ich bin informiert, aber das bleibt zu oft folgenlos.


    Ich frage mich oft: Was kann Menschen dazu bewegen, sich selbst zu verändern? Oder

    daran mitzuarbeiten, dass sich unsere Gesellschaft verändert? Wenn ich so überlege, dann

    ist in der Kirche ein häufiger Grund dafür, etwas zu verändern Druck. Druck, der zum

    Beispiel entsteht, weil Geld fehlt. Es fehlt Geld, um alle Gebäude – Kirchen und

    Gemeindehäuser – im bisherigen Angebotsumfang zu erhalten. Auch scheint es mir in der

    Politik ebenfalls so zu sein, dass meist Druck – zum Beispiel schlechte Umfragewerte –

    Veränderungen auslöst. Ich frage: Verändert sich nur dann etwas, wenn es erzwungen

    wird? Ist Druck der Motor für Veränderung?


    Es geht auch anders: Wenn Jesus Menschen ansprach, dann tat er es oft mit den Sätzen:

    „Kehrt um!“ oder „Folge mir nach!“ Jesus wollte nicht auf Biegen und Brechen Anhänger

    sammeln, die ihm blind folgen. Er wollte überzeugen. So malte er Zukunftsbilder. Er sprach

    von Gottes Reich - von Gottes neuer Welt. Einer Welt, die eine Alternative zu den

    bestehenden Verhältnissen ist, wo immer sie Menschen ums Leben bringen. Diese Vision

    der neuen Welt erzeugte bei einigen Ablehnung, viele blieben gleichgültig. Manche sahen

    ihre Pfründe und ihre Macht bedroht. Andere ließen sich dadurch jedoch in Bewegung

    setzen, setzten sich ein für Veränderungen, wurden zu Überzeugungstätern. Bis heute.

    Wie treten wir als evangelische Kirche für Veränderungen ein? Viele werden jetzt überrascht

    sein: ganz schlicht mit beten und arbeiten. Zu dem Gebet, das Christinnen und Christen

    überall auf der Welt beten, dem Vater unser, gehört die Bitte: „Dein Reich komme!“

    Evangelische Christen setzen darauf, dass Recht, Frieden und Gerechtigkeit sich

    durchsetzen.


    Wir hoffen darauf, dass alles, was Menschen ums Leben bringt, zum Auslaufmodell wird.

    Und wir setzen auf kleine erste Schritte. Ich glaube: „Wo ein Mensch sich selbst verschenkt,

    und den alten Weg verlässt, fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten

    macht.“ (1)


    Ich wünsche Ihnen und mir den Mut, heute vertraute Wege zu verlassen.

    Probieren wir es aus! Ihr Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.

    Anmerkungen:


    (1)Lied: Wo ein Mensch Vertrauen gibt, Strophe 3, Text: Hans-Jürgen Netz 1975, Melodie:

    Fritz Baltruweit 1977, Rechte: Text: tvd-Verlag, Düsseldorf; Melodie: beim Autor.




    evangelisch: Kirche in WDR 4 | 26.10.2018 08:55 Uhr | Manfred Rekowski


    Gott ergreift Partei


    Guten Morgen,


    es gibt immer wieder Menschen, die der Kirche einen ganz bestimmten Platz zuweisen

    wollen. Die Kirche soll wahlweise für Werte sorgen, Traditionen pflegen oder gar das

    sogenannte christliche Abendland verteidigen und sich ansonsten um den inneren

    Seelenfrieden ihrer Mitglieder kümmern.


    Viele meinen auch ganz genau zu wissen, was nicht Aufgabe der Kirche ist. Das erlebe ich

    immer wieder, wenn ich mich für geflüchtete Menschen einsetze. Das spüre ich, wenn ich

    auf die Situation von Kindern hinweise, deren Eltern sie nicht ausreichend versorgen

    können.


    Das kommt mir entgegen, wenn ich über die schwierigen Lebensverhältnisse von

    Menschen in afrikanischen Staaten spreche, wo es für viele kaum Chancen für ein gutes

    Leben gibt. Das wird angemerkt, wenn ich davon spreche, dass wir mit unserer Schöpfung

    achtsam umgehen müssen, damit sie auch für zukünftige Generationen bewohnbar bleibt.

    Ich frage: Gibt es wirklich beliebig viele Möglichkeiten, wofür die Kirche einsteht und eintritt?

    Nein, Christenmenschen sind festgelegt. Denn die biblische Tradition ist der Platzanweiser

    für die Kirche: Denn Gott selbst ergreift Partei. Er ist ein Vater der Waisen. Gott ist ein Helfer

    der Witwen. Er bringt die Einsamen nach Hause. Und Gott führt die Gefangenen heraus,

    dass es ihnen wohl gehe. Gott tritt für gerechte Verhältnisse ein. (1)


    Gott steht also an der Seite der Bürgerinnen und Bürger im Land, die am wenigsten versorgt

    sind. Er steht auf der Seite der schwächsten Glieder der Gesellschaft. Nehmen wir die

    Witwen und Waisen, von denen in der Bibel die Rede ist. Denen fehlte es in biblischer Zeit

    am Nötigsten zum Leben. Heute denken wir an Kinder, die in Familien unterhalb der

    Armutsgrenze leben. Oder an alleinerziehende Mütter oder Väter, die es oft nur mit riesiger

    Mühe schaffen, nicht in die soziale Not abzurutschen. Oder an Menschen auf der Flucht.

    Oder Menschen, die Hunger leiden oder unter den Folgen von Kriegen.

    Und für sie alle steht die Kirche ein. Denn Gott ist ein Helfer und Fürsprecher für Menschen


    Und für sie alle steht die Kirche ein. Denn Gott ist ein Helfer und Fürsprecher für Menschen

    in Not. Für alle, denen es am Nötigsten fehlt. Er sorgt sich darum, dass jeder Erdenbürger

    genug von dem hat, was er zum Leben braucht: Essen und Trinken, Wohnraum, ein

    Zuhause. Es geht Gott um das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt. Darum,

    dass alle genug haben. Es geht um Gerechtigkeit und Frieden auf Erden. Um


    Zusammenhalt der Menschheitsfamilie im „Haus der Welt“ (Martin Luther King).

    In der Kirche, im Gottesdienst und in der Seelsorge, geht es natürlich immer darum, wie

    Menschen im Vertrauen auf Gott leben können: zuversichtlich, gelassen und mutig. Und es

    geht auch darum, wie Menschen mit sich, ihren Mitmenschen und Gott im Reinen getröstet

    sterben können.


    Und es geht immer auch um unsere Welt und um unser Zusammenleben.

    Gott hat der Kirche ihren Platz zugewiesen. Der Platz der Kirche ist nahe bei den Menschen

    - mittendrin.


    Das meint Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.

    (1) Psalm 68,8: „Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen

    Wohnung, ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt,

    dass es ihnen woh(er)gehe.“


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  • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 27.10.2018 08:55 Uhr | Manfred Rekowski


    Das gönn ich mir – Gottesdienst


    Guten Morgen,


    wenn man will, kann man am Sonntag in den Gottesdienst gehen. Nicht immer – aber

    meistens, findet er ganz in der Nähe statt. An einem durchschnittlichen Sonntag treffen sich

    in den evangelischen Kirchen im Bereich des Rheinlandes rund 70.000 Menschen zu

    Gottesdiensten, am Heiligen Abend sind es mehr als 700.000. Unterschiedliche

    Generationen kommen hier zusammen. Und sie sind nicht einfach nur Zuschauer, sondern

    sie sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Was erleben sie in einem Gottesdienst? Was

    geschieht da?


    Im Gottesdienst höre ich Worte, die ich mir nicht selber sagen kann. Ich kann mir manchmal

    nicht selber weiterhelfen. Ich komme oft allein nicht weiter. Ich kreise um mich selber, um

    meine Gedanken und meine Stimmungen. Nicht selten werde ich anderen Menschen nicht

    gerecht. Vergeben kann ich mir aber nicht selbst. Erlösen kann ich mich nicht selbst. Retten

    kann ich mich nicht selbst. Gott sagt Worte, die ich mir nicht selbst sagen kann. Gott rodet

    den Dschungel meines Herzens und bestellt den Acker meines Lebens.


    Im Gottesdienst nehmen die Gläubigen die Welt ins Gebet. Das tut gut. Das, was die Welt

    erschüttert, was zum Himmel schreit, und all das, was mich fast verstummen lässt, wird hier

    vor Gott gebracht. Und das, was ich nicht laut aussprechen kann und will, sage ich Gott in

    der Stille.


    Im Gottesdienst erlebe ich, wovon die Kirche lebt. Sie lebt von dem Wirken Gottes. Der

    Geist Jesu Christi berührt mich. Der Geist, der Brücken baut, der niemanden aufgibt, der ein

    Herz für die gefährdeten und schutzlosen Menschen hat. Dieser Geist Jesu setzt mich in

    Bewegung. Ich lerne anders zu denken und bekomme immer wieder Mut zu ersten kleinen

    Schritten, zum Tun.


    Im Gottesdienst werde ich gesegnet. Segnen, so sagte der Theologe Dietrich Bonhoeffer

    einmal, Segnen heißt: „…die Hand auf etwas legen und sagen: du gehörst trotz allem Gott.“

    (DBW 16, 657f.) So ein Segen tut mir persönlich sehr gut.


    Und dann die Musik - Balsam für die Seele! Ich singe oft Liedverse, die mich berühren und

    die ich mitnehme in die neue Woche. Am letzten Sonntag war es zum Beispiel dieser

    Liedvers: „Wo ein Mensch Vertrauen gibt, nicht nur an sich selber denkt, fällt ein Tropfen

    von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.“


    Gottesdienste gibt es schon seit langem in vielfältigen Formen und an den

    unterschiedlichsten Orten: ob Familiengottesdienste, kirchenmusikalische Gottesdienste,

    Kinder- oder Jugendgottesdienste, die Angebote sind sehr vielfältig und sind nicht nur auf

    den Sonntagmorgen beschränkt. Gottesdienste finden nicht nur in Kirchen statt, sondern im

    Sommer auch im Grünen. Sie werden in Kindertagesstätten, in Schulen, in Jugendhäusern,

    im Krankenhaus und im Gefängnis gefeiert. Und man kann sie selbstverständlich auch am

    Radio oder am Fernseher mitfeiern. Und sich so eine heilsame Unterbrechung des Alltags

    gönnen.


    Ich freue mich auf meine Auszeit vom Alltag – morgen, im Gottesdienst,

    Ihr Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.


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  • evangelisch: Kirche in WDR 4 | 22.11.2018 08:55 Uhr | Eberhard Helling


    Unser Brot


    Guten Morgen;

    sobald zwei Leute auf dieser Welt zusammen leben, gibt es mindestens zwei große

    Gefahren: Die eine – sie reden zu viel miteinander, ständig wird über die Beziehung oder

    über andere Leute geredet. Aber es bleibt nichts Geheimnisvolles mehr, keine

    Überraschung. Trotz allem Wortschwall, der sich durch diese Beziehung ergießt - man kennt

    sich nicht wirklich. Irgendwann fragt man sich: Was will der andere eigentlich von mir und

    was will ich von ihm. Die andere Gefahr ist genau das Gegenteil: Man redet nicht mehr

    miteinander, nur das Nötigste vielleicht, man weiß doch eh schon alles vom anderen.

    Warum also noch groß reden. Irgendwann ist das Verhältnis tot. Da braucht man auch

    wirklich nichts mehr voneinander zu wissen.


    Diese beiden Gefahren lauern nicht nur in der Beziehung zwischen Menschen, sondern

    auch in der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Gott weiß das. Darum hat er Jesus

    beauftragt, uns ein Gebet zu lehren. Das Vaterunser. Ein Gebet, das zumeist aus kurzen,

    prägnanten Bitten besteht. Denn: Wir brauchen Gott nicht mit vielen Worten zu

    beeindrucken. Es ist völlig überflüssig, Gott im Gebet zu erklären, was die Welt braucht und

    was ich als nächstes ganz dringend brauche. Viele Worte machen kein gutes Verhältnis zu

    Gott. Gott weiß doch schon längst, was ich brauche, bevor ich meinen Mund überhaupt

    aufgetan habe.


    Aber Gott will mich auch nicht einfach nur sprachlos haben. Wenn ich gar nicht mehr mit ihm

    rede, wenn ich ihm nichts mehr zu sagen habe, dann wird schon sehr bald auch er mir

    nichts mehr zu sagen haben – nichts mehr sagen können. Ich hab ja die Beziehung

    abgebrochen – ich rede nicht mehr mit ihm – aus welchen, vermeintlich guten Gründen auch

    immer.


    Deswegen also das Vaterunser. In der Mitte dieses Gebets finde ich die schönste Bitte:

    Vater unser im Himmel – unser tägliches Brot gib uns heute. Diese Bitte gewährt einen Blick

    in das Herz des himmlischen Vaters. Denn es geht hier ja nicht nur um das Essen. Sondern

    ebenso um eine vernünftige Arbeit, faire Bezahlung, gute Beziehungen zu den Menschen,

    mit denen ich zu tun habe; aber auch saubere Luft, Sicherheit im politischen Alltag, keine

    Angst vor Übergriffen. All das steckt drin, wenn ich Gott um das tägliche Brot bitte. Und Gott

    will mir all das von Herzen gerne geben. Es ist sein Geschenk an mich.

    Nur ist es die große Not von uns Menschen, dass wir genau darin kein Vertrauen haben.

    Und wo das Vertrauen schwindet, da wächst das Misstrauen – also muss ich sammeln,

    horten, behalten.


    Reich aber werden die Töchter und Söhne Gottes, wenn sie die guten Gaben, die sie

    bekommen haben gerade nicht für sich behalten, sondern ausgeben. Für sich selbst und für

    andere. So atmen wir die Großzügigkeit unseres himmlischen Vaters, von dem alles lebt.


    Einen erfüllten Tag wünscht Ihnen Ihr Eberhard Helling, Pfarrer in Lübbe




    evangelisch: Kirche in WDR 4 | 23.11.2018 08:55 Uhr | Eberhard Helling


    Unsere Freiheit


    Guten Morgen!

    Eine Unruhe hat unsere Zeit erfasst, die nicht enden will. Alle wissen, dass wir vieles ändern

    müssen, wenn die Menschheit auf diesem Planeten eine Chance haben soll; alle reden

    davon, dass wir auf keinen Fall so weitermachen können, wie bisher; und alle haben Ideen.

    Zum Beispiel dazu, wie wir mit den Völkern umgehen sollen, die in Richtung der reichen

    Länder streben und die ihren Teil vom Kuchen abbekommen wollen – die haben ein Recht

    darauf zu kommen, sagen viele gerade in der Kirche; aber sie sagen nicht, wie wir zu einer

    Lösung kommen, die sich alle auch wirklich vorstellen können. Die Unruhe setzt sich fort,

    und wir kommen immer weiter weg vom Ziel.


    Gott selbst hat da eine ganz schlichte und zugleich höchst vielschichtige und umfassende

    Lösung anzubieten. Sie steht im Vaterunser. Einem Gebet, das Jesus seinen Jüngern

    mitgegeben hat und das seinen festen Platz im christlichen Glauben hat. Es ist die zentrale,

    entscheidende fünfte Bitte im Vaterunser, auf die alles zuläuft: Vater unser im Himmel,

    vergib uns unsere Schuld, wie auch wie vergeben unseren Schuldigern.


    Meine Schuld ist das eigentliche Problem dieser Welt. Nicht irgendetwas Fremdes, von

    außen Kommendes, nicht die anderen, nicht die Verhältnisse, nein, meine Schuld ist es,

    dass diese Welt ächzt und stöhnt – seit sie sich dreht. Noch nie konnten die Menschen es

    aushalten, dass noch einer über ihnen ist, der seine eigenen Ideen und Vorstellungen davon

    hat, wie das Zusammenleben auf dieser Erde aussehen soll. Der himmlische Vater hat sich

    diese Erde als Raum für seine Menschheitsfamilie gedacht – und wir haben daraus einen

    Kampfplatz gemacht. „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ - so hat der englische Philosoph

    Thomas Hobbes es umschrieben, als er das Verhältnis von Staaten beschreiben wollte.

    Regiert vielleicht der Eigennutz bis in die letzte scheinbar noch so soziale Aktion? Was

    kommt am Ende für mich dabei heraus? Wenn das wirklich die entscheidende Frage ist,

    nach der wir uns richten, dann kann dieses Leben nur ein Kampfplatz sein, der mit möglichst

    vielen Regeln eingefriedet werden muss, damit es halbwegs funktioniert – oder auch nicht.

    Gottes Lösung sieht anders aus. Gottes Lösung heißt Vergeben. Und weil Gott diese

    Lösung ganz ernst meint, deswegen hat er damit begonnen, bevor ich überhaupt auf der

    Welt war. Mit seinem Sohn Jesus Christus, der alle Schuld der Menschen auf sich nahm und

    vorlebte, wie es anders geht. Mit seinem Leben, Sterben und Auferstehen sagt er mir: "Ich

    vergebe dir deine Schuld, was immer du auch gemacht hast. Zwischen uns ist Friede!"

    Was für ein Freiraum tut sich da auf. Kein Kampfplatz, ein weites, offenes Feld liegt vor mir.

    Alle meine Schuld, meine Unruhe, meine Unzulänglichkeiten - sie sind mir vergeben. Da

    kann ich mir doch wesentlich entspannter all die anderen merkwürdigen Menschen

    anschauen, mit denen ich es zu tun habe. Vielleicht fallen uns zusammen doch noch ein

    paar gute Schritte und Entscheidungen auf unserem gemeinsamen Weg ein.


    Das wünscht sich Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.


    "Die Energie liegt im Glauben.
    Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
    "But You got to Keep the Faith"


    :pp::herz::herz::herz: Michael Jackson :herz::herz::herz:

  • katholisch: Sonntagskirche | 16.12.2018 08:55 Uhr | Cornelia Schroers



    Geschenkverpackung




    Guten Morgen!


    Seit 15 Jahren arbeite ich als Sozialarbeiterin im Schuldienst. In dieser Zeit habe ich schon



    viel erlebt, viel Tolles, aber auch traurige Momente und sogar schockierende. So ein



    schockierendes Erlebnis ist ausgerechnet im Advent passiert: Ein Schüler war plötzlich



    gestorben. Sie können sich vorstellen, was das mit einer Schulklasse macht.




    Mein Kollege Bernd war der Klassenlehrer des verstorbenen Jungen. Natürlich musste auch



    er zunächst mit seiner Erschütterung kämpfen, mit der Trauer und damit, wie er mit den



    Schülern aus der Klasse darüber sprechen sollte. Das war schwer. Doch dann ist ihm etwas



    eingefallen, wie er die Schüler trösten konnte und das gerade weil Advent war. Im Advent



    gehört es dazu, dass ich Geschenke aussuche, einkaufe und sie schön verpacke.




    Bernd hat seine Schüler gebeten, dass sie ihre Augen schließen. Er hat gesagt: Bald ist



    Weihnachten und nun stellt euch mal vor, dass vor euch auf dem Tisch ein Geschenkpaket



    steht. In diesem Paket ist das Geschenk, das ihr euch ganz besonders doll gewünscht habt.



    Das Geschenk ist schön verpackt und bevor ihr es auspackt schaut ihr euch das Paket noch



    einmal ganz genau an. Wie sieht es aus? Ist es in Papier oder Folie gepackt? Welche Farbe



    hat es? Ist eine Schleife oder ein Band darum? Seht ihr mit wieviel Liebe und Mühe es



    jemand eingepackt hat? Und obwohl Euch die Verpackung so gut gefällt, möchtet ihr es



    endlich auspacken! Das tolle Geschenkpapier wird aufgerissen, oder vorsichtig entfernt. Ihr



    macht das Paket auf und seht endlich Euer Geschenk.




    Mein Kollege hat dann noch einen kleinen Moment gewartet und dann die Schüler gebeten



    ihre Augen wieder zu öffnen. „Und? Was war drin?“, hat er sie gefragt.




    „Ein neues Handy“, haben einige Schüler geantwortet. Eine PlayStation oder X-Box, ein



    Longboard, echte UGG-Boots und eine neue Reithose sind auch dabei gewesen. Die Schüler



    sind sich einig gewesen, dass das ganz schön cool wäre solche Geschenke zu bekommen.



    „Na, aber was ist denn aus der schönen Geschenkverpackung geworden“, hat mein Kollege



    dann eingeworfen. „Naja, die wirft man weg, die braucht man nicht mehr“, hat eine Schülerin



    prompt gesagt. Ja und genau so ist das: Egal wie schön die Verpackung war, man braucht



    sie nicht mehr, die kann weg.




    Mein Kollege hat aus seinem Glauben heraus in dieser Krise eine Erklärung dafür gefunden,



    wie unser Leben zu deuten ist und das, was auf uns wartet. Und das ist ein schöner Gedanke



    im Advent.




    Wir sind nämlich auch irgendwie wie diese toll verpackten Weihnachtsgeschenke. Ok, der ein



    oder andere ist mit seiner Verpackung nicht so ganz zufrieden, er wünscht sich vielleicht



    einen flacheren Bauch, längere Beine, oder eine kleinere Nase. Aber Gott, der findet uns



    wunderschön, denn er hat uns eingepackt. Er hat uns unsere Verpackung geschenkt. So



    eingepackt leben wir unser Leben. Und Gott? Der ist voller Vorfreude auf uns. Irgendwann



    lassen wir nämlich unsere Verpackung hier zurück, dann kann die weg. Aber wir selbst, wir

    bleiben. Wir sind das Geschenk, das Gott gehört und auf das er sich ganz besonders freut.




    Wir werden mit großer Vorfreude erwartet.






    evangelisch: Kirche in WDR 4 | 17.12.2018 08:55 Uhr | Anne Wellmann




    Weihnachtskrippe




    Guten Morgen.




    Weihnachtskrippen findet man überall auf der Welt. Sie erzählen davon, wie Gott Mensch



    geworden ist. Es gibt sie in Hülle und Fülle. Kleine, große, kitschige, moderne, alte, neue,



    welche zum Spielen für die Kinder oder edle Sammlerstücke. Aus Plastik, Pappmaché, aus



    Holz, Ton oder Porzellan.




    Ich hab meine Weihnachtskrippe heute aus dem Keller geholt. Sie ist aus Holz. Beim



    Entstauben betrachte ich sie etwas genauer. Plötzlich kommt sie mir komisch vor. Wie eine



    Notunterkunft sieht sie so ganz und gar nicht aus. Eher wie ein bayrisches Hotel. Fehlen nur



    noch die Geranien.




    Irgendwie ist sie zu schön. Zu gemütlich. Zu perfekt.



    Und dann noch dieses schneebedeckte Dach. Als ob die 1. Weihnacht eine weiße



    Weihnacht gewesen wäre…




    Aber wie war denn die echte Weihnachtskrippe damals, in der Heiligen Nacht? Wie könnte



    der Ort des Geschehens ausgesehen haben? Ich habe da schon gleich Bilder im Kopf.



    Geschneit hat es wohl nicht. Aber kalt stelle ich es mir vor. Und stinkend. Überall liegt



    nasses Stroh, dessen Feuchtigkeit in alle Klamotten zieht. Dann der Geruch der Tiere. Ein



    bisschen wie im Streichelzoo. Außerdem Lehmboden, Holz, vielleicht ein Feuer. Und genau



    da sitzt die Heilige Familie und in dem Futtertrog liegt Gottes Sohn – so stelle ich es mir vor,



    weil ich das auf vielen Bildern so gesehen habe. Aber war das so?




    Die ersten Krippen, die gebaut wurden, sind näher dran an der echten Krippe Jesu: Sie



    waren in eine morgenländische Kulisse eingebettet. In die Heimat Jesu. Flaches Hügelland,



    Palmen, Figuren in orientalischer Tracht zieren da die Krippenlandschaft. Später verlegen



    die Krippenbauer die Weihnachtsgeschichte in ihre eigene Heimat. Statt in exotischer



    Umgebung, findet das Geschehen nun zum Beispiel in einer Berghütte inmitten der Alpen



    statt. Und die Figuren tragen die jeweilige regionale Tracht. Ähnlich, wie in meiner Krippe



    auch.




    Im letzten Jahr hat mich ein Freund auf den Kölner Krippenweg mitgenommen. An über 100



    öffentlichen Orten kann man dort Darstellungen der Weihnachtsgeschichte entdecken. Mal



    kunstvoll, mal modern interpretiert.




    Diese Vielfalt an Krippen hat mich beeindruckt. Zu den Klassikern gehört längst die



    Friedenskrippe am Kölner Hauptbahnhof. Hier wird die Weihnachtsgeschichte ins Jahr 1946



    verlegt, als die Kölner Altstadt stark zerstört war. Statt der Heiligen Drei Könige bringen



    Trümmerfrauen und Kriegsheimkehrer dem neugeborenen Jesuskind ihre Gaben dar.



    Dann gab es eine Krippenlandschaft aus bunten LEGO-Steinen. Jugendliche und junge



    Erwachsene bauten während der Adventszeit die Krippe immer weiter.




    Ich finde das faszinierend: Menschen werden nicht müde, die Geburt Christi immer wieder



    neu in ihren Krippendarstellungen zu erzählen und mit ihrer eigenen Lebenswelt zu



    verbinden. Wahrscheinlich gehört die Krippe gerade deshalb zu den ältesten



    Weihnachtssymbolen. Sie hilft mir, das Wunder der Weihnacht zu begreifen: Gott ist in



    seinem Sohn Jesus in die Welt gekommen. Und sie hilft mir, dass ich mich selbst in der



    Weihnachtsgeschichte wiederfinden kann.




    In dieser Woche vor Weihnachten will ich sie mir genauer anschauen, meine



    Weihnachtskrippe. Die Figuren warten darauf, ausgepackt zu werden.



    Es grüßt Sie Pfarrerin Anne Wellmann aus Duisburg.



    Quelle: Art.: Weihnachtskrippe, Manfred Becker-Huberti, katholisch.de

    link:



    https://www.katholisch.de/aktu…rd-mensch/weihnachtskripp



    e (letzter Abruf 08.12.2018)




    "Die Energie liegt im Glauben.
    Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
    "But You got to Keep the Faith"


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  • katholisch: Kirche in WDR 2 | 06.09.2019 05:55 Uhr | Franz Meurer


    Guten Morgen liebe Hörer/Leser,


    Solidarität


    Kinder sind schon im Alter von 2 Jahren solidarisch. Sie teilen gern, sind altruistisch,
    kommunikativ und berichtigen in den Tests der Verhaltensforschung die Fehler der
    Erwachsenen. Dies nicht, wie man früher dachte, um den Eltern zu gefallen, sondern weil es
    sich in uns Menschen über Jahrzehntausende genetisch entwickelt hat. Kinder sind eusozial,
    wie es der Biologe Osborn Edward Wilson in seinem epochalen Lebenswerk "Die Biologie
    des Menschen" bezeichnet. Kinder können sich in andere hineinversetzen, aus ihrer
    Perspektive schauen! Das ist der Ursprung der Solidarität. Im Alter von drei Jahren entwickelt
    sich die universelle Solidarität hin zur Zugehörigkeit zur Familie oder der Kita-Gruppe, wie es
    Heinz Bude in seinem Buch "Solidarität" beschreibt.


    Und jetzt kommts: Solidarität ist neben Personalität, Subsidiarität. und Gemeinwohl eine
    Grundsäule der Christlichen Soziallehre.


    Wenn Jesus sagt: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, kommt ihr nicht in das Reich
    Gottes", meint er wohl die grundsätzliche solidarische Zuwendung, die Kinder auszeichnet.


    Also: Miteinander statt gegeneinander. Füreinander statt ohneeinander. Beieinander statt
    nebeneinander.


    Solidarität ist nicht Barmherzigkeit. Dies ist die Macht des einzelnen, die Kraft des
    Individuums. Solidarität ist nicht Empathie. Auch der Folterer hat Empathie und kann sich in
    den hineinversetzen, den er quält. Solidarität meint auch nicht Caritas, also Hilfe für
    Menschen in Not.


    Solidarität ist nicht zuerst moralisch, sondern nimmt zur Kenntnis, dass wir Menschen ganz
    einfach aufeinander angewiesen sind. Das Wir toppt das Ich. Ohne die oder den andern
    werden wir nicht zu sozialen Wesen; also ist Solidarität eine existentielle Erfahrung. Schon
    die Sprache lernen wir von andern.


    Die Bundesregierung hat 32 Millionen Euro für ein Institut zur Verfügung gestellt, das
    untersuchen soll, wie der Zusammenhalt in der Gesellschaft funktioniert. Ist es die
    Nachbarschaft, die Nation, die Kirchen gemeinde oder der Verein, der Solidarität besonders
    fördert?


    Mal sehen was die Wissenschaftler rausbekommen. Bis dahin gilt, was der letzte Satz im
    Buch "Solidarität" von Heinz 'Bude 'ausdrückt:


    " Man weiß den Gewinn der Solidarität nur zu ermessen, wenn man die Einsamkeit kennt."


    https://www.kirche-im-wdr.de/n…dbccf/formatstation/wdr2/


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  • https://www.kirche-im-wdr.de/n…/glaube-und-wissenschaft/


    katholisch: Kirche in WDR 4 | 18.10.2019 08:55 Uhr | Franz Meurer


    Glaube und Wissenschaft


    Für Kinder ist klar: Geschichten sind wahr, natürlich auch Märchen. Wer stirbt, kommt in den Himmel, wohin auch sonst. Später ändert sich das. Die Naturwissenschaften erklären die Welt, nicht mehr die Geschichten der Bibel. Oder doch beide?!


    Wir in der Kirchengemeinde hier in Höhenberg-Vingst, wir bemühen uns, den Kindern die Welt zu erklären auf beiderlei Weise. Zum Beispiel, als es in der Lesung im Gottesdienst hieß: die Sterne fallen vom Himmel beim Untergang der Welt. Wie ist das gemeint? Eine Küchenplatte hilft bei der Erklärung. Darauf Playmobilfiguren und ein Holzhäuschen. So stellten sich die Menschen damals die Welt vor: eine Platte von Wasser umgeben. Darüber der durchsichtige Deckel, Sterne aus Goldpapier draufgeklebt. Die fallen logischerweise runter auf die Erde, wenn alles rappelt, am Ende der Welt. So also, Kinder, sah das alte Weltbild zurzeit Jesu aus und noch lange danach. Für die Erwachsenen ist interessant: Mit dem Untergang der Welt ist gemeint die Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels im Jahr 70 nach Christus. Und heute, wie sehen wir die Welt?


    Auch das ist Thema beim Familiengottesdienst: Auf dem Altar steht ein großes gemaltes Bild: die Sonne. Ich halte einen riesigen Ball in den Händen. Darauf ist die Erde zu sehen, ein aufblasbarer Globus. Natürlich lachen da die Kinder: wenn ihr Pastor mit der Weltkugel vor ihnen steht. Dann laufe ich einmal um die Sonne, also um den Altar: ein Jahr. Ich drehe mich um mich selbst: ein Tag. Nun kommt noch ein Messdiener dazu: der Mond. Er braucht 27 Tage, um die Erde zu umrunden. Alle haben Spaß daran, was sich da um den Altar bewegt.Aber warum nicht Spaß daran haben? Wenn die Kirche zeigen kann, dass Wissen erwerben und Glauben lernen eine Freude ist – dann tut sie einen riesen Dienst. Vor allem gelingt es in der Kirche, den Kindern zu zeigen, dass Naturwissenschaften und Religion sich nicht ausschließen. Sie beide erklären die Welt, aber auf eine unterschiedliche Weise. Geschichten sind genauso vernünftig wie Experimente. Geschichten erzählen uns Beispiele, wie wir leben können. Experimente zeigen uns, wie die Welt funktioniert.

    Klar, die Kinder sollen erfahren: Keiner muss glauben. Aber: Glauben ist auch nicht unvernünftig. Ob sie den Glauben auf Dauer annehmen, ist dann eine Frage der Freiheit, nicht der Vernunft.



    evangelisch: Kirche in WDR 2 | 23.10.2019 05:55 Uhr | Thomas Schrödter




    Lucky ist weg


    Lucky ist weg. Einfach weggelaufen. Vor knapp einer Woche. So steht es auf dem Plakat, dass jemand überall im Viertel aufgehängt hat. Din A5 groß. Selbst geschrieben und kopiert. Und mit dem Foto einer kleinen Katze beklebt. Sehr aufwändig. Und es gibt sogar eine Belohnung: 100 Euro bekommt der, der ihn zurückbringt. Lucky wird geliebt. Offensichtlich. Und wohl sehr vermisst. Da ist kein Geldbetrag zu hoch und kein Aufwand zu groß. Hauptsache, Lucky kommt zurück.




    In unserem Viertel gibt es eine junge Mutter. Drei Kinder hat sie. Der Vater ist von heute aufmorgen einfach abgehauen. Keine Lust auf Verantwortung. Da sind Drogen im Spiel, erzählen sich die Leute. Jetzt schlägt sich die Mutter mit ihren Kindern alleine durch. Irgendwie. Unterstützung bekommt sie vom Jugendamt. Ab und an kommt jemand vorbei und sieht nach dem Rechten. Das Geld kommt vom Amt. Wenig genug. Zum Überleben reicht‘s. Grade so. Was das alles kostet! Sagen die Leute. Alles von unseren Steuern! Von unserem Geld. Warum müssen wir uns überhaupt um solche Leute kümmern? Die sind doch selber schuld! Sagen die Leute. Neulich ist die kleine Familie weggezogen. Wohin? Keiner weiß es. Keiner fragt. Offensichtlich ist es einfach egal.




    Nicht nur Katzen, auch Menschen können verloren gehen. Sie sind Nachbarn,Vereinskameraden. Kollegen. Man war in der gleichen Schulklasse oder kennt sich vom Brötchen holen morgens beim Bäcker. Aber dann biegen sie an irgendeiner Kreuzung ihres Lebensweges falsch ab. Oder ein Schicksalsschlag wirft sie aus der Bahn. Vielleicht sind sie auch einfach überfordert mit Lebensentscheidungen, die anderen total leicht fallen. Sie sitzen einsam in ihrer Wohnung. Übernachten unter einer Brücke. Setzen sich eine Spritze in einer versteckten Ecke im Park. Menschen können verloren gehen. Wer hängt eigentlich für sie ein Plakat auf? Wer setzt eine Belohnung aus, um sie zurückzubekommen?




    Jesus erzählt einmal eine Geschichte. Von einem Schäfer und 100 Schafen. Er erzählt: Der Schäfer lässt 99 Schafe zurück, um nach einem einzelnen Schaf zu suchen, das verloren gegangen ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jesus das nicht nur als nette Geschichte gemeint hat. Da steckt eine Frage dahinter: Wie geht Ihr eigentlich um mit denen, die euch verloren gehen? Was antwortet man da? Lucky ist mittlerweile wieder zu Hause. Eine
    Gemeinschaftsaktion des ganzen Viertels war das. Alle haben mitgemacht und gesucht. Und alle freuen sich. Aber die junge Familie ist immer noch weg. Keiner sucht.
    Katze müsste

    man sein.



    https://www.kirche-im-wdr.de/n…programuid/lucky-ist-weg/


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  • https://www.kirche-im-wdr.de/n…ie-kraft-der-schwachen-3/


    evangelisch: Kirche in WDR 4 | 18.11.2019 08:55 Uhr | Mareike Heidenreich


    Die Kraft der Schwachen


    Guten Morgen!


    Diesen Sommer habe ich ein paar Tage Urlaub in der Eifel gemacht. Hügel, Wälder und

    Seen laden dort zum Wandern ein. An einem bedeckten Tag habe ich eine

    Hinterlassenschaft des 3. Reiches besucht: die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang. Sie

    liegt idyllisch, man hat einen herrlichen Blick über die umliegenden Hügel und den See, der

    unterhalb liegt. Heute wird Vogelsang „Internationaler Platz“ genannt. Das soll deutlich

    machen, dass Menschen aller Religionen und Hautfarben hier willkommen sind. Heute ist

    Vogelsang ein lebensfreundlicher Ort.


    Doch er stammt aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte. Hitler hatte die Macht

    ergriffen und brauchte auf allen Ebenen Gefolgsleute in der NSDAP. Auf der so genannten

    Ordensburg Vogelsang sollten sie ausgebildet werden. Die Männer lernten hier die

    NS-Ideologie. Sie lernten zu gehorchen und sich unterzuordnen. Aber wie sie zum Beispiel

    eine Gemeinde zu verwalten haben oder wie ein Staat aufgebaut ist – das lernten sie nicht.

    Eine Ausstellung zeigt alte Fotos und Dokumente. Stolze junge Männer sehe ich, die sich

    auserwählt fühlen. Wenn sich die Parteiführung hier trifft, dürfen sie in Reih und Glied

    stehen, bewundert von ihren Familien. Die Angestellten, die hier arbeiten, sind stolz auf

    ihren Arbeitsplatz. Schwarzweißfotos zeigen junge Mädchen vor den Gebäuden der

    Ordensburg. Sie alle haben sich blenden lassen.


    Ich gehe zum See hinunter und betrachte die Anlage von unten. Sie sollte Macht und

    Überlegenheit demonstrieren, doch sie wurde nie fertig gestellt. Für das größte geplante

    Gebäude liegen nur die Fundamente.


    Die Nazis haben noch zwei weitere so genannte Ordensburgen errichtet. Eine vierte war

    geplant, wurde aber nie gebaut. Keiner der Teilnehmer hat die Ausbildung vollständig

    durchlaufen. Auf zwei Ordensburgen endete sie mit dem Krieg. Auf der dritten hat nie ein

    Lehrgang angefangen.


    Vogelsang sollte die Macht der Nazis ausbauen. Es sollte Kraft und Stärke demonstrieren.

    Nichts davon wurde erreicht. An diesem Ort der Selbstüberschätzung fällt mir ein Bibelwort

    ein. Gott sagt: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Korinther 12,9) Ich habe

    diese Worte und ihre Bedeutung lange nicht verstanden. Ich habe immer gedacht: Wenn

    man schwach ist, erreicht man nichts! Von nichts kommt nichts! Es ist doch wichtig, sich

    anzustrengen! So oder ähnlich habe ich immer gedacht.


    Aber hier in Vogelsang, an diesem Ort nationalsozialistischen Größenwahns, verstehe ich:

    Es waren die Schwachen, die in diesen dunklen Zeiten wirkliche Kraft und Größe bewiesen

    haben. Studenten haben Flugblätter verteilt. Beamte und Offiziere haben ihr Wissen um

    Hitlers Pläne ans Ausland weitergegeben, obwohl das lebensgefährlich war. Einfache Leute

    auf dem Land haben ohne viel zu fragen Juden versteckt. Es waren nicht viele, aber es gab

    sie. – „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“


    Die Kraftmeierei der Nationalsozialisten dagegen – die ist untergegangen.


    Auf die Schwäche vertrauen.


    Dass Sie auf Ihre Schwäche vertrauen können, wünscht Ihnen,


    Ihre Mareike Heidenreich aus Münster.


    Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze





    https://www.kirche-im-wdr.de/n…gramuid/guete-und-umkehr/


    WDR 4 | 19.11.2019 08:55 Uhr | Mareike Heidenreich


    Güte und Umkehr




    Guten Morgen!


    Man geht nicht in Jogginghose zur Schule! Wo kommen wir denn da hin?

    Die beiden Jungs schrauben immer nur am Motorrad! So finden die ja nie ´ne Freundin!

    Die von nebenan müssen aber dringend mal wieder die Fenster putzen! Sieht ja schrecklich

    aus!


    Nur Rabenmütter geben ihre Kinder in die Krippe. So schwer kann das doch nicht sein, Kind

    und Karriere unter einen Hut zu bringen!


    Kennen Sie solche Sätze? Haben Sie so etwas selbst schon mal gehört? Vielleicht hat es

    Ihnen jemand direkt gesagt? Oder mit Ihnen in dieser Art über andere geredet? Oder reden

    Sie manchmal selber so?


    Ich erinnere mich gut an Momente, in denen ich schlecht über andere gedacht oder sogar

    geredet habe. Es ist leicht, über Mitmenschen und ihr Leben schlecht zu urteilen. Mein

    eigenes Leben – das kenne ich und das wird irgendwann langweilig. Das Leben der anderen

    ist viel interessanter! Da ist es viel einfacher zu unterscheiden, was richtig und vor allem was

    falsch ist. Und wenn ich andere schlecht mache, stehe ich mit meinem eigenen kleinen

    Leben gleich viel besser da. Vielleicht habe ich Glück und finde noch jemand anderen, der

    auch so denkt. Dann sind wir schon zu zweit!


    Vor vielen Jahren hat an der Uni eine meiner Dozentinnen erklärt: „Klatsch und Tratsch am

    Gartenzaun schaffen eine Gemeinschaft, die eigentlich gar keine ist.“

    Ja, klatschen und tratschen macht Spaß – im Kleinen über Nachbarn und Familie und

    Freunde und im Großen über Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen.

    Klatsch und Tratsch kennt auch der Liedermacher Konstantin Wecker: Er hat Drogen

    genommen! Er hat im Gefängnis gesessen! Seine Frau war so viel jünger als er! Und was

    macht Konstantin Wecker? Er schreibt ein Lied nach dem Motto: Fasst euch an eure eigene

    Nase!


    Sprecher:

    Nur die sich mißtrauen,

    brauchen Normen zum Sein

    und verteilen als Schuld,

    was sie sich nicht verzeihn.

    Doch wie immer sie dich

    auch schuldig schrein,

    nur du hast das Recht,

    dein Richter zu sein. (1)


    Wecker zieht in seinem Lied eine klare Grenze. Er möchte selber entscheiden, wie er sein

    Leben beurteilt. Alle anderen sagen mit ihrem Urteil über ihn am allermeisten über sich

    selbst aus.


    So eine klare Grenze zieht schon der Apostel Paulus in der Bibel:

    Sprecher: Ihr könnt euch nicht herausreden. Ihr spielt euch als Richter über alle auf, die

    Unrecht begehen, und sprecht euch damit euer eigenes Urteil. Denn ihr klagt bei anderen

    an, was ihr selbst tut. (…) Ist euch Gottes unendlich reiche Güte, Geduld und Treue denn so

    wenig wert? Seht ihr denn nicht, dass gerade diese Güte euch zur Umkehr bewegen will?

    (Römer 2,1-4, Hoffnung für alle)


    Paulus fordert uns auf, dass wir uns auf unser eigenes Leben konzentrieren. Und von Gott

    lernen. Denn Gott verurteilt nicht. Gott ist geduldig und wartet, dass wir uns ändern. Wenn

    ich mir dieser Güte Gottes bewusst bin, kann ich geduldig mit meinen Mitmenschen sein und

    auf das Gute hoffen.


    Einmal diese Perspektive Gottes einzunehmen, dazu lädt Sie ein


    Ihre Mareike Heidenreich aus Münster.


    (1) Konstantin Wecker: „Endlich wieder unten“; Erstveröffentlichung: Liebesflug (Polydor

    1981).


    Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


    "Die Energie liegt im Glauben.
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  • https://www.kirche-im-wdr.de/n…liebe-deinen-naechsten-2/


    katholisch: Kirche in WDR 4 | 13.11.2019 08:55 Uhr | Michael Thiedig


    Liebe deinen Nächsten


    „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“


    Diese Aufforderung von Jesus dürfte sicherlich jeder kennen. Sie gehört zum Einmaleins des

    christlichen Glaubens.


    Ich hab die Formulierung „deinen Nächsten“ dabei immer räumlich verstanden.

    Also der Nächste ist der, der neben mir ist, dem ich über den Weg laufen kann.

    Neulich ist mir klar geworden: Wenn ich mich auf dieses Verständnis festlege, dann hab ich

    mich ordentlich verrechnet. Denn:


    Die Formulierung „der Nächste“ lässt sich im Deutschen nämlich auch anders verstehen und

    zwar zeitlich: Mein Nächster, dass kann auch der oder die sein, die weit nach mir geboren

    werden. Also würde das bedeuten: Liebe auch die, die als Nächste nach dir kommen und

    auch noch auf dieser Erde leben wollen können.


    Wie immens wichtig genau diese Sichtweise ist, erleben wir jetzt.

    Wenn wir ohne Rücksicht auf Verluste nur an uns selbst denken, dann geht das mit dem

    Klima und der Ausbeutung der Ressourcen der Erde vor die Wand.


    Wir können jetzt entscheiden, auf welcher Seite wir in den Geschichtsbüchern der Zukunft

    stehen werden, die unsere zeitlich Nächsten dann lesen werden.


    Denn hoffentlich wird es noch Nächste geben und Schulen und Geschichtsbücher und

    Menschen, die wissen, wie wichtig es ist, nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine

    Nächsten zu denken.



    evangelisch: Kirche in WDR 4 | 22.11.2019 08:55 Uhr | Annette Krüger


    Rest des Lebens


    Guten Morgen!


    Ich war damals vielleicht 14 oder 15, genau weiß ich es nicht mehr. In meinem Zimmer hatte

    ich ein Poster aufgehängt. Darauf stand: „Today is the first day of the rest of your life.“

    Darunter noch mal in Deutsch: Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Ehrlich

    gesagt, habe ich mir damals gar nicht so groß Gedanken gemacht, was das eigentlich

    bedeutet. Wahrscheinlich hatte ich es in einer romantischen Stimmung dort aufgehängt.

    Mein Leben lag vor mir. Ein Ende nicht in Sicht. Noch viele Tage würden kommen und

    gehen. Angst hat mir dieser Satz jedenfalls nicht gemacht. Ich hatte so viel vor, so viele

    Pläne, die ich umsetzen wollte, so viele Träume, die ich gerne verwirklichen wollte. Und am

    liebsten alles auf einmal.

    Heute, viele Jahre später, liegt der größte Teil meines Lebens hinter mir. Ich denke häufiger

    darüber nach, wie viele Tage mir noch bleiben, wie viel Rest noch übrig ist. Dann kommen

    solche Gedanken wie: Welche Träume sind wahr geworden? Welche Pläne konnte ich

    entfalten? Und was will ich eigentlich noch erleben? Wie oft habe ich mich vertröstet oder

    vertrösten lassen auf später? Wenn die Kinder aus dem Haus sind… Wenn die Pension

    gesichert ist… Wenn ich irgendwann mehr Zeit habe… Immer öfter erlebe ich, dass ich

    Abschied nehmen muss, dass die Tage gezählt sind. Menschen sterben, die oft genug viel

    jünger sind als ich. Dann wird mir wieder bewusst, wie wertvoll jeder Tag, jede Stunde, jede

    Minute ist. Ich lebe so oft nicht im Heute, in der Gegenwart, sondern in der Vergangenheit

    oder bin mit meinen Gedanken schon beim nächsten oder übernächsten Ereignis. Dabei

    möchte ich hier und jetzt sein, mein Leben nicht aufschieben.

    Die Schweizer Theologin Luzia Sutter Rehmann hat das so ausgedrückt:


    Sprecherin:

    Wir sind auf der Suche

    nach der Kraft,

    die uns aus den Häusern,

    aus den zu engen Schuhen

    und aus den Gräbern treibt.


    Aufstehen und

    mich dem Leben in die Arme werfen –

    nicht erst am jüngsten Tag,

    nicht erst, wenn es nichts mehr kostet

    und niemandem mehr wehtut.


    Sich ausstrecken nach allem,

    was noch aussteht,

    und nicht nur nach dem Zugebilligten.

    Uns erwartet das Leben.

    Wann, wenn nicht jetzt? (1)


    Aufstehen, die Tage in die Hände nehmen und was aus ihnen machen. Nicht abwarten,

    daneben stehen und das Leben an mir vorüber gehen lassen. Lieber möchte ich neugierig

    bleiben auf das Leben und mutiger werden, das Wichtige vom Unwichtigen zu

    unterscheiden. „Wir sollten früher aufhören, später zu sagen.“ Ein weiser Spruch, den eine

    Freundin mir als Postkarte zugeschickt hat. Heute ist ein guter Tag dafür!

    Ihre Pfarrerin Annette Krüger aus Witten.


    (1) Gedicht aus: Sich dem Leben in die Arme werfen. Auferstehungserfahrungen, hg. von

    Luzia Sutter Rehmann u.a.,


    Gütersloh 2. Aufl. 2002, S. 9.

    Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


    https://www.kirche-im-wdr.de/n…ogramuid/rest-des-lebens/


    "Die Energie liegt im Glauben.
    Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
    "But You got to Keep the Faith"


    :pp::herz::herz::herz: Michael Jackson :herz::herz::herz:



  • https://www.kirche-im-wdr.de/n…gramuid/nikolaus-zu-gast/


    evangelisch: Kirche in WDR 4 | 06.12.2019 08:55 Uhr | Ulf Schlüter




    Nikolaus zu Gast



    Guten Morgen!



    Und - war er schon da? Wird er noch kommen? Oder geht er einfach an Ihnen vorbei – dem


    6. Dezember zum Trotz?



    "Sei gegrüßt lieber Nikolaus! / Wieder gehst du von Haus zu Haus / alle Kinder lieben dich /


    warten schon und freuen sich…" (Komponist: Detlev Jöcker und Text: Rolf Krenzer), singen


    die Kinder in Kindergärten und Schule. Helle Freude. Keine Angst vorm Nikolaus.



    Was mich betrifft: Ich stamme aus einer anderen Zeit. In meinem Kindergarten der 60er


    Jahre löste der Ruf "Heute kommt der Nikolaus" stets noch gemischte Gefühle aus. Denn


    der kann die braven von den bösen Kindern unterscheiden. Das war die pädagogisch


    brachiale Botschaft. Und tatsächlich trug St. Nikolaus ein goldenes Buch für die braven


    Kinder mit sich und ein schwarzes Buch für die bösen Kinder.



    So sehr ich Naschwerk und Kekse schätzte: Ein leichter Grusel griff immer nach meiner


    Kinderseele.



    Keine Frage: Gott Lob, dass die schwarze Nikolaus-Pädagogik meiner Kindheit heute


    verpönt und verboten ist. Man macht Kindern keine Angst! Punkt. Erstens haben sie auch so


    genug davon - kein Kind braucht künstlichen Grusel. Und zweitens führt Angst allzu oft auf


    den Holzweg.



    „Sei gegrüßt lieber Nikolaus! / Wieder gehst du von Haus zu Haus…“


    Wollte Gott, er käme wirklich mal! Der Heilige aus der alten Stadt Myra, heute Demre in der


    Türkei. Roten Mantel, Stiefel und den wallend-weißen Rauschebart bräuchte er von mir aus


    nicht.



    Ich stelle mir vor: Er sieht einfach aus wie viele, die in der Türkei zuhause sind.


    Und geht von Haus zu Haus, klingelt bei Ihnen und bei mir. Tritt ein. Bringt ein paar


    türkische Kekse mit. Mit Pistazien und Mandeln und türkischem Honig.



    Nimmt Platz auf dem Sofa. Und gebe Gott, ich wäre dann so geistesgegenwärtig,


    gastfreundlich erst einmal Tee zu kochen. Wie das in der Gegend um Demre heute jeder


    augenblicklich tut, wenn ein Gast durch die Tür kommt.



    Sei gegrüßt, lieber Nikolaus.



    Und dann fängt Nikolaus an zu erzählen. Wie er damals heimlich drei Klumpen Gold durch


    das offene Fenster armer Leute geworfen hat. Was für ein diebisches Vergnügen! Seine


    ganze Erbschaft ist dafür drauf gegangen. Aber er ist plötzlich frei wie nie.



    Und weiter erzählt Nikolaus wie er sich lauthals gestritten hat mit muskelstrotzenden


    Matrosen von einem Getreideschiff. Bis sie dann doch ihre Ladung Korn an die Hungernden


    der Stadt verteilt haben. Man braucht eben Mut, sagt Nikolaus. Nur nicht einschüchtern


    lassen, wenn’s um Menschenleben geht.



    Vor so viel Heiligkeit meines Gastes wird mir allmählich mulmig. Soll ich das auch? Alles


    teilen? Mutig mich überall einmischen? Doch da höre ich ihn schon: „Es langweilt mich, die


    Leute in Brave und Böse einzuteilen. Schließlich sind wir doch alle nur Menschen: Mal


    hilfreich, mal auf den eigenen Vorteil bedacht. Mal mutig, mal feige. Wir sind Menschen.


    Heilige und Sünder zugleich. Ich muss das wissen – ich bin Sankt Nikolaus.“



    Sei gegrüßt, lieber Nikolaus. Kommst gerade recht. Und zeigst uns, wie wir leben können.

    Glücklich und frei. Kein Grund für gemischte Gefühle.



    Einen frohen Nikolaustag wünscht Ihnen, Ulf Schlüter, Bielefeld.


    Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


    "Die Energie liegt im Glauben.
    Es ist nur eine Frage der Zeit und du kannst ein Gewinner sein."
    "But You got to Keep the Faith"


    :pp::herz::herz::herz: Michael Jackson :herz::herz::herz: